„Atmen“: Morgen mit dem Metropol

Am heutigen Mittwoch beginnen die Wasserburger Theatertage – traditionell mit einer Lesung von Udo Samel (wir berichteten). Sie dauern bis zum Sonntag, 9. Juni, mit der abschließenden Preisverleihung als Höhepunkt. Hier nun unsere Vorschau auf den morgigen Feiertag: Zu Gast ist um 20 Uhr das Metropoltheater München mit dem Werk „Atmen“. CO2-Ausstoß, Klimawandel, Umweltkatastrophen, Überbevölkerung, Welthunger: In der IKEA-Schlange wartend trifft es ein modernes, umweltbewusst-reflektiertes Großstadt-Paar um die 30 plötzlich aus heiterem Himmel …

Sollte man angesichts dieser globalen Großprobleme ein Kind in die Welt setzen oder lieber nicht? Ein Kind, das einen größeren, ökologischen Fußabdruck hinterlässt, als sieben Jahre lang täglich nach New York und zurück zu fliegen, andererseits ja aber irgendwann einmal auch zum Retter genau dieser Welt werden könnte?
Der Konflikt reißt beide Figuren schnell in einen anhaltenden Strudel aus Distanz und Nähe – es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt, die ihren Lebensentwurf auf den Kopf stellt und von missglückten Empfängnisversuchen über Fehlgeburt und Trennung bis zur Versöhnung und weiter führt.

In rasantem Tempo gleitet „Atmen“ wie ein filmisches Close-Up voller Humor und warmherziger Ironie durch ein ganzes Menschendasein, überspringt zwischen zwei Repliken immer wieder mehrere Tage, Wochen, Jahre und reiht in schnellen, cineastischen Schnitten alle wichtigen Stationen des Lebens vom Verliebtsein bis zum Tod naht- und übergangslos aneinander.

Ein atemloser Dialog über Liebesbeziehungen, den Zustand der Welt und die Suche nach unserem Platz in Beidem.

ONLINE-KARTENKAUF MIT SAALPLAN

Von Duncan Macmillan; deutsch von Corinna Brocher.
Regie: Domagoj Maslov.
Es spielen: Agnes Decker und Benedikt Zimmermann.

HOMEPAGE METROPOLTHEATER MÜNCHEN

Die Schirmherrschaft für die 15. Wasserburger Theatertage liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vertreten durch Staatsminister Bernd Sibler. Durch eine Jury werden zwei Preise vergeben:

Für die beste Inszenierung und den besten Darsteller. Auch das Publikum erhält eine Jury-Stimme.

Den Preis für die beste Inszenierung (dotiert mit 4.000 Euro) vergibt der Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V., den Preis für die beste darstellerische Leistung (1.500 Euro) der Landkreis Rosenheim. Die als „beste Inszenierung“ gekürte Produktion wird außerdem zu weiteren Spielterminen ins Theater Wasserburg eingeladen. Die Eröffnungsveranstaltung sowie der Beitrag des Gastgebers laufen dabei außer Konkurrenz.

Wer vier Vorstellungen der diesjährigen Theatertage in Wasserburg besucht, bekommt den Eintritt zur fünften Vorstellung geschenkt!

Foto: Theater Wasserburg / Jean-Marc Turmes

 




Zwei Stunden voller Musizierfreude

In der Heiliggeist-Spitalkirche fand vergangenes Wochenende ein geistliches Konzert des Ensembles „Dolce Vita“ statt. Trotz strahlendem Sonnenscheins ließen sich einige Konzertgänger nicht davon abhalten, in die selten geöffnete, äußerst sehenswerte Kirche zu spazieren und wurden mit knapp zwei Stunden voller Musizierfreude belohnt.

Von den vier hochprofessionellen Musikern Monika Lichtenegger (Sopran), Wilfried Michl (Bariton), Ivana Jovanovic (Querflöte) und Hanna Obermeier-Liebl (Gitarre) wurden Werke von Bach bis Verdi dargeboten, alle für die spezielle Besetzung des Ensembles von Obermeier-Liebl und Michl bearbeitet.

Lichtenegger und Michl begeisterten mit großen, ausdrucksstarken Stimmen. Die beiden Instrumentalistinnen harmonierten bis in kleinste Details. Ivana Jovanovic brillierte ausdrucksvoll auf ihrer Querflöte  und Hanna Obermeier- Liebl begleitete mit hervorragender Technik einfühlsam und sensibel.

Das Programm war, dem Marienmonat Mai entsprechend, sehr marianisch geprägt. Neben einigen „Ave Maria“-Kompositionen von Donizetti, Saint-Saëns, Mascagni, kam Verdis Vertonung des Gebets Gretchens an die Mutter Gottes aus Goethes Faust in italienischer Übersetzung und ein Gebet an die Gottesmutter von Francesco Durante zur Aufführung.

Für heitere und beschwingliche Momente sorgten Duette und Arien aus Haydns „Schöpfung“, besondere Innigkeit stellte sich bei Gounods „Repentir“ und Granados „Oriental“ ein.

Es wäre wünschenswert gewesen, die wunderschöne kleine Heiliggeist Spitalkirche bis auf den letzten Platz gefüllt zu sehen, aber man kann hoffen, dass dies nicht das letzte Gastspiel des Ensembles „Dolce Vita” in Wasserburg gewesen ist. ES




Samel eröffnet wieder Theatertage

Zum 15. Mal eröffnet heuer Schauspieler Udo Samel die Theatertage in Wasserburg. In diesem Jahr ist er in Begleitung von Klarinettist Jure Robek und liest aus „Atempause“ von Primo Levi. Die Eröffnung findet am 29. Mai statt.

Udo Samel, geboren 1953 in Eitelsbach bei Trier, Absolvent der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main, ist seit 1978 als Schauspieler auf Bühnen im deutschsprachigen Raum zugange, darunter Berliner Schaubühne, Schauspiel Frankfurt, Wiener Burgtheater, Salzburger Festspiele und Schauspielhaus Graz.

 

Seit ebenso langer Zeit ist er auch in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, unter anderem in „Mit meinen heißen Tränen“, „Alles auf Zucker“, „Die Klavierspielerin“, „Mein bester Feind“ und „Babylon Berlin“. Zu den Auszeichnungen, die Udo Samel erhielt, zählen der Deutsche Darstellerpreis, der Adolf-Grimme-Preis und der Nestroy-Theaterpreis.

 

Jure Robek ist ein slowenischer Klarinettist. Er arbeitet als Kammermusiker und Solist. Neben seinem Studium an der Musikhochschule Trossingen sammelte er Erfahrungen in der Jungen Oper Stuttgart, bei Baltic Sea Philharmonic und als Solist mit dem Orchester der Slowenischen Philharmonie. Meisterkurse bei Professoren wie Charles Neidich, Anthony Pay, Lorenzo Copolla, Chaim Taub, Noam Greenberg, Mate Bekavac, Ernesto Molinari sowie ein Studium der historischen Klarinette bei Prof. Ernst Schlader bereicherten seine musikalische Ausbildung. Beheimatet auf allen Instrumenten der Klarinettenfamilie spielt er auch auf zahlreichen Festivals, unter anderem  Rolandseck Festival, Mizmorim Festival und Dartington Festival.

 

Primo Levi, aus dessem Werk Samel liest, wurde 1919 in Turin geboren und studierte dort Chemie. Ende 1943 wurde er als Mitglied der Resistenza verhaftet und im Februar 1944 nach Auschwitz deportiert. Nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager machte sich der italienische Chemiker auf den Heimweg. Mehrere Monate dauerte die Odyssee, die Primo Levi von Polen in die Ukraine, nach Rumänien, Ungarn und schließlich nach Turin führte. Als Übergang aus dem traumatischen Wahnsystem des Lagers zurück in die Welt schildert er diese Zeit in seinem persönlichen Rückblick.

 

Die Eröffnung ist am Mittwoch, 29. Mai, um 20 Uhr im Theater Wasserburg.

Das darauf folgende Programm – Beginn jeweils um 20 Uhr:

Donnerstag, 30. Mai – Metropoltheater München – „Atmen“ von Duncan Macmillan.
Atemloser Dialog über Beziehungen, die Welt und die Suche nach dem Platz darin.

Freitag, 31. Mai – Theater … und so fort München – „Am Ende beginnt“ von Petra Wintersteller. Ein Geschwisterpaar auf Konversationssuche am Totenbett des Vaters.

Samstag, 1. Juni – Theater Plan B München – „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Mehr als ein Lehrstück über Schuld, Rache und Versuchung.

Sonntag, 2. Juni – Zentraltheater München – „Wir kommen“ von Ronja von Rönne.
Therapeutisches Tagebuch gegen die Panik und für das Überleben mit Freunden.

Montag, 3. Juni – Company Eick Burghausen – „Macbeth“ – eine immersive Beschauung.
Exkursion zur dünnhäutig gewordenen Demokratie unserer Tage – frei nach Shakespeare.

Dienstag, 4. Juni – Spiel.Werk Ansbach – „Schwarzweiß“ – Performance nach Charlie Chaplin. Von Glücksmomenten und Existenzangst, von Kraft und Mut auf dem Weg zum Ziel.

Mittwoch, 5. Juni – Cabaret des Grauens Burghausen – „Indien“ von Josef Hader.
Das komische Grauen der Sehnsüchte und Ängste jenseits des Tellerrands.

Donnerstag, 6.  Juni – Neue Bühne Bruck – „Die Geschichte von den Pandabären“ von Matéi Visniec. Verschwimmende Grenzen zwischen Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit.

Freitag, 7. Juni  – Sensemble Augsburg – „Heilig Abend“ von Daniel Kehlmann
Eine Frau, ein Mann, ein Verhör. Die Zeit läuft …

Samstag, 8. Juni– La Triviata – Impro-Oper.
Ein Impro-Format unter dem Motto: „Lassen Sie sich eropern!“.

Sonntag, 9. Juni – Theater Wasserburg – Leonce & Lena von Georg Büchner.
Im Maschinenraum des Menschseins.
im Anschluss: Preisverleihung Theatertage-Sieger 2019

 

Die Schirmherrschaft liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, vertreten durch Bernd Sibler. Durch eine Jury werden zwei Preise vergeben: ein Inszenierungspreis in Höhe von 4000 Euro, ausgelobt vom Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V., und ein Darstellerpreis in Höhe von 1500 Euro, ausgelobt vom Landkreis Rosenheim. Die Auszeichnungen werden bereits am letzten Abend der Theatertage, Sonntag, 9. Juni, überreicht. An diesem Abend wird zum Abschluss auch die aktuelle Eigenproduktion des Theaters Wasserburg, „Leonce und „Lena“, gezeigt. Wer vier Vorstellungen der 15. Wasserburger Theatertage besucht, bekommt den Eintritt zur fünften Vorstellung geschenkt.

Mehr Informationen sowie Karten und tagesaktuelle Hinweise zu Spielplanänderungen gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.




Am Sonntag: Internationaler Museumstag

Am Sonntag, 19. Mai, ist Internationaler Museumstag. An diesem besonderen Tag sind Jung und Alt bei freiem Eintritt eingeladen, das Museum Wasserburg oder die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ zu entdecken. Dazu gibt es ein umfangreiches Programm mit Führungen in beiden Einrichtungen sowie einem Suchspiel für Kinder und einem Kreativ-Workshop im Museum Wasserburg.

Beide Institutionen sind von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

In der Austellung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ sind als Neuerwerbung Werke des Wasserburger Künstlers Fritz Köll zu sehen (Foto: Ein Aquarell, das die ehemaligen Bierschänken in der Kellerstraße zeigt). Der Kunsterzieher und Maler ist wenig bekannt. Er verkaufte seine Bilder nicht. Zu sehen sind die Werke von Köll am Sonntag in der Sammlung im Brucktor. Um 14 gibt dazu Bernd Joa eine 30-minütige Führung.

Die gesamte Sammlung ist von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Um 15 Uhr findet eine Führung mit Gerd Riedmeier statt. Treffpunkt ist im Foyer im Brucktor. 




Arien und Duette von Bach bis Verdi

Ein Konzert mit geistlichen Arien und Duetten von Bach bis Verdi unter dem Titel „Von deiner Güt“ findet am kommenden Samstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr in der Heilig-Geist-Spital-Kirche  am Brucktor statt. Zu hören ist das  Ensemble „Dolce Vita“. Es fand bei einem Kirchenkonzert zusammen. Bariton Wilfried Michl (Foto), der in Wasserburg tief verwurzelt ist und hier an den Wochenenden auch privat häufig mit seiner Frau anzutreffen ist, tritt zusammen mit den Musikerinen von „Tre fiamme“ zum ersten Mal in seiner zweiten Heimat Wasserburg auf. 

