Ausschreitungen: Polizei nimmt Stellung

Randale und versuchtes Tötungsdelikt in Asylbewerber-Unterkunft Waldkraiburg

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Im Verlauf des gestrigen Mittwochs kam es in einer Asylbewerber-Unterkunft in Waldkraiburg zu mehreren Auseinandersetzungen (wir berichteten), die nur mit einem erheblichen Polizeieinsatz zu bewältigen waren.  Dabei wurden fünf Personen verletzt, davon ein 29-jähriger Bewohner schwer. Die Kriminalpolizei Mühldorf übernahm die Ermittlungen zu den Ausschreitungen, in einem Fall auch wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Polizeivizepräsident in Rosenheim, Harald Pickert, nahm heute zu den Ausschreitungen Stellung.

Auf Anordungung der Regierung von Oberbayern sollten am Vormittag illegal angeschlossene Kühlschränke in den Zimmern der Einrichtung durch die Leitung der Einrichtung und den Sicherheitstdienst entfernt werden.

Eine 24-jährige Bewohnerin war offensichtlich damit nicht einverstanden und sorgte gemeinsam mit weiteren Bewohnern für erhebliche Unruhen in der Unterkunft. Diese konnten zunächst mit Unterstützung der benachbarten Dienststellen beruhigt werden.

Aufgrund dieses Vorfalls sollte die 24-Jährige in eine andere Einrichtung verlegt werden. Nachdem sie am gestrigen Nachmittag Kenntnis davon erhielt, kam es zu einer aufgebrachten Stimmung und massiven Ausschreitungen.

Die eingesetzten Polizeibeamten wurden mit Steinen und Flaschen angegriffen. Es kam dabei zu verschiedenen Sachbeschädigungen innerhalb der Einrichtung, ein Feueralarm wurde offensichtlich mutwillig ausgelöst. Mit starken Polizeikräften des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei gelang es schließlich, die Lage zu befrieden.

Die 24-jährige Bewohnerin wurde mit richterlicher Bestätigung in Gewahrsam genommen.

Am Abend dann heizte sich die Stimmung unter den Bewohnern erneut auf und es kam zu massiven Auseinandersetzungen, bei denen auch Messer verwendet wurden.

Ein 29-jähriger Bewohner musste mit einer Stichverletzung am Oberkörper in ein Krankenhaus geflogen werden. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitt eine Schnittwunde am rechten Arm, ein weiterer blieb nur auf Grund der getragenen Schutzweste unverletzt. Drei Bewohner mussten mit leichten Verletzungen ambulant behandelt werden.

Unter Führung des Polzeipräsidiums Oberbayern Süd gelang es schließlich mit zahlreichen Einsatzkräften der umliegenden Dienststellen, des Polizeipräsidiums München, der Bayerischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei, die massiven Auseinandersetzungen zu beenden.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Mühldorf zum genauen Ablauf der Auseinandersetzungen und zum versuchten Tötungsdelikt dauern an. Ein mutmaßlicher Tatverdächtiger konnte festgenommen werden, drei weitere Bewohner wurden vorläufig in Gewahrsam genommen.

Harald Pickert, Polizeivizepräsident Oberbayern Süd (unser Foto oben):

„Für uns hat der Schutz der überwiegend friedlichen Bewohner der Unterkunft oberste Priorität. Deshalb werden wir Gewaltexzessen, wie am gestrigen Abend in Waldkraiburg, in keinster Weise dulden. Wir setzen alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen und personellen Mittel ein, um diese zu unterbinden.

Dieser Einsatz hat gezeigt, dass durch das Zusammenziehen vieler Polizeikräfte eine komplexe Einsatzlage bewältigt werden konnte. Die schnelle und unbürokratische Unterstützung unserer Kräfte durch Bereitschaftpolizei, Bundespolizei und der benachbarten Präsidien sowie die hohe Einsatzbereitschaft aller Polizeibeamten und des Sicherheitsdienstes waren vorbildlich.

In engem Austausch mit der Regierung von Oberbayern werden wir das weitere Vorgehen in der Unterkunft in Waldkraiburg abstimmen.“

 

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12 Gedanken zu „Ausschreitungen: Polizei nimmt Stellung

  1. Sind eigentlich alle Täter verhaftet und im Bezirkskrankenhaus sicher verwahrt.
    Wie kann sich der private Bürger noch schützen.

