Arbeitslosenzahl steigt im Januar leicht  

Rosenheimer Agentur: Erwerbslosenquote klettert saisonbedingt auf 3,0 Prozent

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„Die Arbeitslosenzahl ist – wie um diese Jahreszeit üblich – im Januar um 1.440 auf 8.990 Personen angestiegen. Viele Beschäftigte aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich dann bei uns arbeitslos gemeldet. Es macht sich jedoch bemerkbar, dass der Jahresstart nicht so schneereich und eisig war wie im Vorjahr, als die Arbeitslosenzahl im Januar mit 9 810 um 820 Betroffene höher lag“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur.

„Die Erwerbslosenquote erreicht erstmals seit März 2017 wieder die 3-Prozent-Marke und liegt bei 3,0 Prozent (Vormonat: 2,6 Prozent). Sie ist damit jedoch deutlich niedriger als zum Jahresstart 2016 und 2017, als sie jeweils bei 3,4 Prozent lag.“

Cujai weiter: „Besonders erfreulich ist, dass bei allen Personengruppen, also auch bei denjenigen, die es aufgrund ihres Alters, ausländischer Wurzeln oder einer unterbrochenen Biografie wegen Kindererziehung, längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit bei der Stellensuche häufig schwerer haben, im Vorjahresvergleich ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist: So sind bei der Personengruppe der über 55-Jährigen mit 2.140 Betroffenen 50 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar des Vorjahres. Bei Ausländern ist ein Minus von 310 auf 2.530 Arbeitslose zu verzeichnen und auch bei den Langzeitarbeitslosen sind mit 1.530 Personen 200 weniger erfasst als noch vor einem Jahr“, so die Agenturleiterin.

Sie betont: „Wir wollen alle Arbeitslosen weiterhin intensiv bei der Stellensuche unterstützen und in Anbetracht der Diskussion um die Fachkräftegewinnung diejenigen, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, ansprechen und motivieren, den Berufsabschluss nachzuholen. Das ist häufig auch durch eine sogenannte Externenprüfung möglich. Zudem schauen wir, je nach persönlicher Situation des Betroffenen, ob eine Qualifizierung im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) oder über die beiden Sonderprogramme WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) oder IFlaS (Initiative zur Flankierung des Strukturwandels) möglich ist.

Interessierte können sich unter der kostenfreien Hotline 0800/4 5555 00 bei der Agentur für Arbeit melden und/oder sich im Internet unter www.arbeitsagentur.de à Karriere und Weiterbildung informieren.“

Im Januar ist die Arbeitslosenquote saisonal bedingt bei Männern höher als bei Frauen, da in den typischen Bau- und Außenberufen wie Land-, Forst-, Tierwirtschaft oder Gartenbau überwiegend Männer arbeiten. Die Arbeitslosenquote der Männer hat sich von 2,7 Prozent im Dezember auf nunmehr 3,5 Prozent erhöht (Zahl der arbeitslosen Männer insgesamt: 5.270). Die Arbeitslosenquote bei Frauen ist dagegen lediglich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent angestiegen (Zahl der arbeitslosen Frauen insgesamt: 3.720). So ist die Anzahl der als arbeitslos gemeldeten Personen in den Außenberufen im Vergleich zum vergangenen Monat um 70 Prozent auf 420 Betroffene angestiegen und in der Baubranche war gar ein Plus von 90 Prozent auf 990 Arbeitslose zu verzeichnen.

„Viele dieser saisonbedingt gekündigten Beschäftigten haben eine Wiedereinstellungszusage erhalten, da die witterungsabhängigen Betriebe ihre angestammten, guten Mitarbeiter nicht verlieren wollen. Wenn das Wetter in den kommenden Wochen so mild bleiben sollte und kein Wintereinbruch kommt, kann es schon wieder vereinzelt zu Abmeldungen in Arbeit kommen“, sagt Cujai.

