„An der Bundesstraße geht’s doch auch“

Wegen Bushaltestelle in Viehhausen: Besorgter Familienvater schreibt an die Stadt

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Theresa Wurzer bekommt Unterstützung! Seit zehn Jahren kämpft sie für mehr Sicherheit auf dem Schulweg zwischen Viehhausen und Reitmehring (wir berichteten). Der ist ihrer Meinung nach morgens zu dunkel, „es gibt keinen Gehweg und viele Autofahrer sind zu schnell unterwegs“. Was fehlt: „Eine Bushaltestelle.“ Genau in dieser Sache hat sich jetzt auch ein Viehhausener Familienvater eingeschaltet. Klaus Lerch wandte sich mit einem Schreiben an die Stadt – und mit einem Beispiel, wie’s funktionieren könnte. Lerch: „So, wie an der B304 beim Weiler Straß in der Gemeinde Eiselfing.“ (Foto).

„Dort befindet sich eine Bushaltestelle direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße. Ich frage mich ernsthaft, was da in Viehhausen bei einer Gemeindestraße denn so schwierig sein könnte. Zwei Alustangen in den Boden, Tafeln angeschraubt und das war’s“, ärgert sich Klaus Lerch.

Für acht Kinder aus Viehhausen könnte diese Bushaltestelle den Schulweg nach Reitmehring deutlich sicherer machen. Selbst dann, wenn die Kinder Warnwesten trügen, bringe das nicht wirklich viel. „Wenn sich auf der Straße zwei schnell fahrende Autos begegnen, blenden die sich gegenseitig und die Kinder werden nicht mehr gesehen. Da hilft dann oft nur ein Sprung in die Wiese“, so die besorgten Eltern.

Bei der Stadt Wasserburg ist die Problematik mit dem gefährlichen Schulweg seit Jahren bekannt. Das Problem: Der Stadt gehören an der Ortsverbindungsstraße keine Grundstücke. Eine dementsprechende Anfrage bei den Grundstückseigentümern habe keine Ergebnisse gebracht, wie Bürgermeister Michael Kölbl bereits bei einer der jüngsten Bürgerfragestunden bekanntgab. Damit sei der Bau eines Gehweges vorläufig ausgeschlossen. Und offenbar auch die Einrichtung einer Bushaltestelle.

„Auf die Anfrage von Herrn Lerch hin haben wir zusammen mit dem Verkehrsunternehmen und der Polizeiinspektion Wasserburg die Einrichtung einer Bushaltestelle geprüft. Das für die Schülerbeförderung bei den weiterführenden Schulen zuständige Landratsamt wurde informiert“, sagte Andreas Hiebl, bei der Stadt für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig.

Hiebl: „Das Ergebnis ist, dass die Einrichtung einer Haltestelle zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen ist, gegenwärtig aber mangels Aufstellflächen nicht umgesetzt werden kann.“

So müsste zwingend neben der Fahrbahn eine ausreichende Fläche zum Warten beziehungsweise Ein- und Aussteigen der Kinder vorhanden sein. Hiebl: „Der städtische Grund endet im Bereich der Ortsdurchfahrt Viehhausen aber praktisch überall unmittelbar am Fahrbahnrand. Das ist das Hauptproblem.“ Dennoch werde man die Haltestelle im Rahmen des Geh- und Radwegbaus erneut prüfen.

In den Bürgerversammlungen habe man bereits die aktualisierten Planungen vorgestellt. „Eine Bushaltestelle ist in dem neuesten Entwurf jetzt fest vorgesehen. Wann die Planungen umgesetzt werden, wird in erster Linie von den laufenden Grundstückverhandlungen abhängig sein. Die Stadt jedenfalls möchte schnellstmöglich loslegen“, versprach Hiebl, dem die Haltestelle bei Straß an der B304 ebenfalls schon  aufgefallen ist. „Wie dies seinerzeit zustande kam, entzieht sich aber unserer Kenntnis.“

 

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2 Gedanken zu „„An der Bundesstraße geht’s doch auch“

  1. Ich habe mal gezählt: Zwischen der Burgau/Gabersee und Armstorf sind entlang der B15 stolze 32 (!) Schulbushaltestellen. Kaum eine mit Haltebuch.
    Irgendein Grundbesitzer in Viehhausen wird doch wohl so nett sein, die Kinder auf seinem Grundstück (Hof-/Garageneinfahrt o.ä.) auf den Bus warten zu lassen. Verkaufen muss er dafür gar nicht.

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  2. Warum fehlst am Grund? Die „Bauern“ in Reitmehring, die landwirtschaftlichen Grund an die Stadt abgegeben haben, kann man an wenigen Fingern abzählen. Sie sind hierbei leer ausgegangen, wenn nicht sogar über den Tisch gezogen worden. Die, die sich am meisten beschweren, versuchen sich auf Kosten anderer zu profilieren, haben ihren Grund zu Megapreisen an Privatunternehmen verkauft und meinen nach ihrem Reibach, sie hätten genug Grund zur Verfügung gestellt. Die Stadt hat diesen Vorgang jahrzehntelang bewilligt. Die Nachwirkungen bekommen wir jetzt zu spüren, tja…

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