Heimische Autoren in Leipzig vertreten

Rosenheimer Verlag stellt neuen Bildband über Wasserburg vor

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Neben kreativ gestalteten Kostümen, die direkt aus Anime-Serien hätten stammen können, und nationaler sowie internationaler Aussteller von Büchern mit den unterschiedlichsten Themen zeigten sich heuer auch zahlreiche heimische Autoren und Verlage auf der Leipziger Buchmesse. Drei Mitglieder der Gruppierung „Rosenheimer Autoren“ präsentierten sich in Lesungen, Meet and Greets und Signierstunden und das Rosenheimer Verlagshaus stellte ein ganz besonderes Projekt vor: Ein Bildband über Wasserburg.

Wie in den letzten 25 Jahren war das Rosenheimer Verlagshaus auch dieses Jahr in Leipzig vertreten. In seiner 107-jährigen Geschichte hatte der Verlag inzwischen vielerlei Schwerpunkte gesetzt, die von Zeitgeschichte, Frauenschicksalen und Bildbänden bis zu Heimatromanen und Bavarica reichen. „Unsere Bildbände haben die höchste Qualitätsstufe“, versicherte Verleger Klaus Förg und verwies auch auf seine Bilderausstellung „Harmonie. Weisheiten aus Japan“, die im Sachbuchform nebenan ausgestellt war. „Seit 15 Jahren stelle ich auf der Messe aus“, so der Verleger weiter, „meist sind es Bilder vom aktuellen Buch.“

 

Als besonderes Schmankerl stellte er den neuen Wasserburger Bildband vor. Im Mai sollen der Bildband mit Fotos von Rainer Nitzsche über die Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen in Wasserburg erscheinen. „Das ist super für alle, die dort wohnen, dorthin reisen oder früher dort gewohnt haben“, so Förg, der die darin veröffentlichten Luftbilder aufgenommen hat.

 

Insgesamt umfasst der Bildband 100 Abbildungen und zusammen mit abwechslungsreichen Geschichten zu Historie und Brauchtum entstand so ein wunderbares Portrait der Stadt. „Die Texte darin wurden von Wasserburgern geschrieben“, erzählte Förg begeistert. „Es ist wirklich toll, wenn man so ein Projekt verwirklichen kann.“

 

Auch die ein oder andere regionale Autorin war auf der Messe vertreten. So veranstalteten auch drei Mitgliederinnen der Gruppierung „Rosenheimer Autoren“ Lesungen, Meet and Greets und Signierstunden.

„Kerstin Groeper emaciapi nahan Hohenthann wicoti ematahan“, stellte sich Autorin Kerstin Groeper bei ihrer Lesung auf Lakota, einer indianischen Sprache, vor. Übersetzt bedeutet das: „Ich heiße Kerstin Groeper und komme aus dem Dorf Hohenthann.“

 

 

Weil sie historische Indianerromane schreibt, und auch viele ihrer Freunde indianischer Abstammung sind, hat sie die Sprache über Bücher und Online-Kurse gelernt. „Wenn man mit jemandem kommunizieren möchte, muss man ihre Sprache sprechen“, so Groeper entschlossen. Außerdem spreche sie Englisch, Italienisch, Französisch, Latein und lerne aktuell Menominee. „Die meisten Indianersprachen sind tot oder vom Aussterben bedroht“, so die Autorin weiter. „Eine davon wird zum Beispiel nur noch von vier Menschen gesprochen.“ Deshalb liegt ihr auch das Aufklären über die Kulturen und Spiritualität der Stämme besonders am Herzen.

 

Für ihre Arbeit erhielt die Autorin auch bereits ein wichtiges Kompliment: „Eine Blackfoot-Indianerin hat meine Bücher gelesen und war beeindruckt. Sie sagte, ich schreibe wie eine Indianerin.“

 

Auf ihrer Lesung stellte Kerstin Groeper eines ihrer aktuellen Bücher, „Grauer Wolf – Ein Indianerjunge will nach Hause“, vor und zeigte damit, dass historische Themen auch für Kinder geeignet sind. Sie entführte junge und ältere Zuhörer in die Geschichte von Grauer Wolf, einem Indianerjungen, der in eine Boarding-School verschleppt wurde und sich nichts mehr wünscht, als zu seinen Eltern und seiner Kultur zurückzukehren. Eine wahre Geschichte um ein fast vergessenes Verbrechen.

