„Digitalfunk hilft uns beim Helfen“

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Bedankte sich bei der Feuerwehr Pfaffing, dass sie ihre neue Fahrzeughalle für „den so wichtigen Infoabend“ für alle Hilfsorganisationen der Region zur Verfügung gestellt hatte: Polizeihauptkommissar Markus Gibis vom Bayerischen Innenministerium.Foto: Renate Drax

Bedankte sich bei der Feuerwehr Pfaffing, dass sie ihre neue Fahrzeughalle für „den so wichtigen Infoabend“ für alle Hilfsorganisationen der Region zur Verfügung gestellt hatte: Polizeihauptkommissar Markus Gibis vom Bayerischen Innenministerium. Fotos: Renate Drax

 Groß war das Interesse an dem Infoabend bei der Feuerwehr in Pfaffing, Darüber freute sich der neue Kommandant Christian Thomas. Es war die letzte von insgesamt vier Infoveranstaltungen zum Thema Digitalfunk im Landkreis Rosenheim.

Groß war das Interesse an dem Infoabend. Darüber freute sich der neue Kommandant der Pfaffinger Feuerwehr, Christian Thomas, besonders. War es doch die letzte von insgesamt vier Infoveranstaltungen zum Thema Digitalfunk im Landkreis Rosenheim.

19. April 2013  8.19 Uhr  geschrieben von Renate Drax

Pfaffing/Altlandkreis – Die einen fürchten „eine immer mehr und stärker werdende Verstrahlung“ durch ihn – die anderen sehen darin „eine der wichtigsten Hilfen zum Helfen überhaupt“: Der Digitalfunk sorgt für Diskussionen. Es war die letzte von insgesamt vier Veranstaltungen im ganzen Kreisgebiet, zu der im Namen aller Hilfsorganisationen jetzt ins Feuerwehrhaus nach Pfaffing eingeladen worden war. Im Jahr 2015 soll der Digitalfunk – so die offiziellen Pläne – für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in Bayern eingeführt werden und damit die neuen dafür notwendigen Masten längst stehen.

„Wir freuen uns auf den Digitalfunk.“ Freddy Eisner, der Kreisvorsitzende aller Wasserwachten des Landkreises und stellvertretende Vorsitzende des Roten Kreuzes, in Pfaffing.Foto: Renate Drax

„Wir freuen uns auf den Digitalfunk.“ Freddy Eisner, der Kreisvorsitzende aller Wasserwachten des Landkreises und stellvertretende Vorsitzende des Roten Kreuzes, in Pfaffing.
Foto: Renate Drax

Der Tenor der Redner in Pfaffing: Mit dem Digitalfunk kommt optimale und schnelle Hilfe im Notfall. Ziel des Abends war, interessierte Bürger – viele waren freiwillige, engagierte Helfer von Feuerwehr, THW und anderen Rettungsdiensten aus dem ganzen Altlandkreis – durch kurze Vorträge und an mehreren Ständen wie bei einer kleinen Messe zu informieren. Es bestand so die einmalige Möglichkeit, konkret Fragen zu stellen und digitale Funkgeräte direkt selbst auszuprobieren. Neben Polizeihauptkommissar Markus Gibis als Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums des Innern traten u.a. auch Uli Wittfeld von der Projektgruppe DigiNet der vom Ministerium beauftragten Telent GmbH sowie der Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht und stellvertretende Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Freddy Eisner, in Pfaffing ans Mikro. „Wir freuen uns auf den Digitalfunk.“ Freddy Eisner, der Kreisvorsitzende aller Wasserwachten des Landkreises und stellvertretende Vorsitzende des Roten Kreuzes, in Pfaffing. Foto: Renate Drax Digitalfunk hilft helfen – so der Slogan der bayerischen Polizei und so auch die Meinung aller Redner. „Wir freuen uns darauf“, fasste es der Mann vom Roten Kreuz und Wasserwacht des Landkreises in vier Worten zusammen. Standortfrage für die Funkmasten samt Strahlungs-Problematik hin oder her – die Hilfsorganisationen mit Sprechern wie Rosenheims Feuerwehr-Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer an der Spitze, stehen voll und ganz hinter dem Digitalfunk: „Die Vorteile überwiegen, sind sehr zahlreich und eben letztendlich vor allem lebensrettend.“ Hier nur einige der in Pfaffing genannten: Dank GPS können die Rettungskräfte künftig absolut effektiv bei jedem Unglück koordinieren. Mit nur einem Tastendruck kann der Retter für sich und andere weitere Hilfe anfordern. Die Sprachqualität ist sehr gut: Egal, ob die Einsatzkraft mitten in einem Festzelt steht oder neben grölenden Fußballfans, das digitale Funkgerät überträgt dank der Filterfunktion nur die Sprache ohne Nebengeräusche. Wichtige Nachrichten werden klar verstanden, Missverständnisse vermieden. Das spart Zeit und rettet im Ernstfall Leben! Vertrauliche Informationen und Daten können nicht mehr abgehört und missbraucht, Rettungsmaßnahmen nicht durch Unbeteiligte behindert werden.

