Arbeitslosigkeit geht leicht zurück

Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt stabilisiert sich aktuell – Noch gute Ausbildungs-Möglichkeiten

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„Wir freuen uns, dass die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat (Betrachtungszeitraum vom 16. Juni bis 13. Juli) anders als in den vergangenen beiden Jahren um 99 Betroffene im gesamten Bezirk auf 10.567 Personen zurückgegangen ist“, sagt Michael Schankweiler, der Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die Entwicklung resultiert unter anderem daraus, dass die Anzahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit (2.150) die der Zugänge (2.050) übersteigt. Die meisten Abgänge aus Arbeitslosigkeit gab es in den Wirtschaftsbereichen Tourismus, Hotel- und Gaststättenberufen (-102), Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Bäcker; Metzger) (-38) sowie in Reinigungsberufen (-29) – also wie schon im Juni in Wirtschaftsbereichen, die (un)mittelbar vom Corona-Lockdown betroffen waren.“

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent (Vormonat: 3,3; Juli 2019: 2,0 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.707. Hier sind 3.327 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, vier mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.380 arbeitslose SGB II-Kunden*innen registriert, 30 weniger als im Juni. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.534 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.822 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 26. Juli: 2.966 Anzeigen für Kurzarbeit (50 mehr als im Juni) für 30.640 Mitarbeiter*innen (261 mehr als im Juni).

Ausbildungsmarkt:

400 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen – 577 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

Top 3 Bewerber: Verkäufer*in (29); Kaufmann/-frau Büromanagement (28); Kfz.Mechatroniker – PKW-Technik (25).

Top 3 unbesetzte Berufsausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (53); Handelsfachwirt/-in (Ausbildung) (33); Verkäufer*in (32).

Der Agenturleiter führt weiter aus: „Die Arbeitslosenzahl liegt im Juli um 3.900 Personen, oder 58,5 Prozent (Vormonat: 63,9 Prozent), über dem Wert des Vorjahres. Jedoch muss auch herausgestellt werden, dass die Arbeitslosenzahl nach einem starken Anstieg im April (+1.940), einer weiteren Zunahme im Mai (+840) und einem Gleichbleiben im Juni (+/- 0) im Juli erstmals wieder rückläufig ist.“

Schankweiler wirft einen Blick auf die einzelnen Personengruppen und erklärt: „Es ist erfreulich, dass bei den unter 25-Jährigen (-9) und bei den über 50-Jährigen (-29) gleichermaßen ein Rückgang der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen ist. Und der verhalten positive Trend auf dem Arbeitsmarkt umfasst auch fast alle Regionen in unserem Agenturbezirk: So ist bei der Stadt (-42) und dem Landkreis (-26) Rosenheim und dem Landkreis Miesbach (-77) ein Rückgang der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen. Lediglich im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (+46) gibt es einen leichten Anstieg.“

Die Arbeitslosenquote ist im Juli um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gesunken. Der Wert liegt damit um 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Agenturleiter betont an dieser Stelle, dass das Förderinstrument Kurzarbeit in dieser Zeit wichtig sei, damit Unternehmen an ihrem Personal festhalten können. „Bis zum Stichtag am 26. Juli sind bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 6.736 Anzeigen für Kurzarbeit eingegangen (110 mehr als bis zum 25. Juni), die insgesamt 65.935 Mitarbeiter*innen umfassten (64.891 bis zum 25. Juni)“, sagt Schankweiler.

Weiterhin sagt er zur aktuellen Lage auf dem Stellenmarkt: „Wie schon im Juni haben die Betriebe im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice auch im Juli mit 840 wieder mehr neu zu besetzende Stellen gemeldet (790 davon waren sozialversicherungspflichtig) als im April und Mai. Dies stimmt uns verhalten optimistisch, dass einige Unternehmen damit rechnen, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden Monaten weiter verbessern wird. Zahlreiche Stellenangebote gab es unter anderem aus den Wirtschaftsabschnitten Gesundheits- und Sozialwesen (135), Handel und Instandhaltung und Reparatur Kfz (111), Gastgewerbe (85) und Verarbeitendes Gewerbe (79).“

Schankweiler wirft auch einen Blick auf den Ausbildungsmarkt und erklärt zum am 1. September beginnenden neuen Ausbildungsjahr: „Zum Stichtag am 13. Juli standen im Agenturbezirk Rosenheim 807 Bewerber*innen (37 mehr als vor einem Jahr), die noch nach einem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen, 1.400 unbesetzten Stellen gegenüber (102 mehr als vor einem Jahr). Rein rechnerisch waren damit 1,73 offene Ausbildungsstellen je suchendem Bewerber gemeldet. Es gibt jedoch fachliche und/oder regionale Divergenzen, da nicht jede Ausbildungsstelle zu jedem*r Bewerber*in passt. Viele offene Ausbildungsstellen gibt es beispielsweise noch in den Berufen Kaufmann/-frau Einzelhandel (139), Verkäufer*in (86), Handelsfachwirt*in (Ausbildung) (83), Fachverkäufer*in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (55) und Zahnmedizinische/r Fachangestellte*r (50).

Der Agenturleiter appelliert an die jungen Leute, die noch nach einem Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen, und sagt: „Sie können am besten gleich unter der Rufnummer 08031 / 202-222 (Montag – Donnerstag 8-12 Uhr; 13-16 Uhr; Freitag 8-12 Uhr) bei unserer Berufsberatung anrufen. Die Kollegen*innen halten viele Ausbildungsstellen bereit und stehen durch den Arbeitgeberservice häufig in direktem Kontakt zu den Unternehmen. Eine weitere gute Möglichkeit ist, sich einfach direkt bei dem Betrieb, bei dem Sie sich eine Ausbildung vorstellen können, um ein Praktikum zu bewerben.

