Zwischen Nieselregen und Dürre

Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net erklärt paradoxe Wetterlage

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wetter_k„Das ist paradox: Zahlreiche Unwetter in den vergangen Wochen brachten Schäden durch Starkregen, Hagel oder Sturmböen. Seit Anfang Mai ist das Wetter wechselhaft. Vor allem im Süden Bayerns regnet es immer wieder heftig, während in weiten Teilen Deutschlands aktuell eine akute Dürre herrscht“, weiß unser Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net. „In einigen Regionen hat es seit Wochen nicht mehr ergiebig geregnet.“

„Die aktuelle Bodenfeuchtekarte von Deutschland erstellen wir für unsere User aus dem landwirtschaftlichen Sektor. Sie zeigt sehr schnell wie trocken Deutschland geworden ist. Die braunen Farbtöne markieren die Bereiche in denen die ersten 30 Zentimeter des Erdbodens extrem trocken sind. Diese Trockenheit betrifft aktuell fast zwei Drittel des gesamten Landes. Einzige Ausnahme bilden Sachsen sowie der Süden von Bayern und Baden-Württemberg. Auch in Schleswig-Holstein ist die Lage nicht ganz so dramatisch. In allen anderen Regionen herrscht dagegen eine große Dürre“, so Diplom-Meteorologe Jung.

Lokal liegt die Feuchte in den ersten 30 Zentimetern des Erdbodens nur noch bei fünf Prozent!

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Bodenfeuchtekarte von Deutschland, zeigt die Feuchtigkeit des Erdbodens zwischen 0 und 30 cm Tiefe, www.wetter.net

In Hannover oder Göttingen fiel im Juni noch nicht einmal ein Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Auch der April und der Mail waren auf ganz Deutschland gesehen deutlich zu trocken. Der April brachte 30 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel, der Mai 20 Prozent zu wenig Regen. Das deutschlandweite Regensoll im Juni ist bisher zu 25 Prozent erfüllt.

Flächendeckender Landregen ist auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Zu allem Übel gab´s in der vergangenen Nacht in einem Streifen von NRW bis nach Brandenburg sogar vereinzelt Bodenfrost. Den wird es wohl auf morgen früh wieder geben. Niederschläge sind ab Donnerstag wieder in Sicht. Meist dürften es aber wieder nur Schauer werden. Der dringend benötigte Landregen bleibt weiter aus.

Die Temperaturen bleiben in den kommenden 5 bis 7 Tagen relativ gedämpft und erreichen 14 bis 23 Grad. Neue Hitzetage mit Spitzenwerten um oder gar über 30 Grad sind in den nächsten 10 Tagen nicht in Sicht!

„Der Sommer dümpelt so vor sich hin. Am Sonntag startet der Sommer auch nach dem Kalender. Meteorologisch hat der Sommer ja bereits am 1. Juni begonnen. Wir erwarten am Sonntag eher wechselhaftes Wetter. Besonders in der Mitte und im Norden kann es Schauer geben. Im Süden bleibt es wahrscheinlich meist trocken“ so Wetterexperte Jung.

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