Das Kammermusikensemble „Tre fiamme“, bestehend aus Monika Lichtenegger (Sopran), Ivana Jovanovic (Querflöte) und Hanna Obermeier Liebl (Gitarre), blickt seit seiner Gründung 2015 auf einige Jahre erfolgreicher Konzerte zurück. Nun freuen sich die Musikerinnen durch Bariton Wilfried Michl auf neue Möglichkeiten in der Programmwahl: Zu den Instrumentalstücken, Arien und Liedern können nun Duette aufgenommen werden. Die glückliche Fügung, dass sich sowohl Hanna Obermeier als auch Wilfried Michl auf die Kunst des Arrangierens verstehen, setzt dem Ensemble dabei (fast) keine Grenzen mehr: Die beiden Musiker bringen die Orchester- oder Klavierparts in raffinierte kammermusikalische Form für Gitarre und Querflöte. Neben einem großen Repertoire an geistlichen Werken, widmet sich das Ensemble ansonsten besonders gerne der weltlichen Musik aus Oper und Operette, der Salonmusik, sowie italienischen Canzonen und Duetten.

Die Wasserburger Markthallen werden das geschätzte Publikum mit bewährtem Catering im Eingangsbereich des Brucktor-Museums empfangen.

Die Eintrittskarten (Vorverkauf: 14 Euro, Abendkasse 16 Euro) sind ab Dienstag sowohl in den Wasserburger Markthallen am Marienplatz 17 wie bei allen Filialen der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg, telefonisch unter 08071/101-129 oder online unter ticketservice.sparkasse-wasserburg.de  und an der Abendkasse erhältlich.




Über einen Meilenstein 1949

In der Serie Einblicke ins Wasserburger Stadtarchiv gibt es am heutigen Mittwoch dieses Bild – zur Erinnerung an die Rede von Bürgermeister Gabriel Neumeier auf dem Wasserburger Heimatfest 1949! Ein Meilenstein in der Geschichte der Stadt! Wie sich das politische Leben nach Kriegsende in der Stadt Wasserburg entwickelte, wurde anhand der Protokolle der Sitzungen des Wasserburger Stadtrates aus der Zeit von 1945 bis 1955 kürzlich ausgewertet. Die Kulturwissenschaftlerin Juliane Günther geht in ihrem Beitrag im ’Historischen Lexikon Wasserburg’ den Fragen nach …

… welche Herausforderungen der Nachkriegszeit den Wasserburger Stadtrat am dringendsten beschäftigten.
Hierzu zählte einerseits die Behebung der Wohnungsnot und andererseits die damit verbundene Integration der Flüchtlinge.
Das Wasserburger Heimatfest 1949, das unter anderen von Bürgermeister Gabriel Neumeier eröffnet wurde, war ein wichtiger Meilenstein zur Zusammenführung von Alt- und Neubürgern.

Über den Wiederbeginn des politischen und kommunalen Lebens nach 1945 in der Stadt Wasserburg und

über den Wiederbeginn des politischen und kommunalen Lebens nach 1945 im Landkreis Wasserburg

kann man im neuen

Historischen Lexikon Wasserburg’ nachlesen.




Am Sonntag: Internationaler Museumstag

Am Sonntag, 19. Mai, ist Internationaler Museumstag. An diesem besonderen Tag sind Jung und Alt bei freiem Eintritt eingeladen, das Museum Wasserburg oder die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ zu entdecken. Dazu gibt es ein umfangreiches Programm mit Führungen in beiden Einrichtungen sowie einem Suchspiel für Kinder und einem Kreativ-Workshop im Museum Wasserburg.

Beide Institutionen sind von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

 




Zauberhafte Natur

Am kommenden Samstag, 18. Mai, eröffnet die Ausstellung „Zauberhafte Natur“ von Willy Reichert in den Galerieräumen auf der Burg. Der Wasserburger Maler präsentiert Gegenwartskunst mit stimmungsvollen Landschaftsbildern und farbenprächtigen Darstellungen aus Flora und Fauna. Passend zur Jahreszeit spiegelt sich in den Arbeiten auch die heitere Stimmung des Frühlings wider.

Die Ölgemälde und Aquarelle thematisieren die Wunder der Natur in ihrer beinahe unendlich erscheinenden Farbigkeit und Formenvielfalt. Vielen gilt der Mai die schönste Zeit im Jahr. Willy Reichert hat die Freude über die Natur und ihre jedes Jahr aufs Neue wiederkehrende Lebensenergie in seinen Bildern eingefangen.

Willy Reichert, Jahrgang 1937, stammt ursprünglich aus München. Mehr als ein halbes Jahrhundert lebt und arbeitet der Künstler in Wasserburg. Er ist Gründungsmitglied der Wasserburger Künstlergemeinschaft Arbeitskreis 68 und hat die Kunstszene bis weit über die Region hinaus geprägt.

Charakteristisch für seinen Malstil ist die Verschmelzung von Form und Farbe sowie Licht und Schatten zu einer Einheit aus Abstraktion und Gegenständlichkeit.

Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. 2013 bekam der Künstler in Würdigung und besonderer Anerkennung seiner Verdienste um das Ansehen der Stadt Wasserburg am Inn und das Allgemeinwohl von der Stadt die Joseph-Heiserer-Medaille verliehen.

Wolfgang Janeczka

Ausstellung „Zauberhafte Natur“ in den Galerieräumen
Auf der Burg 8 in Wasserburg

Vernissage am Samstag, 18. Mai, um 15 Uhr,

Ausstellungsdauer: 18. Mai bis 23. Juni, geöffnet jeweils Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 08071/3263, weitere Informationen unter www.willyreichert.de.

 

 




Als das Kino in die Schule kam …

Eine neue Zeit – die 1920er in Oberbayern: In der Weimarer Republik erlebte das neue Medium Film eine seiner größten Blütezeiten. Das Wanderkino war sesshaft geworden und in Stadt und Land entstanden Lichtspielhäuser. Parallel kamen Bestrebungen auf, bewegte Bilder auch im Unterricht und an den Schulen als Lehrmittel einzusetzen. Die Ausstellungssequenz, die ab dem kommenden Sonntag, 12. Mai, bis zum 3. November im Bauernhausmuseum Amerang zu sehen ist, spürt dem Unternehmer Max von Allweyer nach, der mit seinen Vorführungen Volksschulen in Oberbayern besuchte.

Unser Foto: Kurator Niklas Hertwig bringt den historischen 35mm-Handkurbel-Projektor „Bing Optica“ aus den 1920er Jahren in Position. 

Im Rahmen seiner Tourneen brachte er Schüler erstmals mit „lebenden Bildern“ in Kontakt. Zu sehen ist unter anderem ein handschriftlicher Programmzettel. Im ersten Teil „Erdkunde“ kam „Die Partnachklamm bei Garmisch im Winterkleide“ zur Vorführung, danach unter dem Titel „Ausland – Europa“ ein Blick in die Schweiz mit „Die Besteigung des Gabelhorns“. Es folgte der zweite Teil „Naturkunde“, der Säugetiere, Reptilien und Vögel präsentierte.
Max von Allweyer beschloss seine Programme in der Regel mit einer Humoreske oder einem Märchen, hier waren es „Puppenspiele für unsere Kleinsten“.

An einer Medienstation können sich die Besucher vergleichbare historische Stummfilme zur Geschichte des Unterrichtsfilms anschauen. „An der Silberküste“ wurde von der Kritik als ein „schöner Naturfilm“ gelobt, dessen „herrliches Wellenspiel das Auge des Beschauers fesselt.“ „Im Zoologischen Garten“, ein früher handkolorierter Film, zeigt eine Aneinanderreihung von Tieraufnahmen, darunter ein Zebra, eine Giraffe und ein „Elentier“, also einen Elch.

Das „Mahl der Robben” beschließt diesen Streifen. Die „Eisenbahnfahrt von Kandy nach Colombo“ illustriert die exotische Vegetation mit Dschungel und Reisfeldern auf der Insel Sri Lanka im Indischen Ozean.

Ein besonderes Exponat ist der 35mm-Filmprojektor „Optica“ der Firma Bing, hergestellt Mitte der 1920er Jahre. Er war relativ preiswert, leicht zu transportieren und eignete sich deshalb gut für Wander- und Schulkinovorführungen. Lediglich die Lampe benötigte einen Stromanschluss. Angetrieben wurde er von Hand mit Hilfe einer Kurbel.

Auch Filmkameras wurden bis zum Ende der 1920er Jahre vorwiegend manuell in Bewegung gesetzt, daher die Redewendung einen „Film kurbeln“.

Die Ausstellungsstation im Bauernhausmuseum Amerang gehört zur Sonderausstellung „Eine neue Zeit. Die Goldenen Zwanziger in Oberbayern“, die bis zum 1. Dezember 2019 im Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern zu sehen ist. 

Foto: Bauernhausmuseum Amerang
 




Ein Festival der ARD-Preisträger

Der internationale Musikwettbewerb der ARD gilt als einer der renommiertesten und größten Wettbewerbe für klassische Musik. Viele heute weltberühmte Künstler wurden durch ihn bekannt und gefördert. Beim nächsten Wasserburger Rathauskonzert am Freitag, 24. Mai, sind auch in diesem Jahr wieder Preisträger des in München ausgetragenen Wettbewerbs zu Gast. Präsentiert wird ein Programm aus Klassik, Romantik und gemäßigter Moderne. Darunter Fanny Mendelssohn-Hensels Klavierquartett, Mozarts Quartett F-Dur für Oboe und Streichtrio, Brittens Phantasy Quartet und Schumanns Klavierquartett in As-Dur.

Die Ausführenden sind das Trio Marvin – das im vergangenen Jahr in München den 3. Preis bei den Klaviertrios erringen konnte (unser Foto) – die Chinesin Diyang Mei (1. Preis Viola 2018) und der neuseeländische Oboist Thomas Hutchinson, 2. Preisträger im Fach Oboe 2017.

Festival der ARD-Preisträger

Freitag, 24. Mai, 20 Uhr,

Historischer Rathaussaal Wasserburg

Werke von Fanny Hensel, Ernest Krenek, W.A. Mozart, Benjamin Britten und Robert Schumann

Karten gibt es in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Wasserburg, auf www.sparkasse-wasserburg.de und über die Ticket-Hotline 08071 101-3333.

Foto: Rathauskonzerte / Hübner




Ziriab verzaubert mit Flamenco und Jazz

Schnell sind die schönen Abende im Gimplkeller in Wasserburg ausverkauft – deshalb sollte man wachsam sein und sich schon bald die Karten sichern: Am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt gibt es ein Konzert mit Ziriab. Es wartet Flamenco-Jazz aus La Palma – das sind wunderbare Gitarrenklänge, die in Urlaubsstimmung versetzen …

Pedro Sanz und Alexander Sputh leben seit vielen Jahren auf der kanarischen Insel La Palma. Am 29. Mai kommen sie auf ihrer Europe Tour 2019 in Wasserburg vorbei.

ALEXANDER SPUTH

Der Jazz-Gitarrist entschied sich für eine professionelle Musikerlaufbahn im Alter von 20 Jahren. Zusammenarbeit u.a. mit Sigi Busch, Ingfried Hoffmann, Paul Shigihara, Jean Louis Rassinfosse, Markus Stockhausen. Seit 1987 lebt er überwiegend auf der Kanareninsel La Palma. Hier lernte er 1992 den Flamenco-Gitarristen Pedro Sanz kennen. 2008 und 2010 erschienen die gemeinsamen CD s „La Magia del Momento“ und „Caminito de Estrellas“. Eine Besonderheit von Alexander Sputh ist seine virtuose Pfeiftechnik, die er wie ein weiteres Instrument einsetzt.

PEDRO SANZ

Seit seinem zehnten Lebensjahr widmete sich der „Maestro“ dem Gitarrenspiel, nahm Unterricht bei namhaften Lehrmeistern wie Juan Alba, Ramón Montoya und Andrés Batista. Auf La Palma gründete er verschiedene Flamenco-Fusion-Projekte wie „Eso Es“ (Flamenco- Rock), „Ziriab“ (Flamenco-Jazz) und „Flamenco Quartet“ (Flamenco-Fusion), der Gründungsformation der heutigen „Flamenco entre Amigos“. Für seine Projekte konnte er hochkarätige Musiker der Flamenco- und Jazz-Szene gewinnen.

