Ein Leben nach dem Gong

Das Pfingst-Wochenende steht kulturell ganz im Zeichen des Ebersberger Kabarettisten Han´s Klaffl (Foto). Am heutigen Freitag, 29. Mai, stellt der frühere Musiklehrer in seinem Online-Musikquiz drei neue Fragen aus der Rubrik „Wer weiß denn sowas?“. Die Streaming-Veranstaltung ist gratis und beginnt um 19.30 Uhr auf …

www.kultur-in-ebersberg.de.

Für eine Vorstellung am kommenden Pfingstsonntag, 31. Mai, hat Klaffl extra ein eigenes Programm zusammengestellt. Er präsentiert eine Art Best-of aus seinen vier Programmen, locker zusammengestellt und durch die ein oder andere Anekdote im Talk ergänzt. Selbst auf eingefleischte Klaffl-Fans warten Überraschungen!

Tickets für die Bezahl-Veranstaltung sind unter www.kultur-in-ebersberg.de erhältlich.

Das Alte Kino in Ebersberg tut in der corona-schwierigen Zeit, was es kann: Es bietet ab 19.30 Uhr einen Lieferservice fürs Essen an und ein heiteres Vorprogramm mit Quiz und Einspielern. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr.




Museum Wasserburg wieder geöffnet

Das Museum Wasserburg ist seit gestern wieder für seine Besucher da! Die aktuelle Sonderausstellung „In Memoriam“ (wir berichteten ausführlich) wurde verlängert. Aktuell ist das Haus von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Auch am kommenden Pfingstmontag steht das Museum allen offen. Ein Hygienekonzept sorgt für einen sicheren und weitgehend einschränkungsfreien Besuch von Familien, Älteren und Freunden. Führungen und Veranstaltungen können jedoch vorerst noch nicht angeboten werden.

Die aktuelle Sonderausstellung „In Memoriam. Euthanasie im Nationalsozialismus“ wurde bis zum 21. Juni verlängert.

In der Ausstellung werden anhand von Texten, Schriftstücken, Fotografien und Videointerviews mit Zeitzeugen die verschiedenen Phasen des NS-Vernichtungsprogramms wie die „Aktion T4“, das Hungersterben und Tötungen durch Medikamente dargestellt. Die Dokumente zeigen auch unterschiedliche Opfergruppen – Erwachsene, Kinder und Zwangsarbeiter – die Reaktion von Angehörigen sowie die Haltung der Ärzte und die Auseinandersetzung mit den Verbrechen in der Nachkriegszeit.

Originaldokumente lassen einzelne Schicksale nachvollziehbar werden und geben den Opfern ein Gesicht und eine Geschichte.

Eine lokale Ergänzung bildet die Schilderung der historischen Ereignisse in den Wasserburger Einrichtungen Gabersee und Attl.

Die Hörstationen der Sonderausstellung können ausschließlich mit eigenen Kopfhörern genutzt werden. An der Kasse können einfache Kopfhörer für einen Euro erworben werden.

Mehr Infos auf www.museum.wasserburg.de

 




„Endlich wieder Theater”

Leichtes Aufatmen bei den Theatermachern in Stadt und Altlandkreis: Die ersten Lockerungen nach dem Corona-Lockdown sind in Sicht (wir berichteten). Auf einen Neustart bereitet sich das Theater Herwegh schon seit Wochen vor. „Es ist künftig wichtiger denn je, dass die Menschen positiv und optimistisch in die Zukunft blicken.
Kultur steht für Lebensfreude, Kreativität und Improvisation. Darum haben wir unser Veranstaltungskonzept ,FreiLuft’ konzipiert, bestehend aus zwei absolut positiven Begriffen”, sagt Jörg Herwegh.

„Mit ,FreiLuft’ wollen wir gute Unterhaltung bieten und wir werden auch die notwendigen Auflagen seriös umsetzen, diese aber durch unser eingespieltes Team spielerisch den Gästen vermitteln.”

Das Konzept wurde an die Bürgermeister, Tourist-Verbände und Kurverwaltungen der Region verschickt und stieß auf große Resonanz.

Gestern fielen endlich auf der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsregierung die entscheidenden Worte: Ab dem 15. Juni sind Theaterveranstaltungen im Freien und auch innen – dort allerdings mit strengeren Auflagen  – wieder erlaubt. Herwegh: „Unser Konzept entspricht den vorgestellten Auflagen fast deckungsgleich. Im Punkt Zuschaueranzahl waren wir vorsichtshalber mit maximal 50 sogar strenger als die genehmigten 100 Zuschauer unter freiem Himmel. Da erweitern wir gerne unser Konzept, wobei wir die in praktischen Details schon happigen Hygiene-Auflagen erstmal mit 50 Zuschauer testen werden.”

Aus dem Programm-Pool von „FreiLuft”, der erweitert und ergänzt wird, können die Inszenierungen ausgewählt werden. Diese Inszenierungen sind Klein-Formate, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben, vom Kindertheater bis zu Volkstheater, vom Kabarett oder Komödie bis hin zu literarischen Programmen wie beispielsweise einem Faust-Solo oder einer Heinrich Heine-Lesung

Die Kleinformate dauern alle um die 60 bis 70 Minuten und werden ohne Pause gespielt. Es agieren maximal vier Schauspieler aus einem festen Ensemble.

 

So können die Abstandsregeln auch auf der Bühne gewährleistet werden.
Bühnenbild, Requisiten und technisches Equipement wurden auf ein Minimum reduziert. Das sorgt für eine schnelle Durchführung von Auf- und Abbau sowie Verladen. Denn: das Team „FreiLuft” kommt mit dem Theatertransporter inklusive aller Elementen plus Zuschauerstühlen an. Ein mobiles Theater also, so ähnlich wie man es von den kleinen Familienzirkussen kennt. Das feste Team übernimmt alles vom personalisierten Ticketing über den geregelten Einlass zu den vorbestimmten Plätzen bis zur Gewährleistung der Einhaltung der Auflagen.

Das Theater Herwegh sucht in der Region dafür geeignete Plätze.

Herwegh: „Durch den geringen technischen Aufwand kommen dafür auch Plätze in Frage, bei denen man nicht unbedingt gleich an eine Theaterveranstaltung denkt. Nach den Pfingstferien wollen wir erstzmal dhoam starten. Mit dem Wasserburger Bürgermeister und mit der Haager Bürgermeisterin stehen wir deshalb in einem engen Kontakt.”

Der „Sonnwend-Draam”, unsere bairische Fassung von Shakespeare’s „Sommernachtsttraum”, wird allerdings nicht am 16. Juli Premiere haben. „Wir verschieben die Planungen in den Zeitraum September. Das heißt: Wir sagen ihn nicht ab für dieses Jahr. Es gibt realistische Chancen, im September das Open Air-Projekt bei weiteren heute in Aussicht gestellten Lockerungen durchzuziehen.”

 

Weitere Informationen auf unserer Homepage www.theater-herwegh.de oder hier in der Stimme.




Heute mal Tacheles

Zusammen mit Helmut Schleich, Roland Hefter, Mathias Richter von SCHANDMAUL und dem Verband für Popkultur in Bayern, vertreten durch den Geschäftsführer Bernd Schweinar, wird Wolfgang Ramadan am heutigen Dienstagmittag den Reality-Check machen. „Wir analysieren die Wirkung des Künstlerhilfsprogramm Plus, benennen die Defizite, beleuchten die Kennzahlen und die daraus entstehende Lebensrealität der Kulturschaffenden in Bayern – bei einem Pressegespräch in der Kranhalle/Feierwerk in München. Im Altlandkreis ist Wolfgang Ramadan bekannt durch seine BrotZeit & Spiele-Kulturprogramme in Staudham und in Isen.




Zwei Männer. Ein Ziel. Kein Plan.

„Parole 73“ war ein echter Geniestreich: Ein theatralisches Kabarettstück – mit berauschendem Wortwitz, einigen sozialkritischen Provokationen und so mancher Absurdität. Im Jahr 2000 feierten Alexander Liegl und Martin Pölcher von der inzwischen aufgelösten Ebersberger Kabarettgruppe „Valtorta“ damit im alten kino in Ebersberg Premiere, in den letzten Jahren wurde das Stück in anderer Besetzung an mehreren deutschen Bühnen wieder aufgenommen. Am kommenden Donnerstag, 28. Mai, 19.30 Uhr, ist die Ursprungsfassung im Gratis-Livestream des alten kinos zu sehen. Dann heißt es auf www.kultur-in-ebersberg.de wieder: „Zwei Männer. Ein Ziel. Kein Plan.“

Das Pfingstwochenende steht anschließend ganz im Zeichen des Ebersberger Kabarettisten Han´s Klaffl. Am Freitag, 29. Mai, stellt der frühere Musiklehrer in seinem Musikquiz drei neue Fragen aus der Rubrik „Wer weiß denn sowas?“. Die Streaming-Veranstaltungen ist gratis und beginnt um 19.30 Uhr auf www.kultur-in-ebersberg.de.

Für die Vorstellung am Pfingstsonntag, 31. Mai, hat Klaffl extra ein eigenes Programm zusammengestellt. Er präsentiert eine Art Best-of aus seinen vier Programmen, locker zusammengestellt und durch die ein oder andere Anekdote im Talk ergänzt. Selbst auf eingefleischte Klaffl-Fans warten Überraschungen!

Tickets für die Bezahl-Veranstaltung sind unter www.kultur-in-ebersberg.de erhältlich.

Das Haus bietet ab 19.30 Uhr einen Lieferservice fürs Essen an und ein heiteres Vorprogramm mit Quiz und Einspielern. Die Veranstaltung beginnt um 20.30 Uhr.




Heute mal Schiller …

Zum gestrigen so malerischen Sonnenuntergang am Chiemsee heute mal für die kulturelle Grundversorgung Friedrich Schiller, der den Ferdinand in Kabale und Liebe zur Luise sagen lässt: Wo wir sein mögen, geht eine Sonne auf und eine unter. Schauspiele, neben welchen der üppigste Schwung der Künste verblasst …

Kabale und Liebe ist ein Drama in fünf Akten von Friedrich Schiller. Es wurde am 13. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt, gilt als typisches Beispiel der Sturm-und-Drang-Epoche und zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Theaterstücken.

Das Werk handelt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen der bürgerlichen Musikertochter Luise Miller und dem Adelssohn Ferdinand von Walter, die durch Intrigen zerstört wird.

Foto: hö




Bauernhausmuseum öffnet wieder

Das lange Warten hat schon bald ein Ende: Am Dienstag, 19. Mai, eröffnet das Bauernhausmuseum Amerang wieder seine Tore! Man freue sich schon, wieder viele Besuchende begrüßen zu dürfen, heißt es am heutigen Freitagvormittag in einer Presseerklärung. Leider jedoch fallen die Veranstaltungen, Führungen und Workshops bis auf Weiteres aufgrund der bestehenden Abstands- und Hygieneregelungen aber aus.

Das Bauernhausmuseum Amerang öffnet also am Dienstag, 19. Mai 2020, erstmals in dieser Saison seine Tore für die Besucherinnen und Besucher. Zwischen 10 bis 17 Uhr sind die historischen Gebäude unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen zu besichtigen.

Lesungen, Führungen sowie Erwachsenen- und Kinderworkshops sind aufgrund der geltenden vierten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sind abgesagt.

Für alle Erwachsenen und Kinder ab sieben Jahren besteht im Museumsshop an der Kasse und in den historischen Gebäuden eine Maskenpflicht.

Der gemütliche Biergarten des Museumsstüberls ist auch wieder geöffnet. Ab 25. Mai können die Gäste auch wieder im Innenraum der Gaststätte bewirtet werden.

Informationen und Details zu einem sicheren und entspannten Museumsbesuch sind unter www.bhm-amerang.de zu finden.

Foto: Bauernhausmuseum / Nixdorf

 




Perlen aus dem Archiv

Das Alte Kino in der Nachbarstadt Ebersberg bleibt rührig in Corona-zeiten und bietet den Kulturfreunden seine nächsten zwei Gratis-Livestreams diese Woche an: Am heutigen Donnerstag, 14. Mai, sind unter dem Titel „Altes Zeug“ wieder historische Ausschnitte aus den Programmen der inzwischen aufgelösten Ebersberger Kabarettgruppe „Valtorta“ (Foto) zu sehen. Und am morgigen Freitag, 15. Mai, stellt der Ebersberger Kabarettist und frühere Musiklehrer Hans Klaffl in seinem Musikquiz drei neue Fragen aus der Rubrik „Wer weiß denn sowas?“.

Beide Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr auf www.kultur-in-ebersberg.de.

Die Geschichte der Kleinkunstbühne im Alten Kino in Ebersberg geht auf die inzwischen aufgelöste Ebersberger Kabarettgruppe „Valtorta“ zurück, nach der die Gasse am Ebersberger Rathaus benannt ist. Autor Alexander Liegl ist Vorsitzender des Trägervereins, Markus Bachmeier Geschäftsführer. Außerdem gehörten Marlen Reichert und Martin Pölcher dazu.

Das Quartett tingelte mit Programmen wie „Dichtheit und Wartung“, „Hirnmitte“, „Mörd“ und „Oberwasser“ jahrelang über deutschsprachige Bühnen. Aus dieser Zeit finden sich einige unveröffentlichte Perlen im Archiv, die heute gezeigt werden.

Die Stammgäste dürfen so in Erinnerungen an die „Valtorta“-Premieren schwelgen, die Jüngeren dürfen so das erfolgreiche, absurd-dadaistische Theaterformat erstmals kennen lernen …

Foto: Altes Kino

 

 

 




„Musik im Dialog” erneut verschoben!

Aufgrund des weiterhin geltenden Veranstaltungs-Verbots im Zuge der Corona-Pandemie hat der Aktionskreis Kultur und Heimat in Edling beschlossen, das Wasserburger Konzert „Musik im Dialog” unter der Leitung von Yume Hanusch aus Edling im Rathaussaal (wir berichteten) erneut zu verschieben. Und zwar nun gleich um ein ganzes Jahr auf den 20. März 2021! Es hätte im vergangenen März stattfinden sollen und war dann auf den Juni verlegt worden, was nun aber leider auch nicht möglich ist …


Aufgrund der insgesamt schwer abschätzbaren Entwicklung und des zudem im dortigen Novalishaus erhöhten Risikos (Seniorenzentrum) kann leider das zudem in Bad Aibling geplante Konzert bis auf Weiteres gar nicht stattfinden. Dafür möchte man jedoch in Wasserburg gegebenenfalls einen Zusatztermin in Wasserburg am 21. März 2021 anbieten – falls eine erhöhte Nachfrage oder eventuelle Beschränkungen der Besucherzahl dies erfordern würden.
 
In jedem Fall gilt für den Kartenverkauf folgendes:
 
–  Alle für den ursprünglichen Konzerttermin in Wasserburg (28. März 2020) gekauften Karten behalten weiter ihre Gültigkeit !
 
–  Alle für den Konzerttermin in Bad Aibling (21. März 2020) gekauften Karten können selbstverständlich an der ursprünglichen VVK-Stelle (Kroiss Rosenheim oder Novalishaus) zurückgegeben/erstattet werden.
Ein Erwerb von Karten für Wasserburg ist jedoch nur über die genannten VVK-Stellen in Wasserburg/Edling möglich – siehe untenstehendes Plakat!
 
–  Alle Karten für den 20. März 2021 behalten aus organisatorischen Gründen den alten Datumsaufdruck “28.3.2020”.
 
Die Leiterin Yume Hanusch:

Wir möchten uns sehr für die Umstände entschuldigen und hoffen gleichzeitig auf Ihr Verständnis  –  angesichts der beispiellosen Ausnahmesituation, die uns alle fordert.

Auch wenn es selbstverständlich ist, dass gesundheitliches Wohl und Sicherheit oberste Priorität haben, bedauern wir es außerordentlich, unser Publikum gerade in dieser schwierigen Zeit nicht durch die Kraft der Musik stärken, bewegen oder einfach mal auf andere Gedanken bringen zu können … wir hoffen auf jeden Fall fest, dass dies so bald wie möglich wieder realistisch wird !
 
