Also doch: Parken am Gries wird teurer

Stadtrat folgt nicht Empfehlung des Hauptausschusses – 20 Cent pro Stunde mehr

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Weil für Parkgebühren in Zukunft Umsatzsteuer von der Stadt zu bezahlen ist, sollte die Mehrbelastung an die Autofahrer durchgereicht werden. Vor einer Woche allerdings sprach sich der Hauptausschuss dagegen aus (wir berichteten) und schlug dem Stadtrat vor, einen dementsprechenden Beschluss zu fassen. Der entschied sich jedoch nicht dafür und stimmte gestern bei seiner Sitzung für eine moderate Erhöhung für den Parkplatz Am Gries. Davon nicht betroffen sind die Flächen Unter der Rampe.

Beim Parkplatz am ehemaligen Bahnhofsgelände bleibt es demnach bei 1,50 Euro pro Tag – das entspricht der Gebühr in den beiden Parkhäusern. Am Gries dagegen ist ab 1. Januar 2021 1,30 Euro pro Stunde zu bezahlen, statt wie seit 1. April 2016 1,10 Euro. Weil dies ein falsches Signal gerade in den schwierigen Zeiten sei, sollte zunächst davon Abstand genommen werden.

 

„Die Gebühren nicht zu erhöhen, bedeutet eine direkte Förderung des Autoverkehrs“, sprach sich Christian Stadler (Grüne) gegen die Empfehlung des Hauptausschusses aus. Es müsse ohnehin zu gegebener Zeit über eine Anhebung aller Parkgebühren gesprochen werden. „Für die Gewerbetreibenden ist das in Zeiten von Corona kein gutes Zeichen“, wiederholte Heike Maas (CSU) ihre Bedenken aus der vorberatenden Sitzung. „Das ist leistbar“, hielt Lorenz Huber (Bürgerforum) dagegen – ebenso wie Friederike Kayser-Büker (SPD): „Ich werde zustimmen.“

 

So kam es schließlich zu zwei Abstimmungen. Für die erste, die Gebühren nicht anzuheben stimmten lediglich zwölf Stadträte, zwölf waren dagegen. Da Stimmengleichheit Ablehnung bedeutet, stand der Beschlussvorschlag zur Erhöhung zur Debatte, der mit 13 Stimmen angenommen wurde.

 

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23 Kommentare zu “Also doch: Parken am Gries wird teurer

  1. Im Vergleich zu anderen Städten in Oberbayern sind die Parkgebühren in Wasserburg immer noch moderat und werden mich auch künftig nach der Erhöhung nicht davon abhalten, weiterhin zum Einkaufen zu kommen! Es gibt ja zudem genügend Möglichkeiten, bis zu vier Stunden (!) kostenlos zu parken.

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    1. Wie kommen Sie darauf? Nehmen wir mal München, wo alles doch sooo teuer ist:
      Parkt man nicht mitten in der Altstadt oder am Hauptbahnhof, sondern in der Au , im Lehel, in Schwabing usw., kostet eine Stunde gerade mal Eur 1.– und max. 6 Euro für 24 Stunden.
      Nur mit den Parkhäusern liegt Wasserburg noch im Billigsegment. Das liegt wohl daran, dass es sonst bald keine Anwohner mehr gibt, denn Parkausweise wie in der Landeshauptstadt gibt es in Wasserburg ja nicht.

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    2. Bürger der Altstadt

      Wasserburg hat wohl eine der höchsten Parkgebühren in ganz Bayern.
      Selbst München (wie ja der Herr über mir schon angemerkt hat) ist günstiger.
      Daher ist das wohl a bissl lächerlich, die Preise weiter zu erhöhen.

      Dass es immer noch keine Anwohner-Parkausweise gibt, ist auch eine Verarschung.

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  2. Mich würde mal von Seiten der Wasserburger Stimme interessieren, was eigentlich dagegen sprechen würde, wenn man die Abstimmung bei einer öffentlichen Sitzung auch veröffentlicht. Sprich welcher Stadtrat wie gestimmt hat. Wäre für uns als Wähler hilfreich…..

    Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie eine gültige Mailadresse angeben würden, könnten wir Ihnen antworten.

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  3. …eine Förderung des Autoverkehrs… da fehlen mir die Worte bei dem Argument. Mal die Kirche im Dorf lassen

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    1. Ja langsam kommt die wahre Gesinnung der Mehrheit des jetzigen Stadtrates ans Licht. Der einen Grünen gefällt nicht wenn leere Läden auf der Stadt Homepage unterstützend beworben werden, dem anderen Grünen ist sein Traum, dass am Brucktor eine Sperre sein sollte, damit gar kein Auto mehr rein fährt. Die knappe Mehrheit um Zug um Zug die Stadt nach deren Wünsche umzugestalten haben sie ja nun. Dann haben wir bald nur noch parkende Lehrer mit reparaturbedürftigen Fahrrädern am Gries und zukünftig 5 Euro Parkgebühr. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass all diese Bunten auch so alt werden dürfen wie z.B. meine Eltern. Damit sie dann mit ihren Gebrechen im Alter die Früchte ihrer teils hinterlistigen Arbeit ernten und ertragen können.

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      1. Also im Grunde ging es um die Neuregelung der Umsatzsteuerpflicht für die Parkplätze am Gries, die die Stadt Wasserburg nun in vollem Umfang abdrücken muss. Daraus ergibt sich die Erhöhung um 0,2€. Die eigentliche Frage ist also gewesen, ob man die Mehrkosten an den Endnutzer weitergibt, wo sie auch hingehören, oder ob sie bei der Stadt bleiben.

        In der Pandemie-Zeit allerdings hätte die Stadt die Mehrkosten der Haushaltslage entsprechend übernehmen können, meine Meinung.

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    2. Sollte es etwa keine versteckte Förderung sein, wenn anfallende Kosten von der Allgemeinheit (Stadthaushalt) getragen würden, anstatt sie an den “Endkunden” weiter zu reichen? Wie nennt man so etwas dann?

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  4. Auf dem Foto stehen die hinteren beiden Wägen auf den E-Auto-Ladeplätzen – da stand mein E-Auto heute auch während ich einkaufen war. Der Clou: Dein Auto “tankt” grünen Strom von den Wasserburger Stadtwerken während Du in der Altstadt unterwegs bist. Du zahlst natürlich für den Strom, aber während des ladens keine weiteren Parkgebühren. Und es sind immer Plätze frei an einem der 8 Ladeplätze in der Altstadt.
    Nur mal so als Info an die anderen Autofahrer….

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    1. Abgesehen davon, dass diese kostenlosen E-Parkplätze eine Benachteiligung der Nicht-E-Fahrer darstellt, sind Sie mit Ihre Annahme, “grünen” Strom zu tanken, schlicht den Marketingsprüchen unserer Energieversorger aufgesessen.
      Denn Ihr Auto hängt genauso wie Ihr Fön im Verbundnetz und konsumiert den Einheitsbrei aus verschiedensten Energiequellen, es sei denn, es ist an mir vorübergegangen, dass die Stadtwerke den “grünen” Strom aus einem Windrad oder von einem Direktanschluss an das Innwerk beziehen.
      Mit Ihrer Zahlung für den “grünen” Strom fördern Sie lediglich den Ausbau erneuerbarer Energiequellen.

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      1. …und wenn ich mir z.B. die Auswirkung der ach so grünen Wasserkraft offfenen Auges anschaue, dann hat das auch nicht viel mit Öko zu tun.

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    2. Landwirt+aus+Leidenschaft

      Und ihr E-Auto schon mehr Schäden fürs Klima in der Herstellung war als unsere Verbrennungsmotoren je sind, nicht zu vergessen. Nur mal so von einem Autofahrer mit Diesel.

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  5. @Raser200: Die E-Auto-Parkplätze sind nicht kostenlos.
    Und sie sind keine Benachteiligung für andere Autobesitzer – eher ein Angebot für Autos mit alternativen Antrieb.
    Und wenn ich dort Strom tanke geht mein Geld an den regionalen Stromerzeuger mit seinen Anlagen – genau das möchte ich auch.
    Aber wie gehabt: jede/r hat die Wahl welches Auto er/sie fährt, wo er/sie parkt und ob überhaupt das Auto benutzt werden soll.

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  6. Alternative ist, man zieht weg und kommt in den Genuss anderer Städte

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  7. das wird nicht die einzige Abgabenerhöhung bleiben (siehe Friedhofgebühren); corona muss ja irgendwie finanziert werden.