 In etwa zwei Jahren soll es soweit sein: Ulrich Wittfeld von der Projektgruppe „digiNet“ sprach über die Standortwahl der notwendigen Funkmasten in der Region.Foto: Renate Drax

In etwa zwei Jahren soll es soweit sein: Ulrich Wittfeld von der Projektgruppe „digiNet“ sprach über die Standortwahl der notwendigen Funkmasten in der Region.
Foto: Renate Drax

Einsatzkräfte aller Organisationen können direkt miteinander sprechen. Das war bislang nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich und kann gerade bei Großeinsätzen, wo Hunderte Helfer gleichzeitig im Einsatz sind, wertvolle Zeit sparen und die Koordination von Rettungsmaßnahmen entscheidend vereinfachen. In etwa zwei Jahren soll es soweit sein: Ulrich Wittfeld von der Projektgruppe „digiNet“ sprach über die Standortwahl der notwendigen Funkmasten in der Region. Foto: Renate Drax Zum Thema Standortfrage der Funkmasten sprach Uli Wittfeld von der Firma Telent, die vom Innenminsterium Bayerns beauftragt wurde. In ländlichem Gebiet werde man Basisstationen mit zwei Sendern errichten. Bei den Berechnung zu Strahlungs-Grenzwerten sei man jedoch davon ausgegangen, dass immer vier Sendeanlagen gleichzeitig in Betrieb seien (wie dies nur bei extrem hohem Funkverkehrsaufkommen etwa bei Großschadenslagen zu erwarten sei). Selbst bei diesem angenommenen Maximal-Szenario betrage die durch den Funk verursachte elektromagnetische Feldauswirkung in einer Entfernung von beispielsweise 300 Metern 0,15 V/m (im Vergleich dazu der in der BRD gültige Grenzwert: 27,5 V/m). Dieser Wert gelte bei ungehinderter Ausbreitung der Funkwellen (Freifeld) und werde durch eine Bebauung weiter abgeschwächt. Man unterschreite nicht nur deutlich den deutschen Grenzwert, sondern auch den viel strengeren der Schweiz. Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier bat um Verständnis besorgter Bürger. Man dürfe nicht vergessen, dass strahlungstechnisch immer noch eins drauf gesetzt werde – zu allen Belastungen, die man schon habe, komme halt nun noch einmal was „drauf gepackt“ durch den Digitalfunk. Wie wichtig dieser aber für die Hilfsorganisationen sei, versuchte Polizeihauptkommissar Markus Gibis vom Innenministerium zu verdeutlichen: „Wenn Sie helfen müssen und Sie stehen in einem Oktoberfestzelt und können eigentlich gar nicht helfen, weil Sie vor Menschengegröle und lauter Musik am Telefon fast nichts verstehen – dann wünschen Sie sich nichts mehr als eine Technik, die nur die Sprache des Partners am Telefon ohne Nebengeräusche vermittelt.“ Digitaler Funk helfe einfach sehr beim Helfen …

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