Sobald offizielle Informationen vorliegen, was die Zulassung kleinerer Konzertveranstaltungen (weniger als 200 Besucher) betrifft, wird auf der Homepage www.klassik-im-krippnerhaus.de außerdem bekanntgegeben, wie es mit der Konzertreihe in diesem Jahr weitergeht. Die nächsten Termine wären ja die Kammerkonzerte+Kinderkonzerte im Oktober, auf deren Durchführung wir zumindest heute optimistisch hoffen …

In diesem Sinne, bis hoffentlich bald – alles Gute und bleiben Sie bitte gesund !




Die poetische Liaison geht weiter!

Sie setzen ein Zeichen in der heimischen Kulturszene: Die Ausstellung „Flow” von Heiko Börner beim AK68 in Wasserburg musste vor Wochen wegen Corona frühzeitig geschlossen werden (wir berichteten). Jetzt hat sich der AK68 dazu entschlossen, diese Ausstellung noch einmal für interessierte Besucher zu öffnen, wie es in einer heutigen Pressemitteilung der AK68-Geschäftsstelle heißt. Die Ausstellung wird ab dem heutigen Donnerstag, 7. Mai, geöffnet, letzter Tag wird der Sonntag, 17. Mai sein. Ein Porträt zur Kunst von Heiko Börner …

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr!

Heiko Börners Arbeiten in Holz verblüffen jeden Besucher, scheint doch unter seiner Bearbeitung das Material akrobatische Kunststücke zu vollführen: sich zu dehnen, umzuwenden, zu drehen, emporzuspringen, sich pilzartig aufzustülpen und vieles mehr. Bei aller Begeisterung übersieht man fast, welch handwerkliches Können auch seinen an sich abstrakten Skulpturen zugrunde liegt.

Bewegungen machen Raum und Zeit erfahrbar, ja formen sie aus und lassen sie anschaulich werden. Sie sind Heiko Börners ureigenes Thema, wozu er sich primär das Holz als Material gewählt hat.

Ausgangspunkt sind zumeist stereometrische Körper, vor allem Kuben mit ungleichseitigen Vierecken sowie Kugeln, deren Oberfläche geglättet oder schariert sind. Dazwischen aber fasert der Bildhauer das Holz mit vielen kleinen Beilhieben auf und gibt ihm den Anschein eines elastischen, streck-, dreh- und verformbaren Materials, dessen Windungen und Spannungen die interessanten, räumlichen Beziehungen der Kuben und Kugeln untereinander definieren und das vergangene, gegenwärtige und noch zu erwartende Geschehen zwischen den Körpern aufzeigen. Heiko Börner erweckt den Eindruck, dass die Körper sich durchdringen, umeinander drehen, miteinander verschmelzen oder sich wieder voneinander lösen. Der Betrachter erlebt diese Bewegungen als Raum schaffend und bleibt dabei selbst in der spannungsvollen, faszinierenden Ungewissheit, inwieweit die Bewegung noch in gleicher Richtung weiterführen wird oder ob bereits ein Umkehrpunkt wie im Jojo-Spiel erreicht ist.

Börner sieht seine Skulpturen als Ausschnitt eines Bewegungsflusses. Vorbereitend und parallel zum bildhauerischen Werk entstehen aufschlussreiche Bildhauerzeichnungen, sowie kleine Skizzen. Diese Sequenzen der Bewegungs- und Aktionsabläufe hat Heiko Börner zu kleinen Filmanimationen zusammengestellt, die den Ausstellungsbesuchern helfen, die Komplexität und Thematik der Skulpturen – über alle Bewunderung des Anschaulichen hinaus – besser zu verstehen.

AK 68 / Dr. Elisabeth Heil, Kunststation Kleinsassen

 




Neubeginn nicht vor vollen Sälen

Die Theater in ganz Bayern – und somit auch beispielsweise das Theater Wasserburg – können vorerst nicht auf eine Rückkehr zum normalen Spielbetrieb hoffen. Es werde ein schwerer Sommer für viele Theater- und Konzertveranstalter, sagte Kunstminister Bernd Sibler am heutigen Mittwoch nach einer Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst. Es sei aber Zeit für einen Neustart unter den veränderten Bedingungen. Derzeit richte man alle Planungen darauf aus, zur neuen Spielzeit im Herbst wieder zu beginnen, allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor vollen Sälen.

Im Gespräch sei auch, die Theaterferien vorzuziehen, um früher mit dem Probenbetrieb starten zu können. Ein früherer Beginn etwa bei Veranstaltungen unter freiem Himmel sei denkbar.




Der Zuschauer auf der Couch

Das Alte Kino in der Nachbarstadt Ebersberg will seine Gäste nicht länger mit Verschiebungen vertrösten. Gleichzeitig möchte die Kleinstkunstbühne, die in den vergangenen 27 Jahren enge Beziehungen zu einer Vielzahl von Künstlern aufgebaut hat, diese wiederum mit ihren Mitteln unterstützen. Da auch die wegen der Corona-Beschränkungen in den Mai verlegten Veranstaltungen nicht wie erhofft mit Publikum stattfinden können, streamt das Alte Kino nun erstmals zwei Bezahl-Veranstaltungen live und in Echtzeit aus der Kleinkunstbühne: Es geht um die Abende mit Stefan Leonhardsberger am morgigen Dienstag, 5. Mai, und mit Constanze Lindner am kommenden Samstag, 9. Mai.

Wie das abläuft, erklärt Hausherr Markus Bachmeier: Die Künstler kommen wie immer am Tag ihres Auftritts nach Ebersberg und bereiten sich in der Backstage der Kleinkunstbühne unter Beachtung aller Hygieneregeln mit Kostüm, Maske und Soundcheck auf den Abend vor.

Der Auftritt beginnt wie gewohnt um 20.30 Uhr.

Die Zuschauer sitzen jedoch nicht im Saal, sondern zu Hause in ihren Wohnzimmern und schauen im Livestream in Echtzeit zu. Dafür erhalten die ‘Gäste’ vom Alten Kino vorab einen Link. „Uns ist klar, dass das nicht dasselbe ist, wie ein Abend vor ort bei uns. Aber es ist eine Möglichkeit, die Künstler zu unterstützen, deshalb hoffen wir auch, dass möglichst wenig Gäste ihre Tickets zurückgeben“, sagt Bachmeier. Und wirbt mit einer Sonderaktion dafür: Wer reguläre Tickets für eine der beiden Veranstaltungen gekauft hat, erhält auch für die jeweils andere Veranstaltung freien Streaming-Zutritt.

Da die ursprünglich geplanten Programme für ein Streaming nicht geeignet sind, kommt Stefan Leonhardsberger mit seiner Band „Austria4+“…

Constanze Lindner spielt ein extra für diesen Abend zusammengestelltes Best-of und steht hinterher im Chat für einen Plausch mit den Zuschauern bereit.

Markus Bachmeier schließt nicht aus, dass der bezahlte Livestream mit Künstlern aus dem Alten Kino auch für andere Abende in Frage kommt. „Wir werden alles versuchen, damit in Ebersberg weiterhin Kultur stattfinden kann“, sagt der Geschäftsführer.

Bereits gekaufte Karten für die Veranstaltungen behalten ihre Gültigkeit.

Karteninhaber erhalten vom alten kino einen Link für die Veranstaltung. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.

Streaming-Tickets sind ab sofort stets über die Homepage erhältlich unter www.kultur-in-ebersberg.de.




Die Kultur in Not!

Seine Kulturreihe Brotzeit und Spiele ist seit Jahren beliebt im Altlandkreis: Noch zum Jahreswechsel nannte er sie augenzwinkernd eine kulturelle Grundversorgung (wir berichteten). Als nun aber leider ja auch Direkt-Betroffener der Corona-Krise unterstützt Wolfgang Ramadan folgenden Appell an Bayerns Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, wie er der Wasserburger Stimme gestern mitteilte. Den Appell haben jetzt viele namhafte, bayerische Künstler/innen vielfältiger Genres unterzeichnet: Von Michael Altinger aus dem Altlandkreis über Helmut Schleich bis Frank Markus Barwasser, von Wolfgang Krebs bis Luise Kinseher, von Haindling bis Hannes Ringlstetter und den Sportfreunden Stiller. Hier der Wortlaut …

Die so zahlreich Unterzeichnenden solidarisieren sich alle mit den Clubs und Bühnen, mit den vielen Solo-Selbständigen und Dienstleistern im Kulturbereich, die in Existenznot geraten werden und bereits geraten sind.

Der Infrastruktur von bayerischen Bühnen und Clubs für Musik-, Theater- und Kabarettveranstaltungen drohe durch die Corona-Maßnahmen vielfach die Insolvenz. Ohne Veranstaltungen keine wirtschaftliche Zukunft. Bühnen, Künstler und ihre Dienstleister seien gemeinsam bedroht.

Wolfgang Ramadan: Wenn die Durchführung von Publikumsveranstaltungen medizinisch notwendig untersagt werden muss, dann ist das verständlich. Dann bedarf es aber auch eines langfristigen, staatlichen Rettungsschirms für diesen Bereich, bis Veranstaltungen mit Publikum wieder wirtschaftlich tragfähig durchgeführt werden können.

 




Die Einbahn-Regelung fürs Museum

Man ist vorbereitet: Beim Lokschuppen Rosenheim hofft man sehnlichst auf die Wiedereröffnung der Ausstellung „Saurier- Giganten der Meere”. Am 26. September 2019 war die Erlebnis-Ausstellung für die ganze Familie gestartet – nach Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Lebensgroße Modelle der Meeresgiganten, Europas größtes digitales Paläoaquarium und zahlreiche Originalfunde machten Szenen aus einem Meer vor unserer Zeit erfahrbar. Die weltweit größte Meeressaurier-Ausstellung sollte eigentlich bis zum 13. Dezember 2020 geöffnet sein. Nun ist weiter unklar, wann in ganz Bayern Museen und Ausstellunghäuser wieder öffnen können …

Neben Abstandshinweisen und Plastikscheiben an der Kasse, Mundschutz für Mitarbeiter und Desinfektionsmittel am Eingang werde auch eine Einbahn-Regelung für die Ausstellung erarbeitet. Wieviele Personen maximal in der Ausstellung sein dürfen, diese Parameter seien noch unklar.

Online sollen beim Ticketverkauf bestimmte Time-Slots gebucht werden können. Unklar sei derzeit auch, ob es bei dem Ausstellungsende Dezember 2020 bleibt.

Die Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim hatte in die Saurier-Ausstellung rund drei Millionen Euro investiert. Rund 85 Prozent der Kosten sollten durch Eintrittsgelder refinanziert werden.

Offen ist auch, wie es im Anschluss mit der Saurier-Ausstellung weitergehen wird. Geplant war die Schau an andere Häuser zu verleihen – auch nach Nordamerika. Die Verträge dazu seien aber noch nicht unterschrieben …

 




Kultur in der Corona-Krise

Kultur in der Corona-Krise – das bietet das Alte Kino in Ebersberg seit Wochen unermüdlich. Nun streamt es vom kommenden Donnerstag bis zum Samstag, 2. Mai, live Kurzfilme aus der Eigenproduktion „Mittelpunkt der Welt“, eine Ausgabe des beliebten Musikquiz’ mit dem Kabarettisten und ehemaligen Lehrer Hans Klaffl sowie das Abschiedskonzert der legendären Ebersberger Band „Zeitzeuge“ (Foto) von vor acht Jahren …

Poetisch verspielter Rock-Pop in der Muttersprache mit Hang zum Weltschmerz, das war die legendäre Ebersberger Band „Zeitzeuge“. Sie stellt dem alten kino den Mitschnitt ihres Abschiedskonzerts am 7. Januar 2012 in der Kleinkunstbühne zur Verfügung. Gezeigt wird der Film am Samstag, 2. Mai.

Die Ebersberger Band „Zeitzeuge“, das waren Tobias Mückenberger, Alex Kölbl, Benedikt Michael, Bini Kneidl und Moritz Michael. Als sie sich 2012 auflösten, setzten sie den allerletzten Schlusspunkt mit dem Lied: „Wenn der Löwe fällt“. Zu einem Meer aus Wunderkerzen und Feuerzeugen sangen die Fans beim Konzert im alten kino wehmütig mit: „Gibt es noch Orte, wo wir hinkönnen? Nicht nur ein Leben für Papier. Nimm mich mit!“ Die Presse urteilte: „Revolutionäre Romantik“.

Das alte kino hat das Angebot, den Mitschnitt des letzten Konzerts zu streamen, sofort hoch erfreut angenommen, und sucht nun Mitstreiter bei dem Versuch, die Musiker zu einem Revival im Alten Kino zu bewegen – wenn denn dort wieder Live-Konzerte mit Publikum stattfinden dürfen. „Schreibt uns auf Instagram, Facebook, per Mail, wenn auch Ihr ,Zeitzeuge` wieder live auf der Bühne sehen möchtet!“, heißt es in der Ankündigung.

Das Alte Kino wird in diesem Herbst 28 Jahre alt, da ist es fast schon wieder Zeit, die Jubiläumsproduktion zum 30. Geburtstag vorzubereiten. Alle fünf Jahre feiert die Kleinkunstbühne ihr Bestehen groß mit einer Eigenproduktion, bei der Bedienungen, Barmänner, Beleuchter und Vereinsmitglieder auf der Bühne stehen und mit großem Spaß ein Stück aus der Feder von Kabarettist, Ex-„Valtorta“ und Vereinsvorstand Alexander Liegl aufführen.

Im „Mittelpunkt der Welt“ zeigte sich 2012, dass alle großen Kinoproduktionen aus dem alten kino in Ebersberg stammen. Am Donnerstag, 30. April, sind im Livestream Kurzfilme zu sehen, die für diese Eigenproduktion entstanden sind. Stammgäste aus dem alten kino dürfen dann in Erinnerungen schwelgen…

Am Freitag, 1. Mai, lädt Hans Klaffl zur neuen Ausgabe seines Musikquiz. Er löst darin die Fragen der vorhergehenden Sendung auf, stellt den Gewinner vor, erzählt etwas zum Hintergrund und stellt drei neue Fragen – locker und launig wie immer.

Der Eintritt zu diesen Livestream-Veranstaltungen ist frei, Beginn ist am Donnerstag und Freitag um 19.30 Uhr, am Samstag um 20.30 Uhr, jeweils auf

www.kultur-in-ebersberg.de.

 




Das Jahrbuch „Heimat am Inn“ ist da

Jetzt, da die Buchläden wieder aufmachen dürfen, ergänzt der Heimatverein Wasserburg das Sortiment mit einer neuen Ausgabe der Heimat am Inn zur Geschichte der Burg. Diese neue Ausgabe wird ab dem kommenden Mittwoch, 29. April, im örtlichen Buchhandel erhältlich sein oder ist auch per Mail bestellbar …

… über stadtarchiv@wasserburg.de  (zuzüglich Versandkosten).

Am 30. März sollte sie eigentlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden – die neue „Heimat am Inn“ zur Geschichte unserer Burg. Leider musste diese Veranstaltung wegen Corona abgesagt werden. Da man die Buchvorstellung nicht zeitnah nachholen kann, hat sich der Heimatverein entschieden, das Werk nun dennoch herauszugeben – und wünscht allen Lesern viel Freude mit diesem Buch!

Zum Inhalt:

Das Jahrbuch aus der Reihe „Heimat am Inn“ beschreibt die Bauprojekte von Kasten und Schloss der Burg während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, eine Zeit, in der in Wasserburg allerlei Turbulenzen zu überstehen waren. Die umfangreiche Recherche in verschiedensten Archiven förderte zum Teil bisher noch unveröffentlichtes Material zutage und liefert einen weiteren Baustein zur Architekturgeschichte der Renaissance in Mitteleuropa.

So geht zum Beispiel aus den gesichteten Quellen hervor, dass die Arbeiten am Schloss, welches bisher als Neubau auf das Jahr 1531 datiert wurde, bereits 1529 einsetzten und es sich nicht um einen Neubau handelte.

Die Autorin Magdalena März, geboren am 13. März 1987 in Prien am Chiemsee, verwendet für diesen Band als Grundlage ihre Masterarbeit, die sie im Sommer 2016 im Fach Kunstgeschichte an der LMU München abschloss. In ihrer Arbeit zeigt Frau März durch die Auswertung verschiedener Quellengattungen, sowie Archivstudien und Beobachtungen vor Ort, dass die Baumaßnahmen bislang zu oberflächlich betrachtet wurden. Ihre Rekonstruktion, wie in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die alte Burg zu einer herrschaftlichen Anlage umgestaltet wurde, verdeutlicht einzelne Bauabläufe und personelle Zuständigkeiten, die in dieser Konkretheit bislang noch nicht bekannt waren.