Karten im Vorverkauf für 17 Euro gibt es beim Ticketservice der Sparkasse Wasserburg, 

in der Buchhandlung Herzog in Wasserburg

und eventuell Restkarten an der Abendkasse ab 19 Uhr.

Freie Sitzplatzwahl. 




EU fördert Wasserburger Bürgerspiel!

Eine rundum positive Bilanz konnte der Vorsitzende Sepp Christandl (Foto) bei der gestrigen Jahreshauptversammlung des Theaterkreises in den Paulanerstuben in Wasserburg ziehen. Der Kassenbestand konnte durch die erfolgreiche Ausrichtung des Wasserburger Nachtflohmarktes mit Tausenden von Besuchern erneut erhöht werden. „Das Geld brauchen wir aber auch dringend. Nächstes Jahr ist das Bürgerspiel, da müssen wir was auf der hohen Kante haben”, so Christandl, der auch von einer Kooperation mit dem Bürgerkorps Mattighofen aus Oberösterreich berichten konnte.

Die Mattighofener, mit denen man seit dem Wallensteinfestival 2013 in Wasserburg eng verbunden ist, feiern nächstes Jahr ihr 400-jähriges Bestehen. Christandl: „Die Österreicher sand scho Hund. Die haben uns darauf hingewiesen, dass wir da mit dem Bürgerspiel in Bayern und Jubiläum in Österreich quasi ein gemeinsames Festjahr haben.” Gemeinsame, grenzübergreifende Aktionen würden von der EU gefördert.

Sepp Christandl und Spielleiter Christian Huber haben sich deshalb mit den Mattighofenern mehrmals bei der „Interreg” in Braunau getroffen.

„Das ist die Stelle, die die Mittel bewilligt. Wir haben eine Kooperation mit dem Bürgerkorps Mattighofen getroffen und bekommen jetzt fürs Bürgerspiel EU-Fördermittel”, freute sich Christandl. Die Kooperation sei mittlerweile so eng, dass die Österreicher schon heuer beim Festzug zum Frühlingsfest (6. Juni) in Wasserburg mit dabei seien.

Der Vorsitzende gab auch einen kleinen Ausblick auf das Bürgerspiel im kommenden Jahr, das turnusgemäß alle zehn Jahre stattfindet: „Wir werden diesmal kleinere Brötchen backen. Es wird nur mehr eine Spielstätte geben, nämlich hinter der Frauenkirche. Wir wollen 2020 kein finanzielles Risiko mehr eingehen.” Das Wallenstein-Festival mit seinem sechsstelligen Budget habe doch sehr an den Nerven gezerrt. Premiere zum Bürgerspiel 2020 soll am Freitag, 10. Juli, sein. „Wir planen insgesamt sechs Aufführungen, jeweils freitags und samstags, nur am Abend des Weinfestes weichen wir auf den Sonntag aus.“

Diesmal gehe es um den historischen Hochzeitszug. Christandl: „1637 reiste eine große Hochzeitsgesellschaft mit der Tochter des Bayerischen Kurfürsten, Maria Anna, über Wasserburg an den Kaiserhof von Wien. Die junge Frau sollte dort Kaiser Ferdinand II. von Österreich heiraten. Der ganze Tross lagerte tagelang in Wasserburg. Was dabei geschah, das ist im Juli 2020 zu sehen.”

Auch diesmal baut Autor und Spielleiter Christian Huber um den wahren, geschichtlichen Kern eine halbfiktive Geschichte, die komödiantische Züge haben soll.

Start für die Proben zum neuen Bürgerspiel soll im Januar oder Februar 2020 sein. Christian Huber will das neue Stück im Herbst der Vorstandschaft vorlegen. „So viel kann ich schon verraten: Wir werden wohl 20 Sprechrollen zu besetzen haben und brauchen wieder jede Menge Statisten”, so Huber.

Christandl und seine Vorstandschaft bekamen anschließend einstimmig die Entlastung durch die Versammlungs-Teilnehmer.

Obendrein gab’s ein Lob vom Zweiten Bürgermeister, Werner Gartner, selbst Bürgerspieler: „Auch wenn Wallenstein finanziell leider kein Erfolg gewesen ist – die Zeit am Innufer möchte ich nicht missen. Das Spiel, die Bühne, der Zusammenhalt unter den Teilnehmern – das war richtig toll.”

Er spreche der gesamten Vorstandschaft auch seine Anerkennung dafür aus, den Verein durch die schwierige Zeit danach wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht zu haben. „Das war sicher nicht einfach. Meinen Respekt dafür.”

 

 




Klassik TWO WELL in Pfaffing

Klassik TWO WELL – die gibt’s am kommenden Samstag, 11. Mai, auf der Bühne im Pfaffinger Gemeindesaal. Die Kunst in der Filzen lädt ein. Der Karten-Vorverkauf läuft … Als dritte Generation der Musikerfamilie Well feiern Maria Well (Cello) und ihr Bruder Matthias (Geige) bereits große Erfolge. Sie krönen ihre Herkunft mit einer klassischen Ausbildung, ihr Können wurde mehrfach ausgezeichnet. Ihre Musik ist frisch, leidenschaftlich und authentisch …

Sie spielen virtuos aufeinander abgestimmt, die Musik klingt wie ein Dialog, der blind zu gelingen scheint.

Das Programm ist eher auf der heiteren Seite der Klassik angesiedelt, musikalisch auf höchstem Niveau und immer mit dem typischen wellschen Charme durchwoben.

Wann:         Samstag, 11. Mai, 20 Uhr, Einlass 19 Uhr

Wo:             Bühne im Gemeindezentrum 83539 Pfaffing Schulstraße 5

Eintritt:        18 € im VVK und 20 € Abendkasse

Vorverkauf: Edeka in Pfaffing und Bücher Herzog in Wasserburg

Telefonische Karten- und ab fünf Personen Tischreservierung unter 08076/886040.

Bewirtung durch die Küche des Veranstalters.

 

www.kunst-in-der-filzen.de




Junge Leute und ihre Kreativität

Die Ausstellung „Junge Kunst 2019“ und „Die Kinder von Dali bis Picasso“ wird in der kommenden Woche im Landratsamt Rosenheim eröffnet. Erneut haben sich Kinder und Jugendliche intensiv und kreativ mit den unterschiedlichsten Ausdrucksformen der bildenden Kunst aufeinandergesetzt. Die Ergebnisse sind nun in Rosenheim zu sehen – mit mehreren Stationen – im Sommer dann auch in Amerang. Eröffnet wird die Ausstellungs-Reihe mit einer Vernissage am nächsten Dienstag, 14. Mai, um 18 Uhr im Landratsamt.

Junge Kunst 2019 – das ist eine Veranstaltung, die der Landkreis Rosenheim unterstützt, und die von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises konzipiert und organisiert wurde. Zu sehen sind über 30 Arbeiten, die vom Linoldruck, Collagen, Fotografie über Zeichnungen, Acryl- und Dispersionsleinwänden bis hin zur Plastik und Skulptur diverse Techniken umfassen.

Es ist eine Ausstellung von jungen, nicht akademischen Künstlern, die sich mit ihren Ausdrucksmitteln und Inhalten mitteilen wollen. Sie suchen im Publikum den Gesprächspartner, um über ihre Erfahrungen, Ängste, Probleme und Auseinandersetzungen mit dem Leben und der  Umwelt zu kommunizieren. Besonders ausdrucksvoll sind die Arbeiten der „Kinder vom Dali bis Picasso“. Die 2 bis 13 Jahre alten Künstlerinnen und Künstler legten keinen Wert auf naturtreues Abbilden, sondern ließen ihrer Phantasie freien Lauf und brachten ihr eigenes Weltverständnis zu Papier.

Die Ausstellung im Foyer des Rosenheimer Landratsamtes ist vom 14. Mai bis zum 2. Juni zu den üblichen Öffnungszeiten, Montag bis Freitag 8.15 bis 12 Uhr, Donnerstag 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Die Arbeiten für „Junge Kunst 2019“ und „Die Kinder von Dali bis Picasso“ machen im Anschluss zudem noch Station im Rathaus von Bad Aibling, im Haus des Gastes in Eggstätt und im Rathaus von Amerang …




„Stille über den kalten Fluten”

Die Ausstellung „Stille über den kalten Fluten des Inns”, die am 16. Mai in der Galerie der Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst in der Finkenstraße in München eröffnet wird, zeigt die innige Auseinandersetzung zweier Künstler, Vater und Tochter, bei gleichzeitiger künstlerischer Eigenständigkeit der Werke. Silvia Hatzl konzipiert für den hohen Galerieraum, im Dialog mit den Werken ihres jüngst verstorbenen Vaters C.A. Wasserburger (geboren als Alexander Hatzl), eine raumspezifische Installation. Das Thema der Zeit, der eigenen, der erlebten und der vergangenen, ist allseits in den Werken präsent.

Silvia Hatzls aufwärtsstrebende, raumgreifende Skulptur aus Stoffbahnen lässt den Betrachter klein werden. Die Textilien fallen leicht aus luftiger Höhe und verdichten sich auf dem Boden zu einer reliefartigen Landschaft. Hatzl, die als Bühnenbildnerin an verschiedenen Theatern gearbeitet hat, setzt das dadurch erarbeitete Feingefühl für den Raum in ihrer Arbeit als Künstlerin passend ein.

Rhythmus und Größe einzelner Gewebebahnen reagieren auf den hohen Ausstellungsraum und sind in Erinnerung an den Bestimmungsort entstanden. Der Betrachter betritt ein ‚Skulpturenbild‘, das sich je nach Standpunkt und Lichteinfall verändert. Die Lebendigkeit, Unebenheit und Transparenz des Materials weckt Assoziationen an japanische Shoji Papiere. Die lichtmalerischen Membranen geben den Blick auf zwei große Gewänder frei, die als Stellvertreter für Personen fungieren. Es sind Gefäße, die die Körper, das Sein aufnehmen. Das Gewand ist Schutz und Hülle, aber auch die fragile Grenze zwischen der Welt und dem Individuum. Die archaische Form des Kleides zitiert frühere Zeiten und fremde Kulturen. Es spielt mit bekannten Elementen der Vergangenheit und bewahrt sie auf diese Weise.

Erinnerungen halten die Zeit fest und können durch Worte und Bilder fixiert werden. Ein Skulpturenensemble in der Ausstellung lässt erahnen, mit welchen Mitteln C.A. Wasserburger seine Lebenszeit gesichert und für die Nachwelt in eine Skulptur gebannt hat. Eine große Vitrine birgt eine Sammlung von Gefäßen mit Bleistiftabrieb und den Reststücken vieler Bleistifte. Daneben ein Tisch mit vierzehn Büchern, die vom Künstler tagtäglich, abends, angefüllt wurden mit Berichten, Erlebnissen, Zeichnungen und von seinem Innersten zeugen.

Die Erinnerung ist vom Künstler fixiert worden, doch bleibt uns eine Teilhabe an ihr verwehrt. Das Zeugnis ist niemandem mehr zugänglich, da die Tagebücher mit mehreren miteinander verschweißten Metallbändern vor neugierigen Blicken geschützt wurden. Diese Arbeit Wasserburgers ist bis kurz vor seinem Tod gewachsen, und die letzten drei Tagebücher, die noch nicht verschweißt waren, hat Silvia Hatzl schließen lassen, um damit im Sinne ihres Vaters das Werk vollenden zu können. Was bleibt, ist die Botschaft, dass wir, um nicht unter der Last der Vergangenheit zu leiden und die Gegenwart zu überleben, nach vorne schauen müssen.

Benita Meißner   




Freier Eintritt am Muttertag

Zu einem „Konzert mit jungen Solisten“ lädt das Wasserburger Kammerorchester am kommenden Sonntag, 12. Mai, ein. Beginn ist bereits um 16 Uhr im historischen Rathaussaal in Wasserburg. Der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt stehen jugendliche Solistinnen und Solisten im Alter von zwölf bis 18 Jahren aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Darunter sind auch einige Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert”.

Das Programm reicht vom Barock bis in die Spätromantik.

Dabei gibt es neben den etablierten Instrumenten wie Violine, Cello, Trompete und Querflöte auch einige „exotischere“ Soloinstrumente zu hören: Kontrabass, Tuba und Hackbrett stehen deutlich seltener auf den Konzertprogrammen.

Das Programm wird etwa eine Stunde dauern.

