Zahl der Straftaten ging leicht zurück

Die Kriminalstatistik der Polizeistation Haag für das Jahr 2015

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Ein leichter Rückgang der Straftaten war im vergangenen Jahr 2015  im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Haag zu verzeichnen, in dem auf einer Fläche von 172 Quadratkilometern rund 17.000 Einwohner leben. Während die Gesamtzahl im Jahre 2014 noch bei 403 Straftaten lag, ging  diese nun im vergangenen Jahr um 34 Fälle auf 369 zurück, was einem Rückgang um 8,4 Prozent entspricht. Die Aufklärungsquote indes ist im vergangen Jahr 2015 von  55,3 auf 59,9 Prozent angestiegen.

Die Straftatengesamtzahlen sowie die Zahl der jeweils geklärten Straftaten und die jeweilige Aufklärungsquote in  Prozent der letzten 15 Jahre sind zum Vergleich in der nachstehenden Grafik zusammengestellt.

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Die niedrigsten Straftatenzahlenwerte waren in den Jahren 2003 und 2006 zu verzeichnen und die mit 453 und 435 Straftaten höchsten Werte  in den Jahren 2008 und 2009.

Zu den „Straftaten gegen das Leben“ zählen insbesondere Mord- und Totschlagsdelikte, aber auch fahrlässige Tötungsdelikte. Erfreulicherweise war im letzten Jahr ebenso wie im Jahr davor keines dieser Delikte im Haager Zuständigkeitsbereich zu verzeichnen.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Die Zahl der „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, zu denen als schwerste Delikte die Vergewaltigung, die sexuelle Nötigung und die sexuellen Missbrauchsfälle von Kindern, aber auch exhibitionistische Handlungen und die Verbreitung pornographischer Schriften und Bilder gehören, lag im Jahre 2014 noch bei insgesamt 13 Taten, wobei allerdings nur zwei Fälle der sexuellen Nötigung waren und der weitaus überwiegende Teil mit acht Fällen der Verbreitung pornographischer Schriften war. Diese Zahl ist nun im Jahr 2013 auf „nur noch“ vier Taten und damit um rund 69 Prozent zurückgegangen.

Auf dem Deliktsfeld der sexuellen Nötigung war im vergangenen Jahr „nur“ ein Fall zu verzeichnen, bei der Verbreitung pornographischer Schriften wurden im letzten Jahr kein Fall registriert.

Die Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des sexuellen Mißbrauchs von Kindern, zu denen auch vor Kindern vorgenommene sexuelle Handlungen zählen, sind von drei im Jahr 2014 auf zwei im Jahr 2015 zurückgegangen. Die Sachbearbeitung wurde in diesen Fällen jeweils von der Kriminalpolizeistation in Mühldorf übernommen.

Auch bei den sogenannten „Rohheitsdelikten“, zu denen neben Raubstraftaten auch die vorsätzlichen Körperverletzungsdelikte zählen, wurde ein Anstieg von 47 Fällen im Jahr 2014 auf  54 Fälle im Jahr 2015 festgestellt, was einer Zunahme um rund 15 Prozent entspricht.

Die Fälle der einfachen Körperverletzungsdelikte nahmen dabei von 20 auf 25 zu, die Fälle der „gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikte“ nahmen ebenfalls von drei auf acht  merklich zu.

Ein Raubdelikt war erfreulicherweise in den letzten beiden Jahren im Haager Dienstbereich nicht verzeichnet worden.

 

Im Bereich der Diebstahlsdelikte nahm die Straftatenzahl von 168 im Jahr 2014 auf 114 im letzten Jahr ab, was einem Rückgang um 32 Prozent entspricht.

So nahmen zum Beispiel die zur Anzeige gebrachten „Ladendiebstähle“ von 20 im Jahr 2014 auf acht im letzten Jahr ab (Rückgang 60 Prozent).

Auch bei den  Einbruchsdelikten war eine deutlich rückäufige Tendenz feststellbar.

Die Einbrüche in Geschäfte nahmen von 13 im  Jahr 2014  auf neun im letzten Jahr ab, die Einbrüche in Gaststätten  sind von vier auf nur noch einen zurückgegangen. Auch die „Wohnungseinbrüche“ nahmen von neun auf sechs und damit um 33 Prozent ab.

Die Einbrüche in Büro- oder Werkstatträume nahmen dagegen von vier im Jahr 2014 auf sechs im letzten Jahr zu.

Neben zwei  Automatenaufbrüchen waren im letzten Jahr auch noch:

2 Diebstahlsfälle von Kraftwagen sowie
12 Fahrraddiebstähle,
2 Kraftraddiebstähle,
24 Diebstähle an bzw. aus Kraftfahrzeugen und
2 Taschendiebstähle

zu verzeichnen.