Buchtitel/Verkaufspreis:

Magdalena März
Die Bauprojekte von Kasten und Schloss der Burg Wasserburg am Inn unter Herzog Wilhelm IV von Bayern (1493-1550).
Heimat am Inn 37/38 Beiträge zur Geschichte, Kunst und Kultur des Wasserburger Landes, Jahrbuch 2017/2018 des Heimatvereins (Historischer Verein) e. V. für Wasserburg am Inn und Umgebung (Hrsg.), Wasserburg 2020.
ISBN: 978-3 943911-15-2
Hardcover, Fadenheftung, 192 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen
Verkaufspreis: 19,90 € (Bestellbar über: stadtarchiv@wasserburg.de)

Wichtige Information für Mitglieder:

Ab 29. April ist ebenfalls die Abholung eines kostenfreien Exemplars für Mitglieder des Heimatvereins gegen Vorlage des Mitgliedsausweises möglich. Bitte beachten: Diese Abholung für Mitglieder ist ausschließlich in der Wasserburger Bücherstube, Schustergasse 5, möglich.

 

 




Jetzt schon Corona-Erinnerungen für die Zukunft

 

Der Alltag in Zeiten der Corona-Pandemie – wir sammeln Ihre Erinnerungen für die Zukunft! Unter diesem Motto hat das Bauernhausmuseum Amerang eine Aktion gestellt, um die akjtuelle Zeit für ikmmer festzuhalten. Denn Museumsgebäude, Objekte und Ausstellungen zeigen Spuren vergangener Generationen. Sie erzählen, wie Menschen lebten, arbeiteten und wirtschafteten. Für das Ameranger Freilichtmuseum sind da die Geschichten, Gegenstände und Fotografien wichtig. Man möchte nun bereits mitten in der Krise für kommende Generationen festhalten, wie Corona den Alltag gerade verändert.

Die Verantwortlichen des Museums schreiben:

Schicken Sie uns Ihre Fotos von Dingen und Ereignissen oder vertrauen Sie uns Ihre Geschichten an, die zeigen, wie Corona Ihre Leben beeinflusst. Wie feiern Sie beispielsweise Ihren Geburtstag? Was fällt Ihnen beim Einkaufen auf? Oder wie verändert Homeschooling Ihr Familienleben?

Zunächst sammeln wir Ihre Erinnerungen digital – aufgeschriebene Notizen, Fotografien, Briefe und auch Video- oder Audiofiles. Wir nehme Ihre Geschichten ins Archiv auf dieser Seite auf. Bitte schreiben Sie dazu, wenn Sie das nicht möchten!

Wenn Sie Ideen auf einschlägige Gegenstände aus Ihrem Corona-Alltag haben, die wir sammeln können: Wir freuen uns über Ihre Vorschläge per E-Mail.

Wie funktioniert`s?
Bitte senden Sie eine E-Mail mit Ihrer Geschichte und gern auch einem Foto an: museum@bhm-amerang.de

Foto: Bauernhausmuseum Amerang




Wie gut das tut

Eine Abendstimmung im Landkreis – wie sie aktuell fast tagtäglich vorkommt. Ein nahezu unglaubliches Bild ist unserem Fotografen Rainer Nitzsche da erneut im Landkreis gelungen. Zwischen Gemälde und Wirklichkeit. Kunst per Kamera. Ein Foto von gestern in Farben, die zum Träumen einladen. Wie gut das tut …

Foto: Rainer Nitzsche




Kein Sommerbrettl, kein Klaviersommer

Der einzige Lichtblick: Die Lesung von Axel Hacke (Foto) wurde vom 29. April auf den 26. November verschoben. Das meldet das Inn-Salzach-Klinikum am heutigen Freitagmittag. Dafür bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Dafür gibt es aber sowohl eine Absage für Michi Altingers großes Sommerbrettl am Stoa und auch für den Wasserburger Klaviersommer 2020! Die folgenden Kultur-Veranstaltungen aber am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg / Gabersee als Absagen im Überblick …

Konzert Blues4Use am 20. Mai

Sommerbrettl mit Michael Altinger am 18. Juni am Stoa bei Edling

Klavierabend Andreas Fröschl am 10. Juli sowie leider auch

der Wasserburger Klaviersommer vom 29. Juli bis zum 7. August.

 




In einer Rolle als Hebamme

In einer Rolle als Hebamme Michaela Mielke war die Wasserburger Schauspielerin und Autorin Marie Theres Kroetz Relin (Foto) am gestrigen Abend im ZDF zu sehen: In einer Folge der Serie Lena Lorenz. Gedreht worden war im Berchtesgadener Land. Derzeit hat die Tochter von Maria Schell spannende Theater Online-Proben unter dem Titel: Ungeheuer heiß. Für den Herbst sei mit dem Stück eine Tournee geplant. Ihre beliebten Wasserburger Kino-Events (wir berichteten mehrfach) werden ebenso aktuell nun für den Herbst geplant. Damit es nicht heißt, wie sie mit einem aufmunternden Lächeln sagt: Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.

Foto: Marie Theres Kroetz Relin




Freude, Hoffnung und vui Gfui

A bissal Kultur, a bissal Abwechslung. Nach dem grandiosen Erfolg des ersten „Geisterkonzerts” mit Liedermacher Konstantin Wecker bietet der Neubeurer Konzert-Veranstalter „Crossgammy” aus und im Landkreis erneut ein solches an. Als Benefizaktion für in Not geratene Kulturschaffende! Das zweite Livestream-Konzert findet am heutigen Abend statt. Dieses Mal sind Werner Schmidbauer, Singer-Songwriterin Sarah Straub, Sänger Ecco Meineke und Cellistin Fany Kammerlander dabei. Ab 19 Uhr wird das Konzert live unter anderem auf Youtube gestreamt.

Mit diesem Social Distancing mit Herz”-Konzert, wie der Veranstalter es bezeichnet, soll eine Plattform geschaffen werden, auf der mit Hilfe einer Spendenaktion in Not geratene Kulturschaffende unterstützt werden können.

Das erste Geisterkonzert am 27. März mit Konstantin Wecker hatte mehr als 10.000 Euro eingespielt– für Kulturschaffende aus allen Bereichen, die in finanzieller Not sind, weil sie wegen Corona Konzerte absagen, Einrichtungen schließen oder aus anderen Gründen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, so der Veranstalter aus dem Landkreis.

Von einem Moment auf den nächsten leben wir alle in einer Welt, die anders ist
als zuvor. Anders wird auch dieser »gemeinsame« Konzert- und Talk-Abend.
Mitten in einer Zeit der Verunsicherung, möchten wir Freude, Hoffnung und ein
Stück herzerwärmende Normalität in die vielen Wohnzimmer da draußen
bringen. Zusammen mit großartigen Gästen, die an diesem zweiten Abend
auf der Bühne stehen werden:

Neben Sarah Straub werden dieses Mal der Liedermacher und
Moderator Werner Schmidbauer, der Sänger Ecco Meineke, die Cellistin Fany
Kammerlander und der Pianist Andy Lutter mit dabei sein. Gemeinsam spielen sie live via
Internetstreaming für die ganze Welt in diesen so herausfordernden Tagen und
rücken so alle doch irgendwie näher zusammen.

Spenden-Zwischenstand: 14.673,64 Euro!

>>> Link zum streamen auf YouTube am 17.4. um 19 Uhr

>>> Link zum Spenden für regionale Kleinkünstler

 

 




Mona Schwab und ihre Liebe zu Worten

„Noch immer ist es für mich absolut surreal, wenn Leser Bilder von meinen Büchern posten und mich darauf verlinken. Aber zu sehen, dass ihnen die Geschichten gefallen, sie diese lesen und sie meine Worte verzaubern, das freut mich ungemein.” Bescheiden lächelt die junge Schriftstellerin: Vor Monaten ist das erste Buch von Mona Schwab aus Wasserburg erschienen. Briefe und Tee. Die Resonanz der Leser war überwältigend: „Mich hat noch kein Buch so emotional berührt wie dieses. Ich bin mir sicher, jeder wird sich irgendwo in dieser Geschichte selber wiederfinden. Die Idee von Sophie ist einfach mal mega genial. Nicht nur was für die einsamen Herzen unter uns, denn diese Story berührt nachhaltig emotional sehr!” Lang ließe sich diese Liste an so positiven Meinungen fortführen. Die gute Nachricht von Mona Schwab für ihre Leser: Vor wenigen Tagen kam „Chats und Wein“ als ihr zweites Buch hinzu. Unser Porträt der jungen Schriftstellerin, die in Pfaffing aufgewachsen ist …

Mona Schwab wurde im Jahr 1988 geboren, ist in Pfaffing aufgewachsen und lebt jetzt in Wasserburg. Sie arbeitet im Bereich der sozialen Medien. Zwischendurch hatte es sie in das lebendige, kunterbunte Berlin verschlagen, dem auch immer noch ein Stück ihres Herzens gehört.

Bereits im Kindergarten tauchte sie begeistert in andere Welten ein und fing schon mit acht Jahren an, ihre eigenen Geschichten zu verfassen. Ihre Wohnung ist eine Bibliothek und sie liebt Tage voller Kaffee, Musik und Schreiben über alles.

Die Geschichte „Briefe und Tee“ beginnt locker, teilweise humorvoll, wagt sich aber schnell in ernstere Gebiete vor. Wer hier einen leichten Unterhaltungsroman erwartet, wird enttäuscht werden – oder positiv überrascht. Vom gelungen umgesetzten Tiefgang des Buches. Die Charaktere lebensnah, erfrischend, einfach echt.
Respekt vor der jungen Autorin, die sich in ihrem Werk an schwere Themen wagt, diese jedoch in authentische Charaktere verpackt und in einem neuen erfrischenden Erzählstil an den Leser heranträgt.
Weil uns hier eine Story aus gesendeten Emails geschenkt wird.

Zum Inhalt:

Sophie liebt Briefe. Sie findet es schade, dass heute kaum noch einer welche schreibt. Deswegen richtet sie sich ein Postfach ein, verteilt ihre Postfachnummer in der ganzen Stadt und hofft so, mehr über die Menschen zu erfahren.
Während dieser Zeit lernt sie Mia kennen und zwischen ihnen entsteht eine Freundschaft, die gegen die tiefe Dunkelheit kämpft und ihnen beibringt, im Regen zu tanzen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Es ist ein Buch über Freundschaft, die Liebe und das Licht am Ende des Tunnels.

Und das sagt die Mona über die Mona:

Angefangen hat eigentlich alles, als ich im Kindergarten mein erstes Buch in den Händen hielt und unbedingt lesen wollte. Mit großer Wissbegier und der Hilfe einer Freundin wurde mein Wunsch schon bald wahr und ich konnte den großen Hunger nach Worten und neuen Welten stillen.

Bücher haben mich fasziniert. Ihre Macht, den Leser in andere Realitäten zu entführen, hatte etwas absolut Magisches an sich. Und so schrieb ich mit gerade mal acht Jahren meine erste Geschichte. Sie handelte vom Schlaraffenland und meinen damaligen Freundinnen, die mit mir einen Ausflug dorthin machten.

Mit 14 schrieb ich meinen ersten Roman. Eine romantisch-kitschige Geschichte. Dann ruhte das Schreiben bis ich Ende 20 auf einem Werbeplakat von Anna Todds „After-Reihe“ las und den kleinen Hinweis auf die Online-Plattform „Wattpad“ bemerkte. Mein Bruder startete damals einen Reiseblog und inspirierte mich so sehr zum Schreiben, dass ich mich einfach mal bei Wattpad anmeldete.  Ich öffnete ein neues Wattpad-Dokument und fing an, wie im Rausch meine ersten Worte für „Some of us are human“ zu tippen.

Als ich den Mut hatte, die Geschichte zu veröffentlichen, erhielt ich die ersten Kommentare und Feedbacks, die mich motivierten, weiter zu schreiben. Und das tat ich. Während ich die Geschichte weiterschrieb, verfasste ich parallel „Briefe und Tee“ und kurz darauf „Chats und Wein“ und veröffentlichte auch diese. „Briefe und Tee“, „Chats und Wein“ und „Von Pizza & Badboys“ gewannen jeweils in den jeweiligen Jahren einen Watty – einen Preis den die Online-Plattform Wattpad einmal im Jahr verteilt. Und das war für mich eine Bestätigung, dass ich mit meinen Worten Menschen bewegen und mitreißen konnte.

Die Themen in meinen Büchern sind oft nicht wirklich leichte Kost. Ich möchte wachrütteln, bewegen, berühren und die nackte Realität auch mit Worten aufzeigen. Dennoch immer mit der richtigen Mischung und einer positiven Wendung für meine Protagonisten.

Schreiben ist ein Weg für mich, um Themen, die mich bewegen und beschäftigen, zu verarbeiten und anzusprechen. So war es für mich auch wichtig, zum Beispiel das Thema Depression, an der einer der beiden Protagonistinnen erkrankt ist, in Briefe und Tee miteinzubauen. Mir ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Zu zeigen, dass auch Menschen mit Depressionen normal sind und es gut und verdammt wichtig ist, darüber zu sprechen. Ich möchte, dass diese Stigmatisierung von psychischen Krankheiten ein Ende hat und ich hoffe, dass mir das mit meinen Werken ein kleines bisschen gelingt.

Zu kaufen gibt es „Briefe und Tee“ sowie „Chats und Wein“ im hiesigen Buchhandel –  dort jetzt einfach telefonisch/online bestellen, solange die Läden nicht geöffnet sind.. Beide Bücher sind übrigens auch als eBook erhältlich.

Ein Profil auf Wattpad findet man hier:

https://www.wattpad.com/user/ozeanwind

Dort kann man übrigens noch andere Geschichten – meist Romane – von mir lesen. Man muss sich zwar anmelden, doch das Lesen ist kostenlos. Über einen Besuch würde ich mich natürlich sehr freuen! Via Wattpad hat mich der Wreaders-Verlag auch gefunden und kontaktiert – was mich unglaublich gefreut und stolz gemacht hat. Ansonsten findet ihr mich auch auf Instagram unter @monaschwab .

 

 

 

 




Wie wichtig Gemeinschaft ist

Corona erinnert uns tagtäglich aktuell daran, wie wichtig Gemeinschaft ist und dass wir uns ihrer immer wieder bewusst werden sollten. In der Karwoche stellt das Museum Wasserburg deshalb diesen Wachsstock aus dem 19. Jahrhundert vor (Foto). Er zeigt das Abendmahl. Als letztes Abendmahl wird das Mahl bezeichnet, das Jesus Christus mit den zwölf Aposteln zur Zeit des Pessachfestes vor seinem Tod am Kreuz in Jerusalem feierte.

Der Wachsstock zeigt die Darstellung des Abendmahls und versinnbildlicht das Sakrament der Eucharistie. Die Jünger gruppieren sich um den Tisch an dessen Längsseite Jesus sitzt und das Brot bricht. Im Zentrum der Szene steht der Kelch. Er ist das Symbol des Martyriums Christi und des ewigen Lebens.

Die Szene ist aus einem farbigen Wachsrelief gestaltet, das von Draperien und Kantille eingefasst und mit einem Glas verschlossen ist. Der eigentliche Wachsstock umgibt die Szene und ist mit Zinnschüsselchen, Bordüren, Ranken und Blumen belegt.

Das hier verwendete Wachsrelief wurde vielfach hergestellt und häufig verwendet. Der umgebende Wachsstock und die Draperien wurden hingegen immer neu und individuell gestaltet. So liegt heute im Stadtmuseum München ein ähnlicher, aber nicht gleicher Wachsstock vor. Dennoch sind solche prächtigen, großen und individuellen Stücke selten und stellen eine Kostbarkeit dar. Auch in früheren Zeiten waren sie Dekorationsobjekte und wurden zu besonderen Anlässen verschenkt.

Wachsstöcke waren eigentlich eine Sonderform der Kerze. Sie bestehen aus einem aufgewickelten, mit einem Docht durchsetzen Wachsstrang, den man stückweise abwickeln und anzünden konnte. Im ausgehenden 18. Jahrhunderten wurden sie als Geschenk und als Mitgift sehr beliebt. So entstand der Brauch sie schön zu gestalten und mit Heiligenbildern, Liebesschwüren und Blumen zu dekorieren.

