Großer Erfolg der Supercomputer

Gravitationswellen: Astrophysiker zu Gast - Hochschule und Sternwarte laden ein

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Am Donnerstag, 12. Januar, laden Hochschule und Sternwarte Rosenheim zu einem hochinteressanten, öffentlichen, astronomischen Kolloquium ein. Der Astrophysiker und wissenschaftliche Koordinator im Exzellenzcluster „Origin and Structure of the Universe“ der Technischen Universität München, Dr. Andreas Müller, erklärt in seinem Vortrag, wie man sich Gravitationswellen vorstellen muss, woher sie kommen, wie man sie nachweisen kann und welche Erwartungen die neue Ära der Gravitationswellen-Astronomie mit sich bringt.

Die Wissenschaft feierte einen großen Erfolg, als im Jahr 2015 die Messdaten der LIGO-Observatorien, zwei Kilometer großen Messgeräten in den amerikanischen Bundesstaaten Washington und Louisiana erhalten wurden: Nach jahrzehntelangen, ergebnislosen Versuchen konnten erstmals Gravitationswellen experimentell nachgewiesen werden. Das dafür gebaute „Laser Interferometer Gravitationswellen Observatorium“, kurz LIGO, ist ein Zusammenschluss von mehr als tausend Wissenschaftlern aus 16 Nationen, die sich den Nachweis von Albert Einsteins bereits im Jahr 1916 vorhergesagten Gravitationswellen zum Auftrag gemacht hatten.

Rund 100 Jahre nach Einsteins Theorie, am 14. September 2015, empfingen die beiden rund 3.000 Kilometer auseinander liegenden LIGO-Detektoren die Daten, die eine neue Ära in der Gravitationswellen-Astronomie einläuteten. Empfangen und ausgewertet wurde das Signal im größten für LIGO tätigen Rechenzentrum im Albert-Einstein-Institut in Hannover.

Gleich in mehrerlei Hinsicht handelt es sich hier laut Müller um einen Triumph der Forschung. Gravitationswellen lösen ein extrem geringes Beben in der sogenannten Raumzeit aus, dass es eine messtechnische Meisterleistung ist, dieses Beben überhaupt zu erfassen.

Es ist ein großer Erfolg der Supercomputer, die das Signal in aufwendige Simulationen umrechnen und darstellen konnten. Eine weitere besondere Leistung ist, dass das Signal eindeutig dem Verschmelzungs-Akt zweier Schwarzer Löcher, in einer wahrscheinlich 1,3 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie, zugeordnet werden konnte. Die Daten wurden mehrere Monate intensiv analysiert, um mögliche Messfehler ausschließen zu können.

Der Astrophysiker Dr. Andreas Müller erklärt komplexe Inhalte leicht verständlich, ohne dabei oberflächlich zu sein. In seinem öffentlichen Vortrag erklärt er, welch enorme Leistung der Wissenschaft hier gelungen ist und welche Bedeutung diese epochalen Ergebnisse für die Gravitationsforschung haben.

 

Der populärwissenschaftliche Vortrag findet am Donnerstag, 12. Januar, um 19 Uhr in der Hochschule Rosenheim, Raum B 0.23, statt.
Weitere Informationen und Bildmaterial unter www.sternwarte-rosenheim.de/vortraege.

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