Zahl der Arbeitslosen steigt leicht an

Ferienmonat August: Quote erhöht sich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent

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 „Wie erwartet stieg im August die Zahl der Arbeitslosen an und zwar um 400 Personen auf 8 250. Die errechnete Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 2,9 Prozent – Vormonat 2,7 Prozent, Vorjahr 3,0 Prozent. Ein Anstieg in dieser Größenordnung überrascht nicht, denn es ist Ferienzeit in Bayern und so sind auch Personalentscheider häufig in Urlaub. Die Konsequenz ist, dass nur wenige Neueinstellungen erfolgen“, so Jakob Grau, stellvertretender Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zum aktuellen Arbeitsmarkt.

Grau weiter: „Leider hat sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im August noch einmal deutlich um 270 auf nun 1 115 erhöht. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr zwar ein leichtes Minus, gegenüber dem Vormonat aber eine Steigerung um über 30 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Jüngeren unter 25 Jahren ist damit auf 3,1 Prozent angestiegen. Dieser Anstieg im August ist bei genauer Analyse aber nicht beängstigend, denn ein Großteil dieser jungen Menschen wird sicherlich nur für kurze Zeit arbeitslos gemeldet bleiben. Viele haben uns nämlich signalisiert, dass sie bereits eine Arbeitsstelle in Aussicht haben, oder ab Herbst eine weiterführende Schule besuchen beziehungsweise ein Studium beginnen werden. Da die bayerischen Ferien noch bis zum 14. September gehen, bleiben diese jungen Erwachsenen in der Regel für diese Zwischenzeit arbeitslos gemeldet.“

„Am ersten September starten auch viele junge Leute mit ihrer Berufsausbildung. Bei allen hat es aber noch nicht geklappt, sowohl Jugendliche als auch Firmen suchen noch“, so der stellvertretende Agenturleiter zur speziellen Situation auf dem Lehrstellenmarkt weiter.

Am 12. August (Stichtag der Datenerhebung) gab es aber immer noch 480 Jungen und Mädchen (290 in Stadt und Landkreis Rosenheim; im Landkreis Miesbach 90 und im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 100) die für heuer noch eine Ausbildungsstelle suchen. Gleichzeitig sind noch 970 Lehrstellen und zwar quer durch alle Branchen, offen. Grau dazu: „Wir wissen, dass Angebot und Nachfrage um diese Jahreszeit nicht unbedingt gut zusammen passen. Bei manchen Bewerbern scheuen Betriebe eine definitive Zusage, da zu viele Unwägbarkeiten – familiäre und/oder schulische Probleme, schlechte Noten, kein Schulabschluss, älterer Bewerber – vorliegen.

Für diese Fälle möchte die Agentur für Arbeit das neue Modell der assistierten Ausbildung noch einmal kurz vorstellen: Ein Jugendlicher und ein Betrieb haben sich gefunden, sind sich sympathisch und würden eine Ausbildung wagen, wenn nicht diese Unwägbarkeiten wären. Hier kann die assistierte Ausbildung ansetzen. Sowohl der junge Mensch als auch der Betrieb werden während der gesamten Ausbildungszeit betreut. Dafür wurde ein Träger, das Berufliche Fortbildungszentren der bayerischen Wirtschaft, gefunden und mit dieser Aufgabe betraut. Start ist am 15. September. Jugendliche oder Betriebe, die dazu nähere Informationen haben möchten, können sich an Maria Harrasser, Ausbildungsakquisiteurin, unter der Telefonnummer 08024/904740 wenden. Denn für alle Jugendlichen beginnt mit dem Übergang von der Schule in den Beruf ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt, den wir möglichst gut unterstützen wollen.“

Zum Arbeitsmarkt:

Von Mitte Juli bis Mitte August herrschte – trotz der bevorstehenden Urlaubszeit – sehr viel Bewegung auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Insgesamt haben sich 2 820 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet (450 mehr als Vormonat und auch 210 mehr als im Vorjahr). im Gegenzug meldeten sich 2 410 aus verschiedenen Gründen aus der Arbeitslosigkeit ab.

Insgesamt stieg dadurch die Zahl der Arbeitslosen im Saldo auf 8 250 an. Davon werden von der Arbeitsagentur in Rosenheim mit Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen aktuell 4 510 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch III betreut. Das bedeutet ein Plus zum Vormonat um 320 Personen, aber ein Minus zum Vorjahr um 190. Die Jobcenter in der Stadt und in den Landkreisen sind derzeit für 3 740 Menschen im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II zuständig. Damit müssen sie 90 Personen mehr betreuen als im Juli, gleichzeitig fast 50 weniger als im August letzten Jahres.

Der Agentur für Arbeit waren am 12. August (Zähltag) 3 700 Stellenangebote gemeldet, darunter 3 490 sozialversicherungspflichtige. Neu herein kamen im Laufe eines Monats 1 350 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Grau zur Stellensituation: „Gegenüber dem Vorjahr merken wir eine deutliches Plus im Bestand (670 mehr). Dieses Plus hat zwei Ursachen: Zum Einem melden uns seit geraumer Zeit Firmen verstärkt ihre vakanten Arbeitsplätze, zum anderen „laufen“ aber auch die Stellenangebote längere Zeit. Bei einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent dauern Personalentscheidungen einfach länger. Dabei haben es Bewerber, die schon länger arbeitslos sind – über 1 Jahr – besonders schwer. Deshalb wollen die beiden Rosenheimer Jobcenter mit dem neuen ESF-Programm einen nachhaltigen Beitrag zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit leisten. Die Förderung von Bund und Europäischem Sozialfond (ESF) umfasst Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber, Coaching nach Arbeitsbeginn und die Übernahme von Qualifizierungskosten. Nähere Informationen für Arbeitgeber gibt es bei den Betriebsakquisiteurinnen Sonja Bert, Jobcenter Rosenheim Stadt (Telefon: 08031 40894-399) und Christina Herzog, Jobcenter Landkreis Rosenheim (Telefon: 08031 9015-400)“, so Grau abschließend.

 

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

 

Ø  In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 724 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 61 Personen angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Von den betroffenen Personen werden derzeit 632 (plus 19) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist um 42 auf 1 092 gestiegen.

 

Ø  Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent (Vormonat: 2,5) auf. Hier sind mit 3 589 erwerbslosen Personen 190 mehr gemeldet als im Juli. Von den Beschäftigungslosen werden 2 120 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 168 mehr als im Juli. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1 469 Frauen und Männer zuständig, 22 mehr als im Vormonat.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet einen Anstieg (plus 26) bei der Arbeitslosigkeit auf 1 640 gemeldete Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote hat sich von 2,4 auf 2,5 Prozent erhöht. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 964 Erwerbslose, 44 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 676 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (minus 18 gegenüber dem Vormonat).

 

Ø  Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent (Vormonat: 2,3). Hier sind derzeit 1 300 Personen erwerbslos gemeldet, 130 mehr als im Vormonat. 798 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 90 mehr als im Juli. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von 40 Betroffenen, aktuell sind 502 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

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