Der hier gezeigte Wachsstock konnte im Zuge der Konservierung der städtischen Wachssammlung restauriert werden. So wurde das Relief von einem schneekristallartigen Belag gereinigt und wieder sichtbar gemacht. Ausgebrochene Zierelemente aus Papier, Wachs und Metall wurden wieder befestigt und gelockerte Wachsstränge am unteren und oberen Ende des Objekts gesichert. Im Anschluss gelang die Reinigung aller weiteren Oberflächen.

 

 




Allein im Museum

Wie machten es sich die Menschen früher zu Hause gemütlich? Wie holte man sich das Schöne und die Hoffnung des Frühlings nach Hause? Worauf bauten sie Ihren Schutz? Das Objekt des Monats aus dem Museum Wasserburg zeigt ein Beispiel – vorgestellt von Leiterin Sonja Fehler …

Wegen der Corona-Krise ist auch das Wasserburger Museum vorerst bis zum 19. April geschlossen – spätestens nach Ostern wird wohl von der bayerischen Regierung entschieden werden, wie es weitergehen wird. Ob die Schließung anhält oder aufgehoben wird.

Streift man durch die nun stille Möbelausstellung des Museums Wasserburg, sieht man den Frühling an allen Ecken und Enden. Es blüht und grünt. Vögel tummeln sich, Schäfer führen ihre Schafe auf die Weide und Schwalben bauen ihr Nest. Die Möbel des Bauernbarocks sind über und über bemalt mit Blumen, Vöglein und Herzen.

Sie zeigen gerne die vier Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling oder tragen religiöse Motive wie den Guten Hirten oder die Maibuschen, die in den Kirchen die Altäre zieren. So vereinen sie religiöse und weltliche Motive. Diese Möbel sind ein Bilderbuch oberbayerischer Kulturgeschichte und der Volksfrömmigkeit. Sie erzählen uns, was den Menschen vergangener Jahrhunderte wichtig war, was sie erfreute und was ihnen Hoffnung gab.

Der Schrank von 1831 (Foto unten) zeigt das Motiv des guten Hirten und der guten Hirtin. Die Darstellungen bringen die hingebungsvolle Liebe und Fürsorge von Christus und Maria zum Ausdruck. Schon im Alten Testament taucht das Motiv des Hirten auf, der sich aufopferungsvoll um seine Tiere kümmert, sie liebt und schützt und jedem einzelnen nachgeht. Im Psalm 23, dem Hirtenpsalm heißt es: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts Mangel“. Das Hirtenmotiv bezieht sich an dieser Stelle auf Gott. Jesus sagt von sich selbst im Johannes Evangelium: „Ich bin der gute Hirte“ und führt aus: Der gute Hirte kennt die Schafe und ruft sie einzeln beim Namen. Die Schafe erkennen ihn an der Stimme

Das Bild des Hirten war auch den Menschen hierzulande geläufig und Teil der Lebensrealität. Die Schäferdichtung der Renaissance und des Barock idealisierte das Leben der Hirten und machte es zum Sujet der bildenden Kunst. Im 18. Jahrhundert wurde auch Maria als Gute Hirtin vereinzelt dargestellt. In der Oberbayerischen Volkskunst, für die die Marienverehrung von großer Bedeutung war, wurde dieses Motiv sehr beliebt.

Die Heiligen sind nicht nur Sinnbilder der Hoffnung. Ihr Abbild sollte auch Schutz bieten und Verehrung zum Ausdruck bringen.

Die Möbel wurden häufig als Brautausstattung für eine Hochzeit angefertigt und in der guten Stube des Bauernhauses aufgestellt. Man wollte es sich schönmachen und zeigen, was man hatte. Der Bauernbarock wie wir ihn kennen setzte zur Zeit des Klassizismus im ausgehenden 18. Jahrhundert ein. Er war eine Gegenbewegung zu den nun nüchterner werdenden Kirchen und öffentlichen Bauten. Die Menschen holten sich den Reichtum der Kirchen nach Hause.

Ein Bauernschrank, geschnitzt, bemalt, 1831.

Foto: Museum Wasserburg

 




Wasserburger Geschichte verstehen …

Noch vor gut einem Jahr, Anfang März 2019, tanzten die Wasserburger Schäffler auf unseren Plätzen und Straßen. Sie waren diejenigen, die nach der Pest-Epidemie im 17. Jahrhundert die Lebensfreude für die Bevölkerung zurück brachten. Zu diesem Schäfflerjahr hatte Irene Kristen-Deliano – Wasserburgs StadtEntdeckerInn – den Roman „Der Reifenschwinger“ veröffentlicht.

Für viele Zuschauer war dieses Ereignis, das nur alle sieben Jahre stattfindet, eine lustige Sache. Schon deshalb, da dieser Tanz in der Faschingszeit von Heilig-Drei-König bis Faschingsdienstag aufgeführt wird.

Die einzelnen Tanzfiguren stecken aber voll Symbolkraft.

Beginnend mit der „Schlange“, die giftige Dämpfe, sprich die Pest – der unsichtbare Feind – in Stadt und Land bringt. Gefolgt von der „Laube“, dieses Zusammenrücken der Schäffler versinnbildlichte, wie das eigene Heim zum vermeintlichen ‘Gefängnis’ wird. Des Weiteren die Kreuzfigur, das Kreuz als Schutzsymbol, um nur einiges zu nennen. Es folgen noch sieben Tanzformen.

Irene Kristen-Deliano: Damals dachte ich nicht, dass ich jemals eine Situation erleben würde, welche dem Roman ähnlich ist.

Der Roman Reifenschwinger erzählt unter anderem von Maßnahmen zum Einhalt der Seuche, welche die Stadt vor knapp 400 Jahren ergriffen hat, um der Lage Herr zu werden.

Mit welchen Ängsten, Zweifeln, apokalyptischen Prophezeiungen und wirtschaftlichen Nöten der Einzelne zu kämpfen hatte. Wo sollte er Kraft und Hoffnung schöpfen? In der Hochphase der Epidemie war er sechs Wochen im Haus gefangen, angewiesen auf die Hilfe von außen. Auch damals gehörten Solidarität, Freundschaft und Hilfsbereitschaft jenseits der Standesunterschiede zum alltäglichen Überleben.

Tücher vor Mund und Nase, siebenmal siebenundsiebzig Schritte Abstand halten, Verbot von Märkten, nur die Salzfahrer waren noch unterwegs.

Gehen wir durch die Stadt Wasserburg, so legt die Kanzel in St Jakob Zeugnis ab, die Kirche nach der Pest neu „ausputzen“ zu lassen, jedes Jahr wiederholen die Wasserburger um den Namenstag des Hl. Sebastian (20.Januar) das Pestgelübde. Der Blasiussegen hat lange Tradition hier in der Stadt, er wird am 3. Februar gespendet und schützt vor Halskrankheiten und allem Bösen.

Gerade in diesen Tagen besteht die Chance, sich die Menschen vergangener Zeit ins Gedächtnis zu rufen, wie sie fernab von Telefon, TV und  Social Media diese Herausforderung gemeistert haben.

Kristen-Deliano: Die jetzige Ausgangsbeschränkung bietet eine Möglichkeit, während des Lesens des Romans Wasserburger Geschichte hautnah zu verstehen.

„Der Reifenschwinger“ – 9783939078555 – auch per Post zu beziehen …

creAstro-Verlag oder I.Kristen-Deliano@gmx.de




Die Kultur in Gefahr

Der Verband Freie Darstellende Künste Bayern (VFDKB) sieht – wie Gabi Sabo aus Grafing als Sprecherin mitteilt – zahlreiche Häuser, Theatergruppen und Akteur *innen der Freien Darstellenden Künste durch die Corona-Krise akut gefährdet. Der VFDKB hat sich deshalb jetzt an Staatsminister Bernd Sibler (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) gewandt und fordert eine spezielle Soforthilfe für Künstler*innen und Künstler, die Möglichkeit zur Beantragung von Ausfallkosten sowie eine Ausschüttung der Fördergelder – selbst wenn die Förderkriterien aufgrund der Corona-Krise nun nicht erfüllt werden können.

Der Verband der Freien Darstellenden Künste Bayern appelliert an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, im Nachtrags-Haushalt einen Posten einzustellen, der spezielle Soforthilfe für Künstler*innen garantiert sowie Ausfälle und Mehrkosten abdeckt. Außerdem hält der Verband eine komplette Ausschüttung der Fördergelder für 2020 für notwendig, auch wenn weniger Vorstellungen gespielt oder Förderkriterien nicht erfüllt werden können.

Ein großer Teil des landesweiten Theaterangebots  wird von freiberuflichen Theater- und Tanzschaffenden und nichtstaatlichen Theatern mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand abgedeckt und garantiert die kulturelle Teilhabe gerade in der Fläche. Zahlreiche Häuser, Theatergruppen und  Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste sind akut gefährdet, wenn sie das aktuell entstehende Defizit nicht überbrücken können.

Der Verein Freie Darstellende Künste Bayern (VFDKB) hat in den letzten Tagen die Szene der Freien Darstellenden Künste in Bayern stichpunktartig zum Thema Verdienstausfälle durch Corona befragt und innerhalb von wenigen Tagen über 90 Rückmeldungen erhalten. Es meldeten sich 19 Theater mit Landesförderung (bei etwa. 56 durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten nichtstaatlichen Theatern) zurück. Der Verlust von diesen 19 Häusern lässt sich allein bis zum 19. April auf 530.000 Euro beziffern.

Dazu kommen 38 freie Ensembles und Häuser mit anderweitiger Förderung mit einem Gesamtverlust von 480.000 Euro, von denen die Hälfte Kinder- und Jugendtheater anbietet. Außerdem schlägt der Verlust der befragten Einzelkünstler*innen (ca. 30) mit durchschnittlich 2.500 Euro pro Monat zu Buche.

Die Hälfte dieser Verluste stammt aus abgesagten Workshops an Bildungs- und Kultureinrichtungen, denn viele Schauspieler*innen und Regisseur*innen sind auch in der kulturellen Bildung tätig und somit von Schließungen und Veranstaltungsabsagen doppelt betroffen. Gerade im Kinder- und Jugendtheater wird mit langfristigen Ausfällen gerechnet.

Die aktuelle Vorstandschaft beim Skypen: (von unten nach oben) Daniela Aue, Julia Opitz und Barbara Kastner.

Der VFDKB hat außerdem den Bedarf der Modifizierung von Förderbedingungen aufgrund der Corona-Krise erfragt, da eine Förderung beispielsweise an einen Projektabschluss mit einer bestimmten Anzahl von Vorstellungen gebunden sein kann. Die Zeit des Shut-Down bedeutet nicht nur Einnahmeausfälle, sondern auch den Ausfall von Probenzeiten und entsprechenden Honoraren.

Projekte, die im März und April 2020 nicht zur Premiere gebracht werden, verursachen neben Eintrittsverlusten bei Verschiebung verlängerte Probenzeiten, zusätzliche Werbekosten und vieles mehr. Die geschätzten Kosten liegen bei 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten.

Im Nachtragshaushalt des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst muss ein Posten eingestellt werden, der spezielle Soforthilfe für Künstler*innen garantiert sowie Ausfälle und Mehrkosten abdeckt. Außerdem halten wir eine komplette Ausschüttung der Fördergelder für 2020 für notwendig, auch wenn weniger Vorstellungen gespielt bzw. Förderkriterien nicht erfüllt werden können.

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat bereits eine Soforthilfe für Künstler*innen geschaffen – bewilligte oder in Prüfung befindliche Projektförderung wird dort in Gänze gewährt.

Auch die Freien Darstellenden Künste in Bayern benötigen neben den Fördergeldern Ausfallhilfen – Theaterhäuser ebenso wie Ensembles und Solokünstler*innen. Ein entsprechender Appell liegt Herrn Staatsminister Bernd Sibler (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) vor.

Der Verband setzt sich ein für:

–        Eine komplette Auszahlung der beantragten und zugesagten Fördergelder

–        Eine Verlängerung der Förderzeiträume um ein gesamtes Jahr

–        Eine Beantragungsmöglichkeit von Ausfallgeldern und Mehrkosten, nicht nur für bisherige Fördernehmende

–        Eine spezielle Soforthilfe für Künstler*innen, die durch eine Absage von Engagements und Aufträgen Einnahmeausfälle nachweisen können, ohne dass bereits ein Liquiditätsengpass vorliegen muss.

–        Ein bedingungsloses Notstipendium für Künstler*innen bzw. formlose Grundsicherung für Künstler*innen (monatlich 1/12 des bei der KSK gemeldeten Jahreseinkommens, mindestens jedoch 1000 €. Das Realeinkommen wird im Folgejahr durch die Steuererklärung belegt und ab einer zu bestimmenden Einkommensgrenze ganz oder teilweise zurückerstattet)

Der Verband

Der VFDKB vertritt die Belange der Freien Darstellenden Künste in Bayern. Er übernimmt seit 1991 Aufgaben wie die Vertretung und Beratung von freien Theater- und Tanz-schaffenden, Kommunen und Institutionen und ist Ansprechpartner für Presse, Politik und Wirtschaft. Dazu ist er in der Koordinierung und Netzwerkbildung tätig.

Derzeit sind 70 Theater, lokale Netzwerke und freie Theaterschaffende Mitglied im Verband. Im Bundes-verband Freie Darstellende Künste vertreten wir die überregionalen Interessen der bayerischen Akteur*innen der Freien Darstellenden Künste.

Seit Oktober 2019 besteht ein neuer Vorstand (Daniela Aue, Julia Opitz und Barbara Kastner), der ehrenamtlich tätig ist und eine langfristige inhaltliche sowie strategische Weiterentwicklung des Verbandsprofils anvisiert.

Foto: Verband Freie Darstellende Künste Bayern

 

 




Die Wanne ist voll

Das Mittwochskino im Alten Kino im benachbarten Ebersberg meldet sich zurück. Solange das Haus geschlossen ist und sich die Cineasten nicht im Saal der Kleinkunstbühne in Ebersberg treffen können, gibt es ab sofort jede Woche auf der Homepage einen Kurzfilm – etwas früher als zur gewohnten Zeit. Den Anfang macht am morgigen Mittwoch, 1. April, „Die Badewanne“ von Tim Ellrich. Der österreichische Filmer setzt drei Brüder in Szene, die ihre idealisierte Vergangenheit durch das Nachstellen eines Kinderbilds wieder aufleben lassen …

Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr auf

https://kultur-in-ebersberg.de/

Der Eintritt ist frei …

 




Musik im Dialog jetzt im Juni!

Sie hätten im März stattfinden sollen, die beiden großen Jubiläumskonzerte der Edlinger Reihe Klassik im Krippnerhaus um die Pianistin und Organisatorin Yume Hanusch – Musik im Dialog in Wasserburg und in Bad Aibling. Dank eines beispiellosen Teamworks und Organisations-Marathons können nun beide Ersatztermine für Ende Juni bekanntgegeben werden (siehe Plakat)! Alle bisher erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit. Der Vorverkauf läuft weiter: Für Wasserburg bei der VR-Bank in Edling und beim Ticketservice der Sparkasse Wasserburg – auch online!

„Auch wenn es in dieser Zeit von Ausnahmezustand und Unsicherheit bestimmt wichtigere Nachrichten gibt, möchten wir den Blick nach vorne nicht verlieren und freuen uns umso mehr auf die Zeit danach”, so Yume Hanusch aus Edling.

Die Konzerte finden nun genau drei Monate später wie folgt statt:

  Samstag, 20. Juni 2020, um 19 Uhr im Novalishaus Bad Aibling
 
  Sonntag, 28. Juni 2020, um 19 Uhr im Rathaussaal Wasserburg

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für den jeweiligen Ersatztermin  (Sitzplan bleibt identisch) oder können an der ursprünglichen VVK-Stelle zurückgegeben werden. Die Stellen wurden bereits informiert und der Vorverkauf wird für die neuen Termine fortgesetzt.

Für das Konzert in Wasserburg: Bitte beachten Sie, dass weiterhin alle Karten den Datumsaufdruck „28. März 2020” behalten, um Doppelbelegungen zu vermeiden !
Natürlich sind diese dann aber für den 28. Juni 2020 gültig.

Falls Sie aus Termingründen auf den anderen Spielort ausweichen möchten, bitte kurze Kontaktaufnahme per Mail:

y.hanusch@gmail.com  oder über www.ak-edling.de

Auf ein Wiedersehen hoffentlich bei den Konzerten im Juni!

