Albaching feiert mit Herzblut

Seit 25 Jahren selbstständig: Schuldenfrei mit stark engagierten Bürgern

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Es ist der Gemeinde Albaching gut bekommen: 25 Jahre Selbstständigkeit, schuldenfrei und immer noch engagierte Bürger, denen ihr Ort sehr am Herzen liegt! So das Fazit für den gestrigen Abend unter der Leitung von Bürgermeister Franz Sanftl: Die Gemeinde hatte Vereine, Bürger und natürlich Ehrengäste in den Bürgersaal eingeladen, um 25 Jahre Selbstständigkeit der Gemeinde Albaching zu feiern.

Unser Foto:

Bürgermeister Franz Sanftl führte durchs Programm, Altbürgermeister August Seidinger senior ist ganz links im Bild zu sehen, außerdem Albachings 2. Bürgermeister Rudi Schreyer (rechts).

Bürgermeister Franz Sanftl freute sich, die Gäste so zahlreich und Ehrengäste der Politik und die Geistlichkeit begrüßen.

Altbürgermeister und Ehrenbürger August Seidinger senior berichtete vom Werdegang der Gemeinde Albaching. So schloss man sich 1970 mit der Gemeinde Utzenbichl zusammen, bevor man dann 1978 in die Gemeinde Pfaffing eingegliedert wurde.

Als man 1985 die postalische Eigenständigkeit verlor und „Pfaffing an der Attel 2” werden sollte, regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Der Bürgerverein wurde gegründet – mit dem Ziel die Ortsmarke Albaching zu stärken.

Bereits 1988 wurde dann eine Gesetzesänderung in Aussicht gestellt, um eingegliederte Gemeinden wieder in die Selbständigkeit entlassen zu können. Auch die Geistlichkeit mit dem verstorbenen Pfarrer Gabor unterstützte diese Bemühungen.
Die Vorbereitungen liefen also für die „Scheidung”, so Tobias Forstner, 2. Bürgermeister der Gemeinde Pfaffing, in seiner Ansprache zum Fest. Und eine Scheidung ist selten leicht, vor allem, wenn auch die finanzielle Trennung geklärt werden muss.

So waren einige Hürden zu nehmen, wie unter anderem Josef Ranner, zu dieser Zeit Mitglied des Landtags und Wegbegleiter, zu berichten wusste. Er selbst war damals skeptisch, ob es wirklich funktionieren würde, unterstützte das Vorhaben aber. Heute, 25 Jahre später, lobte er den Zusammenhalt in Albaching und die Identifizierung der Bürger mit ihrer Gemeinde.
Josef Niedermeier aus Pardieß, stellvertretender Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft und Pfaffings Altbürgermeister, erfreute die Gäste mit seiner ganz persönlichen Sicht auf das Erwachsenwerden seiner Nachbargemeinde, zog es ihn doch immer wieder nach Albaching, sei es durch die Landwirtschaftsschule, oder Melk- und Tanzkurs.

Über die bereits angesprochenen Hürden berichtete Herbert Binsteiner, der Fritz Schilhuber 1992 als Vorstand des Bürgervereins ablöste. Die Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Pfaffing nach der Entlassung aus der Einheitsgemeinde stellte kein Problem dar – ebenso, dass die Sache dem Gemeinwohl dienen sollte. Aber erstmal musste im Gemeinderat Pfaffing ein Beschluss her, der das Vorhaben der Albachinger befürwortete. Im Anschluss war dann noch ein Bürgerbegehren mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig.

Den Gemeinderat konnte man überzeugen, dafür stellte man eigens einen fiktiven Haushalt auf, der rund 50.000 Euro zum Vermögenshaushalt zuführen sollte. Auch hier unterstützte die Gemeinde Pfaffing die Bemühungen der Albachinger.

Das Ergebnis der Abstimmung im Gemeinderat war einstimmig. Beim Bürgerbegehren erreichte man eine Wahlbeteiligung von etwa 80 Prozent, mit einer Zustimmung von 78 Prozent.

Die Proteste und das Herzblut engagierter Bürger zahlten sich aus, zum 1. Januar 1994 war man wieder eine selbstständige Gemeinde und musste nun Wahlen für Gemeinderat und Bürgermeister organisieren.
Binsteiner schloss sichtlich berührt und dankte allen Wegbereitern, die sich für dieses gemeinsame Ziel eingesetzt hatten und auch noch Jahre danach für die Gemeinde aktiv waren.
In gemütlicher Runde ließen alle den schönen Festabend gemeinsam ausklingen …

gm

Foto: Doris Dietze

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