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte, zu denen unter anderem Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschungen zählen, sind in den letzten beiden Jahren insgesamt betrachtet von 67 im Jahr 2014 auf 77 im letzten Jahr angestiegen.

Die Betrugsdelikte gingen zwar von 62 im Jahr 2014 auf 58 Delikte im letzten Jahr zurück, die Waren- und Warenkreditbetrugsdelikte (das sind Fälle betrügerischer Warenlieferungen bzw. betrügerischer, nicht bezahlter Warenbestellungen) nahmen indes von 26 auf 36 merklich zu. Auch die Computerbetrugsfälle nahmen von drei auf fünf zu.

Die Unterschlagungen nahmen ebenfalls von drei im vorletzten Jahr auf sieben Fälle im letzten Jahr zu. Bei den Fällen von Urkundenfälschungen war ein besonders signifikanter Anstieg von einem Fall im Jahr 2014 auf elf Fälle im letzten Jahr zu verzeichnen.

 

Die Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte blieben in den letzten beiden Jahren mit jeweils einem Fall gleich.

 

Verbrechen der vorsätzlichen Brandstiftung waren in den letzten beiden Jahren nicht registriert worden.

Bei den Verfahren wegen „mutwilliger Sachbeschädigung“ war ein merklicher, 31-prozentiger Anstieg von 32 Fällen (2014) auf 42 Fälle (2015) festzustellen..

Die Beschädigungen von Kraftfahrzeugen stiegen ebenfalls von neun auf zwölf Fälle an, auch bei den sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen ein Anstieg von vier auf 13 Delikte (225 Prozent) festzustellen.

 

 

Die Ermittlungsverfahren auf dem Sektor der Rauschgiftkriminalität bzw. wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz haben in den letzten beiden Jahren von zehn Fällen im Jahr 2014 auf  17 Fälle im Jahr 2015 nicht unerheblich (um rund 70 Prozent) zugenommen.

Der Anstieg liegt mitunter bei den Fällen der „allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungs-mittelgesetz“ (Rauschgiftkomsumdelikte), bei denen ebenfalls ein Anstieg von vier auf acht Delikte festzustellen war.

 

Hinsichtlich der Zunahme auf diesem Delikstfeld  ist jedoch anzumerken, dass es sich bei den Rauschgiftdelikten überwiegend um sogenannte „Kontrolldelikte“ handelt, das heißt, dass der überwiegende Teil der Taten durch die Ermittlungstätigkeit der Polizei aufgedeckt wird bzw. das Bekanntwerden derselben auf Letztere zurückzuführen ist.

 

Die Fälle von bekannt gewordenen „Umweltstraftaten“ (nicht gemeint sind hierbei die diesbezüglichen Bußgeld- und Ordnungswidrigkeitenverfahren) nahmen von elf im Jahr 2014 auf  zehn im Jahr 2015 und somit nur unerheblich ab.

 

Die sogenannte „Straßenkriminalität“, das heißt, die Zahl der im öffentlichen Verkehrs- und Stra-ßenraum verübten Straftaten, ist im Haager Zuständigkeitsbereich von 62 Fällen im Jahr 2014 auf  70 Fälle im Jahr 2015  (um rund 13 Prozent) leicht angestiegen,  bei den sogenannten  „Straßendiebstählen“ war allerdings ein geringfügiger Rückgang von 47 auf 44 Fälle zu verzeichnen.

Betrachtet man nun die Altersstruktur der Straftäter, so ist dabei festzustellen, dass von der Gesamtzahl von insgesamt 194 ermittelten Tatverdächtigen

4  im strafunmündigen Kindesalter (bis 14 Jahre),

22  im Jugendlichenalter (zwischen 14 und 18 Jahren),

19  im Heranwachsendenalter (zwischen 18 und 21 Jahren) und

149  im Erwachsenenalter (über 21 Jahre)

waren, was einem in den letzten beiden Jahren gleichgebliebenen „jugendlichen Gesamtanteil“ von 23 Prozent entspricht.

Betrachtet man nun die Straftatenverteilung auf die zum Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Haag gehörenden Gemeinden, so entfallen:

Ø  122 Straftaten auf die Gemeinde Gars a.Inn,

Ø   15 auf die Gemeinde Kirchdorf,

Ø   30 auf Maitenbeth,

Ø   21 auf Rechtmehring,

Ø   13 auf Reichertsheim und der „Löwenanteil“ mit

Ø  168 Straftaten auf den Gemeindebereich Haag selbst.

 

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