Ägypter muss vier Jahre lang ins Gefängnis

Bundespolizei Rosenheim: Hintermann von Fahrten mit über 100 geschleusten Personen

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bundespolizeiDie Bundespolizei Rosenheim kann ein aufwändiges Verfahren gegen eine Schleuserorganisation endlich zu den Akten legen. Ein Ägypter wurde zweifelsfrei als Organisator zahlreicher Schleusungsfahrten identifiziert – es handelte sich insgesamt um rund 20 Fahrten mit über 100 geschleusten Personen, meldet das Polizeipräsidium heute am Freitagnachmittag. Das Landgericht Traunstein hat gegen den Mann wegen eines gewerbsmäßigen Einschleusens in 16 tatmehrheitlichen Fällen eine Freiheitsstrafe verhängt – ohne Bewährung. Der Verurteilte muss knapp vier Jahre lang – genau drei Jahre und zehn Monate – ins Gefängnis.

Ermittlungen zu einzelnen Schleusungen, die insbesondere auf der A 8 und der A 93 von der Rosenheimer Bundespolizei beendet wurden, brachten die Beamten auf die Spur des ägyptischen Hintermannes.

Dieser ließ sich für seine kriminellen organisatorischen Aktivitäten im Hintergrund bezahlen.

Die einzelnen Fälle wurden bei einer Ermittlungsstelle der Bundespolizei am Münchner Flughafen zusammengetragen. Vor allem syrische Staatsangehörige waren gegen Entgelt illegal nach Deutschland gebracht worden. Die jeweiligen Vernehmungen erhärteten den Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Schleusungen geben musste.

Schließlich fanden die Bundespolizisten heraus, dass die „Fäden“ bei einem in Italien aufhältigen Ägypter zusammenliefen. Das Traunsteiner Amtsgericht erließ gegen den Beschuldigten einen europäischen Haftbefehl. Der Gesuchte konnte von italienischen Behörden in Mailand festgenommen und Ende 2015 nach Deutschland ausgeliefert werden.

Aufgrund der Beweislage betrachtete es das Landgericht in Traunstein als erwiesen, dass sich der 60-Jährige in 16 Fällen des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern strafbar gemacht hat und verurteilte ihn zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

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