Wer die Arbeit des Wasserburger Kammerorchesters unterstützen möchte – die Musikerinnen und Musiker freuen sich über eine Spende.

ph




Das große Konzert der Stadtkapelle

Unser Foto stammt von der gestrigen Generalprobe: Für das Frühlingskonzert der Wasserburger Stadtkapelle am morgigen Samstag, 4. Mai, um 20 Uhr in der BADRIA-Halle hat Stadtkapellmeister Michael Kummer unter dem Motto „Fabelwesen und Phantasiewelten“ ein schönes Programm zusammengestellt. Robinson Crusoe, eine Göttin des Feuers, Shrek und viele Drachengeschichten übernehmen die musikalische Gestaltung des Abends. Seit Monaten haben die Musikerinnen und Musiker mit ihrem musikalischen Leiter intensiv den Konzertabend geprobt.

Zu diesem Konzert wird für die Besucher wieder ein kostenloser Busservice der Firma Hilger-Reisen angeboten. Abfahrt ist um 19.10 Uhr in Reitmehring am Busbahnhof. Fünf Minuten später hält der Bus an der Bushaltestelle beim Inn-Salzach-Klinikum in Gabersee am Kreisverkehr. Wenige Minuten später ist eine weitere Zusteigemöglichkeit an der Bushaltestelle Innhöhe/Nördliche Burgau.

Nächster Halt ist gegen 19.20 Uhr der Busbahnhof am ehemaligen Bahnhof in der Altstadt, dann die Bushaltestelle Landwehrstraße direkt am Parkplatz Gries und drei weitere im Burgerfeld: bei der Haltestelle an der Ponschabaustraße (frühere „AOK“), an der Brunhuberstraße bei der Pfarrkirche St. Konrad und bei der Haltestelle Watzmannstraße.
Nach dem Konzert fährt der Bus die gleichen Haltestellen in umgekehrter Reihenfolge an.

Karten zum Konzert gibt es noch ab 19 Uhr an der Abendkasse.

bua




Leuchtende Farben, klare Formen

Mit großer Spannung erwarten die Besucher die neuen Bilder der 8. Frühjahrsausstellung der Pfaffinger Künstlerin Petra Godson, die am morgigen Samstag, 4. Mai, im Haus des Gastes in Gstadt beginnt. Mit dem Erwachen der Natur ist wieder Zeit für Kunst, die das Licht und die Farben des Frühlings zeigen. Petra Godson präsentiert wunderbar vielseitige Bilder – mit ganz eigenem Handstrich in Öl, Aquarell und Pastell.

Der Ausstellungs-Besucher trifft auf gegenständliche Kunst mit Motiven aus der heimischen Region Wasserburg, Chiemsee, Bergwelten der Dolomiten sowie südliche Impressionen aus dem schönen Italien.

Das umfangreiche Repertoire beinhaltet auch kraftvolle Stillleben und Blumendarstellungen in allen Formaten.

Aus aktuellem Anlass hat die Künstlerin dem Blutmond zwei beeindruckende, großformatige Bilder in Öl gewidmet.

Die figürlichen Darstellungen treten besonders durch eine große Lebendigkeit hervor. Die Bilder erzählen Geschichten und die Klarheit der Komposition – mit einem starken Ausdruck für das Wesentliche – nehmen den Betrachter mitten hinein in das Bild und die Begeisterung und Freude der Künstlerin springt über. Der unverkennbare Stil von Petra Godson ist charakterisiert durch Harmonie von leuchtenden Farben und klaren Formen.

Zu sehen ist die Ausstellung im Haus des Gastes in Gstadt am Chiemsee vom 4. bis 12. Mai eine Woche lang täglich von 13 bis 18 Uhr.




Alte Orgel in Pfaffing verstummt!

Am gestrigen Abend war der feierliche Schlussakkord: Die alte Orgel in der Pfaffinger Pfarrkirche ist für immer verstummt – am morgigen Freitag, 3. Mai, wird sie ausgebaut aus dem Pfaffinger Gotteshaus. A bissal Wehmut schwingt nicht nur bei ihnen mit – den Mitgliedern des Pfaffinger Orgel-Ausschusses (unser Foto). Aber ab morgen steigt die Spannung noch mehr, damit auch künftig regelmäßig, anspruchsvolle Kirchenmusik mitten im Dorf in der schönen Barockkirche Sankt Katharina zu genießen sein wird: Knapp 200.000 Euro hat die Pfarrei schon beisammen – jetzt fehlen „nur” mehr 26.500 Euro für das neue Prachtstück! Ein Betrag, der noch als Spenden gebraucht wird.

Unser Foto ganz oben:

Viel Arbeit und Koordination im Hintergrund! Der Orgel-Ausschuss in Pfaffing traf sich regelmäßig und setzt sich zusammen aus den verschiedensten Gremien der Pfarrei.

Von links: Gerhard Pröbstl, Umi Horiguchi, Guido Sich, Paul Forstner, Franz Demmel, Marianne Schmid, Resi Zollner, Sepp Reich und Pfarrer Josef Huber.

Foto: Renate Drax

Nach der Firmung und der Erstkommunion an den vergangenen April-Wochenenden in Pfaffing erklang die alte, etwa 60 Jahre alte Orgel gestern ein letztes Mal bei der ersten Maiandacht 2019. Erhaltenswert ist das Instrument laut Fachleuten leider nicht.

Aber beim Pfaffinger Pfarrfest am 14. Juli können die alten Orgelpfeifen erworben werden zur Finanzierung der neuen … Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, auch an originelle Bastelarbeiten daraus wird gedacht.

Nicht mehr lange also, dann ist sie fertig – die  neue Orgel für die Pfarrkirche St. Katharina in Pfaffing. Am 20. Oktober soll die feierliche Einweihung sein. Im November folgt ein großes Konzert.

So soll’s dann mal auschauen …

Das neue Kirchen-Instrument entsteht aktuell bei der Orgel-Baufirma Willi Osterhammer in Prien. Es wird eine mechanische Orgel sein, wie sie vor Jahrhunderten auch schon gebaut wurde. Das Gehäuse um die Orgelpfeifen wird in Eiche geölt und gewachst – es sind 14 Register und vier Transmissionen.

Die neue Pfaffinger Orgel aktuell im Bau – ein paar Bilder dazu …

Noch einmal zum Finanziellen:

Über 65.000 Euro wurden bereits gespendet für die neue Orgel, über 17.000 Euro haben zudem ganz wunderbare Veranstaltungen „eingespielt“. Eine stolze Gemeinschafts-Leistung der vergangenen Jahre in Pfaffing!

Die Pfarrei selbst hatte dank der großen Sparsamkeit der früheren Zeit noch beachtliche 34.000 Euro als Rücklagen für die Orgel. Die restlichen Gelder gingen über das Ordinariat und kirchliche Steuermittel ein.

„Nur“ 26.500 Euro fehlen jetzt noch …

Für Spenden:

Kirchenstiftung St. Katharina Pfaffing

Sparkasse Wasserburg, DE42 7115 2680 0000 2303 26, BIC: BYLADEM1WSB

VR Bank Rosenheim, DE02 7116 0000 0003 5403 24, BIC: GENODEF1VRR




Heute majestätische Klänge

Am heutigen Dienstagabend, 30. April, findet um 20 Uhr das traditionelle Kirchenkonzert der Trachtenblaskapelle Ramsau in der barocken Klosterkirche in Au am Inn statt. Mit Leidenschaft zur Musik und feinstem Gehör wurde auch dieses Jahr gemeinsam mit Konzertdirigent Robert Liebl für den Abend fleißig geprobt. Zur Einstimmung auf den Marienmonat Mai spielt die Trachtenblaskapelle an diesem letzten Aprilabend verschiedenste Melodien …

Stücke wie „A Festival Prelude“ von Alfred Reed oder „King Arthur“ von Hans Zimmer werden die Kirche mit beeindruckendem Klang erfüllen.

Episch und kraftvoll, aber zugleich harmonisch und fein – die Melodien in den verschiedenen Registern werden Musikkenner im tiefsten Inneren berühren. Kompositionen wie der „Huldigungsmarsch“ von Sigurd Jorsalfar oder Frank Ticheli’s „Loch Lomond“ werden von den über 60 Musikern zum Besten gegeben.

Ein Abend der Besinnung und des Genusses vom erstklassigen Zusammenspiel der Ramsauer Musikanten – die Trachtenblaskapelle lädt herzlich dazu ein. Der Eintritt ist frei, Spenden werden freudig entgegen genommen.

no




Mensch und Musik

Sie zeigen Gemälde und Skulpturen – und haben einen schönen Titel gemeinsam gewählt. Mensch und Musik! Die Wasserburger Künstler Rainer Devens und Wilhelm Zimmer zeigen ab dem kommenden Samstag, 4. Mai, um 14 Uhr auf Gut Straß bei Eiselfing ihre Werke. Und ab 16 Uhr musiziert dazu das Wasserburger Quintet „ Kreiz & Quer“ – bei trockenem Wetter …

Die Öffnungszeiten sind Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr

und nach Vereinbarung.

Dauer der Ausstellung bis zum 19. Mai!

 




Perspektiven der Sehnsucht

In der Werkstatt-Galerie in der Wasserburger Hofstatt 3 findet am kommenden Samstag, 4. Mai, um 11 Uhr eine offene Gesprächsrunde über Kunst statt. Anlass und Grundlage dafür bietet die aktuelle Ausstellung von Christiane Pott-Schlager: Perspektiven der Sehnsucht. Nach kurzen einführenden Worten von Helmtrud Inninger kann man sich in angenehmer Atmosphäre, bei einem Glas Prosecco oder hauseigenem Bio-Apfelsaft mit der Künstlerin, als auch mit anderen anwesenden Künstlern und Besuchern ganz zwanglos über die vielfältigen Fragen und Aspekte der Kunst austauschen oder aber einfach nur die Bilder und Objekte genießen …

Christiane Pott-Schlager ist eine freischaffende Künstlerin in den Medien Malerei, Stahlbildhauerei, Zeichnung, Rauminstallation und Video.

Foto: www.artasyl.at

 




Probenbeginn fürs nächste Projekt

Nach der jüngsten Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach beginnt der Wasserburger Bach-Chor am kommenden Montag, 29. April, mit der Neueinstudierung für sein nächstes Chor-Projekt: Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms. Die Aufführungen finden Ende November statt. Unser Foto zeigt den Auftritt im vergangenen November in der Rotter Pfarrkirche …

Der Chor ist ein gewachsener, harmonischer Kreis von etwa 60 Singbegeisterten verschiedener Altersgruppen – die gelernt haben, musikalisch und menschlich aufeinander zu hören.

Junge oder jung gebliebene Chorsängerinnen und –sänger werden gerne aufgenommen.

Die Proben sind immer montags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Mehrzweckraum der VHS im Bürgerhaus in Wasserburg, Salzburgerstrasse 19. Einmal pro Monat findet eine Samstagsprobe in den Räumen der Stiftung Attl statt.

Wer Chorerfahrung und Freude am gemeinschaftlichen Singen und regelmäßigem Proben hat, kann sich einfach bei der Chorleiterin melden unter

chor@wasserburger-bach-chor.de.

 




Vielfältige Impressionen

Vielfältige Impressionen präsentiert die Fotogruppe Wasserburg bei ihrer Jahresausstellung ab dem Mittwoch, 29. Mai – heißt das Motto doch: Freies Thema! Die Vernissage zur Eröffnung der Ausstellung findet am Dienstag, 28. Mai, um 19 Uhr statt. Die Bilder sind anschließend bis zum 24. Juli montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr im Bildungszentrum der Sozialverwaltung im Hag zu sehen. Unterstützt wird die Fotogruppe Wasserburg vom Förderverein des Bildungszentrums. 




Sparkasse hilft dem Klaviersommer

Der Wasserburger Klaviersommer ist ein Forum des internationalen, künstlerischen Austausches junger Musiker. Talentierten Pianisten aus den unterschiedlichsten Ländern wird es seit 2002 jährlich ermöglicht, unter der Leitung von renomierten Dozenten Unterricht zu bekommen, zu üben und aufzutreten. Die Sparkasse Wasserburg unterstützt den diesjährigen Klaviersommer mit einer Spende in Höhe von 2.000 Euro. Symbolisch überreichte Sparkassenvorstand Peter Schwertberger (rechts) jetzt einen Spendenscheck an den Leiter des Wasserburger Klaviersommers, Professor Klaus Kaufmann …

An insgesamt neun Abenden werden von den Teilnehmern auch 2019 kostenlose Konzerte im Festsaal des kbo-Inn-Salzach-Klinikum aufgeführt.

