„And the winner is“ Film und Poetry!

Die Kulturpreisträger 2016 des Landkreises - Fast ein ganzes Dorf auf der Bühne

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eva-niedermeierAuch wenn der Altlandkreis diesmal leider total leer ausgegangen ist, diesen gestrigen Abend wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: Der Kreis der Kulturpreisträger des Landkreises Rosenheim ist nämlich um eine Facette reicher geworden. Im Kurhaus von Bad Aibling ehrte Landrat Wolfgang Berthaler gestern am Abend erstmals eine Poetry-Poetin – Eva Niedermeier aus Bad Aibling (unser Foto) –  und erstmals wurde zudem mit dem Dokumentarfilmfestival „Nonfiktionale“ ein Filmfestival im Landkreis mit dem Kulturpreis ausgezeichnet …

Eva Niedermeier erhielt den Kulturförderpreis 2016, die Dorfgemeinschaft Wiechs und der Bad Feilnbacher Edelweißverein bekamen für ihr „Laurenzispiel“ den Kultursonderpreis 2016. Die Laudationes hielt der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

Seit 1985 vergibt der Landkreis Rosenheim den Kulturpreis. Landrat Berthaler erinnerte in seiner Begrüßung daran und verband dies mit der Feststellung, dass jede Preisverleihung zeige, wie reichhaltig und hochwertig das Kulturleben im Landkreis sei.

Zu den diesjährigen Preisträgern meinte Berthaler, Eva Niedermeier sei eine hervorragende Vertreterin einer ganz jungen Kunstform, die Dorfgemeinschaft Wiechs ein idealer Kultursonderpreisträger und das Dokumentarfilmfestival „Nonfiktionale“ ein mehr als würdiger Kulturpreisträger. Filmemacher aus ganz Deutschland werden nach Bad Aibling gelockt, 2017 zum zehnten Mal, so Berthaler.

Der Hausherr, Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller, freute sich sichtlich, für Bad Aibling sei heute ein Festtag, weil zwei Preisträger aus dieser Stadt kommen.

nonfiktionale

2007 wurde die „Nonfiktionale“ erstmals durchgeführt. Maier-Gehring nannte es einen mutigen Schritt, so ein spezielles Festival erstmals in der so genannten Provinz durchzuführen. Aber die Vorteile eines solches Filmfestivals fern der Metropolen wurden schnell klar, sagte der Kulturreferent: Die Hemmschwellen für die Besucher seien geringer, die Atmosphäre sei entspannt, der Funke zwischen Publikum und Filmemachern springe rasch über und man komme unkompliziert ins Gespräch.

Wichtig aus Sicht von Maier-Gehring ist auch, dass die Filmemacher die besondere Gastfreundschaft genießen. Bad Aibling entwickele sich so zum lebendigen Branchentreffpunkt und darauf dürften die Stadt Bad Aibling, die das Festival von Anfang an ideell und finanziell großzügig unterstützte, und die Macher der ersten Stunde, Boris Tomschiczek, Tamara Danicic, Melanie Liebheit und Bad Aiblings Kinobetreiber Robert Siersch stolz sein, lobte der Kulturreferent. Zudem würdigte er die Jugendarbeit der „Nonfiktionale“. Jugendliche können an Workshops teilnehmen, sie verfassen Filmkritiken und sie können in einer Jugendjury einen Bürgerpreis vergeben.

Im kommenden Jahr wird es erstmals ein Programm für Grundschüler geben, in Zusammenarbeit mit der Jugendinitiative Mangfalltal e.V. finden im Jugendtreff Bergwerk zwei Filmabende statt und jedes Jahr läuft ein von Jugendlichen gedrehter Kurzfilm im Programm. Einer davon, der 2010 entstandene unterhaltsam skurrile „Oachkatzlschwoaf“ wurde am Ende der Laudatio von Christoph Maier-Gehring gezeigt.