Dieses ist häufig der direkte Türöffner für einen Ausbildungsplatz.“
An die Betriebe gewandt sagt Schankweiler: „Wir freuen uns, dass fast alle Unternehmen an ihrer Ausbildungsbereitschaft festhalten und möchten alles tun, damit dies so bleibt. Der Fachkräftebedarf wird auch in Zukunft bestehen. Unternehmen, die sich wegen Unterstützungsmöglichkeiten, beispielsweise ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) oder die assistierte Ausbildung (asA) informieren möchten, können sich gerne unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 an den Arbeitgeberservice wenden.“

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (Vormonat: 5,7; Juli 2019: 3,6 Prozent). Derzeit sind 029 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGBIII-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um acht auf 1.174. Für 855 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 50 weniger als im Juni, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.306 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.786 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 26 Juli: 976 Anzeigen für Kurzarbeit (19 mehr als im Juni) für 9.746 Mitarbeiter*innen (108 mehr als im Juni).

Ausbildungsmarkt:

137 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen – 193 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

Top 3 Bewerber: Verkäufer*in (17); Kaufmann/-frau Einzelhandel (13); Kaufmann/-frau Büromanagement (13).

Top 3 unbesetzte Berufsausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (19); Bankkaufmann/-frau (16); Handelsfachwirt/-in (Ausbildung) (14).

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Juli eine Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent (Vormonat: 3,0; Juli 2019: 2,0 Prozent) auf. Das entspricht 167 beschäftigungslosen Bürger*innen. Davon sind 1.586 Männer und Frauen, 42 mehr als vor einem Monat, in den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 581 Betroffene, vier mehr als im Juni, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.068 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.611 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 26. Juli: 1.389 Anzeigen für Kurzarbeit (21 mehr als im Juni) für 12.112 Mitarbeiter*innen (499 mehr als im Juni).

Ausbildungsmarkt:

167 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen – 354 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

Top 3 Bewerber: Medizinische*r Fachangestellte*r (16); Kaufmann/-frau Einzelhandel (15); Kfz.mechatroniker – PKW-Technik (10).

Top 3 unbesetzte Berufsausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (31); Verkäufer/in (22); Zahnmedizinische*r Fachangestellte*r (21).

 

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 664 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,0 Prozent (Vormonat: 3,1; Juli 2019: 2,0 Prozent) entspricht. Davon sind 1.212 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 58 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 452 Arbeitslose, 19 weniger als im Juni, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.248 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 986 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 26. Juli: 1.405 Anzeigen für Kurzarbeit (20 mehr als im Juni) für 13.437 Mitarbeiter*innen (176 mehr als im Juni).

Ausbildungsmarkt:

118 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz mit Starttermin im Herbst suchen – 276 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.

Top 3 Bewerber: Kaufmann/-frau Büromanagement (9); Verkäufer*in (7); Medizinische*r Fachangestellte*r (7).

Top 3 unbesetzte Ausbildungsstellen: Kaufmann/-frau Einzelhandel (36); Handelsfachwirt/-in (Ausbildung) (19); Verkäufer*in (19).

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4 Kommentare zu “Arbeitslosigkeit geht leicht zurück

  1. Ein Hoch auf unsere Unternehmer, dass sie trotz schwieriger Zeiten beinahe Vollbeschäftigung ermöglichen.

    Eine ausschlaggebende Rolle liegt jetzt aber auch beim Staat, der mit dem Kurzarbeitergeld ein sehr probates Krisenbewältigungsmittel einsetzt. Zusammen mit den positiven Zahlen des Geschäftsklima- und Einkaufsmanager-Index macht das wirklich Hoffnung.

    Fraglos ein guter Moment, um mal wieder festzuhalten, wie außerordentlich fruchtbar bei uns freiheitliche Demokratie und soziale Marktwirtschaft auch in Krisenzeiten zusammenwirken!

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    1. Nur die halbe Wahrheit!

      Also diesen Kommentar darf man im Hinblick auf die weiterhin stattfindende – und gerade in Coronazeiten noch zusätzlich ausufernde – Ausbeutung der Beschäftigen z.B. in den Schlachthöfen, bei den Speditionen oder im Einzelhandel nicht einfach so stehen lassen. Unser Wirtschaftssystem fußt in Teilen weiterhin ganz bewusst auf der Ausbeutung diverser Berufsgruppen, die erst dadurch unseren Wohlstand sichern!

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      1. Da scheint einer nur mit Halbwahrheiten zu hantieren … Dass z.B. im Einzelhandel das Personal ausgebeutet wird. muss ich als Wasserburger Einzelhändler auch im Namen meiner Kollegen zurückweisen. Wie Gerd Maas richtig schreibt, hilft das Zusammenwirken von Unternehmen und Politik gerade hier in Bayern, die Corona-Krise zu bewältigen. Wer in der Vergangenheit in Deutschland versagt hat, ist der Sozialismus, dessen antiquierten Parolen der Halbwahrheiten-Schreiber nachtrauert.

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        1. Nur die halbe Wahrheit!

          Ich weiß, diese Tatsachen hören manche Unternehmer natürlich nicht gerne bzw. möchten sie nicht öffentlich lesen. Es freut mich selbstverständlich, wenn es in Wasserburg anscheinend viele positive Ausnahmen gibt. Gespräche mit Betroffenen – auch hier in der Region – und entsprechende Medienberichte zeichnen jedoch eindeutig das von mir oben genannte Bild!

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