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  2. Ich würde gern verstehen, warum der Anschluss eines Kühlschranks in der Unterkunft illegal ist. Und dann wäre noch interessant, wie man den Flüchtlingen diese Begründung vermittelt. Nach meiner Erfahrung ist die Verständigung mit (vielen von) ihnen nicht nur wegen der Sprachbarriere, sondern vor allem wegen der enormen kulturellen Unterschiede oft sehr schwierig. Ob man solche Kühlschrank-Regelungen dann so erklären kann, dass sie verstanden und ohne Widerstand akzeptiert werden, ist fraglich…

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    1. Wenn Sie richtig gelesen hätten, wüssten Sie, dass die Kühlschränke nicht in den Unterkünften illegal sind, sondern in den Zimmern. Integration bedeutet auch, die Tugenden des Gastlandes zu akzeptieren – unabhängig von der Sprache – und hier gibt es Regeln und eine davon heißt: Kühlschrank in die (Gemeinschafts-)küche. Genauso wie das WC im Klo ist und nicht im Wohnzimmer.
      Die andere Frage wäre dann, woher diese Kühlschränke kommen? Gekauft? Von welchem Geld? Gestohlen? Ja in diesem Land ist es auch „Stehlen“, wenn man Schrott aus Wertstoffhöfen entwendet.

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    2. Wann werden wir es endlich begreifen: Ein Großteil der Zuwanderer kann und wird sich niemals an unserer Art zu leben orientieren und wir werden das trotz aller Bemühungen nicht ändern können. Dafür sind die Ausganssituationen einfach zu unterschiedlich. Jeder der heute noch der Meinung ist, die Integration dieser großen Zahl an Menschen wird funktionieren, glaubt vermutlich auch noch daran, dass das Christkind an Weihnachten die Geschenke unter den Baum legt. Auch wenn der Gedanke ein sehr schöner ist, sollte man sich irgendwann davon lösen. Leider verfehlt es unsere Politik immer wieder genau das ehrlicherweise auszusprechen. Wie in jeder Beziehung ist die Erkenntnis und Ansprache der einzige Weg zur Besserung. Und nein ich fordere nicht alle wieder nach Hause zu schicken… aber ich fordere ein klares Signal das heißt. „Stopp wir haben uns mit dieser Aufgabe übernommen“ – daher können können wir nur diejenigen fordern und fördern die das auch wollen. Und jeder der sich hier nicht an unsere Regeln hält, sich nicht bemüht unsere Sprache zu lernen unsere Lebensart zu verstehen und zu akzeptieren, dem bieten wir ausschließlich den Weg zurück. Und mit solchen Aktionen wie in Waldkraiburg disqualifizieren sich wieder einige für den weiteren Verbleib in unserer aktuell noch attraktiven, weltoffenen Gesellschaft.

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      1. Die beste Aussage, die ich bislang zu dieser Thematik gelesen habe.
        Das Schlimme ist: Es wird auch weiterhin nicht so gehandhabt werden. Zuviele Kurzsichtige entscheiden/arbeiten/“helfen“ wild durcheinander.

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    3. Wenn ich in einem Fremdenland leben möchte und dort um Asyl bitte, bin ich der Meinung, das ich die gepflogenheiten dieses Landes akzeptieren muss und mich dem Entsprechend verhalte. Dazu kommt wenn ich in diesem Land leben möchte muss ich die Sprache lernen und hier geht es nicht darum das dieses fließend ist, sondern so das ich mich verständigen kann. Alles andere sehe ich inzwischen als beleidigung und demütigung des Gastlandes an.
      Personen die in diesem Land asyl beantragen und in irgend einer weise Straffällig werden, haben in meinen Augen jegliches Recht auf bleiben in diesem Land verwiergt. Heist für mich zurück aus dem Land dem sie kommen und es kann nicht unser Problem sein ob sie dort verfolgt werden. Und die gehören dann auch nicht einige Jahre in ein Gefägnis gespert in dem Sie ihre schlechte Kindheit ausleben, sondern Kostengünstig abgeschoben.
      Jeder Mensch hat das Recht in einem Land seiner Wahl zu leben und jeder Mensch soll Hilfe bekommen wenn er diese benötigt. Aber er hat sich immer an die Spielregeln zu halten.

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    4. Angesichts der vielen „Daumen unten“-Klicks glaube ich, dass ich hier missverstanden wurde. Dass sich Asylbewerber im Gastland an bestimmte Regeln halten müssen, stelle ich nicht in Frage.

      Aber wenn ich in einer Gemeinschaftsunterkunft leben müsste, würde ich auch versuchen, mir das komfortabel einzurichten und, wenn es sein muss, einen Fernseher oder auch einen Kühlschrank in meinem Zimmer betreiben.