Boris Tomschiczek sprach von einer großen Ehre, den Preis zu erhalten. Nach seiner Aussage stehe der Erfolg des Dokumentarfilmfestivals auf zwei Säulen. Die erste sei die großzügige Unterstützung durch das Land Bayern, den Bezirk Oberbayern, den Landkreis Rosenheim und von Anfang an durch die Stadt Bad Aibling. Tomschiczek erinnerte auch an den früheren Kulturreferenten des Landkreises, Klaus-Jörg Schönmetzler, er habe viel Mut gemacht.

Die zweite Säule sei die Freundschaft der Festivalmacher, deshalb funktioniere die „Nonfiktionale“, so Tomschiczek. Tamara Danicic, die den Kulturpreis mit Tomschiczek entgegennahm (unser Foto oben, bedankte sich, dieser Preis bestätige, diesen Weg fortzuführen.

Poetry Slam ist eine noch recht junge Kunstform. Daher war auch die Vergabe des Kulturförderpreises an Eva Niedermeier eine Premiere in der Geschichte der Kulturpreisverleihungen des Landkreises Rosenheim.

Laudator Maier-Gehring stellte die Bad Aiblingerin als eine sympathische und ganz erstaunliche junge Frau vor. Seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt sie Gedichte und Lieder und spielt Gitarre. Vor nicht einmal zwei Jahren, im Januar 2015, nahm sie erstmals in München an einem Poetry Slam, einer Art modernem Dichterwettstreit mit selbst verfassten Texten, teil.

Danach gewann sie die Bayerischen U20-Meisterschaften und erhielt den Bad Aiblinger Kleinkunstpreis. Heute tourt die 19-Jährige durch den gesamten deutschsprachigen Raum und absolviert durchschnittlich acht bis zehn Auftritte im Monat.

Daneben gibt sie Workshops in Schulen und tritt als Liedermacherin auf. Ihre Texte bezeichnet sie selbst als tendenziell eher traurig und ernsthaft, ehrlich gemeint, sehr persönlich und häufig mit einem gesellschaftskritischen Ansatz. Maier-Gehring war deshalb abschließend der Hinweis wichtig, dass die Kulturförderpreisträgerin eine ausgesprochen fröhliche Person sei …

dorfgemeinschaft-wiechs

Mit einer großartigen dörflichen Gemeinschaftsleistung verdienten sich die Dorfgemeinschaft Wiechs und das Bad Feilnbacher Edelweiß-Theater den Kultursonderpreis des Landkreises Rosenheim.

Bei dem Heiligenspiel, das schon im Sommer 2015 auf die Freilichtbühne vor der Wiechser Laurentius-Kirche gebracht wurde und von dem eine filmische Dokumentation gezeigt wurde, waren nicht weniger als zwei Drittel aller 217 Einwohner des Bad Feilnbacher Ortsteils auf der Bühne dabei. Und wenn man die Aufgaben hinter den Kulissen, einschließlich Bühnenbau und Kostüme nähen mitzählt, halfen alle mit. Ein Erlebnis, das die Dorfgemeinschaft immens förderte.

Der Theaterverein unterstützte mit seiner Erfahrung die Planungen und Aufführungen. Respekt verdiene, so Christoph Maier-Gehring, aber auch der Inhalt. Das „Laurenzispiel“ beschäftigte sich mit einem brandaktuellen Thema, nämlich den Umgang mit Kriegsflüchtlingen und Andersgläubigen. Es spielt zu Zeiten des römischen Kaisers Valerian, als die römische Christengemeinde Flüchtlingen half und von den Herrschenden ausgegrenzt, diffamiert und verfolgt wurde. Passend dazu spendete die Dorfgemeinschaft den Erlös aus Eintritten und Spenden in Höhe von über 21.000 Euro an die „Orienthelfer“ von Kabarettist Christian Springer.

Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jährlich, um Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit 2.500 Euro und der Kultursonderpreis mit 1.500 Euro.

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Ein Gedanke zu „„And the winner is“ Film und Poetry!

  1. Eine schöne, bunte Mischung ist das in diesem Jahr. Und wenn man sich noch ein bisschen genauer über die Preisträger informiert, dann haben sie es sich für ihre Leistungen und ihr künstlerisches Talent wirklich alle verdient.

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