 

 

 




Theater schließt die Pforten

Das Theater Wasserburg schließt aufgrund der aktuellen Lage in Sachen Coronavirus ab sofort seine Pforten. Alle kommenden Vorstellungen im März und Anfang April sind abgesagt. Vorläufig ist geplant, ab Donnerstag, 23. April, ganz normal mit dem Spielplan weiter zu machen. 


Foto: Flamm




Karten können zurückgegeben werden

Das für den morgigen Freitag geplante Konzert im Rathaussaal in Wasserburg mit dem Ensemble „I Virtuosi di Paganini“ (Foto) muss leider krankheitsbedingt abgesagt werden. Die Konzertagentur hat heute mitgeteilt, dass aufgrund diverser Erkrankungen das Ensemble nicht auftreten könne … Wegen der aktuellen Situation grundsätzlich – bedingt durch den Corona-Virus – hat sich die Stadt Wasserburg entschieden, kein Alternativ-Ensemble auftreten zu lassen.

Wegen der Rückerstattung bereits gekaufter Eintrittskarten: Bitte sich an die Stadt Wasserburg wenden – entweder telefonisch 08071/105-12 oder per Mail heidi.herker@wasserburg.de

 




Das Tagebuch der Anne Frank

„Das Tagebuch der Anne Frank” weist für die Autorin, ein Mädchen von 13 bis 15 Jahren, eine erstaunliche literarische Qualität auf. Anne Frank hat ihre persönlichen, emotionalen Vorgänge, Wahrnehmungen und Reflektionen genauso wie die Beschreibung ihrer Beziehungen zu ihrer Familie und den Mitbewohnern im Hinterhaus als ein eigenständiger Geist unprätentiös niedergeschrieben. Am Theater Wasserburg leiht nun Annett Segerer diesem Mädchen Körper und Stimme.

Das Solostück „Das Tagebuch der Anne Frank” erzählt die Erlebnisse des Mädchens nicht einfach nach, sondern lässt ihre Gedankenwelt entstehen und spürbar werden. Annett Segerer spielt Anne Frank. Die nächsten öffentlichen Vorstellungen in dieser Spielzeit im Theater Wasserburg sind an den Sonntagen 8. März und 5. April, jeweils um 19 Uhr.

Für Schulen werden weiterhin Vormittagsvorstellungen angeboten. Buchungsanfragen können direkt an die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Annett Segerer, segerer@theaterwasserburg.de, gerichtet werden.

Mehr Informationen sowie Karten und tagesaktuelle Hinweise zu Spielplanänderungen gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Foto: Christian Flamm




Um mehr als zu hören

Aljosha Konter –  der Singer/Songwriter tourt das ganze Jahr quer durch die Republik. Am kommenden Samstag, 7. März, ist er – wie er selbst sagt – im schönen Bayern zu Gast: Im Wasserburger Innkaufhaus gibt er um 19.30 Uhr ein Konzert. Lässiger, manchmal a bissal frecher Deutschpop mit einem charmanten Augenzwinkern: Wer Aljosha Konter ist? Das weiß er selbst nicht so genau. Allerdings hat ihm ein Freund erzählt, Jenny würde total auf ihn abfahren. Er soll regelmäßig im Radio laufen und auch schon ein paar Mal bei diversen Fernsehsendungen aufgetreten sein. Anscheinend hat er auch über 400 Konzerte auf dem Buckel und er sei total sympathisch!

Wer er auch sein mag, seine neue EP klingt gut: Um mehr als zu hören …

Aljosha Konter wuchs in mehreren Ortschaften am Hochrhein nahe der Schweizer Grenze auf, wo er bis heute lebt. Er ist 30 Jahre alt.

Der deutsche Sänger, Gitarrist und Komponist war im letzten Jahr bereits als Gast beim „Wettstreit der Künste” im Innkaufhaus und hat das Publikum musikalisch durch den Abend geführt. Am Samstag wird er gute Laune in die Etage 3 bringen. Mit seiner Musik – die er in ein eigenes Musik-Genre „Liebemacher-Pop” einordnet – vermag er es mit seiner lässigen Art die Zuhörer zum Lachen zu bringen und lädt zugleich zum Genießen der sprachlich raffinierten Texte seiner Songs ein.

Wer Aljosha noch nicht kennt, sollte sich diesen Abend nicht entgehen lassen und wer ihn bereits kennenlernen durfte, wird wohl sowieso dabei sein!

Der Eintritt am Samstag in Wasserburg an der Abendkasse kostet acht Euro.




Das Glück? Ist anderswo!

Starke Schauspieler, ein kluger Umgang mit dem berühmten, literarischen Stoff dank der markanten Regiehandschriften von Uwe Bertram und Nik Mayr in Teamarbeit – und das Vertrauen darauf, dass das Publikum bereit ist, mal wieder sein Hirn einzuschalten: In den Spiegel unserer Gesellschaft blickend! Tosender Beifall für die „Drei Schwestern” von Anton Tschechow – ein Stück über das langsame Verbleichen der Träume und über den unbarmherzigen Lauf der Zeit. Zu sehen am Samstag im Wasserburger Theater …

Fotos: Renate Drax

Es spielen: Julia Angeli, Malene Becker und Regina Alma Semmler sowie Laurenz Winklhofer und Hilmar Henjes.

Gelangweilt und getrieben von der Ahnung, dass das Leben doch mehr hergeben muss. Gefangen in Erinnerungen an die Vergangenheit und auf der Sinnsuche in einer vermeintlich heroischen Zukunft schlittern sie in eine dumme Selbstoptimierung. Die ach so wunderbaren Selfie-Welten lassen grüßen. Himmelhochjauchzend …

… und eigentlich doch zu Tode gelangweilt – und betrübt!

Und haben verlernt, die Gegenwart – das Jetzt – zu leben. Mit kluger Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren haben die beiden Regisseure Bertram und Mayr das Werk thematisch im Hier und Jetzt verortet. Aus Tschechows Provinzpersonal werden so urbane Sinnsuchende, die in Zeiten von Twitter, Facebook und Instagram in einer Bar abhängen. Glitzerbunt und stets zwischendrin befeuert durch heißen Tanz-Sound. Oder melancholisch singend, spielend – Sonderapplaus für die Protagonisten dafür!

Bei den drei Schwestern Irina, Mascha und Olga läuft sonst nichts. Das Leben ist für sie ein Hamsterrad. Es gibt keinen richtigen Konflikt oder einen triftigen Grund gehen zu wollen, alleine die alltäglichen Banalitäten zermürben sie. Die Sehnsucht heißt Moskau.

Der Ausruf „Nach Moskau!“ ist in der russischen Literatur sprichwörtlich geworden und steht für unerfüllte Sehnsucht.

Denn auch Im Verlauf des Wasserburger Abends wird „Moskau“ immer unwahrscheinlicher. Dabei wäre dort ganz sicher alles besser und lebenswerter?

Karten gibt’s online unter

https://theaterwasserburg.de/


Hinweis: Der Saal ist diesmal anders bestuhlt  …

Achtung: Der geplante Aufführungs-Abend am kommenden Freitag muss leider entfallen. Im März wird somit noch drei Mal gespielt – so auch am kommenden Samstag, 7. März, sowie am 13. und 14. März – und dann noch mal im Mai am 1., 2. und 3. zu sehen auf der Bühne des Wasserburger Theaters …

Unsere Impressionen zum Stück

Julia Angeli als Mascha.

Der sein Herz verschenkende Werschinin alias Hilmar Henjes.

Olga alias Regina Alma Semmler.

Laurenz Winklhofer als Tusenbach.

Malene Becker als Irina.

Foto unten: Herzliche Umarmung von und für Regisseur Uwe Bertram.

 

 

 




Gymnasium zeigt: Die Physiker!

Nach ihrem Outdoor-Mitmach-Theater „Jack the Ripper – Fall of Fear“ im November 2018 nun die zweite Produktion, ein Klassiker: Herzlichst lädt die Theatergruppe Mittelstufeplus des Wasserburger Gymnasiums unter der Leitung von Doris Hasse nächste Woche zwei Mal in den Theatersaal der Schule im Englischen Institut am Kaspar-Aiblinger-Platz 4 herzlichst ein! Gezeigt werden die Physiker von Friedrich Dürrenmatt. Der Eintritt ist frei …

Es spielen:

ILVIE NEUDERT (7d), KELLY KOTHER (8d), TAMEA VANDREY (8a), BEN SCHENK (8a), ANNA FRIESE (9c), LUCA SCHRÖTER (10a), ANJA EGGERL (Q11), MELINA VANDREY (Q11), ANN-KATRIN LÜCK (Q11).

Die einstündigen Aufführungen sind nächsten Dienstag, 10., und Mittwoch, 11. März, jeweils um 19 Uhr.

Wir verlassen „nie die Villa des Irrenhauses […], noch präziser: Auch den Salon werden wir nie verlassen, haben wir uns doch vorgenommen, die Einheit von Raum, Zeit und Handlung streng einzuhalten.

Einer Handlung, die unter Verrückten spielt, kommt nur die klassische Form bei. […]

Zur Ausstattung einer Bühne, auf der, im Gegensatz zu den Stücken der Alten, das Satyrspiel der Tragödie vorangeht, gehört wenig. Wir können beginnen.

(Friedrich Dürrenmatt, Regieanweisung zum ersten Akt)

In diesem Sinne können die Theaterfreunde den Wasserburger Schülern in den Salon der Anstalt „Les Cerisiers“ folgen. Und sich entführen lassen in die Welt dieses Irrenhauses. Eine Kriminalkomödie mit schlimmstmöglicher Wendung, denn: Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden – nicht im 20.Jahrhundert und nicht im 21.Jahrhundert.
Da die Theatergruppe nur zweimal auftreten wird, um – wie es heute heißt – den Unterrichtsausfall möglichst gering zu halten, freuen such alle auf viele Besucher an den beiden Terminen und danken auch auf diesem Weg der Schulfamilie im Englischen Institut für ihre Gastfreundschaft.

Für die Technik zeichnet das Schulradio- und Filmteam des Gymnasiums verantwortlich.




Ein Paradies für Kreative

Selbermachen und Upcycling! Ein Paradies für Kreative soll der 1. StoffZirkus nächste Woche für die ganze Region beim Gasthof Klement in Isen werden. Neben dem Leinenmarkt und dem Lichterfest soll diese neue Veranstaltung vom Donnerstag, 5. bis zum Samstag, 7. März, Raum für fantasievolle Ideen für alle bieten, die sich fürs Selbermachen interessieren. Ein besonderes Highlight sind auch diese kreativen Patches der Fotokünstlerin Amelie Merzbach – unsere Fotos …

… die ihre farbenprächtigen, märchenhaften Bilder auf Stoff druckt. Wer gerne im textilen Bereich kreativ gestaltet oder alte ‘Wegwerfmodelle’ aufpeppen möchte, wird bei ihr fündig. Kleine Bügelbilder oder kunstvoll genähte Applikationen lassen Kleidung zum außergewöhnlichen Unikat werden.

Selbermachen ist das Thema am

Donnerstag und Freitag von 12 – 17 Uhr, Samstag von 10 – 17 Uhr

im Gasthof Klement in Isen.

Der Eintritt ist frei.

Stoffe für jede Jahreszeit und jede Gelegenheit – meterweise Sonderpreise ! Angefangen von original Vintage-Stoffen, Trachtenstoffen, Baumwoll-, Leinen- und Wollstoffen, Jerseys aller Art, Futter- und Dekostoffen bis zur edlen Seide gibt es alles, was SchneiderInnen und HobbyschneiderInnen erfreut. Auch Knöpfe, Borten, Nähzubehör sind hier zu finden.

Schon vor zwei Jahren hatte Dana Klement die Idee, ein weiteres Event für Kreative nach Isen zu bringen. Dazu hat sie die Organisatoren vom Leinenmarkt und Lichterfest und die  Ausstellerin Brigitte Eydig vom ‘Stoffladen Giesing’ aus München mit ins Boot geholt. Mit dem schönen Ambiente des Klement-Saales sollte ein kreativer Gegensatz zu den ausländischen Stoffmärkten entstehen und Kreativen die Möglichkeit geben, sich zu informieren oder auch günstig mit hochwertigen Stoffen einzudecken.

Unser Foto zeigt Kunstdruck auf Seide: Als Ausstellerin mit edler Seide ist Christine Reinhard aus Lengdorf mit dabei und wird hier auch ihr neues Projekt, weißen Crêpe-de-Chine mit Fotos von Reisen digital bedrucken zu lassen, vorstellen. Die Stoffe können für Bekleidung, aber auch als Wohndeko verwendet werden.

Für das Kreativ-Programm sorgt Claudia Taub aus Isen. Bei ihr können Nähanfänger unter geduldiger Anleitung gleich vor Ort einen Loop oder auch einen Shopper nähen.

Und für die Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und Kleinigkeiten ist im NähCafé im Gasthof Klement natürlich auch gesorgt.

 




Ein klassischer Hochgenuss

Den Auftakt der diesjährigen Wasserburger Rathauskonzerte bestreitet am Freitag, 13 März, um 20 Uhr das Ensemble I Virtuosi di Paganini. Das aus jungen Solisten bestehende Streichorchester wurde von Ingolf Turban (Violine und Leitung) mit dem Gedanken ins Leben gerufen, der virtuosen Leichtigkeit von Paganinis Musik endlich wirklich zu entsprechen. So entstand eine Möglichkeit, die äußerst anspruchsvolle Violinliteratur des aufkeimenden Virtuosentums um Paganini für unsere Zeit wieder neu zu entdecken. Sowohl „Puristen“, als auch „Romantiker“ finden ihre Wünsche an einem Abend erfüllt.

Im Historischen Wasserburger Rathaussaal erklingen neben Werken von Paganini (Solo-Violine Ingolf Turban), seinem Zeitgenossen Niccolo Bazzini und W.A. Mozart auch Felix Mendelssohn-Bartholdys bekanntes g-Moll Klavierkonzert, in dem der Münchner Pianist Julian Riem den Solopart übernimmt.

Karten für dieses Konzert gibt es beim Ticketservice der Sparkasse Wasserburg oder über die Ticket-Hotline 08071 / 101-3333.




Aus dem Rahmen fallend

Am morgigen Samstag, 29. Februar, findet wieder eine spezielle Themenführung mit der Stadtdentdeckerin Irene Kristen-Deliano und der Erzählerin Ilona Picha-Höberth statt: Auf ihrem Weg durch die Altstadt führen die beiden Autorinnen zu sonst nicht zugänglichen Orten innerhalb und unterhalb von Stadt, Kirche und Burg …

Dabei  bringen sie längst Vergessenes wieder ans Tageslicht und erzählen Geschichten über Verbotenes, Verwunschenes und längst Vergangenes.

Sie berichten über verborgene Wege und verschwiegene Stätten. Wie immer bewegen sie sich dabei an der Grenze zwischen Historie und Fantasie und lassen in mystischen und spannenden Geschichten die Geschichte wieder lebendig werden.

Nicht zuletzt führen sie in das Geheimnis eines alten Apothekerlikörs ein, dessen Rezept lange Zeit als verloren galt.

Beginn der Führung ist um 16.30 Uhr. Treffpunkt: Marienapotheke Wasserburg, Anmeldung unter der 08071 – 41 07 oder 93 157 oder per email: info@picha-hoeberth.com

Das aktuelle Frühjahrsprogramm mit weiteren mystischen Themenführungen unter www.picha-hoeberth.com




Der Tuba-Philosoph in Staudham

Der begnadete Tubist und ECHO-Preisträger Andreas Martin Hofmeir, Ex-LaBrassBanda-Mitglied, ist im Gasthaus Staudham zu Gast! Mit seinem neuen Programm „Kein Aufwand! Teil 2 – Die letzten Jahre“ steht er nächste Woche am Freitag, 6. März, um 20 Uhr in der Landwirtschaft auf der Bühne. Lesend und spielend: Das Bürgerforum Wasserburg lädt anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums ein. Der Vorverkauf läuft …

… und zwar bei allen Filialen der Sparkasse Wasserburg. bei der Buchhandlung Herzog und im Innkaufhaus sowie bei der Tickethotline 08071 101-3333 und online unter ticktservice@sparkasse-wasserburg.de 
Eintritt: 15 Euro – ermäßigt und Wasserburg-Pass zehn Euro – plus VVK-Gebühr.
Oder direkt bei edith@stuermlingers.de per E-mail bestellen.

