2,5 Millionen fürs Badria

Weil das Badria nach wie vor rote Zahlen schreibt, leistet die Stadt jetzt einen Zuschuss aus dem Haushalt. Damit soll das Eigenkapital der Stadtwerke Wasserburg erhöht werden, die das Bade- und Sportzentrum betreiben. Die erneute Finanzhilfe sorgte denn auch für Diskussionen im Gremium – das die Millionen dennoch beis einer gestrigen Sitzung einstimmig genehmigte.

Vor 20 Jahren war das Badria in den Stadtwerken integriert worden, die in Eigenregie von der Kommune betrieben werden. Allein in den Jahren 2013 bis 2019 haben die Stadtwerke erhebliche Investitionen von insgesamt rund zehn Millionen Euro getätigt. Damit wurden unter anderem die Schwimmhalle, das Flachdach im Bereich des Innenhofs und die Bestandsgebäude im Saunabereich saniert.

Um das zu finanzieren, wurde 2014 ein Darlehen in Höhe von 2,8 Millionen Euro aufgenommen, weitere 2,9 Millionen kamen aus dem städtischen Haushalt. Doch noch immer klafft eine „Liquiditätslücke“ von 4,4 Millionen. Die Zahlungsfähigkeit der Stadtwerke konnte nur sichergestellt werden, indem die im Auftrag der Stadt vereinnahmten Abwassergebühren nicht an den Haushalt weitergeleitet wurden. Die Rückstände liegen aktuell bei 4,15 Millionen Euro.

 

Deshalb wird das Eigenkapital der Stadtwerke nun um 2,5 Millionen Euro erhöht. „Das kann aber auch nicht ewig so weitergehen“, sagte Lorenz Huber (Bürgerforum) bezogen auf die erneute Finanzspritze. „Auch wenn Corona einen negativen Einfluss auf das Badria hatte.“ Ähnlich sah das Christian Stadler (Grüne): „Wir können das nicht blindlings so weiterführen.“ Um das Problemkind Badria in den Griff zu bekommen, empfahl Christian Flemisch (ÖDP), „in Klausur zu gehen.” Vom Begriff „Gesundschrumpfen“ distanzierte sich Friederike Kayser-Büker (SPD) und mahnte an die Entscheidung des Stadtrates, mit den Sanierungsmaßnahmen die Attraktivität des Badria zu steigern.

 

Um der finanziellen Misere zu entkommen, forderte Heike Maas (CSU) „über alle Versionen nachzudenken.“ Dazu soll es einen Werkausschuss geben. „Wir müssen uns das Badria und die Stadtwerke genau ansehen“, stellte Bürgermeister Michael Kölbl fest, „kann man zum Beispiel etwas an den Preisen machen?“ Feststehe schon jetzt, dass es Konsequenzen geben werde. Was ebenfalls schon gewiss sei: Auch im Haushaltsjahr 2021 werde voraussichtlich eine  weitere Eigenkapitalerhöhung von ebenfalls 2,5 Millionen Euro notwendig.