40 Jahre als Hochzeitslader im Einsatz

Sebastian Friesinger aus Albaching blickt auf ein besonderes Jubiläum zurück

Bezirksrat Sebastian Friesinger aus Albaching ist gerne unter Leuten. Wer ihn kennt, weiß um seine Geselligkeit. Aus dieser Eigenschaft heraus ist der 59-jährige vor 40 Jahren, damals mit 18 Jahren, auch Hochzeitslader geworden. Sein Progoder-Jubiläum in diesem Jahr allerdings hatte er sich anders vorgestellt. Von elf geplanten Hochzeiten konnte wegen Corona nur eine durchgeführt werden – und diese nur in zwei „Durchgängen“.

 

Das Hochzeitslader-Talent trat bei Wast Friesinger nicht zufällig zutage. Innerhalb seiner Verwandtschaft gab es einmal gleichzeitig fünf Hochzeitslader, vier davon mit dem Familiennamen Gschwendtner. An seine erste Hochzeit erinnert er sich noch gut, gerne und genau: „Es war an Kirchweih 1980 als ich auf Bitte  vom Chef der damaligen Showband ,Allrounds’ das Amt annahm, damals war ich als Ansager und Bühnentechniker mit der Band schon viel unterwegs. Nachdem die Premiere in der Kirche von Hohenlinden und im Wirtshaus-Saal von Rettenbach zur Zufriedenheit des Hochzeitspaares und der ganzen Hochzeitsgesellschaft verlief, folgten rasch weitere Anfragen und die Termine mehrten sich“.

Erst 1990 wurden es aufgrund einiger zeitaufwendiger Ehrenämter, seines Amtes als Gemeinderat und insbesondere einiger Vorstandsämter bei Vereinen, denen er angehört, etwas weniger Hochzeiten. Und als er 1996 in den Kreistag von Rosenheim und 2008 in den Oberbayerischen Bezirkstag einzog, wurde das Hobby aufgrund der politischen Ämter nochmals gekürzt, aber ganz aufgehört hat er nie.

 

„Bei den Witzen sollen auch noch Ordensschwestern und Pfarrer mitlachen können“

 

„Die Hochzeit ist für das Brautpaar der wichtigste Tag im Leben und so soll er auch der Schönste sein. Aus diesem Grund habe ich mir ein paar Grundsätze gegeben, die auch nach 40 Jahren noch ihre Gültigkeit haben“, so Friesinger, „und in erster Linie eine gute Organisation ist für mich das Wichtigste. Der Humor soll nicht zu kurz kommen, aber er muss immer so über der Gürtellinie bleiben, dass auch Ordensschwestern und Pfarrer noch mitlachen können.” Apropos Pfarrer: „In der Kirche hat dieser das Sagen und da halte ich mich zurück, sobald alle Hochzeitsgäste ihren Platz eingenommen haben.“

Durch das Hochzeitslader-Engagement hat Sebastian Friesinger viele Kontakte geknüpft, viel erlebt und er ist auch weit herumgekommen, unter anderem einmal bis Neunkirchen bei Kaiserslautern. „Für eine Hochzeit in Peiting gab es eine interessante Vorgeschichte: Bei einem Urlaub im Grand Canyon in den USA freundeten wir uns mit Leuten aus Peiting an, einige Jahre später tauchten sie bei mir auf und baten um einen Hochzeitslader für ihre Verwandtschaft.”

 

Besonders stolz ist er auf sechs Primizen. Einmal bei Richard Greul von Langengeisling, dem heutigen Domvikar waren über 2.000 Leute mit Primizmahl zugegen, beim Gottesdienstbesuch waren es bei allen mehrere Tausend. „Eine Primiz ist eine Hochzeit der besonderen Art und jede Primiz war für mich eine besondere Ehre“, so Wast Friesinger, der sich auch bei „normalen“ Hochzeiten sowie bei Goldenen Hochzeiten geehrt fühlt, wenn er für das Amt der Festtags-Gestaltung ausgesucht wird.

 

Einmal im Jahr, und zwar immer am zweiten Advent, treffen sich die bayerischen Hochzeitslader abwechselnd einmal rechts und dann wieder links vom Inn. Das 50. Hochzeitsladertreffen durfte er anlässlich seines 30. Jubiläums im Jahr 2010 in Albaching ausrichten. Damals war Bischof Wolfgang Bischof der Hauptzelebrant des Gottesdienstes, der traditionell vor dem Festzug, der Gruppenbild-Aufnahme und dem weltlich-gesellig-lustigen Zusammensein (mit Gstanlzsingen) gefeiert wird.

Auch heuer beim 60. Hochzeitsladertreffen, das in Antholing, Gemeinde Baiern, bei dem Kollegen  Bernhard Sedlmaier vorgesehen war, wäre Weihbischof Bischof wieder dabei gewesen. Dieses Treffen soll 2021 nachgeholt werden und für 2021 ist im Frühjahr – sobald es die Zeiten wieder erlauben – eine Bitt-Wallfahrt der Hochzeitslader nach zur Muttergottes nach Tuntenhausen geplant mit der Fürbitte das Brautpaare ihre Hochzeiten wieder so feiern können, wie es in Bayern der Brauch ist.

 

Corona machte heuer (fast) alle Hochzeits-Pläne zunichte. Eine Hochzeit aber gelang Sebastian Friesinger in seinem 40. Progoder-Jubiläumsjahr allerdings doch, wenn auch mit corona-bedingten Umständen auf Gängen und Fluren. Das Brautpaar Markus und Anna Obergehrer aus Bergham heiratete  kirchlich in Babensham und feierte  im Saal von Kalteneck.

 

Damit die Hochzeitsgesellschaft nicht zu groß wird, wurde vom Brautpaar zur weltlichen Feier zweimal eingeladen. „Die Genehmigung bekamen wir, weil wir die Personenzahl reduzierten und die Anforderungen akzeptierten. Für das Gruppenbild und für den Hochzeitszug wurde allerdings eine zusätzliche Genehmigung eingeholt.“

Auch wenn Sebastian Friesinger, seit einigen Jahren Landesvorsitzender des Bayernbundes, wegen seiner Vereins-, Ehren- und politischen Ämter viel unterwegs ist, will er sich auch noch für die eine oder andere Hochzeit Zeit nehmen. „Hochzeiten sind ein Festtag für Alt und Jung, das Brautpaar steht dabei im Mittelpunkt und für alle soll der Tag unvergesslich bleiben – das nehme ich mir jedes Mal wieder vor und jedes Mal bin ich dankbar, wenn es mir das gelungen ist.

 

HÖ/Fotos und Repros: Hötzelsperger/privat

 

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3 Kommentare zu “40 Jahre als Hochzeitslader im Einsatz

  1. Zu einer Super Hochzeit gehört da Hochzeitslader dazu.Wünsche viel Gesundheit und noch lange Freude am Hochzeitsladen

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  2. Eine gut Organisierte Hochzeit funktioniert auch ohne Hochzeitslader wenn nicht sogar besser aber das sollte das Brautpaar entscheiden was sie möchten

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  3. @…
    ein Kommentar, den es nicht braucht.

    Heute heißt es wahrscheinlich Eventmanager, sagt Ihnen vielleicht mehr zu. Wenn Sie damit nichts “am Hut haben”, dann ist Ihr Kommentar auch überflüssig.

    Ich gratuliere Herrn Friesinger, der eine Tradition lebt und weiter führt.

    Also, Herr Friesinger machen Sie weiter und begeistern Sie Menschen, diese Tradition fortzuführen. Danke.

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