„Früher warn’s aa ned bleed …”

Oder: Die Geschichte rund ums Reinigen eines Weißbierglases - Von Alois Unertl IV.

Das Weißbierglas ist ihm heilig wie sein Bier. Und deshalb hat Alois Unertl IV. vom Weißbräu in Haag in den Sozialen Medien mal eine Lanze gebrochen für das schlanke, hohe Gefäß und den richtigen Umgang mit dem speziellen Trinkutensil. „Da ich beruflich ein bisschen was mit Bier und seinem Schaum zu tun hab, beschäftigt mich das Thema Glaspflege immer wieder. Gerade im Lockdown, wenn man die perfekte Glaspflege der Wirte vermisst, habe ich folgendes aufgedeckt: Das Thema birgt massives Konfliktpotenzial für dahoam. Leider werden viel Biertrinker daheim richtiggehend sabotiert”, sagt Alois Unertl IV. mit einem Augenzwinkern. „Die ganze Familie findet die hohen schlanken Weißbiergläser so toll, dass Milch, Cocktails, Blumen, Tortenmesser und noch weitere weißbierfremde Dinge drin landen. Tödlich fürs Glas.” Und dann folgt die größte Sünde:

„Damit der Biergenießer das Fremdgehen des Glases nicht bemerkt, verschwindet diese ruckzuck in der Geschirrspülmaschine. Das passiert in fast jedem Haushalt und trifft das Weißbierglas in seiner Seele.”

Nach dem Tortenmesser und dem anschließenden Fettfilm im Glas ist’s oft für alle Zeiten vorbei mit der schönen weißen Schaumkrone auf dem süffigen Nass. Unertl: „Da hilft manchmal tatsächlich nur, das Glas zu recyclen.” Der Experte weiß, was beim professionellen Reinigen eines Weißbierglases meist gar nicht funktioniert:

  • Haushaltsspülmaschine  (ein wenig abhängig von der Wasserhärte)
  • ois aus da Werbung
  • gebrauchte Bürsten
  • Produkte mit vielen Inhaltsstoffen
  • Nachpolieren mit gebrauchtem Tuch
  • Austropfen auf gebrauchtem Geschirrtuch oder auf Küchenablagen

 

Meist funktionieren nicht:

  • normale Handspülmittel
  • Nachpolieren egal mit was

 

Gut funktionieren:

  • Gläserrein
  • Krug-Ex
  • Heißwasser
  • nagelneue Bürste, die nur für Biergläser genommen wird

 

Bei Alois Unertl zuhause funktioniert grad am besten:

  • das uralte Hausmittel Natron (oder auch baking soda), kost fast nix und hat jede Oma als Allroundwundermittel im Haushalt
  • das Glasl frisch ausgetrunken ausschwoam (dann brauchst koa Bürstn)
  • Heißwasser und a paar Brösl Natron ins Glasl
  • gscheid durchbeidln (ordentlich durchschütteln)
  • mit Kaltwasser ordentlich ausschwoam
  • auf sauberer, fettfreier Unterlage austropfen lassen

„Zack, fertig, nächste Hoibe. Schont den Familienfrieden und steigert die allgemeine Lebensqualität”, lacht Alois Unertl zuversichtlich. „Denn gerade jetzt im Lockdown kann  eine frisch eingeschenkte Halbe mit einer schönen Schaumkrone ein echtes Erlebnis sein.”

Wer übrigens weitere Tipps zum Weißbier und Weißbierglas hat:  Rein damit in die Kommentarspalte!

 

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7 Kommentare zu “„Früher warn’s aa ned bleed …”

  1. Ackermann Nordfried

    Ganz klar, der Weichspüler in der Geschirrscpülmaschine verhindert die Schaumbildung(glaube ich) . Tip für die Glasduschwand: Die Glaswände alle paar Tage mit Klarspüler abwischen und schon hat man keine Wasssertropfen an den Glaswänden.
    Noa

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  2. War ja klar dass Du an Deinem Geburtstag a Fassl ozapfst 😂
    Wünsch da oiwei an stabiln Schaum!
    Ois Guade Alois🍻
    Griass aus Gasch noch Hog
    Dei Wiggal

    Antworten
  3. Ois Guade und danke für die Aufheiterung.Na dann Prost, auf Di und alle Unertl -Trinker

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  4. Interessantes Thema!
    Benetzungsverluste ( nicht zu unterschätzen) und Umweltverschmutzung verhindert man nur durch seltenes spülen .
    Mach weiter ehrliches Weißbier Alois, dann mache ich mir wegen dem Schaum keine Sorgen.
    Ich bin Fan von Becharein wenn das Glas doch mal nach harter Nacht ungespült blieb.
    Sparsamst verwenden und nicht polieren.
    Funzt oiwei.

