Alle Jahre wieder

... schmücken der heilige Nikolaus und der Krampus das Schaufenster beim Museum in Wasserburg

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Alle Jahre wieder … schmücken der heilige Nikolaus und sein finsterer Gefährte in der Vorweihnachtszeit das Museum Wasserburg. Die beiden Kunstwerke stehen auch heuer wieder bis zum kommenden Dienstag, 8. Dezember, im Schaufenster. Dort halten sie wacker die Stellung und trösten darüber hinweg, dass die Schließung des Hauses weiter anhält. Auch die Krippenausstellung muss leider verschoben werden …

Man kann sich kaum entscheiden, ob sie nun gruselig oder schön anzuschauen sind. Doch faszinierend sind die beiden Figuren allemal – ziehen sie doch seit ungefähr 100 Jahren Kinder (und auch Erwachsene!) in ihren Bann.

Anfang des 20. Jahrhunderts schnitzte Sebastian Mayr ihre einprägsamen Gesichter und Hände. Der Seilermeister Josef Hochwind beteiligte sich ebenfalls mit großem handwerklichen Geschick und Erfinderreichtum. Er ist verantwortlich dafür, dass der böse Bub immer und immer wieder vom unbarmherzigen Krampus in den Sack gesteckt wird. Eine Mechanik im Rumpf der Figur macht diese Bewegung möglich.

Der Nikolaus und sein teuflischer Begleiter ziehen seit jeher die Jüngsten an. Zuerst waren sie im Laden des Seilers Hochwind in der Ledererzeile aufgestellt. Später übernahm das Möbelhaus Reheis dieses Seiler-Anwesen und auch den außergewöhnlichen Weihnachtsschmuck.

Als Josef Reheis das Geschäft schließen musste, schenkte er die Figuren im Jahr 2004 an das Museum und bat darum, sie weiterhin den Kindern zu zeigen. Gerne nahm man sich der Tradition an.

Wenn der Nikolaus am 6. Dezember, an seinem Namenstag, unterwegs ist, trägt er die Mitra auf dem Kopf und den Bischofsstab in seinen Händen. Auch ein Buch hat er dabei. Darin steht, wer sich über das Jahr hinweg artig verhalten hat und wer nicht. Entsprechend gibt es dann ein kleines Geschenk … oder der Krampus jagt dem kleinen Übeltäter einen gehörigen Schrecken ein. So die Tradition.

Der Nikolaus im Schaufenster balanciert auf seinem Buch drei goldene Kugeln. Diese spielen auf eine alte Legende an, in der sich der Heilige als barmherziger Schenker auszeichnet:

Ein Vater war in Geldnot geraten und konnte seine drei Töchter nicht mehr standesgemäß verheiraten. Als er sogar erwägen muss, sie dem Gunstgewerbe zuzuführen, taucht der Nikolaus des nachts als Retter in der Not auf. Heimlich wirft er den schlafenden Töchtern jeweils eine goldene Kugel aufs Bett und sichert damit ihre Mitgiften.

Der Brauch, am Nikolaustag kleine Geschenke in den Schuhen der Kinder zu verstecken, geht übrigens bis ins späte Mittelalter zurück.

Besonders heuer war es dem Museumsteam wichtig, die beiden ordentlich rausgeputzt im Fenster zu präsentieren. Denn aufgrund der aktuellen Infektionslage dürfen die Ausstellungen bis mindestens zum 20. Dezember nicht öffnen.

Das bedeutet leider auch, dass die lang ersehnte und stets beliebte Krippenausstellung erst im nächsten Jahr gezeigt werden kann.

Doch auch, wenn Nikolaus und Krampus nach dem 8. Dezember wieder ihren „Winterschlaf“ antreten, wird im Schaufenster etwas Weihnachtliches zu sehen sein – lassen Sie sich überraschen!

Das Museumsteam wünscht allen auf diesem Weg eine besinnliche Adventszeit …

 

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