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  8. Schon interessant: die Worte „grün“ und „E-Auto“ scheinen ja Reizwörter für viele zu sein.
    Wir sind zwar hiermit nicht mehr beim eigentlichen Thema des Artikels, aber eines möchte dazu noch los werden: bei Ihrem Verbrenner-Auto sind natürlich auch div. Teile verbaut, deren Herstellung und Materialgewinnung teilweise problematisch sind. Aber das größte Problem ist ja das Benzin / der Diesel selbst: wenn sie tanken unterstützen Sie die Förderung, den Transport, die Herstellung (Raffinerien) des Erdöls. Und Ihr Auto lässt bei jedem KM Gase in die Luft ab, die auch zur menschengemachten Klimakatastrophe führen – die wir ja bereits haben.
    Einige Länder, darunter Nachbarn von uns, haben bereits das Aus für Verbrenner beschlossen.
    Aber gut, soll jede/r selbst entscheiden, was hier richtig ist. Ich hätte nur gerne, dass sich Verbrenner-Besitzer auch rechtfertigen sollten, und nicht nur die mit den E-Autos.
    Schönes Adventswochenende nun!

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    1. Stimmt, mittlerweile sind wir off-topic, aber was solls?
      Die E-Auto-Besitzer beweihräuchern sich immer selbst mit “alternativen Antrieben” und vergessen darüber, dass schon bei der Produktion des E-Fahrzeugs die rote Linie der Umweltverträglichkeit überschritten wird. Aber die Akku-Produktion und der Lithium-Abbau erfolgt ja in fernen Ländern, geht uns ja nichts an.
      Und der Strom, der kommt ja “grün” aus der Ladesäule, ohne jede Betrachtung, dass in ein mittleres Kohlekraftwerk täglich zwei Züge – nicht Waggons – Kohle verschlingt.

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  9. Ach… Jeff Bezos (Amazon) begrüßt die systematische wirtschaftliche Zerstörung der Wasserburger Innenstadt. Grüne Utopie, dass alle mit dem Rad fahren. Wahrscheinlich fährt bald keiner mehr und solang es noch Beamte gibt mit sicherem Einkommen, solange fahren dann zumindest noch die Post LKWs um die vielen Amazon Pakete auszuliefern.
    Wo bekommen eigentlich die Stadtwerke ihren Strom her? Das Innwerk gehört doch der EON, oder?

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  10. Wasserburg hat in den letzten Jahren so an Charme verloren,traurig!!!
    Es reicht nicht nur eine historische Altstadt zu haben ,wenn man die Nähe zu den Bewohnern verliert!!

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    1. Ja, da haben Sie recht…so viele kleine Geschäfte sind verschwunden…
      Ich fahr trotzdem gern nach Wasserburg…
      P.S. vor kurzem war ich in Erding, dort bezahlte ich für 2.5 Stunden parken, nahe am Zentrum, grade mal 1 Euro.
      Ein schönes Advendswochenende und bleibt´s freundlich…

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      1. Und in Wasserburg kann man 4 Stunden kostenlos parken.

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        1. In den Parkhäusern, die ständig wegen irgendwas gesperrt sind

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  11. @Thomas F.
    Das Innkraftwerk gehört der Verbund – AG aus Österreich.
    Daran sind die Stadtwerke mit 2,5 Mio. Euro beteiligt und beziehen Anteilig dafür Wasserkraftstrom. Des Weiteren sind die Stadtwerke an diversen Windkraftanlagen beteiligt, sowie einige PV – Anlagen im Stadtgebiet liefern klimaneutralen Strom.
    Stadteigene Einrichtungen wie Badria und Kläranlage betreiben Blockheizkraftwerke zur Eigenstromerzeugung und decken so zumindest einen Teil des Strombedarfs.
    Der restliche Strom muss zugekauft werden,aber da wird möglichst auf Ökostrom gesetzt.
    Ich kann Ihnen versichern, dass das mögliche getan wird von seitens der Stadtwerke, die Kunden vorrangig mit Strom zu versorgen der möglichst Klimaneutral produziert wird. Aber Lippenbekenntnisse und Realität müssen sich erst mal vereinen.
    Für Fragen gerne Auskunftsbereit.

    Lorenz Huber
    Stadtrat und Umweltreferent
    Mitglied im Werkausschuss

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