Zwei Frauen in höchster Bergnot

Dramatischer Rettungseinsatz am Breitenstein - Hubschrauberpilot von Laser geblendet

Eine Wanderung von Birkenstein zum Wendelstein endete für zwei Frauen aus Dachau am Sonntag mit einem Großeinsatz der Bergwacht. Die beiden Wanderinnen, 38 und 41 Jahre alt, wollten für ihren Abstieg vom Wendelstein eine besondere Route nehmen. Da der Sommerweg Richtung Kesselalm im tiefen Schnee nicht gangbar war, wichen sie zunächst Richtung Jenbachtal und Bad Feilnbach aus. Auf halber Höhe wollten sie dann an der Südseite des Breitensteins wieder Richtung Kesselalm. Dabei gerieten sie aber in das nordseitige, unwegsame Steilgelände des Breitensteins.

Nachdem eine der beiden Frauen mehrere Meter abgerutscht war, verständigten sie gegen 19.30 Uhr die Bergwacht.

Dank einer Handyortung konnte der genaue Standort der Beiden relativ genau lokalisiert werden. Zwei Bodenmannschaften der Bereitschaft Bad Feilnbach machten sich von zwei Seiten mit Skitouren-Ausrüstung auf den Weg.

Mit Unterstützung des Polizeihubschraubers Edelweiß 3 konnten die Frauen schließlich gegen 21 Uhr unverletzt mit der Seilwinde aufgenommen und ins Tal geflogen werden.

Am Einsatz war auch die Bergwacht Hausham mit ihrem Technikbus beteiligt. Hier hätte bei Bedarf eine Drohne mit Wärmebildkamera unterstützen können.

Auch die Feuerwehr leuchtete mit 15 Mann den Landeplatz in Bad Feilnbach aus. Von der Feilnbacher Bergwacht waren 20 Einsatzkräfte eingesetzt.

Ärgerlich war, dass die Hubschrauberbesatzung von einem starken, blauen Laser geblendet wurde. Die Blendung erfolgte genau beim Abwinchen der Einsatzkräfte zur Unglückstelle, als beim Piloten höchste Konzentration auf den Windenvorgang erforderlich war. Laut Besatzung besteht die Möglichkeit, dass der starke Laser eventuell sogar bis aus dem Raum Bad Aibling oder Kolbermoor eingesetzt wurde.

Gegen 22 Uhr war die Rettungsaktion dann beendet.

Bereits am Vormittag hatte die Bergwacht Bad Feilnbach eine 61-jährige Bad Aiblinger an der Farrenpoint bergen müssen. Die Frau war gegen 9.30 Uhr auf einer Eisplatte gestürzt und hatte sich eine Kopfverletzung zugezogen. Sie wurde nach dem Abtransport einem Rettungswagen übergeben und ins Krankenhaus eingeliefert.

Am Vorabend waren die Bergwachtler zu einem Unfall mit einem Kleinkind ausgerückt. Ein Vierjähriger war in einer Berghütte im Tregleralm-Gebiet von einer Leiter zum Schlafraum gestürzt und hatte sich eine große Platzwunde zugezogen. Auch er kam nach dem Transport ins Tal dann mit dem Sanka weiter in ein Krankenhaus.

Fotos Bergwacht: Hubschrauber-Landung am Bergwachthaus Bad Feilnbach. Die Feuerwehr musste den Landeplatz ausleuchten.

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9 Kommentare zu “Zwei Frauen in höchster Bergnot

  1. Wäre es nicht besser, die Leute blieben während Corona einfach daheim, um solche Einsätze zu vermeiden?

    Ist es in Ordnung, dass während einer Pandemie Bergtouren gemacht werden?

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    1. Spannend, dass sofort die Bergtour der zwei Frauen diskutiert wird…. wie wäre es, über das äußerst gefährliche/doofe Verhalten der Blender zu diskutieren bzw. dies zu verurteilen?

      Dieses gehört verurteilt und geahndet, nicht das der zwei Wanderinnen!!

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  2. Solche einsätze haben nichts mit corona zu tun.
    Sollen die menschen sich ihrer meinung nach am besten in der wohnung einsperren, bis sie ausflippen

    (…)

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  3. Ja, das ist völlig in Ordnung und sogar mit das Beste, was man in dieser Zeit machen kann. Der Virologe Herr Streeck empfehlt sogar ausdrücklich, dass die Menschen an die frische Luft gehen sollen. Hier ist das Ansteckungsrisiko am geringsten; in geschlossenen Räumen ist es deutlich höher. Voraussetzung ist natürlich wie allgemein gültig: Nicht in Gruppen gehen, Ansammlungen meiden, Abstand halten und dort, wo es nötig ist, Maske aufsetzen. Und natürlich sollte man sichere Touren wählen, um Einsätze wie diese durch die Bergwacht zu vermeiden. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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  4. Markus der Erste

    Ich war gestern spazieren und man hatte einen echt tollen Blick in die Berge. Man hat schön gesehen, dass auf allen Gipfeln, von Hochfelln bis Wendelstein, noch Schnee liegt.
    Ich verstehe nicht, warum man unbedingt wandern muss, wenn es für beide Seiten, Wanderer und Bergrettung, gefährlich ist. Ich pers. habe es immer so gehalten, dass ich erst ab Mai Richtung Berge unterwegs bin. Letztes Jahr gar nicht, wegen Überfüllung.
    Zu den Lasertypen: Ich kann mir vorstellen, dass das jemand beobachtet hat und die Typen meldet. Sowas macht man ja nicht mit dem kleinen Taschenlaser denk ich mir.

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  5. @Generation-Y: Soll man sich Zuhause einsperren?

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    1. Wenn unser Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps steht (was ja laufend in den den Nachrichten kommt) wäre eine Entlastung alle Beteiligten wichtig, oder sehen Sie das anders?
      Es ist schon ein Unterschied ob man spazieren geht oder ein Bergsport macht vom Risiko her.

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      1. Sie meinen vom Ansteckungsrisiko her? Da hätte ich vor dem Spaziergang im Englischen Garte mehr Angst, als vor einer Bergtour.

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        1. Nein, das Ansteckungsrisiko ist doch im freien so gut wie nicht vorhanden, aber wenn das Rettungspersonal zusätzlich zu Corona noch Einsätze wie diese macht, ist es noch stärker belastet, unser Gesundheitssystem. Und das gilt es laut dem was man hört zu vermeiden.

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