Dem Bürgerforum Wasserburg ist es gelungen, den Ausnahmekünstler zum Jubiläum nach Wasserburg zu holen. Auch wer Teil 1 verpasst hat, kann ohne „Vorwissen“ den Abend uneingeschränkt genießen …

Skurrile Geschichten aus dem Leben eines Tubisten warten – und ein unvergesslicher Musikkabend!

Seit einigen Jahren macht Andreas Martin Hofmeir, ECHO Klassik-Preisträger, Tubaprofessor am Mozarteum in Salzburg und Gründungsmitglied der bayrischen Kultband LaBrassBanda, wieder die Theater, Wirtshäuser und Kleinkunstbühnen dieser Welt unsicher. Nördlich wie südlich des Weißwurstäquators feiern Publikum und Presse seine musikalisch-kabarettistische Lesung „Kein Aufwand!“.

Mit dem zweiten Teil seines Programms werden nun neue Geschichten über die letzten Jahre nachgelegt.
Eine musikalisch-kabarettistische Lesung von und mit Andreas Martin Hofmeir mit seiner Tuba Fanny, der Trompete Franz und der Posaune Frau Griesmeier sowie Tim Allhoff am Jazzpiano.

 

 




Eine poetische Liaison

Eine faszinierende Kombi: Skulptur und Zeichnung! Nächste Woche am Samstag, 7. März, findet um 18 Uhr in der Galerie im Ganserhaus Wasserburg die Vernissage zu einer neuen Ausstellung statt: Heiko Börner zeigt zum Thema FLOW bis Anfang April seine Werke. In Börners Skulpturen entfaltet sich ein archaisches, nuancenreiches Spiel von Formen: Es verwandeln sich Hölzer in faszinierende Gestalten. Seine eigenwillige, phantasiereiche Formensprache reicht vom Schlichten zum Opulenten …

… vom überbordend Sinnlichen und Chaotischen, zum kühl Abstrakten, vollkommen Geordneten.

Die Arbeiten sind Fragmente einer Fantasiewelt, die den flüchtigen Augenblick überdauern. Sie verbinden Tradition und Moderne auf poetische Weise.

Heiko Börner – geboren 1973 – lebt und arbeitet in München. Er zählte heuer zu den Finalisten um den PHÖNIX – den Kunstpreis für Nachwuchskünstler, bei dem sich 326 Künstler beworben hatten. Nicht nur aus Deutschland, auch aus Afrika, Amerika und Asien waren die Bewerbungen um die begehrte Auszeichnung eingegangen. In der internationalen Kunstszene weiß man, dass der PHÖNIX ein Garant für künstlerische Karrieren ist und damit der Start in die internationale Kunstszene und der Zugang zu Galerien gelingt.

Das waren die zehn Finalisten: Arno Bojak (Berlin), Heiko Börner (München), Benjamin Burkard (Kandel), Johanna Flammer (Düsseldorf), Sebastian Hertrich (Erlangen), Katharina Lehmann (München), Anne Nissen (Hannover), Christian Pilz (Berlin), Regina Reim (Schwegenheim) und Regine Wolff (Lotte).

Die Ausstellung FLOW von Heiko Börner ist vom 7. März bis 5. April 2020 in der Galerie im Ganserhaus zu sehen.

Der AK68 lädt donnerstags bis sonntags herzlichst jeweils von 13 bis 18 Uhr ein.

Fotos: Heiko Börner – AK68




Was will uns der Künstler sagen …?

In den Beständen des Museums Wasserburg befindet sich seit Jahrzehnten eine Radierung, die Rätsel aufgibt. Zu sehen sind Musiker am Dempfeck und einige, als Kasperl verkleidete Kinder. Die Arbeit stammt aus der Hand des Wasserburger Amtsrichters, Zeichenlehrers und Künstlers Karl Hofmann. Doch was wollte dieser mit dem Bild ausdrücken: Fasching auf dem Marienplatz? Doch warum wirken die Erwachsenen so unbeteiligt? Das Museum freut sich über Lösungen, Ideen und Anregungen. Vielleicht wissen die alten Wasserburger ja mehr?

Das Bild zeigt fünf Musiker und ihren Dirigenten am Dempfeck, also der Kreuzung Marienplatz –  Bruckgasse – Schmidzeile.

In den 1920er Jahren befand sich im Haus am Marienplatz mit dem Turmerker die Druckerei Dempf. Gegenüber im alten Mauthaus, das zum Bräu im Winkel gehörte und heute die Hausnummer Marienplatz 25 trägt, waren im Erdgeschoss Läden untergebracht. Durch ein Fenster sieht man einen Handwerker bei der Arbeit. Drei als Kasperl verkleidete Kinder kommen dazu.

Gegenüber sitzt eine Dame beim Stricken auf der Bank vor dem Haus. Neben ihr hebt ein Hund sein Bein – typisch für die ironischen Arbeiten Hofmanns. Ein gut gekleidetes Paar flaniert völlig unbeteiligt aus dem Bildhintergrund herüber. Ein weiteres reckt die Köpfe aus dem Turm des Dempfhauses und die Dame kommuniziert mit einem Herrn auf der Straße. Womöglich gehört er zu den Musikern und bittet um eine Gabe. 
Doch was hat es mit dem Bild auf sich? Wer waren die Musiker und was wollen uns die verkleideten Kinder sagen?

Karl Hofmann (1880-1967) erhielt nach dem Ersten Weltkrieg eine Stelle als Amtsrichter in Wasserburg (1920-1930). Zwischen 1920 und 1927 zeichnete er romantisierende Aquarelle und idyllisch-humorvolle Straßenszenen der Altstadt. Hofmann orientierte sich bei den Staffage-Figuren an Karikaturen von August Geigenberger. Der spätere Bildhauer Willi Ernst nahm bei ihm Zeichenunterricht. 

Bisher wurde die Radierung unter dem Stichwort „Faschingstreiben“ in der Datenbank des Museums verschlagwortet. Doch kann das sein? Aus der Kirmayer-Chronik und einigen alten Ausgaben der Heimat am Inn weiß man, dass die Kinder am UDO, dem Unsinnigen Donnerstag, tagsüber verkleidet umherzogen.

Die Erwachsenen feierten am Donnerstagabend, am Sonntag nach dem Umzug oder am Nachmittag des Faschingsdienstags auf den Plätzen der Stadt. Aber hier wirken die Erwachsenen so unbeteiligt. Die Protagonisten tragen keine warme Kleidung, wie das für den Spätwinter notwendig wäre und selbst eines der Kinder schaut die Musiker fragend an. Auch der Stand der Sonne, die Sonne steht hoch im Westen, weist auf einen späten Nachmittag im Sommerhalbjahr hin …

 




Ich brauche keine – nein, DEINE – Millionen

„Ich brauche keine – nein, DEINE – Millionen!“ Das ist das neue Programm der 20er Jahre Kapelle mit Katja Ritters und Les Garçonnes, die am Freitag, 20. März, um 20 Uhr im Wasserburger Gimplkeller das Publikum begeistern werden. Unter dem Motto „Musik! Musik! Musik!“ kommt die Kapelle um Sängerin Iva la Diva schnell zur Sache – mit dem unnachahmlichen Charme der Musik der Zwanziger Jahre. Der Vorverkauf läuft …

Es erklingen die bekanntesten Lieder der goldenen Ära und entlocken dem willigen Nachtschwärmer schon einmal das ein oder andere Tänzchen.

Befeuert von den beschwingten Rhythmen des Herren am Schlagwerk, Jo the Syncopator, erklingen die Schlager der Zwanziger Jahre freizügig und exquisit.

Verführerisch perlen die Klavierklänge unter den Händen von Madame Blanche hervor und kitzeln aufs Angenehmste den Gehörgang.

Greift dann Lasse vom Barree für ein verwegenes Solo in die Saiten seiner Gitarre und vibriert exaltiert das Timbre der Diva, gibt es kein Halten mehr: Ab aufs Parkett …

Karten 17 Euro:

Vorverkauf beim Ticketservice der Sparkasse Wasserburg (+ zwei Euro VVK)

und in der Buchhandlung Herzog in Wasserburg.

Freie Sitzplatzwahl. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn.

Weiter Informationen unter www.gimplkeller.de




Noch zwei Mal die „Pension Schöller“

Carl Laufs und Wilhelm Jacoby, zwei gebürtige Mainzer, waren begeisterte Karnevalisten. 1889 taten sich die beiden Schwänke-Schreiber zusammen und entwickelten die Posse „Pension Schöller“. Seit der Uraufführung 1890 in Berlin sind unzählige Bühnenversionen und Verfilmungen entstanden. Am Theater Wasserburg ist das Stück unter der Regie von Nik Mayr an diesem Faschings-Wochenende nun noch zwei Mal zu sehen. Am Freitag- und am Samstagabend …

Im Mittelpunkt steht Philipp Klapproth, ein vermögender Provinzler, der nach einem außerordentlichen Erlebnis giert, um einmal kräftig prahlen zu können. Er findet, dass sein Neffe Alfred, den er finanziell unterstützt, ihm ohnehin einen Gefallen schuldet.

Er konfrontiert Alfred kurzerhand mit der Bitte, ihn mit Geisteskranken in einer Nervenheilanstalt zusammen zu bringen. Alfred, etwas überfordert mit diesem Wunsch, greift in seiner Not auf die Pension Schöller zurück. Sensationshungrig begibt sich Klapproth in die vermeintliche Klapsmühle und hält alle zum Narren. Dass es im Nachgang sein Nervenkostüm sein wird, an dem gezerrt wird, ist ihm an dieser Stelle noch nicht klar …

Ein Seelenspiel über den kleingeistigen, spießbürgerlichen Bodensatz, aus dem heraus es singt und lacht.

Regie führt Nik Mayr. 

Es spielen: Uwe Bertram, Mario Eick, Susan Hecker, Hilmar Henjes, Manuel Kandler, Carsten Klemm, Rosalie Schlagheck, Annett Segerer und Regina Alma Semmler.

Infos sowie Restkarten über www.theaterwasserburg.de.

Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg erhältlich.

Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Foto: Christian Flamm




Der mit Konzerten beglückte …

„Beglückende Konzerte“ wollte er der Region schenken, so war sein Wunsch bei seiner Berufung im Jahr 2012. Durch konsequente Aufbauarbeit in Chor und Orchester ist dies wahrhaft gelungen. Dieser Tage hat Thomas J. Mandl leider nach acht Jahren als künstlerischer Leiter die Innphilharmonie Rosenheim verlassen und eine Professur für Dirigieren in Tübingen angetreten. Sein Wirken in der Stadt Rosenheim war – weit über die Innphilharmonie hinaus – beträchtlich.

Unser Foto zeigt die Verabschiedung von Thomas J. Mandl durch den 1. Vorsitzenden der Innphilharmonie, Martin Huber.

Nach fast acht Jahren künstlerischen Schaffens endet die Zeit von Thomas J. Mandl in Rosenheim, in der er das kulturelle Leben nicht nur der Innphilharmonie, als deren künstlerischer Leiter er wirkte, sondern der Stadt und des Landkreises nachhaltig prägte.

Eines der Höhepunkte war das Konzert zum 150 jährigen Jubiläum der Stadterhebung in Rosenheim. Ein Werk aus der Gründungszeit sollte es sein, und eines, das für eine weltoffene Stadt in die Zukunft weist. So erklangen neben dem Requiem von Johannes Brahms zwei Uraufführungen.

Eine war ein Auftragswerk der Innphilharmonie an den mehrfach ausgezeichneten Komponisten Johannes X Schachtner („Vierzehn – Tableau dramatique”). Daneben stand – quasi als ein Geschenk Mandls an die Stadt Rosenheim – seine eigene Komposition “Lebenslauf” nach Texten von Hölderlin.

Maßgeblich inspirierte er die Umgestaltung des damaligen Musikverein Rosenheim e.V., der älter als die Stadt Rosenheim selbst ist, zu einer weltoffenen Innphilharmonie e.V. Mit der Änderung des Namens ging eine gründliche Neuorientierung des Vereins einher.

Innovative Programmgestaltungen prägten die Konzerte der Innphilharmonie, u.a. mit selten aufgeführten Werken wie die große und opernhafte „Messa di gloria“ von Giacomo  Pucchini, die Chorfantasie von Beethoven, unbekannte Vertonungen von Marien – Texten, z.B. von Carl Philipp Emmanuel Bach, Mendelssohn und Schubert oder die „Coronation Anthems“ von Händel, aus der als Hit Hymne der Champions League Spiele stammt.

Die großen Werke für Chor und Orchester wie Bachs Passionen oder das Weihnachtsoratorium, das Requiem von Mozart oder Brahms wurden vom Publikum gerne angenommen. Die außergewöhnlichen Programmfolgen der Konzerte mit verschiedenen Genres und Stile überzeugten ebenso. So standen u.a. a capella Werke des modernen Amerikaners Morton Lauridsen neben Bach, Solokonzerte von Beethoven, Mozart, Bruch und viele andere ließen Oratorien in einem neuen Licht erscheinen.

Lange in Erinnerung wird das jüngste „Best of operas“ bleiben. Internationale Solisten holte er ebenso in die Stadt wie er jungen begabten Rosenheimer Talenten eine Bühne vor großem Orchester bot.

Neue Programmformate beleben das kulturelle Leben der Stadt: „Rosenheim singt“ zum Beispiel, ein Miteinander vieler Chöre an verschiedenen Aufführungsorten in der Stadt, kein Konkurrenzsingen um die Zuhörenden, sondern ein fröhliches Miteinander vieler Sängerinnen und Sänger. Der „musikalische Stadtspaziergang“ ist heute eine der meist gebuchten Stadtführungen. Es gab Benefizkonzerte, u.a. für die Leidtragenden des Hochwassers 2013 oder für die musikalische Bildung an den Grundschulen der Stadt.

Das kulturelle Leben der Stadt prägte er maßgeblich mit. Die Programmhefte der Meisterkonzerte im Ku’ko entstammten seiner Feder, mit den gerne gehörten Einführungsvorträgen zu diesen Konzerten erschloss er weitergehende Zusammenhänge und erweiterte das Hörverständnis des Publikums. So mancher Impuls, den er im kulturellen Leben der Stadt gab, wird auch in Zukunft Früchte tragen.

 

 

 

 

 

 

 




Gypsy, Swing und Eigenkompositionen

Das Yamandu-Fuchs-Quartett kommt am Donnerstag, 19. März, 20 Uhr, zu „Jazz in der Schranne”. Das junge Quartett aus Österreich spielt frischen Gypsy-Jazz, Swing, progressive Eigenkompositionen und traditionelle Musik quer über die Balkanroute im Stile Django Reinhardts, vereint zum Kuss unter der bayrisch-österreichischen sowie brasilianischen Sonne.

Der aus Wasserburg gebürtige Gitarrist Aron Hollinger hat an der Anton Bruckner-Privatuniversität und Neuen Jazzschool München studiert und lebt in Linz.

Der aus Bad Aibling gebürtige Gitarrist Daniel Bierdümpfl lebt ebenfalls in Linz.

Rosa Margarethe Fuerpass-Netočný steuert bei diesem Konzert den Gesang bei.

Der gebürtige Brasilianer Luan Gonçalves spielt an diesem Abend den Kontrabass.

Eintritt: 15 Euro.




Nur noch heute: Eine Tramfahrt lang

Mit seiner Ausstellung EINE TRAMFAHRT LANG freut sich der Künstler Lukas Weiß,    eine Zwischenstation seines künstlerischen Werks in den Räumen der Galerie im Wasserburger Ganserhaus präsentieren zu können. Und der Hausherr, der Wasserburger AK68, freut sich auch: Einen Monat lang war die Kunst zu sehen und lockte viele an. Heute ist die letzte Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Das Rauschen der Schienen während der Fahrt, der Blick aus dem Fenster. Farben, Formen, Lichter, Umrisse, Fragmente, Erkennbares und Verborgenes …

 Öffnungszeit nur noch heute von 13 bis 18 Uhr.

Station für Station wird geschoben, geordnet, überholt, verlegt, verdruckt.

Gezeigt werden Druckgrafiken von Lukas Weiß’ aktueller Schaffensphase.

Lukas Weiß kommt das einfache Prinzip des Hochdrucks entgegen und so                 verwandeln sich Parkettbodenmaterial, Karton oder Sperrholzplatten zu            Druckstöcken und Druckvorlagen seiner grafischen Arbeiten.