Dieses Jahr findet der Wasserburger Klaviersommer vom 27. Juli  bis zum 4. August statt.

 




Der Hit für einen Euro!

Jazzige Improvisationen, funkige Tanznummern, ausge­feilte Jazzstandards – aber auch bluesige Klänge: Das zeichnet Martins Jazz Project aus. Bereits mehrfach war der Pianist und Klarinettist mit seinen Musi­kerfreunden zu Gast im Attler Budenzauber. Auch in diesem Jahr erwartet die Freunde der jazzigen Musik wieder ein breites Repertoire, dargeboten von spielfreudigen Instruman­talisten. Und zwar am …

… nächsten Dienstag, 30. April, um 18. 30 Uhr im Foyer der Kantine der Stiftung Attl.

Einlass: 18 Uhr  – Eintritt: ein Euro!




Japan zu Gast in Wasserburg

Ein musikalisches Highlight wartet erneut im Wasserburger Gimplkeller – und zwar in der nächsten Woche am Freitag, 3. Mai, um 20 Uhr: COCONAMI sind zu Gast – das sind Nami und Miyaji aus Japan, die in München leben und ihr neuestes Werk mitbringen in die Stadt am Inn! Saikai – so der Titel dieser vierten Coconami-CD, es bedeutet so viel wie: Wiedersehen – Wiederbeginn – Neustart. Karten fürs Konzert gibt es im Vorverkauf.

Dieses musikalische Wiedersehen mit Coconami nach fast vier Jahren bringt auch manch neue Gewichtung mit sich. Die Ukulele ist nicht mehr in jedem Song dabei, dafür gerne die viersaitige Zigarrenkistenbox, ein neues Lieblingsinstrument von Miyaji. Textlich bewegen sich Coconami auf Saikai gerne auf absurdem Terrain und Ken Hatada und Richard Oehmann singen dazwischen und darüber, je nachdem wie es grade passt.

Immer noch singt Nami mit ihrer zauberhaften, manchmal elfengleichen und manchmal tief- tönenden Stimme, singt vom Haifischbaby, von Roten Schuhen oder von Aalen mit Herpes. Natürlich gibt’s auch wieder ein paar Klassiker. Adriano Celentano schaut vorbei, unsere alten Freunde die Ramones, aber auch der bayerische Märchenkönig Ludwig.

Die große Klammer, die diese musikalischen Mixed Pickles zusammenhält ist auch diesmal diese erstaunlich berührende, immer wieder vollkommen überraschende Musik der Beiden, irgendwer nannte das mal eine „coconamisierte Musik“, besser kann man es eigentlich nicht beschreiben.

Zu den Interpreten

Miyaji, ein Ingenieur, der Bäcker in München lernen wollte, machte bald statt knuspriger Brezn doch lieber Musik. Warum er dann von der Gitarre zur Ukulele wechselte, ist nicht überliefert. Aber so wie er sie spielt, lässig und trotzdem virtuos, hatte er sicher gute Gründe für diese weise Entscheidung. Und er arrangiert und komponiert und macht so den typischen Coconami-Sound komplett.

Nami, in Japan zur klassischen Sängerin ausgebildet, kam nach München, um Musiktherapeutin zu werden. Was für ein Glück, dass sie auch noch Ukulele, Melodica, Glocken und Kalimba spielt und vor allem so wundervoll singt, dass es selbst den coolsten Burschen und Mädels ab und zu Tränen in die Augen treibt.

Karten im Vorverkauf gibt es für € 17,- beim Ticketservice der Sparkasse Wasserburg

und in der Buchhandlung Herzog, Wasserburg

Rest-Karten an der Abendkasse kosten 19 Euro.

Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn.

Weiter Informationen unter www.gimplkeller.de

 

 




Arien und Duette von Bach bis Verdi

Ein Konzert mit geistlichen Arien und Duetten von Bach bis Verdi unter dem Titel „Von deiner Güt“ findet am Samstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr in der Heilig-Geist-Spital-Kirche  am Brucktor statt. Zu hören ist das  Ensemble „Dolce Vita“. Es fand bei einem Kirchenkonzert zusammen. Bariton Wilfried Michl (Foto), der in Wasserburg tief verwurzelt ist und hier an den Wochenenden auch privat häufig mit seiner Frau anzutreffen ist, tritt zusammen mit den Musikerinen von „Tre fiamme“ zum ersten Mal in seiner zweiten Heimat Wasserburg auf. 

Das Kammermusikensemble „Tre fiamme“, bestehend aus Monika Lichtenegger (Sopran), Ivana Jovanovic (Querflöte) und Hanna Obermeier Liebl (Gitarre), blickt seit seiner Gründung 2015 auf einige Jahre erfolgreicher Konzerte zurück. Nun freuen sich die Musikerinnen durch Bariton Wilfried Michl auf neue Möglichkeiten in der Programmwahl: Zu den Instrumentalstücken, Arien und Liedern können nun Duette aufgenommen werden. Die glückliche Fügung, dass sich sowohl Hanna Obermeier als auch Wilfried Michl auf die Kunst des Arrangierens verstehen, setzt dem Ensemble dabei (fast) keine Grenzen mehr: Die beiden Musiker bringen die Orchester- oder Klavierparts in raffinierte kammermusikalische Form für Gitarre und Querflöte. Neben einem großen Repertoire an geistlichen Werken, widmet sich das Ensemble ansonsten besonders gerne der weltlichen Musik aus Oper und Operette, der Salonmusik, sowie italienischen Canzonen und Duetten.

Die Wasserburger Markthallen werden das geschätzte Publikum mit bewährtem Catering im Eingangsbereich des Brucktor-Museums empfangen.

Die Eintrittskarten (Vorverkauf: 14 Euro, Abendkasse 16 Euro) sind ab Dienstag sowohl in den Wasserburger Markthallen am Marienplatz 17 wie bei allen Filialen der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg, telefonisch unter 08071/101-129 oder online unter ticketservice.sparkasse-wasserburg.de  und an der Abendkasse erhältlich.




Passionskonzert zur Einstimmung

Zur Einstimmung auf die Ostertage findet am morgigen Gründonnerstag, 18. April, um 20 Uhr das traditionelle Passionskonzert im Festsaal des Wasserburger kbo-Inn-Salzach-Klinikums statt. Das Programm wird auch dieses Jahr gestaltet vom Klarinettentrio Eham-Hafner-Weyrauch und der Mühlstoa-Musi mit ihrer Saiten- und Geigenmusik. Zusätzliche musikalische Unterstützung bringt ein Orgelportativ. Hermann Posselt und Wilfried Weitzbauer führen mit Texten zur Passionszeit durch das Programm.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen!




… hätte mehr Zuhörer verdient gehabt!

Eine kleine Flucht aus dem Alltag, das bot die Chorgemeinschaft Irschenberg jetzt in der Pfarrkirche Sankt Michael im Wasserburger Ortsteil Attel mit einem Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Attl. Dabei stimmte der Chor nicht nur sakrale Klänge aus den vergangenen Jahrhunderten an – darunter das „Ave Verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Den zweiten Teil des Konzerts …

… bestimmte zeitgenössische Chormusik das Programm – nach einem Zwischenspiel von Martin Güthlin an der Orgel, der das „Präludium in G“ des Barockkomponisten Nikolaus Bruhns spielte.

Auch wenn die Urheber einem großen Publikum noch nicht geläufig sind – so zeugen Werke wie das „Kyrie“ des polnischen Dirigenten, Pianisten und Komponisten Piotr Jánczak oder „Gloriosa Dicta Sunt“ des litauischen Chorleiters und Komponisten Vytautas Miskinis von einer äußert lebendigen Chortradition, die Vorlagen alter Meister aufgreift und mit einem sphärischen, schwebenden und eingängigen Chorklang verbindet.

Besonders verzaubernd war das musikalische Kleinod „O Sanctissima Maria“ des Walisers Paul Mealor, mit dem die Irschenberger Chorgemeinschaft unter der sicheren Ägide von Leiter Hans Billo das Publikum zum Schwelgen brachte. Den Eingang der Stücke gestaltete mit kleinen Vorspielen der Pianist Hubert Huber.

Beim Stück „Ubi Caritas et Amor“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo begleitete Huber die Chorgemeinschaft am portablen Klavier und sorgte für das sichere Klanggerüst dieser filigranen Komposition. Gjeilo gilt gerade als Star der zeitgenössischen Chorszene mit seiner emotionalen Musiksprache, die gekennzeichnet ist von sphärischer Schönheit, verspielten Melodien und mystischen Klangfarben.

Das Stringendo Streichquartett Miesbach um Ines und Jochen Groh, Christof und Desiree Sturm harmonierte bei einem weiteren Gjeilo-Stück, „The Ground“, zusammen mit Hubert Huber, das im Zusammenspiel aller Sänger und Musiker eines der Highlights dieses Konzerts bildete.

Mit dem „Ave verum Corpus“ aus dem bekannten „Stabat Mater“ von Karl Jenkins sowie dem Stück „The Lord bless you an keep you“ des Briten John Rutter einen fulminanten Abschluss lieferte.

Nach einem begeisterten Applaus gab’s noch eine Zugabe und das Versprechen, vielleicht wieder einmal ein besonderes Chorkonzert in der Attler Pfarrkirche zu geben. Dann hoffentlich mit einem ähnlich aufregenden Repertoire, aber vielleicht mehr Zuhörern …  

bs

Fotos: Stiftung Attl




Lust aufs Museum?

Auf eine Tour quer durch Oberbayern führt ein neues „KinderKnobelKritzelbuch“ des Bezirks Oberbayern. Besucht werden sieben Museen, die dem Bezirk gehören oder an denen er beteiligt ist. Erhältlich ist das Buch in allen beschriebenen Museen – zum Saisonstart nun auch in den Freilichtmuseen in Amerang, in Ruhpolding, im Donaumoos und an der Glentleiten.

Zu entdecken gibt es den Hut des Wilderers hoch oben auf der Alm, geheimnisvolle Spuren im Wald, eine Villa für Bienen, reisende Häuser, verzauberte Wisenteund wei-tere Kritzel-Abenteuer und Knobeleien.

Löwe Bobby, das Maskottchen des Bezirks Oberbayern, trifft dabei seine Kollegin Jo vom Freilichtmuseum Glentleiten, den Moosgeist des Freilichtmuseums Donaumoos, Hugo Holzwurm vom Holztechnischen Museum in Rosenheim, Winnie und Flo vom Bauernhausmuseum Amerang und den kleinen Holzknecht Ferdi, das Maskottchen des Holzknechtmuseums in Ruhpolding.

Was passiert auf Ferdis gefährlicher Schlittenfahrt? Haben Bienenköniginnen beson-ders schöne Kleider? Und warum ist das Dach des Donaumoos-Hauses so schief? Die-se und weitere Rätsel warten auf die kleinen Entdeckerinnen und Entdecker.

Wer alle Knobeleien schon gelöst hat, kann eine Runde Goldschatzrallye spielen, eine „Pop-Up-Villa“ für Bienen bauen oder die Bilder im Kritzelbuch ausmalen.

Lust auf die sieben Museen macht auch der zweite Teil des 48-seitigen Heftes, in dem besondere Kinder-Attraktionen der Museen vorgestellt werden. Zu erleben gibt es beispielsweise eine Waldkugelbahn, ein Haus zum Hören und Fühlen, Rallyes, eine Schatzsuche und einen Kinderpfad samt spezieller Ausrüstung.




Bilder vergangener Zeiten

Noch bis zum 5. Mai ist die Sonderausstellung „Der Wasserburger Taubenmarkt. Fotografien von Andreas Bohnenstengel” im Museum Wasserburg zu sehen. Das Foto zeigt einen Händler, der die Ruhe bewahrt im ehemals weltgrößten Taubenmarkt in Wasserburg. Viele weitere Bilder dokumentieren das Geschehen dort in den 1990er Jahren und lassen in einen Markt eintauchen, wie es ihn so heute nicht mehr gibt.


Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Museums – Dienstag bis Sonntag 13 -16 Uhr und ab 1. Mai 13 – 17 Uhr zu besichtigen.

Der Fotokünstler Andreas Bohnenstengel dokumentierte 1996/1997 das rauschhafte Treiben auf dem Wasserburger Taubenmarkt. Seine Schwarzweiß-Fotografien lassen das einstige Großereignis in einer raumübergreifenden Fotoinstallation in der aktuellen Sonderausstellung im Museum Wasserburg wieder lebendig werden.

