Anspannung am Marienplatz

Einzelhändler und Gastronomen bereitet Corona-Demo Kopfzerbrechen

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Zwischen Gelassenheit und etwas Angst schwankt das Gefühlsbarometer unter den Ladeninhabern und Kaffeehausbetreibern in Nachbarschaft zum Wasserburger Rathaus, wenn sie auf den Samstag blicken. Denn auf dem Marienplatz treffen sich die Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen zur Kundgebung (wir berichteten). Man wolle die Entwicklung abwarten, heißt es von den Geschäftsleuten, und bei einer Eskalation die Türen früher zusperren.

„Wir haben auf jeden Fall gehörigen Respekt“, sagt Andreas Aß, Inhaber der Wasserburger Markthallen, „und, ja, auch ein wenig Angst.“ Er werde zwar sein Geschäft wie immer um sechs Uhr früh aufsperren, aber aller Voraussicht nach um 14 Uhr schließen – also deutlich früher als sonst. „Ich kann es nicht einschätzen, was da passieren wird“, so Aß, „aber ich habe schließlich auch Verantwortung für meine Mitarbeiter.“ Für ihn kommt die Demo zur Unzeit: „Man macht uns damit keinen Gefallen, wir brauchen jeden Euro. Das Jahr war ohnehin schwierig genug.“

Genau aus diesem Grund will Annika Wierer ihre Parfümerie geöffnet lassen. „Ich brauche den Umsatz“, stellt sie fest, „wenn die Kunden wegbleiben, haben wir ein massives Problem.“ Gerade am Samstag kämen viele Käufer in ihren Laden, viele davon von auswärts, die vermutlich gar nicht wissen, dass eine Demo stattfindet. „Wenn die dann vor verschlossener Tür stehen, kaufen sie eben woanders ein“, so Wierer. Zwar sei sie leicht angespannt, hoffe aber, dass alles friedlich verläuft „und dass alle die Nerven behalten.“

„Wir haben keine Befürchtungen“, betont dagegen Gabi Sax, Inhaberin vom gleichnamigen Schuhaus, weshalb sie ihr Geschäft zu den üblichen Öffnungszeiten offen lassen will. Man müsse eben kurzfristig handeln und zusperren, falls es zu Ausschreitungen käme. „Ich glaube es aber nicht“, schätzt Sax die Lage ein.

Sicherheitshalber ließ Barbara Hinterberger, Chefin der Schranne, schon ihre Sonnenschirme auf dem Marienplatz wegräumen. Auch sie will flexibel reagieren und bei einer Eskalation schließen. „Wir beobachten einfach, wie es sich entwickelt“, meint sie, „ich verlasse mich aber auch auf die Polizei, die das alles im Griff haben wird.“

Genauso will es auch Manuela Rechenauer, Inhaberin vom Wasserburger Bohnenröster, handhaben. Sie hofft  für den Fall, dass es kritisch wird, auf Unterstützung durch die Beamten. „Und zur Not sperre ich zu.“