 




Eine Abfolge von Highlights

„The best is yet to come…“: Der Titel der neuen CD beschreibt den Verlauf des Abends unter dem Titel „Jazz in der Schranne“ mit dem Schlagzeuger Rick Hollander und seinen musikalischen Mitstreitern sehr gut – das Konzert war eine Abfolge von Highlights. Wasserburg war diesmal für die renommierte Band Auftakt einer Tournee, die sie vom österreichischen Linz bis in den hohen Norden nach Dänemark führt.

Rick Hollander, Paul Brändle an der Gitarre, Brian Levy an Saxophon und Querflöte und Matt Adomeit am Bass waren an diesem Abend in Höchstform und lieferten dem vielköpfigen Publikum temporeiche Stücke in Abwechslung mit leisen, lyrischen Balladen. Alles in der besten Jazztradition der 50-er und 60-er Jahre. Nicht zuletzt sorgte in der vollen Schranne die pointiert eingesetzte Steeldrum von Rick Hollander für einen lang anhaltenden Applaus.

Alle Fotos: ©Ingolf Hatz www.ingolfhatz.com

 




Wiener Blond am Samstag in Pfaffing

Charmant, goschert und auch grantig sein: Dass die jungen Musiker Sebastian Radon und Verena Doublier von WIENER BLOND das besonders gut können, haben sie bereits auf ihrem ersten Album „Der letzte Kaiser“ bewiesen. Am kommenden Samstag, 15. Februar, sind sie um 20 Uhr im Pfaffinger Gemeindesaal auf Einladung der Kunst in der Filzen zu Gast. Eine Art Musikkabarett mit Gitarre, Cajon, Trompete und Loop-Station! Und mit viel Spass …

Ihr Debut, das vor fünf Jahren erschien, hat in der Szene rund um das sogenannte „neue Wienerlied“ bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit ihrem aktuellen „Wienerlied-Beatbox-Pop“ widmen sie sich wieder österreichischen Urgesteinen wie dem Spritzwein oder Risi Bisi, sie vertiefen sich in die Wiener Mehlspeis-Kultur und illustrieren musikalisch eine Fahrt in der U-Bahn.

Wann:      Samstag, 15. Februar,  20 Uhr, Einlass: 19 Uhr

Wo:          Bühne im Gemeindezentrum in Pfaffing, Schulstraße 5

Eintritt:    18€ im VVK, 20€ an der Abendkasse

Vorverkauf:    Edeka Pfaffing und Bücher Herzog Wasserburg

Telefonische Karten- und Tischreservierung (ab fünf Personen) unter der 08076/886040.

Bewirtung durch die beliebte Küche des Veranstalters.

 

 




Im Büro der Grünen

Der Integrationspreis der Regierung von Oberbayern ging 2019 an ein Rosenheimer Projekt: Franziska Eslami wurde für ihr Kinder-Kunstprojekt „young art rosenheim” mit Kindern aus geflüchteten Familien ausgezeichnet. Die Ausstellung ist nun in der Papinstraße in Rosenheim zu besichtigen. Die Vernissage ist am kommenden Freitag, 14. Februar, um 18 Uhr im Stimmkreisbüro der Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler …

Die Künstlerin Franziska Eslami und einige der jungen Künstlerinnen und Künstler werden ab 20 Uhr anwesend sein.

Mit dabei sein werden außerdem der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Rosenheim und Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen, Franz Opperer sowie Steffi König aus Wasserburg, Mitglied des Landesvorstands der Grünen Bayern.

Die Ausstellung ist dienstags von 9 bis 14 Uhr und freitags von 14 bis 19 Uhr zu besichtigen.

 

 




„Drei Schwestern” in Wasserburg

Die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga sitzen in der Provinz fest. Wenn man doch bloß in Moskau wäre. Dann würde das Leben viel besser laufen. Sicher. Die Sehnsucht nach Veränderung treibt alle um. Eigentlich soll das jährliche Namenstagsfest für Irina stattfinden, aber die Feierlaune hält sich etwas in Grenzen. Jeder hat schließlich auch mit sich und seinen Nöten zu kämpfen. Im Wunsch nach Selbstoptimierung bleiben sie alle irgendwie hängen. Aber wollte man nicht eigentlich gehen? „Drei Schwestern” von Anton Tschechow hat am Freitag, 14. Februar, um 20 Uhr Premiere im Theater Wasserburg.

Weitere Spieltermine: 15. Februar, 6. und 7., 13. und 14. März sowie 1., 2. und 3. Mai. Beginn ist freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Regie: Uwe Bertram und Nik Mayr. Es spielen: Julia Angeli, Malene Becker, Hilmar Henjes, Regina Alma Semmler und Laurenz Winklhofer.

Mehr Informationen sowie Karten und tagesaktuelle Hinweise zu Spielplanänderungen gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

 




Es wird romantisch

Die Heaven Singers laden zu einem Valentinstag-Konzert am kommenden Freitag, 14. Februar, um 20 Uhr in den Theatersaal der Landwirtschaft in Staudham ein – anläßlich ihres nun dreijährigen Bestehens. Das Ensemble mit dem Kinder- und Jugendchor sowie mit Solisten und der eigenen Band wollen die Herzen der Zuhörer höher schlagen lassen. Mit Lovesongs und Highlights des Gospels …

Die Heaven Singers freuen sich gemeinsam mit Pianist und Dirigent Christopher Rakau ihr kleines Jubiläum mit vielen Gästen und einem abwechslungsreichen Konzertabend feiern zu dürfen. Dessen Motto neben Glaube und Hoffnung die LIEBE in den Mittelpunkt stellen wird …

Tickets im Vorverkauf gibt’s in der Landwirtschaft oder am Konzertabend ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Foto: Heaven Singers

 

 




Mit „Leonce und Lena“ dabei

Die Entscheidung des Kuratoriums für die 37. Bayerischen Theatertage 2020 ist gefallen: 25 Inszenierungen sind in diesem Jahr zu dem Festival eingeladen – darunter eine Schauspielproduktion des Theaters Wasserburg in der Regie von Theaterleiter Uwe Bertram: „Leonce und Lena“.

Die Bayerischen Theatertage finden vom 20. bis 31. Mai am Landestheater Schwaben in Memmingen statt und sind erstmals kuratiert. Unter dem Motto „Wir können auch anders!“ bilden die ausgewählten Produktionen das Herzstück eines diskursiven Festivals des Gegenwartstheaters mit zugespitzter politischer Thematik.

Die Kuratoren haben in einem intensiven Sichtungsprozess die teilnehmenden bayerischen Inszenierungen aus 93 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Dem Kuratorenteam gehören Christoph Leibold (Kulturjournalist und Theaterkritiker), Anne Verena Freybott (Chefdramaturgin am Landestheater Schwaben), Frauke Meyer (Regisseurin, Projektentwicklerin, künstlerische Projektleiterin, Dozentin), Judith Huber (Leitung der freien Spielstätte PATHOS München), Eva Löbau (Theater- und Filmschauspielerin, Ensemblemitglied Münchner Kammerspiele) und Christian Schönfelder (Dramaturg am JES Stuttgart und freier Autor) an.

Die Inszenierungen laufen in fünf Themenreihen. „Leonce und Lena“ gehört zur Kategorie „Klassiker für heute“ und wird am Sonntag, 31. Mai, um 19 Uhr im Großen Haus des Landestheaters Schwaben in Memmingen gezeigt.

Mehr Informationen gibt es über www.landestheater-schwaben.de. Die Bayerischen Theatertage gibt es seit 1983. Erfunden wurde das größte Theaterfestival Bayerns von August Everding und Ernst Seiltgen.

 

Foto: Ist im Mai auf den 37. Bayerischen Theatertagen in Memmingen zu sehen: die Produktion „Leonce und Lena“ des Theaters Wasserburg. Unter anderem spielen mit: Magdalena Müller und Annett Segerer (von links). FOTO: CHRISTIAN FLAMM




Die letzte Reise nach Panama

Der Kleine Bär und der Kleine Tiger machen sich am Sonntag, 9. Februar, um 11 Uhr beim Theater Wasserburg zum letzten Mal auf ins Land ihrer Träume: Nämlich nach Panama. Dort riecht es nämlich von oben bis unten nach Bananen. Aber wo liegt denn eigentlich Panama? Rechts? links? Oder auf dem Dachboden? Etliche Begegnungen mit Maulhelden, Ahnungslosen und Quatschköpfen bringen die beiden dann aber doch ans Ziel. Oder war der Weg das Ziel?

Annett Segerer hat Janoschs Kinderklassiker in eine Bühnenversion für Theaterbesucher ab vier Jahren umgewandelt. Es spielen: Carsten Klemm, Magdalena Müller und Regina Alma Semmler. Für Kindergärten und Schulen werden im Februar noch Spieltermine unter der Woche angeboten. Buchungsanfragen können direkt an die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Annett Segerer, segerer@theaterwasserburg.de, gerichtet werden.

Mehr Informationen sowie Karten und tagesaktuelle Hinweise zu Spielplanänderungen gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten für die öffentlichen Vorstellungen sind im Vorverkauf in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

Foto: Der Kleine Tiger (Regina Alma Semmler) und der Kleine Bär (Magdalena Müller) auf der Suche nach ihrem Traumland. Foto: Christian Flamm.

 




Im Gedenken an die Opfer

Ein Vortrag findet im Rahmen der Wasserburger Sonderausstellung „In Memoriam an die Opfer der Euthanasie im Nationalsozialismus” statt – und zwar am nächsten Montag, 10. Februar, um 19.30 Uhr im Wasserburger Sparkassensaal zum Thema: Valentin Faltlhauser (Foto), Reformpsychiater und Mörder. 

Der Kurator der aktuellen Sonderausstellung im Museum Wasserburg – Prof. Dr. Michael von Cranach – war ärztlicher Direktor des BKH Kaufbeuren und setzte Maßstäbe für die Aufarbeitung der NS-Patientenmorde. Am Beispiel der Biographie von Valentin Faltlhauser, Täter im Rahmen der Krankenmorde zwischen 1939 und 1945, wird der Referent Folgendes aufzeigen:

Die Bedingungen, die dazu führten, dass ein humanistisch gebildeter und reformorientierter Arzt schließlich seine Patienten ermordete!

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Heimatverein Wasserburg statt.




Der andere Reformator

„Von Zwingli bis heute“ – so lautet das Thema eines Abends am kommenden Freitag, 7. Februar, um 19 Uhr mit Dr. Bernd Rother aus Rosenheim, Pfarrer und theologischer Referent beim evangelischen Bildungswerk. Und zwar im evangelischen Gemeindehaus, Surauerstraße 3, in Wasserburg.

Mit dem Wirken Huldrych Zwinglis, Leutpriester in Zürich, nahm 1519 die Reformation in der Schweiz ihren Gang. Als Leutpriester bezeichnete man damals Priester, die nicht Mitglieder eines Ordens waren.

Heute ist die reformierte Kirche neben der lutherischen eine der bedeutendsten Konfessionen, die das Erbe der Reformation leben. An diesem Abend folgt die Pfarrei der Spur von Zwingli bis heute. Typische Merkmale und Einstellungen „der Reformierten“ werden vorgestellt – und was sie von anderen Konfessionen unterscheidet.

 




Betreutes Trinken mit Jan Kott

Schauspieler Nik Mayr leitet im Theater Wasserburg eine monatliche Lesereihe in der Theaterbar „Helmut“. Er hat sich in dieser Spielzeit vorgenommen, das Stammtisch-Niveau wieder zu heben. Daher gibt es unter dem Titel „Betreutes Trinken“ einmal im Monat donnerstags nach Feierabend erneut Texte und Gespräche in gemütlicher Atmosphäre zwischen Bar und Buch. Am Donnerstag, 6. Februar, liest er um 20 Uhr gemeinsam mit dem Schauspielkollegen Carsten Klemm „Das Gedächtnis des Körpers“ von Jan Kott.

Jan Kott (1914-2001), Literaturprofessor, Kritiker und Autor, machte sich vor allem einen Namen mit seinen Shakespeare-Interpretationen. „Das Gedächtnis des Körpers“ ist eine Sammlung von Essays und Berichten über Autoren wie Gogol und Ibsen und Theatermacher wie Peter Brooks und Jerzy Grotowski. Martin Ensslin führt in seinem Vorwort dazu aus: „Jan Kott ist ein Universalgelehrter.

Er schreibt mit derselben Meisterschaft über das Kabuki-Theater wie über Stanislaw Witkiewicz, Witold Gombrowicz und Bruno Schulz, das Dreigestirn der polnischen Literatur. Die in Gedächtnis des Körpers versammelten Arbeiten sind mit einer Eleganz und Souveränität verfasst, als wäre dies die leichteste Sache der Welt. Es ist, als würde man sich nicht mehr in die Lektüre dieser Essays vertiefen, sondern als würde Kott in einem Kaffeehaus von seinen Lese- und Theaterabenteuern erzählen.“

 

Mehr Informationen sowie Karten und tagesaktuelle Hinweise zu Spielplanänderungen gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind in der Gäste-Information, im Innkaufhaus und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg sowie beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

 

Foto: Es lesen Carsten Klemm und Nik Mayr. Foto: Christian Flamm




Am Donnerstag „Jazz in der Schranne”

„Jazz in der Schranne” freut sich, im Februar „The Rick Hollander Quartet feat. Brian Levy” begrüßen zu dürfen. Die Jazz-Musiker kommen am Donnerstag, 6. Februar, 20 Uhr, nach Wasserburg. Bandleader Rick Hollander ist ein herausragender Schlagzeuger. Mit seinem Quartett verfolgt er sein eigenes Ding, und das knüpft an den Modern Jazz der Ära von Charlie Parker, Bud Powell, Miles Davis und John Coltrane an.

Das bopt und groovt und wechselt zwischen geschmeidigen Balladen und nervösen Up-Tempo-Nummern, bei denen die Vier ihre technische Virtuosität eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Es ist nicht selbstverständlich für eine Band an vergangene Erfolge anzuknüpfen. Das „Rick Hollander Quartet” ist seit den 1990-er Jahren eine feste Institution in der globalen Jazzszene.

Der aus San Diego stammende Saxophonist Brian Levy gehört zu den virtuosesten Saxophonisten seiner Generation, sein emotionaler, reifer Ausdruck begeistert das Publikum weltweit. Levy unterrichtet Jazzsaxophon und Improvisation am renommierten „New England Conservatory“ in Boston.

 

Der 1992 in Kempten geborene Gitarrist Paul Brändle wird als vielversprechendes Nachwuchstalent gehandelt. Der Absolvent der Hochschule für Musik und Theater München versteht es ohne Effekthascherei den Zuhörer nach und nach in seinen Bann zu ziehen, mit dem Anspruch hinter jeder einzelnen Note stehen zu können.

 

Vorstellungsvermögen und Ehrlichkeit zeichnen den in Hartford, Connecticut geborenen Bassisten Matthew Adomeit aus. Sowohl mit seinem breiten musikalischen Spektrum als auch der völligen Kontrolle über den Kontrabass treibt er die Band an. Von seiner Wahlheimat Berlin aus strebt der 1990 geborene Adomeit, Absolvent des „Oberlin College“ und des „Oberlin Conservatory of Music“, zu neuen Horizonten.

 

Schlagzeuger Rick Hollander stammt aus Detroit und wurde 1956 geboren. Beeinflusst von den musikalischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der 60-er und 70-er Jahre zeichnet er sich heute durch sein einfühlsames Begleiten und seine starke musikalische Vorstellungskraft als Bandleader aus. In seiner Kariere arbeitete er mit Jazzgrößen wie James Moody, Brad Mehldau und Roy Hargrove zusammen.

Eintritt: 15 Euro.

 




Bühnenflöhe für die Kinder

Für Kinder ab fünf Jahren kommt Pippi Langstrumpf nach Pfaffing: Und zwar mit dem Ensemble der Bühnenflöhe des Theaters in der Au in München. Nach einer Bearbeitung von Christian Schönfelder zeigt Regisseur Christian Janda das beliebte Stück am kommenden Sonntag, 9. Februar, um 16 Uhr im Pfaffinger Gemeindesaal. Die Kunst in der Filzen lädt Jung und Alt dazu herzlichst ein. Der Karten-Vorverkauf läuft …

Zum Inhalt:

In ein altes Haus neben Annika und Thomas ist ein Mädchen mit einem Pferd und einem Affen eingezogen. Sie nennt sich Pippi Langstrumpf und lebt allein in ihrer Villa Kunterbunt. Ihr Vater ist als Seeräuber unterwegs, sie besiegt auf dem Jahrmarkt den stärksten Mann und lügt, dass sich die Balken biegen … Da Pippi einen Koffer voller Goldstücke besitzt, interessieren sich auch bald zwei Einbrecher für das Geld …

Wann: 16 Uhr, Einlass: 15.30 Uhr

Aufführungsdauer: etwa 90 Minuten einschließlich einer Pause.

Wo:      Bühne im Gemeindezentrum in Pfaffing, Schulstraße 5

Eintritt: Sieben Euro.

Vorverkauf: Edeka Pfaffing

Telefonische Kartenreservierung unter der 08076/886040

www.kunst-in-der-filzen.de




Er nahm sich gern ZEIT für Wasserburg …

Es gibt keine vernünftige Alternative zum Optimismus! Das ist der Kernsatz des gestrigen Abends im Wasserburger Kino. Und zwar von ihm: Als er es sich auf einem Barhocker im großen Utopia-Saal vermeintlich bequem machte und dem Publikum ausgesprochen nah war – Hubertus Meyer-Burckhardt. Er war auf Einladung von Marie Theres Kroetz Relin – sie kennen sich seit vielen Jahren beruflich – zu einer Lesung zu Gast. Der Produzent, Autor und so beliebte NDR-Talkshow-Moderator aus Hamburg, der Wasserburg zum dritten Mal besuchte …

Fotos: Renate Drax

… war er doch als Schüler und Student schon hier gewesen … An diesem so unglaublich schönen Ort, wie er im Gespräch mit der Wasserburger Stimme und auch bei der Lesung schwärmte. Viel könne er aber nicht anschauen, da ihm die Zeit dazu auf seiner Tour leider fehle.

Doch die Zeit für eine Lesung hier, die nahm sich der Hamburger gerne – seine Zusage auf Anfrage von Marie Theres Kroetz Relin war sofort gekommen. Womit wir bei seinem Buchtitel des Abends sind: Einem ungewöhnlichen, der Aufmerksamkeit weckt – und zwar von Beginn an zwischen den sechs Worten. Aufmerksamkeit darauf, der freien Zeit Qualität zu geben und sie zu genießen:

Die ganze Scheiße mit der Zeit.

Es ist ein autobiografischer Ratgeber, einer von den Klugen! Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt darin humorvoll, lebensecht, sympathisch und will Optimismus in die Herzen transportieren. Obwohl es um einen prügelenden Vater geht und zwei Karzinome. die sein Leben vor zwei Jahren von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf gestellt haben.

Ihm gelingt es, mit seinen Worten zu inspirieren. Es lohnt sich, das Buch aufmerksam zu lesen – und es lohnt sich, ihm aufmerksam zuzuhören. Das taten gestern viele im ausverkauften Saal in Wasserburg. Es wurde viel gelacht. Und es wurde nachgedacht …

Man hätte meinen können, es kommen hauptsächlich Frauen zu dem Abend mit dem so charmanten TV-Moderator – nein, es kamen auch viele Männer gestern in den Wasserburger Kinosaal.

Hubertus Meyer-Burckhardt, leicht verschnupft stand er vor einem zur Begrüßung beim Cafe Central: Mit Mütze und dickem Schal eingepackt – und einem freundlichen Lächeln zur Begrüßung. Er trank Ingwertee dann wegen der Erkältung. Und die Zeit, sie lief – stand nach der Lesung in Wasserburg doch noch eine in Trostberg an. Marie Theres Kroetz Relin (Foto unten Bildmitte) an seiner Seite – ja, sie bringt die Stars aufs Land, wie versprochen.

Hubertus Meyer-Burckhardt signierte seine Bücher vor der Lesung im Kino-Foyer gerne – in Zusammenarbeit mit der Wasserburger Buchhandlung Fabula.

Während Kino-Chef Rainer Gottwald persönlich letzte Umbauarbeiten am Lesetisch vor der großen Kino-Leinwand vornahm, meinte Hubertus Meyer-Burckhardt, er hoffe, dass seine Bandscheiben diesen Sitzplatz mitmachen, auf dem Barhocker hin- und herrutschend. Das Publikum lachte und der Bann vor dem großen Gast, er war schnell gebrochen.

Dieser leichtgängige und flüssig lesbare – wie ganz wunderbar hörbare – Fließtext ging leider die Schrecksekunde einer furchtbaren Krebsdiagnose voraus, die Meyer-Burckhardt über seine restliche Lebenszeit hat so nachhaltig nachdenken lassen. Da er rückblickend betrachtet hemmungslos und ohne jede Reflexion mit seiner Zeit umgegangen sei, habe er fortan begonnen, dies zu ändern – sein Mantra es gibt keine vernünftige Alternative zum Optimismus stets im Ohr, im Kopf, im Herzen! Diesen Lernprozess hat er aufgeschrieben. So gut, dass man ihn sofort miterlebt, sich hineinversetzt fühlt, hautnah.

Hubertus Meyer-Burckhardt liest aus seinem Leben vor – wenn er denn liest, denn immer wieder erzählt er auch einfach frei dem Wasserburger Publikum, das an seinen Lippen hängt. Kennt man sie doch nur zu gut, diese Stimme der berühmten, großen Talkshow im Fernsehen.

Beginnend mit seiner Kindheit, seinen schulischen „Glanzleistungen“ und seinem beruflichen Werdegang reflektiert er sein eigenes Leben und seinen Werdegang. Im Buch ausführlich, in der Lesung kurz und nachhaltig. Dabei erwähnt er Momente, Empfindungen und Entdeckungen, die ihn geprägt und maßgeblich zu dem Menschen haben werden lassen, der er jetzt ist. Er zitiert und hinterfragt. Das Phänomen ZEIT. Dabei geht er auch selbstkritisch mit sich ins Gericht und erzählt ganz ehrlich, wie unzufrieden und unsicher er häufig war. Die Ängste, er lässt sie nicht weg.

Ihm gelingt sie, die Liaison zur humorvollen und ehrlich optimistischen Art, die er durch und durch verkörpert. Auch wenn er so vor einem sitzt. Die Botschaft: Kämpfe im Inneren hat jeder zu kämpfen – selbst die Erfolgreichsten. Aber, Kopf hoch – nach vorne blicken. Habe Hoffnung.

Besonders berührend sind seine kleinen Momente im Leben, von denen er erzählt, wie sie ihn glücklich machen. Ein Geruch oder der Besuch eines besonderes geschichtsträchtigen Ortes. Und natürlich die Begegnungen mit den Menschen. Auch die kurzen.

Heute mit 63 Jahren führe er nun seit zwei Jahren eine Affäre mit dem Jetzt. Und sie wird andauern, seine Affäre … Denn man hat zwei Leben. Das zweite beginne, wenn man begreife, dass man nur eins habe.

Es ist ein wegweisendes Buch und es war eine wegweisende Lesung. Viele Gedanken gab Hubertus Meyer-Burckhardt gestern den Zuhörern mit auf den Weg – nach Hause und ins Leben. Wie ein väterlicher Freund, wie ein Kumpel. Ja, bitte optimistisch bleiben. Sich mehr auf Dinge fokussieren, die einen glücklich machen. Und schöne Momente bewusster erleben.

Denn die kostbare Lebenszeit – sie ist einmalig. Planen sollte man sie nicht immer!

Wie passend zum Thema: Eine schöne Begegnung gestern am Rande der Lesung in Wasserburg! Hubertus Meyer-Burckhardt traf seinen guten Freund aus der Münchner Zeit bei PRO7 wieder, Prof. Dr. Marcus Englert (rechts im Bild), ehemaliger ProSiebenSat.1-Vorstand. Hier begrüßt er ihn mit dessen Mutter aus Gars am Inn herzlichst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Lesung ist ausverkauft

Die Lesung ist ausverkauft. Das meldet Marie Theres Kroetz Relin für ihre morgige Veranstaltung um 18 Uhr im Wasserburger Utopia-Kino: Ist es ihr doch gelungen, den so beliebten NDR-Talkshow-Moderator, Filmproduzenten und Buchautor Hubertus Meyer-Burckhardt für eine Lesung gewinnen zu können (wir berichteten mehrmals). Er stellt seinen jüngsten Bestseller „Diese ganze Scheiße mit der Zeit“ vor.

30. Januar 2020 -> 18:00 Uhr -> Kino Utopia -> Wasserburg am Inn -> AUSVERKAUFT
30. Januar 2020 -> 20:15 Uhr -> Stadtkino Trostberg -> Trostberg ->  wenige Restkarten
31. Januar 2020 -> 17:00 Uhr -> Park-Kino -> Bad Reichenhall -> AUSVERKAUFT
31. Januar 2020 -> 20:00 Uhr -> Mike’s Kino -> AUSVERKAUFT
 
News: http://region18.de/news/

Siehe auch …

Hubertus Meyer-Burckhardt liest …




Ins Bewusstsein rücken

„Jeder achte Bürger in Deutschland hat Angehörige, die Opfer des NS-Euthanasie-Programms wurden.“ Mit dieser Zahl verdeutlichte gestern Prof. Dr. Michael von Cranach (Foto) die Dimensionen der von den Nazis begangenen Verbrechen an kranken und behinderten Menschen in seiner Rede zur Eröffnung der Sonderausstellung „In Memoriam“ im Wasserburger Museum. Vorausgegangen war die berührende Einweihung des neuen Mahnmals am Heiserer Platz, das mit 62 Stelen an die 742 Menschen erinnert, die in Attl und Gabersee lebten und ermordet wurden (wir berichteten).

Nach einem feierlichen musikalischen Gruß des Saxophon-Quartetts der Wasserburger Stadtkapelle begrüßte Museumsleiterin Sonja Fehler die Gäste, unter ihnen die Bürgermeister Michael Kölbl und Werner Gartner, und verwies auf die Akten und Archivalien der Stiftung Attl und des Stadtarchivs, mit denen die Ausstellung den lokalen Bezug bekommt.

Von Cranach (79), Psychiater und von 1980 bis 2006 ärztlicher Direktor, des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren sowie Kurator der Ausstellung, erinnerte daran, wie diese schrecklichen Verbrechen ans Tageslicht kamen. „1945 kamen US-Offiziere ins Krankenhaus Kaufbeuren und fanden getötete Kinder“, so von Cranach, „das war der Anlass, um weiter zu recherchieren, was geschehen war.“

So hätten die Amerikaner schließlich die Quellen zugänglich gemacht und sich entschieden, die Verbrecher ab 1947 in den sogenannten Ärzteprozessen vor Gericht zu stellen. Anschließend wurden die Akten der Bundesrepublik übergeben, wobei im Nachgang viele Vorgänge von Justiz und Öffentlichkeit verleugnet wurden. „So gab es kein Bewusstsein für diese Taten“, so der Psychiatrie-Professsor.

Auch in den Nachkriegsjahren war das Schicksal behinderter Menschen bedrückend. „Wir trafen noch 1980 auf ein Elend, wie man sich es kaum vorstellen kann“, erinnert sich von Cranach an seine ersten Kontakte zu den Patienten. „Die Menschen hatten kaum eigene Kleidung, fast keinen Kontakt zu den Angehörigen“, so der Kurator. Dadurch sensibilisiert habe man begonnen, in den Archiven zu forschen und sich mit dem Thema „Euthanasie“ auseinanderzusetzen.

Der Initialzündung kam 1999, als die Deutsche Fachgesellschaft für Psychiatrie den Auftrag bekam, einen Weltkongress auszurichten. Weil aber kein schlechtes Licht auf die Mediziner fallen sollte, wurde bei den Planungen nicht auf das „Euthanasie“-Programm eingegangen. Der Protest internationaler Ärzte, die deshalb den Kongress boykottieren wollten, führte schließlich zu der Sammlung, die seither als Wanderausstellung an 40 Orten gezeigt wurde.

Wirklich angekommen im Bewusstsein, sei das Thema aber erst 2017 als der Bundestag mit einer eindrucksvollen Feier an die Verbrechen der NS-Zeit mahnte.

Die Ausstellung diene darüber hinaus den Angehörigen, die sich informieren können, ob Verwandte vom „Euthanasie“-Programm betroffen waren.

„In Memoriam“ läuft noch bis 10. Mai und wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet.

Museumsleiterin Sonja Fehler und Prof. Dr. Michael von Cranach eröffneten die Ausstellung gestern.




Wenn Kinder das Neue wagen …

Die ehrliche Freude ins Gesicht geschrieben: Erneut kommt in Rosenheim ein Musical zur Aufführung, das christliche und muslimische Buben und Mädchen miteinander erarbeitet haben! Die Begegnung ist gerade im religiösen Bereich oftmals mit Vorbehalten und Bedenken geprägt. Umso beachtenswerter ist es, dass Kinder mit der ihnen eigenen Selbstverständlichkeit das Neue wagen und probieren … Mit Spielfreude und Innigkeit zeigen die Kinder, dass die Religionen viele Gemeinsamkeiten haben. 

Zum zweiten Mal haben der Kinderchor Fürstätt und seine Leiterin Annette Kopf ein christlich-muslimisches Kinderchorprojekt initiiert. Dieses Mal singen mit dem Fürstätter Chor die Kinder aus der Rosenheimer Ditib-Gemeinde.

In dem Musical „David – Davud“ wird die Geschichte von David und Goliath erzählt, die im Alten Testament der Bibel ebenso wie in der 2. Sure des Korans überliefert ist. Im Koran trägt David den Namen Davud.

Die Aufführungen finden statt am

Samstag, 8. Februar, um 18 Uhr

und am Sonntag 9. Februar, um 11 Uhr

im Theatersaal im Künstlerhof am Ludwigsplatz in Rosenheim.

Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene, ermäßigt fünf Euro.

Eintrittskarten gibt es freitags zwischen 16 und 18 Uhr in der Bibliothek im Pfarrheim in Fürstätt oder an der Abendkasse. Saalöffnung ist jeweils 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. 

 




In Memoriam

Die Stadt Wasserburg wird am heutigen Montag, 27. Januar 2020, um 16 Uhr das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus (wir berichteten) am Heisererplatz in Wasserburg einweihen. Im Anschluss wird die Ausstellung „In Memoriam“ im Museum Wasserburg eröffnet.

Die Geschichte der Stadt Wasserburg in der NS-Zeit ist durch ihre Ortsteile Attel und Gabersee eng mit der Geschichte des NS-„Euthanasie“-Programms verbunden. 742 Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen, die im Kloster Attel oder im Bezirkskrankenhaus Gabersee lebten, fielen den NS-Patientenmorden zum Opfer. Die Ausstellung, die auch die Einweihung des Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus begleitet, möchte über diese Epoche aufklären.

Hintergründe
Zwischen 1939 und 1945 wurden 240.000 psychisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderung im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms auf dem Gebiet des Deutschen Reichs getötet. Die durch Selektion zum Tode Verurteilten wurden in speziell eingerichtete Tötungsanstalten deportiert oder in den damals als Heil- und Pflegeanstalten bezeichneten Einrichtungen durch Vernachlässigung, Nahrungsmittelentzug oder überdosierte Medikamentengabe zu Tode gebracht.Die

Ausstellung
In der Ausstellung werden anhand von Texten, Schriftstücken, Fotografien und Videointerviews mit Zeitzeugen die verschiedenen Phasen des NS-Vernichtungsprogramms wie die „Aktion T4“, das Hungersterben und Tötungen durch Medikamente dargestellt.

Die Dokumente zeigen auch unterschiedliche Opfergruppen – Erwachsene, Kinder und Zwangsarbeiter –, die Reaktion von Angehörigen sowie die Haltung der Ärzte und die Auseinandersetzung mit den Verbrechen in der Nachkriegszeit. Originaldokumente lassen einzelne Schicksale nachvollziehbar werden und geben den Opfern ein Gesicht und eine Geschichte.

Eine lokale Ergänzung bildet die Schilderung der historischen Ereignisse Wasserburger Einrichtungen Gabersee und Attl. Die Wanderausstellung von Prof. Dr. Michael von Cranach wurde erstmals 1999 im Rahmen des Weltkongresses für Psychiatrie in Hamburg präsentiert und aufgrund der großen Nachfrage an vielen Orten gezeigt.

Weitergehende Informationen zum Thema „Euthanasie“ in Wasserburg auf der Website www.gedenken.wasserburg.de .