Zinner und Metropoltheater die Sieger

11. Theatertage in Wasserburg: Jury hat sich entschieden

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t2Stephan Zinner ist zum besten Darsteller der 11. Wasserburger Theatertage gewählt worden. Als zeitgenössischer „Adam“ tastete er sich in Peter Pichlers Produktion „Zurück im Paradies“ gemeinsam mit einer quirligen „Eva“ durch die Welt – einen Supermarkt der Möglichkeiten mit herumhirschenden Musikern, toten Stofftieren und lustvollem Obst. „Gott“, mit einem Herz am richtigen Fleck auf dem Bademantel, hatte ihnen diesen zweiten Versuch ermöglicht. Als beste Inszenierung erhielten die „Kinder des Olymp“ vom Metropoltheater München den Preis. 

Als „Prachtkerl“ benannte Egbert Tholl den gebürtigen Trostberger und Wahlmünchner in der Süddeutschen Zeitung im Rahmen der Rezension zu genau diesem Stück. Der Theaterkritiker gehörte zur Jury der 11. Wasserburger Theatertage. Die weiteren Jury-Mitglieder schlossen sich ihm am gestrigen Sonntagabend einhellig an: Die Dramaturgin Constanze Dürmeier, Wasserburgs Kulturreferentin Edith Stürmlinger, der Kulturreferent des Landkreises Rosenheim Christoph Maier-Gehring, der Wasserburger Journalist und Kulturkreis-Vorsitzende Christian Huber, der Kulturförderer und kaufmännische Theaterberater Peter Dörr und der Leiter des gastgebenden Theaters, Uwe Bertram.

Stephan Zinner, durchaus auch bekannt als Kabarettist und vor allem als Markus Söder vom Nockherberg und jüngst noch als Buchautor (soeben erschienen: „Flugmango“), überzeugte durch seine darstellerischen Mittel, durch Charme und Spiellust. Seine außergewöhnliche Begabung, die Zuschauer für sich einzunehmen, zu packen und zu verführen, war der Jury bereits in der letzten Pichler-Produktion „Bloß a Gschicht“ vor zwei Jahren aufgefallen gewesen. Jetzt gibt‘s den Preis. Dotiert ist er mit 1000 Euro, gestellt wird er vom Landkreis Rosenheim. Der Preis wird in der nächsten Spielzeit übergeben.

Auch der Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V. vergibt einen Preis, den für die beste Inszenierung, dotiert mit 4000 Euro. In diesem Jahr erhält ihn das Metropoltheater München für die Produktion „Kinder des Olymp“. Regisseur Jochen Schölch und sein Team werden mit diesem Preis für die Kunstfertigkeit der Bühnenzauberei geehrt. Ein roter Vorhang kann plötzlich alles bedeuten, kann Durchgang, Tür, Fensterfront, kann Bühnenrampe, kann Loge sein. Ein rollender Ball erzeugt das Bild eines Kindes, ein wie eine Halskette umgehängter Blumenkasten wird zum Fenstersims eines ersten Stockwerks. In Wasserburg können die Zuschauer nochmal in diese Welt der Verwandlungskunst eintauchen, die eine mannigfaltige Geschichte um Liebe umschlingt.

Das Theater Wasserburg bietet dem Preisträger weitere Spieltermine an, die nun gemeinsam mit dem Metropoltheater für die nächste Spielzeit gesucht werden. Beteiligt am Bewertungsverfahren war auch das Publikum. Es gab ebenfalls die höchste Punktzahl für „Kinder des Olymp“.

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Fotos: Christian Flamm

 

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