 

Doch das schwere Thema nahm Groeper nicht ihre positive Art. Viel mehr freute sie sich über die gut besuchten Lesungen, in denen sie das Thema transportieren konnte. „Aber mein tollstes Erlebnis dieses Mal war, dass Gojko Mitić meinen Stand besucht hat. Der Held meiner Kindheit.“ Deshalb auch ihr eindeutiges Fazit zur Buchmesse: „Leipzig ist super cool.“

 

 

Eine ganz andere Richtung zeigte die Autorin Luzi van Gisteren aus Kolbermoor. „Nur durch Humor kommen wir zum Happy End“, lautet ihr Motto. Sie veröffentlichte bereits mehrere humorvolle Kriminalromane und veranstaltete gemeinsam mit tolino auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig ein Meet and Greet.

Sie ließ dabei tiefer in ihr Schaffen blicken und erzählte: „Ich habe schon immer geschrieben. Sogar bevor ich schreiben konnte, habe ich meiner Mutter Geschichten diktiert.“ Im Laufe der Zeit hatte sie auch festgestellt: „Liebesromane werden bei mir nie so richtig romantisch. Ich brauche das Humorvolle.“

 

Ihre Neigung zur Komik stellte sie in einer Lesung unter Beweis. Sie las einige Textstellen aus ihrem aktuellen humorvollen Kriminalroman „Nonna’s goldener Hochzeitsfall“, in der sich die Hauptfiguren mit Molotovcocktails, jede Menge Mafiosi und weitere sprühende Vulkankrater herumschlagen müssen.

 

 

Einige ihrer Charaktere sprechen in van Gisterens Büchern im Dialekt, so auch Nonna. Die alte Dame spricht im italienischen Akzent, was Luzi van Gisteren in ihrer Lesung auch wunderbar nachahmt. „Ich höre gerne Dialekte“, erklärte sie, „sie geben den Figuren eine Persönlichkeit.“ Und auch, dass ihre Romane häufig in Italien angesiedelt sind, lässt sich leicht erklären: „Ich habe einen italienischen Mann und viele italienische Freunde. Und außerdem war mein erster Kuss in Bibione am Strand.“

 

Zum Ende ihrer Lesung verloste sie einige ihrer Bücher unter den Zuhörern und anschließend wurde natürlich fleißig signiert.  „Hier sind so viele positive, gastfreundliche Leute“, so van Gisteren über ihren Aufenthalt in Leipzig, „und alle haben einen tollen Humor.“

 

 

Tapfer trotzte auch Miriam Geimer dem Schneechaos und las gemeinsam mit zwei Autorenkolleginnen ihres Verlages auf der Galopprennbahn Scheibenholz. Zwar erschien nur die Hälfte der angemeldeten Gäste, aber die Autorin aus Waldkraiburg schwärmte trotzdem: „Ich liebe es auf der Messe.“ Begeistert schnappe sie alles auf, lernte viele neue Dinge. Und ein Erfolgserlebnis hatte sich auch bereits eingestellt: „Ich war nicht so nervös wie im letzten Jahr“, freute sie sich.

 

Bei der Lesung stellte sie ihren Entwicklungsroman „Glück stand nicht zur Debatte“ vor. „Damit wollte ich etwas verarbeiten, das mich und andere beschäftigt“, so Geimer. „Wenn man unglücklich mit dem Berufsfeld ist, das einem von der Gesellschaft aufgezwungen wird.“ Sie möchte mit ihrem Roman darauf aufmerksam machen.

 

Bei ihrer Signierstunde am Stand des Lauringer Verlages kündigte sie an: „Eine Liebesgeschichte und ein Krimi sind bereits in Planung.“

 

Alle drei Autorinnen der „Rosenheimer Autoren“ sind sich einig: Die Buchmesse hat sich trotz des Wetters gelohnt.

 

 

 

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