Söder: Noch drei weitere Wochen!

Ausgangsbeschränkungen bis Ende der Osterferien - Landkreis schwer Corona-betroffen

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Damit war bereits gerechnet worden: Bayern verlängert – laut einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder vom heutigen Montagmittag – die Ausgangsbeschränkungen bis zum Ende der Osterferien am 19. April! Das heißt beginnend in der Nacht vom 21. März sind es dann genau vier Wochen. Besonders viele Corona-Infektionen gebe es laut Söder im Landkreis Rosenheim sowie in den Kreisen Tirschenreuth, Miesbach und Erding. Für diese Regionen seien daher etliche Maßnahmen geplant – ab sofort mehr Ärzte, deutlich mehr Tests vor Ort sowie mehr Material wie Schutzmasken, betonte Söder. Im Landkreis Rosenheim gelte ab sofort wie in den anderen drei hauptbetroffenen Gebieten laut Söder nun eine Masken- und Schutzpflicht in den Altenheimen! Corona-Testzentren gibt es bislang im Landkreis nur auf der Loretowiese und ab heute in Bad Aibling (wir berichteten).

Laut Gesundheitsministerin seien in Bayern aktuell 551 Corona-Infizierte auf den Intensivstationen. Also etwa ein Viertel von aktuell insgesamt 2.059 Menschen, die wegen des Corona-Virus stationär in Krankenhäusern in Bayern behandelt werden. Stand heute Mittag gebe es im Freistaat 14.437 positiv auf Corona getestete Menschen.

Oberstes Ziel müsse sein, Tote zu verhindern. Söder: Wir müssen Leben retten und damit ein Stück weit auch die Lebensweise unseres Landes.

Mit Hilfe von Polizisten sollen in den schwer betroffenen Gegenden wie dem Landkreis Rosenheim die Infektionswege von Corona-Infizierten besser ermittelt werden, heißt es am Mittag weiter.

Zudem seien die Kapazitäten an Intensiv-Betten in Rosenheim erschöpft, sagte Söder. Hilfskrankenhäuser – gerade in den stark betroffenen Gebieten – werden noch in dieser Woche errichtet beziehungsweise organisiert. Das könnten auch Container-Anlagen sein oder aber umfunktionierte Reha-Kliniken. Nach wie vor gebe es in ganz Bayern freie Intensivbetten, betonte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Allerdings gebe es regional durchaus Engpässe, wie etwa in Rosenheim. Hier müsse man schauen, wie diese Patienten in Bayern verlagert werden können.

Bis zu 3.000 Mitarbeiter soll es für die Gesundheitsämter geben. Aktuell läuft hier eine Aufstockung von 400 auf 800 Mitarbeiter. Um das zusätzliche Personal zu erhalten, sind laut Söder unter anderem Anwärter im Beamtenverhältnis vorgesehen – mit Ausnahme angehender Polizisten.

Eine Maskenpflicht in Supermärkten, wie sie in Österreich jetzt beschlossen wurde, sei laut Söder derzeit in Bayern nicht geplant. Der Ministerpräsident schloss eine solche Maßnahme aber nicht aus. Die Staatsregierung beschäftige der Gedanke derzeit auch, es hänge aber davon ab, wie viele Masken in Deutschland verfügbar seien.

Auch die Beschränkungen für Gastronomie und Einzelhandel sollen bis 19. April gelten.

Die guten Nachrichten am Mittag:

Nach Einschätzung der Staatsregierung drohen im Freistaat weiterhin keine Versorgungsengpässe. Wirtschaftsminister Aiwanger versicherte: Es werde keine Engpässe geben auf absehbare Zeit.

Und Ministerpräsident Söder sagte: Es gebe zwar nach wie vor eine exponentielle Entwicklung, aber ein leichter positiver Trend sei doch erkennbar. Die Kurve auf ganz Bayern gesehen flache etwas ab. Derzeit verdopple sich die Zahl der Infizierten alle fünf Tage, vor den Maßnahmen habe sich die Zahl alle 2,8 Tage verdoppelt.

Aktuell gebe es laut Söder in Bayern offiziell 1.230 genesene Menschen.

Quelle: Bayerisches Fernsehen

 

 

 

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11 Kommentare zu “Söder: Noch drei weitere Wochen!

  1. Ich arbeite in einem Altenheim und ein Teil unserer Bewohner geht immer noch zum Einkaufen nach draußen!

    Argument, warum das erlaubt wird: Man kann sie ja nicht einsperren.

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    1. @ Tanja: Ja, auch in Zeiten des Coronavirus werden die Menschenrechte nicht eingeschränkt und gelten für alle – auch für alte Menschen! Dass man eine Mitarbeiterin eines Altenheimes daran offenbar erinnern muss, macht mir Angst.
      @ ratzfatz & Sonja: Wäre ein Großteil unserer Mitmenschen tatsächlich uferlos verantwortungslos, hätte die bayerische Staatsregierung heute eine Verschärfung der Maßnahmen bekannt gegeben. Das hat sie nicht, sie hat die Dauer verlängert. Weil es aus epidemiologischer Sicht sinnvoll ist.

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  2. Ich kann mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, wie das über die Osterfeiertage halten soll, vor allem, wenn schönes Wetter ist.
    War ja schon am Samstag uferlos.

