Obst und Gemüse für alle – in Bio und umsonst

Unser Portrait: Thomas und Max und ihre Vision vom Sattwerden, ohne zu bezahlen

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bachmaierDiese zwei jungen Männer reden nicht nur. In erster Linie machen sie einfach. Thomas (im Foto rechts) und Max Bachmaier haben dabei eine klare Vision: In Bad Aibling soll es bald Obst und Gemüse für alle geben – und zwar in Bio-Qualität und umsonst. Zwei Spinner? Nein. Eher zwei Typen, die sich mit dem Leben, mit unserer Gesellschaft und der Zukunft beschäftigen. Und die deshalb ein einfaches wie geniales Projekt gestartet haben …

Es ist ein frischer Herbstmorgen. Wir stehen auf einem unscheinbar wirkenden Gelände auf den Höhen Bad Aiblings. Noch ist viel davon Grasland, nur einige Parzellen davon sind mit Mulch bedeckt. Das ist der Nährboden, auf dem die beiden Cousins ihr Gemüse pflanzen. Hier ernteten sie im ersten Jahr vor allem eines: Kopfschütteln vieler Landwirte. Diese Methode ist für die meisten Bauern (noch) nicht nachvollziehbar. Und dennoch: Thomas und Maximilian Bachmaier ließen sich nicht beirren und konnten im zweiten Jahr schon beachtliche Ernte-Erfolge erzielen. „Zucchini, Topinambur, Salat, Brokkoli, Kartoffeln – hier ist vieles super gewachsen”, erzählt Thomas Bachmaier.

Dabei sind die beiden keine Landwirte, sondern Männer mit einer Idee: Mit ihrem Gemüse wollen sie keinen Gewinn machen, die Ernte soll an die Menschen aus Bad Aibling und Umgebung verteilt werden, die Interesse an Bio-Gemüse aus der Stadt haben. Kosten: Nichts. Wer sich im Gegenzug auf den Feldern der beiden nützlich machen will – gerne.

Mit ihrem Projekt wollen die beiden Neu-Landwirte vieles bewirken: Zum einen wollen sie beweisen, dass ein Grundrecht wie Essen nicht unbedingt was kosten muss, zum anderen wollen sie den Menschen zeigen, dass es durchaus möglich ist, sich autonom und losgelöst von genormter Supermarkt-Ware zu ernähren, und das auch noch direkt aus der Region.

Das Feld haben sie über das Familiennetzwerk Fokus von der Stadt Aibling gepachtet. 1000 Quadratmeter zu einem symbolischen Preis. Die Stadt ist froh, dass mit ihrer Fläche etwas Sinnvolles gemacht wird und unterstützt die beiden bei ihrem Projekt.

Thomas und Maximilian Bachmaier haben damit Großes vor und denken schon weiter: „Wenn viele Menschen hier oben ihr Gemüse anbauen und vielleicht selbst noch Flächen haben, die man bewirtschaften könnte, dann wäre das in kurzer Zeit so viel Nahrung, dass problemlos unzählige Leute davon satt werden könnten – ohne etwas dafür zu bezahlen”, sagen sie.

Begonnen haben die beiden vor etwa sechs Jahren im Garten ihrer Oma. Dort machten sie die ersten Erfahrungen und erzielten bald großen Erfolg mit ihrer Mulch-Methode. „Die haben wir aus dem Internet”, gesteht Thomas Bachmaier. In dem Film „Garden Of Eden” wird der Anbau mit Mulch genau beschrieben und auch erklärt, wieso das den Pflanzen so gut tut. Hier hält sich die Feuchtigkeit perfekt und es ist der natürliche Kreislauf der Vegetation. Wenn man ein Jahr Geduld hat – so lange braucht es, bis sich die Mulchschicht zu fruchtbarem Boden aufbaut – dann kann man bestes Obst und Gemüse säen und ernten. Maximilian Bachmaier schwärmt: „In diesem heißen Sommer mussten wir trotzdem kaum gießen – die Mulchschicht hat die Pflanzen feucht gehalten.”

Bei der Aussaat achten die beiden darauf, dass sie vor allem alte Sorten anpflanzen und dafür nur Bio-Saatgut verwenden. „Das kaufen wir vor allem im Internet bei Dreschflegel”, sagt Thomas Bachmaier. Bei ihrem Projekt denken die zwei Cousins nicht nur an die Schonung des Geldbeutels. Als jahrelang vegan lebende Menschen wollen sie den Bürgern der Region auch einen Lebensstil aufzeigen, der Umweltbewusstsein, Gemeinschaftssinn, Gesundheit, Harmonie mit der Natur und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen vereint.

Nachahmenswert und bespielgebend

Wer Interesse daran hat, sich am Gartenprojekt der beiden zu beteiligen und mehr darüber erfahren möchte, kann sich hier melden:

Thomas Bachmaier, Telefon: 08061-345 99 72

Mail: max-bachmaier@gmx.de

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