Allen Bewerbern eine Chance geben

Mehr Arbeitslose bei den über 55-Jährigen - Der Agentur-Bericht für den Mai

image_pdfimage_print

„Es freut mich, dass sich der regionale Arbeitsmarkt auch im Mai weiterhin aufnahmefähig zeigt“, sagt am heutigen Mittwoch Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Die meisten Betriebe, die in witterungsabhängigen Außenberufen oder im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig sind, beschäftigen ihre saisonbedingt ausgestellten Arbeitnehmer inzwischen wieder.” Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,0 Prozent (Vormonat: 2,1 Prozent; Mai 2018: 2,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 2935.

Hier sind 1813 Männer und Frauen nach dem SGB III bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 79 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1122 arbeitslose SGB II-Kunden, 8 weniger als im April. Insgesamt betreut das Jobcenter 3236 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2557 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk ist im statistisch relevanten Zeitraum vom 12. April bis 13. Mai (Berichtszeitraum) um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent zurückgegangen (Vergleichsmonat Vorjahr: 2,3 Prozent).“

Im Betrachtungszeitraum wurden 4070 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Agentur für Arbeit in der Hauptgeschäftsstelle in Rosenheim sowie in den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen bereut. Das waren 120 Personen weniger als im Vormonat, jedoch 170 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Bei den Jobcentern von Stadt und Landkreis Rosenheim sowie dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und der optierenden Kommune Miesbach waren 2620 SGB II-Kunden gemeldet, 30 weniger als im Vormonat und 370 weniger als im Mai 2018. „Der leichte Anstieg der Kunden im SGB III-Bereich im Jahresvergleich und die Tatsache, dass die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat lediglich um 150 Personen auf nun 6690 Betroffene zurückgegangen ist, während im Vergleichsmonat des Vorjahres ein Rückgang um 400 Betroffene auf 6890 Arbeitslose zu verzeichnen war, deutet insgesamt auf eine eher abwartende Stimmung am Arbeitsmarkt hin“, erklärt die Agenturleiterin.

Dr. Cujai stellt heraus, dass weiterhin nicht alle Personengruppen gleichermaßen von der anhaltend sinkenden Arbeitslosigkeit profitieren: „Während die Arbeitslosenzahl bei den Personengruppen 15- bis unter 25-Jährige (Minus 20, aktuell 600 Betroffene), Langzeitarbeitslose (Minus 200, aktuell 1290 Betroffene) und Ausländer (Minus 90, aktuell 1740 Betroffene) gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres rückläufig ist, sind bei den über 55-Jährigen mit 1930 Betroffenen 110 Personen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr und auch bei den schwerbehinderten Menschen sind mit 620 Betroffenen 20 mehr arbeitslos gemeldet als im Mai 2018“, sagt die Agenturleiterin.

Sie appelliert an die Unternehmen, allen Bewerbern eine Chance zu geben: „Es gibt vielseitige Möglichkeiten wie Probearbeit, durch die Bewerber und Unternehmen unverbindlich testen können, wie gut sie zusammenpassen, oder den Eingliederungszuschuss bei Arbeitsaufnahme. Gerade für Menschen mit Schwerbehinderung gibt es ganz besondere, individuell angepasste Fördermöglichkeiten“, sagt die Agenturleiterin. „Interessierte Unternehmen können unseren Arbeitgeberservice gerne unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20 kontaktieren“, sagt Dr. Cujai.

Der Stellenmarkt

Die Agenturleiterin sagt mit Blick auf den Stellenmarkt: „Die insgesamt gute Lage auf dem Arbeitsmarkt bestätigt sich, jedoch auch hier mit kleinen Eintrübungen: Die vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen im Agenturbezirk haben dem Arbeitgeberservice im Mai 1010 neue offene Stellen gemeldet, 940 davon sind sozialversicherungspflichtig und 800 sofort zu besetzen. Damit haben die Betriebe zwar 80 Stellen mehr gemeldet als im Vormonat, jedoch 190 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Aktuell stehen 5060 offene Arbeitsplätze zur Verfügung. Die meisten Angebote gibt es in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (1430), Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (880), Gesundheit und Soziales, Lehre und Erziehung (840) sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (690) und in den Berufsbereichen Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik und Verkauf (jeweils 490) sowie bei den Medizinischen Gesundheitsberufen (450).“

Noch ein kurzer Blick auf den Ausbildungsmarkt:

Seit Oktober letzten Jahres haben sich bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 2750 Jugendliche gemeldet, die nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz suchen. Aktuell sind noch 1190 Jungen und Mädchen registriert. Dem gegenüber haben Industrie- und Handwerksbetriebe, Verwaltungen und so genannte freie Berufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater etc. in dem Zeitraum 3270 Ausbildungsplätze gemeldet, von denen 1600 noch unbesetzt sind.

Die meisten Ausbildungsstellen gibt es noch in den Verkaufsberufen (Kaufmann Einzelhandel, Verkäufer, Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Bäckerei oder Fleischerei usw.) (350), in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (Bäcker, Fleischer, Koch) (120), in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen (100) sowie für Arzt- und Praxishilfen (90) und Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (70).

Die Agenturleiterin sagt an die Jugendlichen gewandt:

„Die betriebliche Ausbildung bildet eine sehr gute Basis für die weitere berufliche Zukunft. Nutzt diese Möglichkeit, kommt montags und donnerstags zwischen 8 und 12 Uhr sowie donnerstags von 13.30 bis 15.30 Uhr ganz ohne Termin zu einem Gespräch mit Euren Berufsberatern in die Agentur für Arbeit Rosenheim (Wittelsbacherstr. 57) und sichert Euch einen Ausbildungsplatz noch für heuer. Unsere Berufsberater/-innen stehen Euch und Euren Eltern beratend zur Seite, helfen bei der beruflichen Orientierung und halten bei klaren Berufswünschen Ausbildungsbetriebe und offene Stellen bereit.”

Interessierte können sich gerne auch per Mail unter rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de an die Berufsberatung wenden und einen Termin vereinbaren.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent (Vormonat: 3,9 Prozent; Mai 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 1306 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 35 auf 635. Für 671 arbeitslose SGBII-Kunden, 18 weniger als im April, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2146 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1706 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  • Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote im Mai 2,0 Prozent (Vormonat: 2,0 Prozent; Mai 2018: 2,0 Prozent). Das entspricht 1398 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 924 Männer und Frauen, 13 mehr als vor einem Monat, in den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 474 SGB II-Kunden, 2 mehr als im April, betreut das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen. Insgesamt sind beim Jobcenter 1925 erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert, die in 1494 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1050 Bürger ohne Arbeit, was einer Quote von 1,9 Prozent (Vormonat: 2,0 Prozent; Mai 2018: 2,2 Prozent) entspricht. Davon sind 699 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 19 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der 351 SGB II-Kunden, 7 weniger als im Vormonat, ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 1033 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 809 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren