Ab nächster Woche: Eugène Ionescos apokalyptisches Stück in Wasserburg
Eine Premiere steht wieder an am Theater in Wasserburg: Nächste Woche am Freitag, 27. Februar, wartet Eugène Ionescos apokalyptisches Stück „Die Stühle“ – von Regisseur Nik Mayr (Foto) inszeniert und von Hilmar Henjes sowie Rosalie Schlagheck gespielt …
Am Sonntag, 1. März, ist dann zudem wieder ein „VORREDEN“ ab 18.15 Uhr, ein Einführungsgespräch mit Ute Mings und Regisseur Nik Mayr.
Darum geht’s:
Paris ist völlig zerstört, die Pyrenäen gibt es nicht mehr. Die Alpen sind abgerissen. Der Brocken (im Harz) ist der höchste Berg der Welt. Poppet und Semiramis hocken in ihrem Turm (nicht im Harz) und stricken Öl. Die beiden erwarten Gäste, aber alle Brücken sind abgebrochen. Der Tisch ist gedeckt, die Honoratioren geladen, aber die Stühle bleiben leer.
Im Irrsal der Einsamkeit erwachen imaginäre Gäste zum Leben. Das Wirrsal des Gastmahls legt das Leben der beiden Übriggebliebenen offen, ihre Zweisamkeit, ihre Einsamkeit, bis das Glück nicht mehr zu steigern ist.
Hintergrund: Die 1952 uraufgeführte, tragische Farce von Eugène Ionesco über ein Ehepaar jenseits der Neunzig ist ein Stück über den vergeblichen Versuch, dem Leben Sinn und Bedeutung zu geben, übers gemeinsam Älterwerden und dem Trauern über verpasste Chancen. Dabei ist es immer auch ein Stück nach dem Holocaust, in dem die kleinbürgerlich-großmütige „Botschaft für die ganze Menschheit“ – verkündet vor einer illustren Runde an herbeifantasierten Gästen – bloß sprachloses Silben-Gestammel sein kann.
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