14 spannende Jahre gehen zu Ende

Der weithin bekannte „Hammermarkt" in Edling schließt zum Jahresende seine Pforten

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„Eigentlich war das nur als unser zweites Standbein gedacht. Doch aus der ersten Idee wurde schnell ein voller Erfolg.” Wenn Martha Rauer-Tézsla und ihr Mann János Tézsla auf die Anfänge des Edlinger „Hammermarktes” zurückblicken, schwingt da schon ein bisschen Wehmut mit. Nach 14 Jahren schließt das weithin bekannte Geschäft für Rest- und Sonderposten, für Konkurs- und Palettenware zum Jahresende seine Pforten. „Es waren 14 tolle, spannende Jahre”, sagt Martha Rauer, die jetzt mit ihrem Mann (65) in den „Unruhestand” geht.

„Wir haben das aus einer Laune heraus angefangen. Am Anfang sind wir durch ganz Deutschland und Österreich gefahren, um Sonderposten aufzukaufen. Mein Mann und ich waren da sehr viel unterwegs. Das war wirklich ein Abenteuer. Wir wussten ja nicht, wie unsere Idee, wie unser Warenangebot ankommen würde”, erinnert sich die Chefin vom „Hammermarkt”. „Und ganz ehrlich, das wissen wir bis heute nicht”, lacht sie. Mit den meisten Posten, die man von anderen Geschäften, von Messen und Märkten, aus Konkursmasse oder von Unfall-Lkw herunter gekauft habe, sei mit einem großen Überraschungs-Faktor verbunden gewesen. „Wir hatten da über die Jahre viel Glück, haben natürlich auch ein Gespür dafür entwickelt, was sich verkaufen lässt und was nicht.”

Ganz ohne Erfahrung mussten die Beiden allerdings vor 14 Jahren nicht mit ihrem Markt starten. „Wir hatten davor 24 Jahre lang eine Spedition im Umland von München. Das war ein ganz harter Job. Im Speditionsgewerbe herrschte und herrscht nach wie vor ein irrer Konkurrenzdruck. Wir hatten zu dieser Zeit täglich 1000 Kunden, die wir zu beliefern hatten.” Es sei beiden nicht schwer gefallen, sich ganz auf den „Hammermarkt” umzustellen, was letztlich auch dem gesellschaftlichen, sportlichen und sozialen Leben in und um Edling zu Gute kam. Der „Hammermarkt” unterstützte nicht nur die Sportvereine, sondern auch soziale Projekte.

Bekannt ist der „Hammermarkt” in Edling dafür, dass er ein enorm breitgefächertes Angebot hat. „Bei uns gab’s und gibt es einfach alles – von Schreibwaren bis zur Bekleidung und von Spielzeug bis zur Weihnachtsdekoration. Wir haben aber auch immer darauf geachtet, dass es ein bisschen den Jahreszeiten angepasst ist”, so Martha Rauer-Tézsla. Und natürlich gibt’s auch Dinge, die sich einfach so gut wie gar nicht verkaufen lassen. „Da ist dann meist eine falsche Farbe im Spiel oder der Artikel ist stark erklärungsbedürftig – da geht dann nichts. Allerdings: Ab einem bestimmten Preis wird jede Ware schön”, ergänzt die „Hammermarkt”-Chefin. „Natürlich haben wir da auch das eine oder andere Mal was Verkehrtes eingekauft. Das Schöne war dann aber immer, wir mussten uns nur über uns selber ärgern.”

Warum das Konzept mit den Restposten und der Konkursware über 14 Jahre lang voll aufging, hat neben der Leidenschaft von Martha und János Tézsla  für ihr Geschäft, noch zwei weitere Erfolgskomponenten: „Das ist zum einen unsere flache Kostenstruktur. Wir haben die ganzen Jahre immer aus Kartons heraus verkauft, alle Regale sind gebraucht, in unserer Verkaufshalle an der Römerstraße in Edling und unserem Außenlager in Ramerberg ist nichts neu, alles hatte schon mal eine andere Verwendung.” Und er zweite Erfolgsfaktor wiegt fast noch schwerer: „Wir hatten alle Jahre über ein außergewöhnlich treues und tolles Team um unser herum. Unsere engagierten Mitarbeiter waren und sind unser wichtigstes Kapital. Wie sehr sie mit uns verbunden sind, zeigt die Tatsache, dass alle bis zum letzten Tag dabei bleiben.”

Der letzte Tag: Das wird der 31. Dezember sein. Ab Januar hat der „Hammermarkt” dann geschlossen – für immer.  Bis dahin gibt es ununterbrochen tolle Schnäppchen zu stark reduzierten Preisen. „Unsere Lager sind noch randvoll. Wir füllen fast täglich unsere Regale mit neuen Waren auf”, verspricht Martha Rauer-Tézsla. Und natürlich darf da auch das spezielle Sortiment für Weihnachten nicht fehlen.

Ab dem neuen Jahr sind die beiden Betreiber des „Hammermarktes” in Edling dann im Unruhestand. Es zieht sie ins Geburtsland von János Tézsla, nach Ungarn. „Wir haben uns die letzten Jahre in Budapest verliebt, werden dort die nächsten Jahre verbringen und um unser neues Heim kümmern.”

 

 

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