Zum Foto oben: Im Bildmittelpunkt ist ein langgestreckter Käfig mit vier weißen und zwei gemusterten Tauben zu sehen. Je ein Taubenpaar sitzt in einem kleinen, sauber abgeteilten Raum des Käfigs. Der Käfig wirkt wie ein ruhiger Pol in einem anarchisch anmutenden Chaos an einem eiskalten Vormittag: Auf dem Boden stehen wild verteilt Körbe, Kisten mit Luftlöchern für den Transport von Tieren, Pappkartons und Böcke zum aufbocken der Gitter. Einige Käfige werden zum Schutz vor der Kälte durch eine Plane verdeckt. Die vorher beschriebene Voliere steht sogar auf dem improvisierten ehemaligen Gestell eines Kinderwagens.

Im Hintergrund flanieren warm angezogene Menschen, die Besucher des ehemals weltgrößten Taubenmarkts, der traditionell am Blasitag (3. Februar) stattfand. Sie lassen sich durch das Chaos treiben und tätigen vielleicht den ein oder anderen spontanen Kauf.

Diesen Moment einer vergangenen Zeit hat der Münchner Fotokünstler Andreas Bohnenstengel 1996/1997 eingefangen. Durch seine individuelle, künstlerische Perspektive hielt er schrullige Originale, Charakterköpfe beim Handeln, Staunen und Austausch fest.

In der heutigen Rückschau ein nostalgischer Moment, da es den Wasserburger Traubenmarkt, der früher die ganze Stadt in einen Ausnahmezustand versetzte, nur noch in einem sehr viel kleineren Format gibt.

Foto: Andreas Bohnenstengel, 1996/1997




Kunstobjekt mit wertvoller Rettung

Passend zu Ostern eine ganz besondere Leihgabe für die Pfarrei St.
Jakob in Wasserburg – mit einer wertvollen Rettung vor dem sicheren Entsorgungstod als Hintergrund-Geschichte: Aus einem Container für Holzabfall an der Wasserburger Kirche hatte die Künstlerin und Restauratorin Doris Wolf-Reich – mit einer zuvor eingeholten Erlaubnis – während der Sanierungsmaßnahmen im Glockenturm ein paar Balkenstücke herausgeholt. Darunter war auch ein Balken mit einem handgeschmiedeten, etwa 55 Zentimeter langen Nagel. Beides geschätzt rund 500 Jahre alt …

Unser Foto unten:

Spontan fand jetzt die Kunst-Installation ihren Platz in einer der linken Seitenkapellen von St. Jakob:
Susanne Fellner (Vorstand der Pfarrgemeinde – rechts) und Stadtpfarrer
Dr. Paul Schinagl (links) hier mit der Künstlerin und Restauratorin Doris Wolf-Reich beim Aufstellen. Hr. Hohenadler von der Firma Hutterer (2. von rechts) brachte das Gestell und half beim Aufbau.

Doris Wolf-Reich reagierte sofort, konservierte die Balkenstücke und hat nun das historische Wasserburger Bauelement in ein künstlerisches, religiöses Objekt
integriert. Die Darstellung des Gekreuzigten (mit 24 Karat Blattgold vergoldet) – gefertigt auf einer korrodierten Metallplatte – hatte sie schon vor Jahren entworfen gehabt.

Obwohl Doris Wolf-Reich das Kunstobjekt nun ein paar Mal bereits hätte verkaufen können, brachte sie es nicht übers Herz, denn sie fand von Beginn an: Sein Platz gehört in die Stadtpfarrkirche!

Auch Wasserburgs Pfarrer Dr. Paul Schinagl war sofort begeistert. Man war sich einig, dass der Balken mit dem Nagel wieder zurück in die Kirche müsse. Ummantelt in ein schönes Kunstobjekt – deshalb nun diese Leihgabe.

Unterstützung fand die Wasserburger Künstlerin in Unternehmer Tobias Hutterer, der die notwendige Befestigung dafür baute und spendete. Nach einem Entwurf von Kunstschmied Peter Reich aus Pfaffing fertigte die Firma Hutterer somit eine passende Aufhängevorrichtung an – und zwar so, dass die Metallplatte mit dem Gekreuzigten frei hängen kann und sich auch farblich gut an das Kunstobjekt orientiert. Das Balkenstück mit dem Zimmermannsnagel liegt darunter auf einem alten Metall-Rollwagen.

 

 

 

 

 




Die Gesichter Asiens

„Gesichter Asiens“: Zwei Mitglieder des Haager Fotoclubs – Kurt Heinze und Manfred Pollnow – stellen derzeit im Haager Rathaus ihre Bilder aus. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung zu sehen und dauert bis  zum 30. Juni. Mit dem Wohnmobil fuhr Kurt Heinze von Haag nach China und zurück über die legendäre Seidenstraße. Unterwegs traf er auf viele unterschiedliche Menschen …

… wie Burjaten, Mongolen, Chinesen, Tibeter, Uiguren, Kirgisen, Usbeken, Turkmenen und Iraner. Die Begegnungen waren geprägt von gegenseitigem Interesse und Respekt.

In entspannter Atmosphäre entstanden viele Porträts, von denen einige nun im Rathaus ausgestellt sind.

Fast jedes Bild ist mit einer kleinen Geschichte verbunden: Der burjatische Schamane mit dem doppelten Daumen, der die Geschichte seines Volkes erzählte. Er legte Wert darauf, dass der Schamane dem Menschen hilft – bei Problemen oder Krankheiten – und dass vom Schamanismus noch nie ein Krieg ausging.

Der buddistische Mönch in einem abgelegenen Kloster, der eine halbe Stunde für ihn Flöte spielte oder der Shaolin-Mönch nach dem Kung-Fu-Training. Die Exoten auf der Reise waren die Wohnmobil-Fahrer mit ihrem Haus auf Rädern.

Manfred Pollnow versucht mit seinen Werken Gefühle und Emotionen festzuhalten. Dabei lässt er dem Betrachter jedoch noch genügend Spielraum, um seine eigenen Gedanken in den Bildern finden zu können.

Diese Art der Fotografie und Bildbearbeitung ist neben der Porträt-Fotografie eine Leidenschaft, der er sich immer wieder gerne hingibt.

Nun sind drei seiner Werke in der Gemeinde in Haag ausgestellt und laden ein zum Verweilen und um den Gedanken Flügel zu geben.

Fotos: Kurt Heinze




Musik zum Innehalten

Wie bereits im vergangenen Jahr präsentierten jetzt Birgit Haider und Claudia Mayer in der Wasserburger Pfarrkirche St. Jakob erneut selbst komponierte Musikstücke. Mit den Instrumenten Harfe, Blockflöte, Querflöte, Gitarre und Keyboard sowie kurzen gelesenen Texten nahmen sie die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise zum Träumen. Hervorragende Qualität spricht sich herum. So ließen sich, verglichen mit dem Konzert im vergangenen Jahr, in etwa die doppelte Anzahl an Besuchern von den dargebrachten Stücken begeistern.

Auch wer dieses Mal nicht kommen konnte, Hörproben des musikalischen Zaubers können auf Claudia Mayers Internetseite

www.musik-zum-innehalten.info

abgerufen werden.

Ein nächstes Konzert von Claudia Mayer und Birgit Haider in St. Jakob nächstes Jahr ist bereits anvisiert.

Dr. Ferdinand Utz




Klassik-Konzertwelt steht Kopf!

Mit Herzblut und einer Portion Verrücktheit: Das Vision String Quartet ist am Freitag, 12. April, im historischen Wasserburger Rathaussaal zu Gast. Das junge, innovative Ensemble aus der Bundeshauptstadt Berlin stellt derzeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf und wird in Wasserburg mit Werken von Schubert und Mendelssohn-Bartholdy sein Können unter Beweis stellen. Ein Klassik-Erlebnis der besonderen Art wartet …

2012 gegründet, hat sich das Vision String Quartet innerhalb kürzester Zeit unter den jungen europäischen Streichquartetten als Spitzenensemble etabliert. Am Freitag, 12. April, um 20 Uhr ist das Quartett bei den Wasserburger Rathauskonzerten 2019 im Rathaussaal zu Gast.

Auf dem Programm stehen Franz Schuberts „Erlkönig“ in einer eigenen Bearbeitung des Ensembles, Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichquartett f-Moll op. 80 und – als zentrales Werk des Abends – Schuberts Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen”. Ein großartiges Meisterwerk, das im 2. Satz auf Schuberts 1817 geschaffenes, gleichnamiges Kunstlied sowie auf ein Gedicht von Matthias Claudius zurückgeht.

Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire, ihren Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock zu „wandeln“, begeistern die vier jungen Musiker des Vision String Quartets aus Berlin derzeit restlos.

Ihre Konzertformate sind vielseitig: Das Streichquartett spielt in den klassischen Konzertsälen wie der Elbphilharmonie, dem Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, dem Gewandhaus Leipzig, der Tonhalle Düsseldorf und der Wigmore Hall London. Und nun eben im Rathaussal Wasserburg …

Sie wirken aber auch in Ballettkooperationen unter John Neumeier mit, spielen Konzerte im Licht- und Videodesign von Folkert Uhde im Berliner Radial-System und spielen andererseits „Dunkelkonzerte“ in völliger Finsternis.

Anfang 2016 gewann das Quartett beim Felix Mendelssohn Bartholdy-Wettbewerb in Berlin den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Große Wellen schlug der Erfolg beim Concours de Genève im November 2016, der mit dem 1. Preis und allen vier Sonderpreisen spektakulär anmutet. 2018 wurde dem Ensemble mit dem Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung einer der höchstdotierten Musikpreise verliehen.

Ihr Kammermusikstudium absolvierten die vier Musiker beim Artemis Quartett in Berlin sowie bei Günter Pichler, dem Primarius des Alban Berg Quartetts, an der Escuela Superior de Música Reina Sofía Madrid. Heime Müller, Eberhardt Feltz und Gerhard Schulz waren weitere Impulsgeber. Zu den Kammermusikpartnern des Vision String Quartets zählen Jörg Widmann und Eckart Runge.

Highlights der jüngsten Zeit sind die Debüt-Konzerte im Louvre Paris, der Philharmonie Luxemburg und beim Lucerne Festival. Wiederholt zu Gast ist das Vision String Quartet beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, Rheingau Musik Festival, Heidelberger Frühling, Mozartfest Würzburg, MDR Musiksommer, den Thüringer Bachwochen und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Im August 2018 hat das Vision String Quartet im Großen Saal der Elbphilharmonie konzertiert, im Rahmen des SHMF. In der Saison 2018/19 stehen die Debüts in der Kölner Philharmonie, der Philharmonie Essen, dem Festspielhaus Baden-Baden und in 2020 im Robert Schumann-Saal Düsseldorf sowie im Krönungssaal des Aachener Rathauses im Kalender der Musiker. Zudem sind etliche Auslandstourneen in Planung, innerhalb Europas sowie zwei nach Asien und eine in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Karten gibt es in allen Geschäftsstellen der Sparkasse Wasserburg, auf www.sparkasse-wasserburg.de und über die Ticket-Hotline 08071 101-3333.

Foto: Stadt Wasserburg / Vision String Quartet




Das Wappen der Stadt Wasserburg

Es ist die Archivalie des Monats April 2019: Das Wappen der Stadt Wasserburg! Die gegenwärtige Darstellung, die 1936 anlässlich der bevorstehenden 800. Jahrfeier durch den bekannten Heraldiker Otto Hupp angefertigt wurde, folgt dem mittelalterlichen Original in all seinen Elementen. Gleichsam traten im Laufe der Jahrhunderte immer wieder unterschiedliche Varianten des Wasserburger Stadtwappens auf.

Wasserburg am Inn gehört zu den wenigen Städten in Oberbayern, die im 13. / frühen 14. Jahrhundert einen Löwen als Wappentier führten.

Der steigende, gekrönte Löwe im Wasserburger Wappen ist erstmals auf einem Siegelabdruck aus dem Jahr 1292 überliefert, dessen Entstehung für Mitte des 13. Jahrhunderts angenommen wird.

Der Historiker Daniel Rittenauer beschäftigt sich in einem Beitrag im neuen ’Historischen Lexikon Wasserburg’ (wir berichteten mehrmals) ausführlich mit der Geschichte und Herkunft des Wasserburger Wappens.

