Wunderbar zum Träumen

Songwriterin Rosalie Eberle bei der Stoa-Premiere

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Nein, sie ist kein Duo: Rosalie Eberle ist „Rosalie und Wanda".

Nein, sie ist kein Duo: Rosalie Eberle ist „Rosalie und Wanda“.

Edling – Wunderbar zum Träumen, zum Sinnieren, voller Ehrlichkeit und echter Emotion. So ist die Musik von Rosalie Eberle, die am Donnerstag zum Open Air-Kinoauftakt am Stoa zu Gast sein wird und die auch die Musik beisteuerte zum Premierenfilm „Drei Stunden“ (siehe auch unseren Bericht „Drei Stunden Zeit für die Liebe“). Hinter dem Namen „Rosalie und Wanda“ verbirgt sich nicht etwa ein Duo, sondern die Singer-Songwriterin Rosalie Eberle, die meist zusammen mit Manfred Mildenberger (Schlagzeug und Klavier) und Sascha Biebergeil (Gitarre) musiziert. Ihre Musik hat nichts Dekoratives, sie ist ehrlich und stark zugleich.

Ob mit Wanda ihre Gitarre gemeint ist? Egal. Ihre Songs erzählen Anekdoten über tanzende Apfelbäume, über Wundersames, Verlorenes – oder über die Liebe. Im Titel ihres aktuellen Albums Meister Hora spiegelt sich der Hang zur surrealistischen Märchenwelt wider. Der weise „Meister Hora“ ist der Stundenzähler aus Michael Endes Roman „Momo“. Der Song „Cheshire Cat“ ist ein Abgesang auf die Grinsekatze, eine Figur aus dem Roman „Alice im Wunderland“. Die Songgeschichten werden mit dem Stück „Lulu“ eröffnet. Lulu verdreht den Männern den Kopf und tanzt in roten Stiefeln durch den Raum. Die eigenen Interpretationsmöglichkeiten der Texte bleiben dabei stets immens. Ein weiteres Highlight ist der Titel „Ich wunder‘ mich“, der Momente der Melancholie und des naiven Staunens einfängt: „Ich wunder‘ mich, aber lauf, mein Pferdchen, lauf. Ich wunder‘ mich, ich wunder‘ mich, aber wo, wo woll’n wir hin? Ich wunder‘ mich über Mann und Frau.“

Die Musikstücke auf diesem Erstlingswerk unterstreichen den bisherigen Stil der Songwriterin Rosalie Eberle: Zum einen ist zu hören, dass sie Jazz-Gesang studiert hat und zum anderen, dass sie auch in Kompositionsfragen – für zwei Filme schon hat sie bereits die Musik geschrieben – weiß, was sie tut. Mit ihren Arrangements aus Gesang, Keyboard, Percussion, Geige und zwei Gitarren geht es bei „Rosalie und Wanda“ immer darum, Gefühle pur und unverfälscht zu zeigen. Die vorhandene Komplexität entfaltet sich beim mehrfachen Hören. Norah Jones, Kurt Weill, Edith Piaf, PJ Harvey – das Album oszilliert zwischen Folk, Country, Chanson und Jazz. Wunderbar zum Träumen, zum Sinnieren, voller Ehrlichkeit und echter Emotion.

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