„Auch der Blick auf den Stellenmarkt unterstreicht die Dynamik und Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes“, so die Agenturleiterin weiter. „Im Betrachtungszeitraum vom 13.12.2017 bis 11.01.2018 haben die Unternehmen im Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach umfasst, 890 Stellen neu gemeldet, so dass nun insgesamt 4 420 zu besetzende Arbeitsplätze (Vergleichsmonat des Vorjahres: 4.100) registriert sind. Die meisten offenen Arbeitsplätze gibt es mit 1.170 in den Berufssparten Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. Darunter fallen Jobs in der Kunststoff- und Holzverarbeitung, im gesamten Metallbereich, im Maschinenbau, in der Kfz-Technik, in der Energie- und Elektrotechnik, in Papier- und Druckberufen und in der technischen Mediengestaltung sowie in der gesamten Lebensmittelherstellung und -verarbeitung, beispielsweise für Köche oder Bäcker. Viele Jobangebote bieten auch der kaufmännische Bereich, inklusive Handel, Vertrieb und Tourismus mit 900 vakanten Stellen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen, inklusive Lehre und Erziehung, mit 780 und der Bereich Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 590 offenen Arbeitsplätzen. Gesucht werden in erster Linie Fachkräfte, die aber in einigen Bereichen rar sind“, so Cujai.

Mit Blick auf den Fachkräftebedarf betont die Agenturleiterin wie wichtig es für junge Menschen ist, eine betriebliche Ausbildung abzuschließen und so die Grundlage für eine gute berufliche Zukunft zu legen: „Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 2.260 Bewerber für Lehrstellen gemeldet, 130 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dem gegenüber stehen 2.660 offene Ausbildungsstellen, 20 weniger als im Vergleichszeitraum des vorherigen Berichtsjahres. Die meisten offenen Lehrstellen gibt es mit 510 in den Verkaufsberufen, wie Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer, Fachverkäufer Bäckerei- oder Fleischerei sowie in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (220), in den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen (210), die auch den Industriemechaniker und den Kfz-Mechatroniker beinhalten, sowie für Industriekaufleute und Kaufleute Büromanagement (175) und in den Hotel- und Gaststättenberufen (170).“

Die Agenturleiterin weist im Zuge dessen auf die Woche der Ausbildung vom 26. Februar bis 2. März hin. „Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne werden wir mit Arbeitgebern, jungen Menschen und Lehrern über Ausbildungsmöglichkeiten sprechen und auch die Chancen und Vorzüge einer Berufsausbildung aufzeigen. Dabei möchte ich auch auf die Unterstützungsmöglichkeiten seitens der Agentur für Arbeit, wie die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH), eine Art Nachhilfeunterricht für den Schulstoff während der Ausbildung, oder die Einstiegsqualifizierung (EQ) hinweisen. Interessierte Arbeitgeber können unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4 5555 20 einen Termin mit unserem Arbeitgeberservice vereinbaren. Jugendliche können unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4 5555 00 ein Gespräch mit einem Berufsberater ausmachen. Melden Sie sich schnell, denn wir haben eine große Anzahl Bewerber und offene Ausbildungsstellen gemeldet“, sagt Cujai.

Im Berichtszeitraum haben sich 3.590 Personen neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber stehen in dem Zeitraum 2.130 Abmeldungen.

 

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

 

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent (Vormonat: 4,2; Januar 2017: 5,4 Prozent). Derzeit sind 1 612 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 185 auf 829. Für 783 arbeitslose SGB II-Kunden, elf weniger als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 435 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 872 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,8 Prozent (Vormonat: 2,3; Januar 2017: 3,0 Prozent). Die Zahl der Erwerbslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 933. Hier sind 2 603 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 650 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1 330 arbeitslose SGB II-Kunden, 32 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 542 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 821 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Januar mit 2,7 Prozent (Vormonat: 2,2; Januar 2017: 3,3 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk auf. Das entspricht 1 843 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1 363 Männer und Frauen, 276 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 480 Betroffene, 35 mehr als im Dezember, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 059 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 635 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 599 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 3,0 Prozent (Vormonat: 2,5; Januar 2017: 3,2 Prozent) entspricht. Davon sind 1 179 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 254 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 420 Arbeitslose, 22 mehr als im Dezember, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 192 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 951 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

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