Foto: Wappen der Stadt Wasserburg, gezeichnet von Otto Hupp, 1936, StadtA Wasserburg a. Inn, II-1341 (=II. Alte Registratur, Akten, Stadtmagistrat Wasserburg: Die Insiegel und Wappen der Stadt Wasserburg am Inn, 1818-1936).

Foto: Daniel Rittenauer

 




Philharmoniker in einem Bierzelt

Wenn der Trachtenverein „D´Staffestoana“ von Bernau heuer vom Donnerstag, 25. Juli, bis Montag, 5. August, das 83. Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes ausrichtet, dann kommt es zu einer außergewöhnlichen Musikpremiere: Erstmals gastiert die „Blasmusik der Münchner Philharmoniker“ in einem Festzelt, ermöglicht wird dieses Kultur-Schmankerl durch den Bernauer Albert Osterhammer (Foto), der selbst aktives Mitglied der Münchner Philharmoniker und zugleich auch Dirigent der örtlichen Bernauer Musikkapelle ist. Mit ihm trafen wir uns zu einem Gespräch …

Die Blasmusik der Münchner Philharmoniker kommt nach Bernau, wann genau ist dieses Ereignis?

Wir spielen im Rahmen des Gaufestes am Donnerstag, 1. August, ab 20 Uhr. Vorher spielen die Bernauer ab 18 Uhr zur Unterhaltung auf.

Was erwartet die Besucher an diesem Abend?

Die Blasmusik der Münchner Philharmoniker steht für traditionelle und auch konzertante Blasmusik mit philharmonischem Klang. An jedem Pult sitzt ein/e Ausnahme-Orchestermusiker/in und spielt mit Leidenschaft Blasmusik. Ich denke, so etwas hat man in einem Bierzelt noch nicht gehört. Neben den bekanntesten und schönsten Märschen werden wir auch solistisches und konzertante Werke dabeihaben.

Gibt es hierzu auch ein Rahmenprogramm und weitere Beteiligte auf der Bühne?

Wie gesagt, es spielen zu Beginn die Bernauer, mit denen wir am Schluss gemeinsam bestimmt noch den einen oder anderen Marsch zum Besten geben werden. Außerdem haben wir unsere Moderatorin Traudi Sieferlinger, bekannt von den BR-Wirtshausmusikanten, dabei, die durch das Programm führt und bestimmt die eine oder andere lustige Geschichte dabei hat.

Die Münchner Philharmoniker, kannst uns diese kurz vorstellen? Wo sind ihre „gewöhnlichen“ Auftrittsorte und Anlässe?

Die Münchner Philharmoniker sind das Orchester der Landeshauptstadt München. Uns gibt es heuer 125 Jahre und wir konzertieren in der Philharmonie am Gasteig. Wir spielen rund 100 Konzerte im Jahr in München und sind etwa vier bis fünf Wochen im Jahr auf Tournee in Asien, Europa und ab und zu auch in Amerika.

Welches „Eigenleben“ haben die Blasmusikanten bei den Philharmonikern und in welcher Besetzung werden sie nach Bernau kommen?

Wir Bläser der Philharmoniker haben 2013 in der Blasmusikbesetzung eine CD mit den schönsten Märschen unter der Leitung unseres damaligen Chefs Lorin Maazel und unseres Ehrendirigenten Zubin Mehta im Hofbräuhaus aufgenommen.

Der Erlös dieser CD „Ehrensache“ geht an die Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker, in der wir unsere Nachwuchsmusiker ausbilden. Aus dieser Idee heraus entstand der Wunsch, regelmäßig Blasmusik zu spielen und so treten wir regelmäßig im Hofbräuhaus auf und gelegentlich in dem einen oder anderen Konzertsaal.  In Bernau spielen wir in der traditionellen Besetzung mit etwa 25 Musikern.

Philharmoniker in einem Bierzelt – ist das Wagnis, Risiko oder Genuss?

Das ist sicher kein Wagnis, die Kollegen freuen sich schon sehr darauf! Das wird bestimmt ein blasmusikalischer Genuss.

Kann das Festkonzert der Philharmoniker ein Beginn neuer Kooperationen von Trachtlern und Blasmusikanten sein?

Ich denke, es braucht keine neuen Kooperationen. Die Blasmusik und die Trachtenvereine gehören bei uns schon immer zusammen, wie man bei jedem Festzug sehen kann. Ganz allgemein steigt das Interesse an Blasmusik jeder Couleur und so ist auch die Zusammenarbeit zwischen Trachtlern und Blasmusikanten bei den jeweiligen Veranstaltungen sehr gut.

Welche Bühnen- und Technik-Voraussetzungen müssen eigens für diesen Abend geschaffen werden?

Die Ansprüche an die Tonanlage sind schon etwas höher als an einem normalen Festzeltabend. Die Zuhörer sollen ja gerade den besonders schönen Klang der philharmonischen Bläser zu hören bekommen. Das wird bestimmt eine Herausforderung. Es wird auch einen Bühnenaufbau geben, der allen Besuchern die Möglichkeit gibt, das Geschehen auf der Bühne mit zu verfolgen.

Gibt es aufgrund der Anforderungen an Akustik und so weiter eine Begrenzung der Besucherzahlen?

Nein, wenn alle Plätze besetzt sind, haben 2.000 Blasmusik-Fans die Möglichkeit, uns zu erleben. Das wäre das Schönste!

Ab wann und wo sind Karten erhältlich und was kosten sie?

Die Karten gibt es bei Ticket Scharf und sie kosten im Vorverkauf 20,90 Euro. Allerdings gibt es keine Platzreservierungen. Wer also als Erster im Zelt ist (ab 18 Uhr), hat den besten Platz. Dann hat man auch genug Zeit, sich zu versorgen, weil während des Konzertes haben die Schänke und die Küche geschlossen – damit die Zuhörer nicht gestört werden.

Sind nach dieser Premiere in Bernau weitere Festzelt-Auftritte der Philharmoniker geplant?

Schau ma moi!

Danke für das Gespräch …

Interview: Anton Hötzelsperger

 




Benefizkonzert des Bundespolizeiorchesters

Am Donnerstag, 11. April, tritt das sinfonische Blasorchester der Bundespolizei in Rosenheim auf. Beginn ist um 19 Uhr. Das Abendkonzert findet in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus am Ludwigsplatz statt. Die Zuhörer erwartet eine große musikalische Bandbreite.

Das Bundespolizeiorchester München spielt Stücke von Komponisten aus verschiedenen Epochen, etwa von James Barnes, Alfred Reed, Gustav Mahler oder Johann Sebastian Bach. Zu diesem Musikerlebnis lädt die Rosenheimer Bundespolizei herzlich ein.

Der Eintritt ist frei. Gerne können die Besucher des Benefizkonzerts auf freiwilliger Basis einen Beitrag für die Renovierung der Heilig-Geist-Kirche in Rosenheim entrichten.




Das Tränktor: Bei Brand zerstört

Unser Blick zurück: Das Tränktor in Wasserburg wurde beim Stadtbrand am 1. Mai 1874 stark beschädigt und anschließend abgerissen. Über Jahrhunderte war es zuvor Teil der Befestigungsanlagen der Stadt: Die Baugeschichte der historischen Stadtbefestigung wurde nun wissenschaftlich erforscht – und zwar auf Grund geplanter Instandsetzungs-Maßnahmen der Stadt Wasserburg an dem noch aufrechtstehenden Teil der Stadtmauer im Bereich des Altstadtfriedhofs.

Ziel der Untersuchung im Auftrag der Stadt war, eine Übersicht über die Geschichte und Baugeschichte der historischen Befestigungen der Stadt Wasserburg zu erhalten.

Für die Dokumentation wurden alle erreichbaren, wesentlichen Quellen durch den Kunsthistoriker, Bauforscher und Denkmalpfleger Dr. Gerald Dobler ausgewertet.

Die Ergebnisse werden im ’Historischen Lexikon Wasserburg’ – als Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Heimatverein – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zum Foto: Die Einblicke ins Bildarchiv zeigen den Zustand des Tränktores nach dem Stadtbrand vom 1. Mai. 1874. Ansicht von Osten (Ausschnitt).

Quelle: Wasserburg, Bildarchiv, Album 006 = Stadtbrand Mai 1874, Dokumentation der Brandschäden am Rathaus, Marienplatz und Tränkgasse

 

 




Erstes Treffen für Ausstellung 2021 …

Im Jahr 2021 wird es im Königsschloss auf der Herreninsel wieder eine Bayerische Landesausstellung geben. Jetzt fand dazu ein erstes großes Treffen aller Beteiligten im Haus der Bayerischen Geschichte in Augsburg. Es ging darum, einige grundsätzliche Fragen zu diskutieren und die Arbeitsfelder genauer abzustecken. Wie lange soll die Ausstellung laufen, ab welcher Altersgruppe ist sie geeignet, wer kümmert sich um welche Bereiche der Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Messen, Zuschüsse und vieles mehr.

Diesem ersten Treffen werden sicherlich noch einige weitere folgen, damit die Landesausstellung 2021 wieder so ein großer Erfolg wird wie ihre Vorgängerin. 2011 kamen fast 600.000 Besucher – Rekord für eine Bayerische Landesausstellung.

Organisiert wird die Ausstellung wieder vom Haus der Bayerischen Geschichte, dem Landkreis Rosenheim und der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Ebenfalls mit im Boot als Partner ist der Landkreis Traunstein, denn die Ausstellung soll landkreisübergreifend von einem großen Rahmenprogramm begleitet werden.

Genau zehn Jahre nach der Erfolgsausstellung „Götterdämmerung – König Ludwig II und seine Zeit“ soll die neue Ausstellung 2021 thematisch daran anknüpfen. Es geht um die Schicksale der letzten Herrschergeneration der Wittelsbacher vor der Revolution von 1918 und um Bayerns Geschichte in dieser Zeit.




Matthäus-Passion am Karfreitag

Sie ist Bachs umfangreichste Komposition und stellt einen Höhepunkt in der Kirchenmusik dar: Der Wasserburger Bach-Chor (unser Foto) führt die Matthäus-Passion am Karfreitag, 19. April, um 19 Uhr im Wasserburger Rathaussaal auf. Die Mitwirkenden sind:

Julian Habermann, Tenor (Evangelist), Thomas Hamberger, Bass (Jesus) und Martin Hörberg, Bass (Judas, Petrus, Pilatus) sowie Roswitha Schmelzl, Sopran und Ulrike Malotta, Alt – begleitet vom Bach-Collegium Wasserburg. Es singt der Kinderchor „Haager Spatzen“ und der Wasserburger Bach-Chor. Die Leitung hat Angelica Heder-Loosli …

Die Matthäus-Passion ist von tiefem christlichen Glauben geprägt und wurde zur besonderen Gestaltung des Vespergottesdienstes am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche komponiert. Sie schildert facettenreich und eindringlich die Leidensgeschichte Jesu nach dem Matthäus-Evangelium.

Bachs hochemotionale Musiksprache und das kunstvolle Ineinandergreifen von Chorälen, Rezitativen, Arien und Chören auf unterschiedlichen Erzählebenen machen dieses Werk so einzigartig. Für die dramaturgische Darstellung verwendet Bach zwei vierstimmige Chöre, einen Kinderchor, zwei Orchester mit Flöten, Oboen, Streichern, Laute und Orgel sowie fünf Solostimmen.

Die erzählenden Texte des Evangeliums werden vom Solotenor vorgetragen, dem „Evangelisten”, nur von den Harmonien der Bass-Gruppe begleitet. Die Heiligkeit der Worte Jesu wird von sanft begleitenden Streichern abgebildet. Der Chor wiederum verkörpert das Geschrei der aufgewiegelten Menge in kurzen Einwürfen. Das Fortschreiten der Handlung wird immer wieder durch Solo- und Chorstücke kommentiert: Die eigene persönliche Betroffenheit wird eindrucksvoll in den wunderschönen Solo-Arien reflektiert.

In den Chorstücken und Chorälen erklingt die Reaktion der gläubigen Christenheit, die letztendlich in der alles erlösenden Erkenntnis mündet: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“, die Bach in nur einem einzigen Takt vertont, die Einfachheit und Einheit der Erkennenden symbolisierend. So ist Bachs Musiksprache durchdrungen von wissender spiritueller Symbolik und Zahlenmystik, was ihm den „Titel“ des „5. Evangelisten“ einbrachte.

Der Kartenvorverkauf ist ab sofort bei der Buchhandlung Herzog in Wasserburg unter 08071/4714 sowie online auf www.sparkasse-wasserburg.de (ticketservice) oder unter der Ticket-Hotline 08071/101-129.