      Bei der Kühlschrankregelung stellt sich halt die Frage nach dem Sinn. Und wenn eine solche Regelung dann mit solcher Härte (die Kühlschränke wurden wohl einfach entfernt und die Lebensmittel entsorgt, beides Privateigentum) durchgesetzt wird, provoziert man doch einen Aufstand. Das rechtfertigt natürlich keine Körperverletzung, schon klar …

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      1. @ Martin…
        … wenn ich in einer Gemeinschaftsunterkunft dieser Art leben müßte, dann würde ich schauen, mich an den Sitten und Gebräuchen des Landes anzupassen, die Sprache zu lernen und so schnell wie möglich mein eigenes Geld verdienen,damit ich mir eine eigene Wohnung leisten kann, denn da kann ich meinen Kühlschrank hinstellen, wo es mir gefällt.
        Sicher werde ich nicht die Polizei und das Personal mit Messern massiv angreifen verletzen, sie mit Bierflaschen und Steinen bewerfen, nur weil sie die Hausordnung durchsetzen müssen.
        Dieses von den Bewohnern der Unterkunft gezeigte Verhalten ist zutiefst kriminell und Asozial und dafür fehlt einem normal denkenden Menschen jegliches Verständnis.

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  3. Es ist entsetzlich, schrecklich was sich dort abgespielt hat.
    Da ist ein Klientel, das bereit ist zu töten, weil ein illegal benutzter Kühlschrank aus einem Zimmer entfernt werden sollte.
    Dafür braucht man ein SEK, Hubschrauber und mindestens 100 schwer bewaffnete Polizeibeamte.
    Verständlich, das die Bewohner Waldkraiburgs es extrem mit der Angst zu tun bekommen.
    Ich wünsche dem Sicherheitsangestellten eine gute Genesung und hoffe das er wieder ganz Gesund wird und sein Arm kein bleibenden Schaden davon getragen hat..

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  4. Wie können Kühlschränke illegal angeschlossen sein? Weil gestohlen, oder wie? Wenn ja, warum wird das nicht so geschrieben?
    Der ganze Vorgang ist irgendwie verwirrend, zumindest wie das der Herr Vizepräsident schreibt.
    Wenn ich in meinem Wohnzimmer einen Kühlschrank haben will, kauf ich mir einen und schließ ihn an, fertig. Das mach ich auch im Schlafzimmer oder aufn Klo, wenn mir danach ist. Was ist da illegel oder entspricht nicht unseren „Gepflogenheiten“?
    Und wenn dann die Polizei, die auch noch eine andere Sprache spricht als ich, kommt und ihn mir samt Inhalt wegnehmen will, werf ich zwar nicht mit Steinen, würde mich aber doch etwas zur Wehr setzen.
    Dann kommt auch noch SEK etc. Irgendwie erschreckend unverhältnismäßig find ich.
    Diese Kommentare von wegen „an Gepflogenheiten anpassen“ etc. und diese üblichen Vorverurteilungen… Schwachsinnig.

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    1. Schon richtig, wenn Sie ein Klo in IHREM Wohnzimmer haben wollen, können Sie das installieren. Aber wenn Sie in Miete wohnen wird ihr Vermieter das Rohr von Kanal zum Wohnzimmer unterbinden. Und so ist es auch hier: Nicht deine Wohnung -> Nicht deine Regeln.
      Und wenn hier grundsätzlich per Hausordnung der Betrieb von Elektrogeräten in Zimmern untersagt ist, weil die Feuerwehren nicht im Minutentakt ausrücken sollen, dann ist der Betrieb eines Kühlschrankes eben untersagt – und zwar per Hausordnung (das Wort „illegal“ ist vielleicht ungeschickt gewählt). Wo eine aufgeschaltete Brandmeldeanlage ist sollten auch nur geprüfte Geräte an die Steckdose und ich denke die Geräte in Gemeinschaftsküche usw. sind auch geprüfte Geräte von Elektrofachgeschäften. Das kostet deutlich mehr Geld als Ihr Aldi-Wasserkocher in ihrer privaten Wohnung.
      Ihre Manieren mögen anders sein als meine, aber ich erkundige mich vor der Reise in ein fremdes Land, was ich tun darf und was nicht und was üblich ist und was nicht. Ich informiere mich in meiner Sprache, damit ich hinterher keine Probleme habe. Und das mach ich, obwohl ich weiß, dass ich nach 2 Wochen wieder heimgehe. Aber was sind Manieren heutzutags schon noch wert?

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  5. Gscheidmacher

    Schon mal daran gedacht wie eine Gemeinschaft Unterkunft aussehen würde wenn jeder seinen eigenen Kühlschrank Toaster oder sonst was rein stellen würde ? Regeln gehören in jede Gemeinschaft, sei es eine Kindergarten Gruppe, eine Schulklasse, ein gemeinsamer Hobby Raum oder eben auch eine Asylunterkunft. Ich denke nicht, dass man diese Regel mit den Kühlschränken groß hinterfragen muss, wenn nämlich in 2 Wochen eine Unterkunft aufgrund eines nicht technisch geprüften Elektrogerätes abgebrannt wäre, würde vermutlich gleich wieder ein großer Aufschrei kommen wie so etwas passieren kann.
    In diesem Sinne bleibt für mich einfach nur die Enttäuschung über die Menschen die sich so verhalten.

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