Abschied nach fast 48 Jahren

Hans Senega ist ein Stück Sparkassen-Geschichte - Ein Porträt des Rotter Geschäftsstellenleiters

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„Es war ein bisschen wie meine eigene Sparkasse.” Wenn Hans Senega aus Rott auf seine fast 48-jährige Sparkassen-Karriere zurückblickt, schwingt natürlich ein bisschen Wehmut mit. Die meiste Zeit der fast fünf Jahrzehnte verbrachte er bei der Sparkasse in Rott, wo er sage und schreibe fast 35 Jahre lang Leiter der Geschäftsstelle war. Er ist damit – und nicht zu letzt auch durch sein Engagement bei den Vereinen – ein Stück Rotter Zeitgeschichte. Vergangene Woche ging Senega in den verdienten Ruhestand (wir berichteten). „Und jetzt ist erstmal Pause”, sagt der …

… 63-Jährige. „Ich fühle mich gerade noch wie im Urlaub. Das wird jetzt sicher noch ein paar Monate dauern, bis sich alles einpendelt. Mal schauen, wie ich mir meinen Ruhestand dann einrichte. Meine Frau, sie arbeitet bei einem Wasserburger Kinderarzt, beneidet mich natürlich ein bisserl”, schmunzelt Senega.

 

Derzeit fühle er sich durchaus ein wenig erleichtert. „Eine Riesenverantwortung ist mir von den Schultern genommen”, so Senega, der in Rott für fünf Mitarbeiter verantwortlich war. Auch wenn er es nicht mehr genau weiß: Rund 80 Azubis werden es wohl gewesen sein, die er in den 35 Jahren zu verantwortungsbewussten Bankern in Rott ausgebildet hat. „Alles feine junge Menschen. Ich kann mich an kaum einen Fall erinnern, bei dem es Probleme gegeben hätte. Viele meiner früheren Azubis sind heute in leitender Position bei der Sparkasse Wasserburg.”

 

Hans Senega ist den meisten Rottern natürlich auch durch sein Engagement im Gemeinderat bekannt. 35 Jahre gehört er diesem bereits an. Früher war Senega auch als Fußballer beim Sportverein aktiv, spielte Basketball und zeigte auch immer wieder beim Theaterverein sein Können. Der Gewerbeverband liegt im ebenso am Herzen wie die Rotter Blasmusik, die er mit auf den Weg gebracht hat. Sein besonderes Steckenpferd aber ist die Modelleisenbahn. „Beim Eisenbahnclub in Rosenheim fühle ich mich sehr wohl.”

 

Sein ganzes Herz gehört natürlich seiner Familie. Vier Kinder und vier Enkelkinder gehören zum engsten Familienkreis. Einen Sohn, er ist Schreiner, unterstützt Hans Senega auch auf den heimischen Märkten, wo man die beiden an ihrem Zirben-Holz-Stand antreffen kann.

 

Unter vier Vorstandsvorsitzenden hat Hans Senega während seiner Zeit bei der Sparkasse Wasserburg seine Arbeit verrichtet. „Mir war immer ein vertrauensvoller Umgang mit unseren Kunden wichtig. Es hat mich gefreut, dass bei meinem offiziellen Abschied viele mit dabei gewesen sind. Die Frage „Hans, was würdest Du an meiner Stelle machen?” habe er in den vielen Jahren oft gehört. „Dieser Satz ist ein Zeichen für echtes Vertrauen. Die Menschen wollten von mir einen Rat und es hat mich einfach immer gefreut, wenn ich ihnen dann auch helfen konnte und wenn man ein Stück weit einen Weg gemeinsam gegangen ist.”

 

Die spannendste Zeit aus Sicht eines Bankers waren für Senega übrigens die Umstellung auf den Euro. „Niemand von uns wusste genau, was da auf uns zukommt. Und die Kunden wussten es genau so wenig.” Ebenso der Umbau der Geschäftsstelle im gleichen Jahr, im November 2002. „Wie wird es von den Kunden angenommen? Wie kommen wir selber damit  klar?“ Die dunkelsten Kapitel in der langen Karriere Hans Senegas waren ein Banküberfall im Jahre 1999 und der Doppelmord von Rott, der sich vor ein paar Jahren in einer Wohnung im Gebäude der Sparkasse abgespielt hat.

 

„Alles in allem waren es aber ganz wunderbare Jahre in Rott. Ich würde heute alles genauso wieder machen.” Er habe besonders das gute Betriebsklima bei der Sparkasse geschätzt und ist dankbar, dass ihm das ganze Kollegium in all den Jahren so toll unterstützt hat. „Nur miteinander erreichst du das Ziel”, so Hans Senega.

 

„Als Leiter der Geschäftsstelle habe ich immer geschaut, dass ich alle beruflich ein bisschen vorwärts bringe. Das ist sehr befriedigend. Wir haben uns alle gegenseitig gestützt. Ich glaube, da hab’ ich nicht viel falsch gemacht. Und das Schönste war, dass ich hier immer ein bisschen mein eigener Herr war. Die Sparkasse Rott gehörte auch ein bisschen mir. Darauf bin ich stolz.” HC

Foto oben: Corinna Helmdach

 

Hans Senega (links) bei der Übernahme der Rotter Geschäftsstelle am 25. Juni 1984 mit seinem Vorgänger Edwin Hoditz.

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2 Kommentare zu “Abschied nach fast 48 Jahren

  1. Danke Hans für die schöne Zeit bei dir als Azubi. Wir haben viel von dir gelernt. Alles Gute für deinen jetzigen Lebensabschnitt.

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  2. Solche Bänker gibt es leider nicht mehr viele.
    Sind wohl auch nicht mehr gewollt von den Vorständen.
    Lieber alles maximieren und die Mitarbeiter vor Ort nichts mehr entscheiden lassen.
    (…) Alles Gute für deinen Ruhestand.

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