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  3. Warum seid Ihr nicht endlich alle vernünftig!
    Die Regeln haben schon seinen Sinn und werden doch nicht umsonst gemacht, Mensch!
    Sicherlich kann man sich vorstellen, wer im Homeoffice arbeitet, das derjenige nicht ausgelastet ist! Und natürlich nerven die Kids, weil ihnen langweilig ist! Und das Geld wird knapp….
    Aber glaubt mir, es gibt auch Bilder der anderen Seite und die sind nicht mehr langweilig!
    Menschen, die Tag und Nacht für Patienten im Einsatz sind und man kann sie gar nicht alle aufzählen, weil von den Ärzten über die Pflege, den Reinigungsdienst, die Verwaltung, die Verpflegung der Küche, den Technischen Dienst und so viel andere wirklich an der Belastungsgrenze stehen, dass das Uhrwerk durchläuft.
    Gemeinsam einfach jetzt durchhalten! Und wenn wir ALLE mitmachen, haben wir es auch bald geschafft!
    Lieben Dank!

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  4. Was ist eigentlich mit den ganzen Selbständigen ( Friseur, Tätowierer, Spielwarengeschäfte und Restaurantbesitzer etc. ) die zur Zeit kein Geld verdienen und trotzdem ausgaben haben.

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  5. Sonja im großen und ganzen gebe ich ihnen recht.

    Nur der Punkt mit bald geschafft da befinden sie sich auf den Holzweg.

    Es wird sich mit den Infektionen über Jahre hinziehen.

    Gehen die Zahlen stark zurück und die Krankenhäuser haben wieder Luft und Kapazitäten wird man alles wieder für 2 oder 3 Wochen öffnen um dann das Spiel wieder von vorne zu beginnen da dürfen wir uns nicht vormachen alles andere ist unrealistisch.

    So wird es sich einige Monate wenn nicht Jahre hinziehen bis man in etwa eine Volks Immunität hat wie bei ner normalen Influenza Infektion.

    Anders wird man einem so widerstandsfähigen Virus nicht her werden.
    das Ziel muss immer die Herdenimmunität sein.

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  6. Wie kommen sie d.h. der Söder & Co. darauf, sofort um 3 Wochen zu verlängern? Der RKI Professor verzählt jeden Tag was anderes – die Politik schläft Wochen lang und jetzt sind alle so was von besorgt.

    Manche Leute sind jetzt schon psychisch und finanziell am Ende und jetzt freut‘s sie um so mehr zu wissen dass es noch 3 Wochen so bleibt! Man kann es auch anders formulieren, Herr Söder!

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  7. ratzfatz,
    wird schwierig und verlangt von allen Einschränkungen.

    Vielleicht hilft’s ja, wenn die, die einen Garten und/oder einen Balkon haben, daheim bleiben. Dann haben andere, die gemeinsam unter beengten Verhältnissen leben auch unter Einhaltung der derzeitigen Beschränkungen,eine Chance eine Runde draussen spazieren zu gehen. Dann gibt es auch keinen Massenauflauf am Inndamm oder sonst wo in Bayern und Deutschland.

    Es wird immer welche geben, die sagen “nach mir die Sinnflut”, wir müssen aber nicht mit denen mitrennen!

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  8. @GG
    Es gibt Geld von der Bundesregierung, das man für sich abrufen kann. Bis zu 9000 Euro.
    Die Bedingungen findest du mit dem Antrag online.

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  9. Liebe Lotte. Das Geld bekommen nur Selbständige die keinerlei Rücklagen mehr haben. Selbst das wird nicht reichen. Alle anderen müssen ihre Rücklagen nehmen. Auch ein Teufelskreis.

    Für mich sind auch Handwerker, wie Heizungsbauer, Elektriker usw. Helden. Sie fahren weiterhin Kundendienst, damit der Haushalt bei den Kunden funktioniert.

    Auch auf Baustellen geht es weiter und es kann da nicht immer alles eingehalten werden zum Schutz der Mitarbeiter. Da werden oft Kranke auf Baustellen geschickt, weil Termindruck herrscht und die Firmen dann Strafe bezahlen müssen, wenn der Termin nicht eingehalten wird.

    So viele Menschen tun alles, damit jeder noch etwas Luxus hat. Da kommt schon die Frage auf, ob bei einem def. Geschirrspüler wirklich ein Techniker kommen muss Oder ob ein Schreiner jetzt wirklich eine Küche usw. planen muss.
    Bleibt Zuhause und überlegt, was wirklich notwendig ist. In allen Bereichen.

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    1. Es gibt bestimmt unzählige Firmen, die ohnehin schon einen schweren Stand hatten und daher keine Rücklagen haben.
      Nach 10 Jahren Hochkonjunktur gibts aber auch die Firmen, die keine Rücklagen haben, weil der Steuerberater zu besserer und hochwertigerer Ausstattung an Stelle von Rücklagen geraten hat, denn für Rücklagen gibts keine Steuerrückzahlung.
      Also erst von Steuerrückzahlung Nobelfirmenwagen kaufen und dann retten lassen. Leidtragender ist dann nur der Angestellte, der wieder nichts beantragen kann.

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