Gegen Mobbing: Eindringliches Theaterstück an der Edlinger Schule

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Konflikt-Bewältigung „live“: Es ging um einen ziemlich miesen Tag im Leben der Geschwister Anja und Tommy: Die Edlinger Schüler wurden mit einbezogen in das Bühnenspiel zum Thema Mobbing. Foto:  Renate Drax

Konflikt-Bewältigung „live“: Es ging um einen ziemlich miesen Tag im Leben der Geschwister Anja und Tommy: Die Edlinger Schüler wurden mit einbezogen in das Bühnenspiel zum Thema Mobbing.      Foto: Renate Drax

19. April 2013 10.45 Uhr geschrieben von Renate Drax

Edling – Es war ein ernstes Thema, das die Theatergruppe „Trampelmuse“ aus München mit nach Edling an die Franziska-Lechner-Schule gebracht hatte: Ein Projekt zur Gewaltprävention, ein Projekt gegen Mobbing und für Zivilcourage. Gezeigt wurde ein Stück „Wehr dich doch“ aufbereitet für die 3. und 4. Klassen der Grundschule und ein Theaterstück „Herz Dame – Schwarzer Peter – Full House“ – vorbereitet und erarbeitet für die 5., 6. und 7. Klassen der Mittelschule. Sponsor des Projekts ist die „Stiftung Zukunft der Sparkassen Rosenheim. Zu Gast waren die hauptberuflichen Schauspieler Christa Feiler, Gabi Graf und Stefan Stefinsky. Sie zeichneten mit Hilfe von riesigen Papp-Figuren – im wahrsten Sinne des Wortes „überlebensgroß“ – einen nicht gerade guten Tag im Leben der Geschwister Anja und Tommy nach.

Es ging um körperliche und psychische Gewalt. Eine Gewalt mit Fäusten und mit Worten unter eigentlichen „Freunden“: Beleidigungen, Erniedrigungen, Bloßstellungen, Ausgrenzungen. Heute gibt es das Wort „Mobbing“ dafür. Die Schüler in Edling wurden jeweils mit in das Stück einbezogen. Dabei lernten sie von Beginn an erst einmal, dass das Auslachen eines anderen Menschen schon da beginnt, wo es die meisten gar nicht vermuteten. Das „Verletzen“ ohne körperliche Gewalt, das „versteckte Verletzen“ – darauf will „Trampelmuse“ vor allem auch aufmerksam machen. Aus der Sicht der beiden fiktiven Schüler Anja und Tommy gelingt es in dem Projekt, das Fühlen von Hilflosigkeit, von Angst und Scham, von völliger Lähmung und großem Zorn deutlich zu machen. Da es sich um einen Buben und ein Mädchen handelt als Hauptfiguren, werden die unterschiedlichen Sichtweisen und Lösungsstrategien sehr gut herausgearbeitet. Die Schwester reagiert anders als der Bruder. Um „verbale Gewalt“ – die Verletzungen durch Worte – besser zu veranschaulichen, klebt ein weißes Stück Papier in der Herzgegend der Hauptfiguren, das im Laufe des Stücks immer wieder fest zerknüllt wird, wenn es zum „Mobbing“ kommt. Durch die einzelnen Personen des Projekts wird aber auch noch eines erreicht: Mitgefühl zu zeigen. Die sogenannte Empathie spielt durch die Darstellung von Angst, Trauer und Wut der „Opfer“ eine besondere Rolle. Nicht zu vergessen die Zivilcourage, der Mut sich einzumischen. Immer wieder heißt es in der Aula der Edlinger Schule „Siehst du, was ich sehe – das finde ich echt nicht gut.“ Und immer wieder ist da der Aufruf, entsprechend zu handeln: „Steh auf und hilf – lass Gewalt nicht zu“. Aber auch die wichtige Möglichkeit, sich an einen Erwachsenen zu wenden, wenn Kinder und Jugendliche in einer Konfliktsituation alleine nicht weiterkommen, wird in dem Projekt immer wieder deutlich angesprochen. Verkörpert durch eine „Tante Alice“, die am Anfang nicht wirklich ernst genommen wurde vom Publikum, aber dann in der Achtung immer mehr Bedeutung gewann. Im spontanen Bühnen-Spiel mit Schülern der einzelnen Klassen wurden „Lösungsvorschläge“ für die verschiedensten Konflikte erarbeitet. Und auch im Unterricht selbst wurde noch einmal „nachgearbeitet“. Ein großartiges Projekt – und vor allem ein immer wichtiger werdendes im Alltag von Schülern …

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