12.000 Kilometer für drei Rennen

Grand Prix in Kasachstan und Russland für Wasserburger Ge-Eisspeedway-Team ein Abenteuer

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Es ist ein hartes Geschäft. Wie hart, das musste Hans Weber vergangenes Wochenende beim internationalen Rennen im österreichischen Weissenbach aufs Neue erfahren – die nächste Bänderverletzung.  „Das ist egal. Ein paar Schmerzmittel und eine Portion Adrenalin, dann spürt man das nicht mehr“, lacht der „Eishans“ vom Wasserburger Eisspeedway-Team. Er hat derzeit ohnehin ganz andere Sachen im Kopf, als Blessuren. Der Deutsche Vizemeister und sein Mechaniker Rudi Schatz aus Albaching stehen vor einem 12.000-Kilometer-Abenteuer.

In den nächsten Tagen geht es nach Kasachstan, in die Hauptstadt Astana, 2.800 Kilometer südöstlich von Moskau und 5.200 Kilometer von Wasserburg entfernt. Dort findet das erste Rennen zum diesjährigen Eisspeedway-Grand Prix, der offiziellen Weltmeisterschaft, statt. Das Ziel von Hans Weber: Unter die Top Ten der Welt zu fahren.

 

Doch vorher steht ein großes Abenteuer an. Mit ihrem Tour-Bus, der beim Training in Schweden vor kurzem den Geist aufgab, geht es auf große Fahrt. „In der Ukraine herrscht Krieg, in Weißrussland ist es oft mit den Grenzformalitäten sehr schwierig. Deshalb fahren wir übers Baltikum direkt nach Russland rein und dann durch bis Kasachstan“, sagt Hans Weber. Drei Tage und drei Nächte soll die Anreise nach Astana dauern – wenn alles gut geht.

Nach den Rennen in Astana stehen weitere 7.000 Kilometer auf dem Programm. Es folgen die Team-WM im russischen Shadrinsk und die weiteren Grand-Prix-Rennen in Togliatti, ebenfalls Russland, ehe es wieder nach Hause geht. „Das wird eine anstrengende Tour. Ich bin froh, dass wir das im kleinen Kreis absolvieren können. Nur der Schatz Rudi und ich. Da müssen wir uns um niemanden sonst kümmern“, so Hans Weber. Gefahren wird Tag und Nacht.  Wer nicht am Steuer sitzt, schläft. Doch ganz auf sich alleine gestellt sind die Beiden dann doch nicht. Beim zweiten Rennen in Russland, in Togliatti, sind die Fans mit dabei. Das Ge-Service-Racing-Team aus Wasserburg plant einen Fan- und Sponsoren-Flug zu den Rennen.

Hans Weber (33) ist seit gut sechs Jahren im Eisspeedway-Zirkus unterwegs. „Heuer bin ich mental und körperlich so fit wie nie zuvor“, sagt der amtierende Deutsche Vizemeister vom Ge-Service-Racing-Team. Das haben nicht nur die hervorragenden Ergebnisse in der schwedischen Liga, sondern auch bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft bestätigt. Weber ist der einzige deutsche Fahrer, der sich für die Grand Prix-Serie sportlich qualifizieren konnte.  In Kasachstan und Russland spricht nur Günther Bauer aus Schleching die gleiche Sprache. Er hat eine Wild-Card erhalten.

Auf den verletzungsbedingten Ausfall gleich mehrerer Fahrer muss hingegen heuer der Deutsche Meister (2017) Max Niedermaier aus Edling hoffen. Er konnte sich bei den Qualifikationsrennen nicht durchsetzen.

Alle zusammen freuen sich dann aber auf den März. In der ersten Monatshälfte finden die Rennen in Deutschland statt. Auf Berlin folgt Inzell. „Das war früher das Wohnzimmer von meinem Vater Helmut und ist es heute von Günther Bauer. Mal sehen, ob ich mich da auch ein bisserl wohnlich einrichten kann“, freut sich der „Eishans“. HC

Die wichtigsten Termine im Eisspeedway:

03./04.02. Grand Prix 1+2 Astana/Kasachstan
10./11.02. Team-WM Shadrinsk/Russland
17./18.02. Grand Prix 3+4 Togliatti/Russland
03./04.03. Grand Prix 5+6 Berlin/Deutschland
17./18.03. Grand Prix 7+8 Inzell/Deutschland
07./08.04. Grand Prix 9+10 Heerenveen/Niederlande

 

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