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  5. Ein sehr interessantes Thema, über das hier berichtet wird. Früher habe ich meine Gläser in die Spülmaschine getan und mich dann gewundert, warum das Logo mit der Zeit verblasst.

    Des Weiteren ist der Schaum immer so schnell zusammengefallen. Hat mir nicht gefallen, denn das Auge isst, sondern trinkt eben auch mit. Es geht doch nichts üba a guad eigschenkte Hoibe mit einer schönen und stabilen Schaumkrone. Da gibt’s sogar richtige Künstler, die die wunderschöne Kronen „bauen“, man würde meinen, es wäre Sahne. So ein Anblick macht Appetit auf mehr!

    Ich habe über die Jahre festgestellt, dass wie bereits erwähnt, die Spülmaschine, die man von zu Hause kennt, kein guter Partner für eine gute Glaspflege ist. Auch das haushaltsübliche Spülmittel ist für so ein Glas eher Gift.

    Gute Erfahrungen habe ich mit Becharein gemacht, gibt’s im Internet zum Bestellen.

    Abschließend fällt mir immer wieder auf, dass manche ihre Weißbierflasche ganz ins Glas reinstecken und die Flasche aus dem Glas hochziehen. Schon mal nachgedacht, dass die Flasche innen zwar sauber ist, aber außen?

    Ansonsten kann man nur sagen, dass es sehr gut gemachte Weißbiere aus der Region gibt – mein Tipp Unertl Haag!
    Wenn man das mal ausprobiert hat, dann wird man feststellen, dass an der Sache was dran ist.

    In diesem Sinne – Prost!

    Antworten
  6. Ein sehr interessantes Thema, über das hier berichtet wird. Früher habe ich meine Gläser in die Spülmaschine getan und mich dann gewundert, warum das Logo mit der Zeit verblasst.

    Des Weiteren ist der Schaum immer so schnell zusammengefallen. Hat mir nicht gefallen, denn das Auge isst, sondern trinkt eben auch mit. Es geht doch nichts üba a guad eigschenkte Hoibe mit einer schönen und stabilen Schaumkrone. Da gibt’s sogar richtige Künstler, die die wunderschöne Kronen „bauen“, man würde meinen, es wäre Sahne. So ein Anblick macht Appetit auf mehr!

    Ich habe über die Jahre festgestellt, dass wie bereits erwähnt, die Spülmaschine, die man von zu Hause kennt, kein guter Partner für eine gute Glaspflege ist. Auch das haushaltsübliche Spülmittel ist für so ein Glas eher Gift.

    Gute Erfahrungen habe ich mit Becharein gemacht, gibt’s im Internet zum Bestellen.
    Abschließend fällt mir immer wieder auf, dass manche ihre Weißbierflasche ganz ins Glas reinstecken und die Flasche aus dem Glas hochziehen. Schon mal nachgedacht, dass die Flasche innen zwar sauber ist, aber außen?

    Ansonsten kann man nur sagen, dass es sehr gut gemachte Weißbiere aus der Region gibt und da meine ich nicht Paulaner, Franziskaner und Co – mein Tipp Unertl Haag!

    Wenn man das mal ausprobiert hat, dann wird man feststellen, dass an der Sache was dran ist.

    In diesem Sinne – Prost!

    Antworten
  7. Alltagssorgen sind wichtige Sorgen!!
    In Gastronomie mit Glasschrank neben Küchenluke ist der Bierschaum auffallend schwächer als bei getrennter Küche.
    Das gleiche ist daheim…offener Gläserschrank neben der Kochplatte killt den Schaum.
    Man kann das sogar beim Cappuccinoschaum sehen ob die Tasse passt, der ist zwar nicht soo sensibel wie so manches Bierchen, aber dennoch ein natürlicher Schaum.
    Bei Bieren haben Helle und Pils gefühlt kürzer Schaum als Weizenbier und Dunkles…bild ich mir evtl auch nur ein.
    Egal…schenke mir jetzt mal eins ein und zwar nicht um den Schaum anzugaffen, sondern weil ich Durst verspüre 😉
    Gerne öfter Alltagsthemen hier.

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