 




Theaterleiter liest Heiner Müller

Heiner Müller hat mit Zeitpunkt der Wende eine Wandlung vom Theaterautor zum Interviewpartner, vom geschriebenen zum gesprochenen Wort vollzogen. Der Autor glänzte im Gespräch mit seinen Interviewpartnern. In der Kommunikation entwickelte er die Gedanken, im Dialog entlud sich seine Lust an der Pointe, am Widerspruch, am Paradox. Daraus schöpfen Schauspieler Nik Mayr und Theaterleiter Uwe Bertram bei der nächsten Lesung im Rahmen der monatlichen Reihe „Ach … ein Wort“ des Theaters Wasserburg in der Theaterbar „Helmut“ – am Donnerstag, 28. März, um 20 Uhr.

Foto: Christian Flamm

Mehr Informationen sowie Karten gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.




Kunst für den guten Zweck

Der Ausstellungs-Erlös ist wieder für den „Verein zur Förderung des Betreuungshofes Rottmoos“: 2019 ist es schon die 20. Ausstellung mit Bildern und Grafiken des eng mit Obing verbundenen, nun in Traunstein lebenden Malers und Kunsterziehers Helmut Günter Lehmann! Seine Werke sind bis zum 27. Juli nun in den Räumen von „Weine am Fiehrerhof“ in Obing-Haiming zu sehen. Immer wieder stellt der Künstler einer Organisation oder Einrichtung mit sozialer Zielrichtung eine Fülle von Bildern aus seinem rastlosen Schaffen für eine Ausstellung zur Verfügung …

Die Vernissage zur Ausstellung im „Fiehrerhof“ fand am Freitag mit musikalischer Umrahmung von der Gruppe „Bel Canto“ aus Soyen statt, die mit Gesang, Gitarre und Percussion auf eine musikalische Reise zwischen Pink Floyd, den Sportfreunden Stiller und Hubert von Goisern entführte – garniert mit einigen eigenen Percussion-Stücken. 

Zum vierten Mal ist der Erlös für den „Verein zur Förderung des Betreuungshofes Rottmoos“ gedacht. Seit 2006 ist der Förderverein aktiv, um mit zusätzlichen finanziellen Mitteln die Lebenssituation der 52 Gehör- und Sprachgeschädigten und zum Teil mehrfachbehinderten Bewohner des seit 1955 existierenden Betreuungshofes in der Nähe von Wasserburg über den notwendigsten Bedarf des Alltagslebens hinaus zu verbessern – in diesem Jahr durch den Einbau von selbstöffnenden Eingangstüren für mehr Beweglichkeit und Selbständigkeit von Rollstuhl- und Rollatorfahrern, nach der Umgestaltung des Eingangsbereichs zur Barrierefreiheit nun auch im Innern der Einrichtung.

Im „Fiehrerhof“ erwartet die Besucher eine Vielzahl von großen und kleinen Bildern Lehmanns – in den verschiedensten Techniken. Mit kräftigem Pinselstrich und intensiven Farben fängt Lehmann die Schönheit der Landschaften ein, in denen er wohnt und die er bereist, thematisiert in Einzelbildern die Details der naturgegebenen und der von Menschen gestalteten Umwelt. So fällt in der diesjährigen Ausstellung die große Anzahl von Blumenbildern und Stilleben auf, ergänzt durch eine Reihe von Porträts.

Lehmann verwendet den Gestus des kindlichen Malens ebenso wie starke Abstrahierungen, in denen allerdings das Gegenständliche immer noch aufscheint. Vorherrschendes Element ist die Freude am Schönen und das Durchdringen der optischen Realität mit der Malerei, der Blick hinter die menschlichen Kulissen. Charakteristisch für die Malweise Helmut Günter Lehmanns ist dabei die Verknüpfung von strukturgebender Linie und Farbe, der Linie in der Farbe, der Linie um die Farbe und der pastose Auftrag der Farbe.

Helmut Günter Lehmann, 1948 in Rothenburg ob der Tauber geboren, konnte Zeit seines Lebens Beruf und Berufung miteinander verbinden. Neben der Tätigkeit als Kunsterzieher an verschiedenen Schulen – früher in Franken, ab 1980 im Chiemgau – schuf er unter anderem Decken- und Altarbilder in Kirchen und zahlreiche Plakate für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Seinen Lebensrhythmus jedoch bestimmte die freie künstlerische Tätigkeit.

Die Bilder Helmut Günter Lehmanns sind noch bis zum 27. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten des „Fiehrerhofs“ zu besichtigen und zu kaufen – freitags von 12 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9.30 bis 12 Uhr.

Inge Graichen




„Ein Denkmal, das lebt”

„Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht. Aus den 95 Bewerbungen hat sich die Jury schließlich nach eingehender, mehrtägiger Beratung für diesen Entwurf einstimmig entschieden.” Zusammen mit Stadtarchivar Matthias Haupt und sieben Mitgliedern der insgesamt 14-köpfigen Jury stellte Bürgermeister Michael Kölbl heute den Gewinner der Ausschreibung für ein Denkmal der „Wasserburger Opfer des Nationalsozialismus” vor …

Zwei Stuttgarter Künstler machten das Rennen für den Ort des Gedenkens, der am Heisererplatz entstehen soll. 60 beschriftete Stelen werden an die Namen erinnern. „Es wird ein Denkmal, das lebt”, sagte das Stadtoberhaupt.

Auf Antrag der Grünen beschäftigte sich die Stadt bereits seit 2014 mit einem Denkmal, das an die dunklen Jahre des Nationalsozialismus erinnern soll. Dem derzeitigen Stand der Forschung nach sind 700 Namen von Menschen bekannt, die von den Nazis im Zuge des Euthanasie-Programms umgebracht wurden.

Viele von ihnen waren in Attel und Gabersee untergebracht, kamen aus der ganzen Region. „Es geht uns aber nicht um eine spezielle Opfergruppe, um einen speziellen Ort. Wir wollen an alle erinnern, die von den Nazis ermordet wurden”, so Kölbl, der in diesem Zusammenhang auch an das Leiden der Zwangsarbeiter in Wasserburg während des Dritten Reiches erinnerte. Für diese war erst kürzlich eine Gedenkplatte am Friedhof angebracht worden.

Das neue Denkmal soll sich am Heisererplatz zwischen den beiden Kriegerdenkmälern einreihen – diese ergänzen, aber auch einen ganz eigenen Kontrapunkt setzen. „Wir haben bewusst nichts Monumentales gewählt, sondern etwas Begehbares. Das Denkmal ist Mahnmal und Kunstwerk zugleich. Es soll zum Nachdenken, zum Verweilen einladen. Und wenn zwischen den Stelen Kinder spielen, dann ist es uns gerade recht”, sagte Kölbl.

Und so sieht das Denkmal der Stuttgarter Künstlergemeinschaft von Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper aus: 60 Stelen mit trapezförmigem Querschnitt. In unterschiedlichen Höhen verdichten sich diese in loser Anordnung und beschreiben so einen ovalen Raum. Zentral platzierte Sitzgelegenheiten im Inneren bieten die Möglichkeit zum Verweilen, zur stillen Einkehr und sich eingehender zu den Opfergruppen und Geschehnissen zu informieren.

Die Stelen sind gekennzeichnet durch zwei unterschiedliche Oberflächen-Beschaffenheiten. Auf der nach innen gerichteten, breiten Seite werden die Namen und Daten der „Euthanasie“-Opfer sowie einführende Informationstexte angebracht.

Auf der dem Park zugewandten, schmalen Seite der Trapezform ist die Oberfläche spiegelpoliert. Diese reflektiert fragmentarisch die Umgebung, das heutige Wasserburg. Beim Näherkommen des Besuchers mischt sich zudem ein Ausschnitt seines Spiegelbildes in die Ansicht.

Der Lageplan am Heiserer Platz – zwischen den beiden Kriegerdenkmälern:

 

Das sagten die anwesenden Jury-Mitglieder:

Peter Rink, Heimatverein: „Was für uns wichtig war, ist, dass die Opfer ihre Namen zurückerhalten. Die Nazis haben versucht, diese auszulöschen. Wir geben den Getöteten damit ihre Identität zurück. Der Ort für das Denkmal ist perfekt gewählt. Er ist auffällig und liegt sogar an einem Schulweg.”

Marianne Hof-Hippke, Stadträtin: „Für mich war es geradezu befremdlich, als ich erfuhr, dass es sich um so viele Namen handelt. Wenn man bedenkt,  dass auf den Kriegerdenkmalen gerade einmal 200 Namen von gefallenen Wasserburgern festgehalten sind. Auch, wenn beide Zahlen natürlich nicht  die genaue Zahl der Toten widerspiegeln. es sind wohl viel mehr. Aber das Verhältnis ist schon erstaunlich, es war mir neu. Was mir gefällt, ist die Offenheit des Gedenkortes.”

Steffi König, Stadträtin: „Durch die Namen auf den Stelen und den spiegelnden Flächen auf der anderen Seite werden Gegenwart und Zukunft vereinigt. Man muss sich mit Beidem auseinandersetzen. Die Gedenkstätte ist Denk- und Mahnmal gleichzeitig. Das finde ich sehr gut.”

Lorenz Huber, Stadtrat: „Ich wohne genau zwischen Attel und Gabersee. Bin dort mit der Euthanasie-Thematik aufgewachsen, die mich sehr betroffen gemacht hat. Ich finde das Denkmal nicht nur deshalb sehr wichtig. Leider müssen wir in der heutigen Zeit tatsächlich auch auf den Gesichtspunkt Vandalismus Bezug nehmen. Wir haben uns deshalb für eine stabile Ausführung des Denkmals in Form und Material entschieden.”

Rainer Schneider, Bezirkstagsvizepräsident:  „Wir wollten ganz gezielt eine andere Struktur, als die der Kriegerdenkmale. Es soll ein Mahnmal sein, in dem man sich selbst sieht. Es soll uns daran erinnern, das so etwas nie mehr passieren darf.”

Prof. Dr. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor Klinikum Gabersee: „Für unsere Einrichtung ist die Stigmatisierung von Menschen stets ein großes Thema. Wir freuen uns, dass diese Geschichte jetzt einen Ort des Aufarbeitens hat. Besonders gut finde ich es, dass man damit einen Ort des Nachdenkens schafft.”

Wolfgang Schmid, Stadtrat: „Das Denkmal ist auffällig. Man geht nicht einfach daran vorbei. Meiner Meinung nach symbolisiert es die Vielzahl der Opfer und ihr Schicksal sehr gut.”

Das Denkmal für die Wasserburger Opfer des Nationalsozialismus soll im Frühjahr oder Sommer des Jahres 2020 seiner Bestimmung übergeben werden. Bis dahin wird noch einiges an Forschungsarbeit geleistet.

Das ist die Jury …

So soll es aussehen …

Das sind die Künstler …

Das Konzept der Künstler …




„Ein Menschengesicht“

Eine besondere Ausstellung und ein Konzert zur Einstimmung auf die Osterzeit gibt es am Sonntag, 7. April, um 19 Uhr in der evangelischen Christuskirche Wasserburg: Der Kreuzweg „Ein Menschengesicht“, zu dem es Meditations-Texte von Altabt Dr. Odilo Lechner zu den Bildern des Wasserburger Künstlers Rainer Devens gibt, wird als Ausstellung eröffnet. Der Renaissance-Chor Bruckmühl und das Ensemble Alcinelle bringen zudem Werke von Palestrina bis Telemann zur Aufführung.

Das besondere Merkmal des Kreuzweges ist die Konzentration auf das Antlitz des Menschensohnes Jesu. Die Öffnungszeiten sind montags, mittwochs, freitags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr und während der Gottesdienste.

Die Ausstellung ist zu besichtigen bis Ostersonntag, 21. April. 

Zum Wasserburger Künstler Rainer Devens, der sein Atelier auf Gut Straß hat:

Seit 1982 Mitglied des AK68 in Wasserburg
Zwischen 1989 und 2001 Vorstandstätigkeit,
Jury-Beteiligungen seit 1983
Einzelausstellungen und zahlreiche jurierte Ausstellungsbeteiligungen wie in Ebersberg, München, Haus der Kunst, Rosenheim, Traunstein, Wasserburg.
Skulpturenweg Wasserburg.

Informationen unter 08071/2354 und unter
www.rainer-devens.de

Foto: Rainer Devens