„Wollen die Zukunft der Stadt gestalten“

Wasserburger SPD stellt Neun-Punkte-Programm zur Wahl vor

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P1000236Draußen schneite es – zum ersten Mal in diesem Jahr. Drinnen, im schummrig-gemütlichen Nebenzimmer des Queens, tauten derweil die Verantwortlichen des Wasserburger SPD-Ortsvereins um Bürgermeister Michael Kölbl so richtig auf. Mit Begeisterung präsentierten Vorstandsmitglieder und Stadträte am Dienstagabend nicht nur ihre neuen Wahlkampfplakate, sondern auch ein Neun-Punkte-Programm, das mit „Wasserburg am Inn – Stadt mit Zukunft“ überschrieben ist. Alle wichtigen Bereiche des Lebens in der Stadt sollen damit abgedeckt werden. Was das Programm beinhaltet: www.wasserburger-stimme.de …   

„Das, was wir heute auf zwei kleinen Seiten Papier präsentieren, ist nur das Destillat. Für das ganze Programm zur Kommunalwahl am 16. März brauchen wir ein Dutzend Seiten“, so der Bürgermeister. „Und um jeden einzelnen Punkt, um beinahe jede Formulierung, haben wir hart gerungen“, so Kölbl. Alle 24 Kandidaten der SPD für die Stadtratswahl hätten sich in diesen Entwicklungsprozess mit eingebracht. „Deshalb ist das Neun-Punkte-Programm jetzt auch so breit aufgestellt.“ Es sei eine echte Werbung für sein 24-köpfiges Team, das sich die letzten Wochen intensiv mit der Stadt, mit ihren Menschen und mit deren Zukunft auseinandergesetzt habe. „Auf unserer Liste steht keiner, der nur zum Platzfüllen da ist“, versicherte Kölbl.

Und dann ging’s ins Detail. Die neun Punkte für die Zukunft Wasserburgs, und was sich die SPD dazu denkt:

Stadt und Umwelt

Gerade auf dem Gebiet der Umwelt nehme man im Landkreis mit dem „Energiedialog 2050″ eine Vorreiterrolle ein. Kölbl: „Wir waren auch die ersten, die einen Klima-Manager eingestellt haben.“ Froh sei man heute in Zeiten der Energiewende, eigene Stadtwerke zu besitzen. „Gott sei Dank haben wir da vor Jahren alle Pläne, diese zu verkaufen, ad acta gelegt.“ So könne man jetzt bei der Energiegewinnung und bei deren Nutzung auf umweltfreundliche Verfahren zurückgreifen, ohne von Energiegiganten abhängig zu sein.

Zum Leben in der Stadt gingen SPD-Vorsitzender Wolfgang Janeczka und Kölbl vor allem auf den zunehmenden Vandalismus und Ruhestörungen in der Altstadt ein. „Da ist einiges über Weihnachten und Neujahr eskaliert. Uns liegen schriftliche Beschwerden von Anwohnern vor. Wir müssen da etwas unternehmen“, so Kölbl. Ob allerdings die Einführung einer allgemeinen Sperrzeit für die Altstadt das richtige Mittel sei, das stehe in den Sternen, so Janeczka. Gerade bei diesem Thema werde man versuchen, eine fraktionsübergreifende Lösung zu finden.

Familie

Zu diesem Thema nahm Irene Langer Stellung: „Aufwertung der Spielplätze, Förderung der frühkindlichen Entwicklung, Verdichtung des Betreuungsangebotes – wir haben uns da einiges auf die Fahne geschrieben.“ Besonders beim letzten Punkt gebe es heuer viel Arbeit. „Die Sommerferien sind in diesem Jahr nicht sechs, sondern sieben Wochen lang.“ Da kämen viele Familien bei der Kinderbetreuung in Schwierigkeiten. „Ich werde deshalb versuchen, im Rahmen des Ferienprogramms die Ganztagsbetreuung von zwei auf drei Wochen aufzustocken“ so Langer.

Gesundheit

Ziel sei es mittelfristig, so Wolfgang Janeczka, das RoMedKlinikum und die Inn-Salzach-Klinik mit einem fulminanten Neubau unter ein Dach zu bekommen. „Damit könnten wir den Standort Wasserburg langfristig sichern.“ Man werde mit großer Beharrlichkeit an diesem Plan festhalten.

Wirtschaft

„Wenn man in unsere wunderbare Stadt kommt, fällt einem das gar nicht auf: Wir sind für unsere Größe aber ein wirklich wichtiger Wirtschaftsstandort“, so der Bürgermeister. Und man werde alles dafür tun, dass das auch so bleibt. „Denn eines ist klar: Ohne Moos, nix los. Wenn wir unser weiteres Engagament im sozialen und kulturellen Bereich leisten wollen, muss es unseren Unternehmen, Firmen und Handwerkern gut gehen.“

Bildung

Kölbl: „Ein ungemein wichtiges Thema. Wenn wir unser Programm mit ,Stadt mit Zukunft‘ überschreiben, können wir an diesem Bereich überhaupt nicht vorbei. Wenn wir über die Zukunft Wasserburgs reden, dann müssen wir über Schulen und unsere Kinder reden.“ Man werde auch weiterhin laut „Hier!“ schreien, wenn es um den Erhalt oder die Ansiedlung von Bildungseinrichtungen gehe. „Wasserburg ist und muss eine Schulstadt bleiben. Das sichert am besten unsere Zukunft.“

Brauchtum, Kunst und Kultur

Der Bürgermeister: „Ich wundere mich immer, wie eine Stadt mit 12500 Einwohner das alles leisten kann, was wir an kulturellem Programm bieten.“ Das sei zu einem großen Teil den Ehrenamtlichen zu verdanken. „Da herrscht ein irrer Idealismus.“ Und Wolfgang Janeczka: „Wir haben da aber auch einige Baustellen. Wir müssen zum Beispiel dringend das Ganserhaus sanieren.“ Auch die Schaffung eines Raumes für die Ausstellung „Joa“ sei ein vordringliches Ziel.

Sport und  Freizeit

Sportreferent Werner Gartner: „Mit dem Bau der neuen Sporthalle an der Mittelschule, können wir die sehr ausgereizte Situation bei der Hallenbelegung deutlich entspannen.“ Man werde dadurch die Badria-Halle stark entlasten. Für ihn sei es wichtig, so Gartner, die richtige Balance zwischen Spitzen- und Breitensport zu wahren. „Natürlich ist es klar, dass unsere Basketball-Bundesliga-Mannschaft viele Hallenzeiten braucht.“ Dabei dürfe man aber die anderen Sportler nicht vernachlässigen. Was Gartner wurmt: „Der Landkreis verlässt sich in Sachen Schulsport ganz auf uns. Die lehnen sich zurück und nutzen unsere Hallen.“ Schade sei auch, dass man den geplanten Beach-Volleyball-Platz nicht realisieren könne. Ein Anwohner verhindere den Bau.

Mobilität

Erstes Ziel sei es, endlich die Probleme am Bahnübergang in Reitmehring zu lösen, so Janeczka. Das gesamte Projekt mit der Untertunnelung sei im Sommer wieder auf der Kippe gewesen, ergänzte Kölbl. „Ich dachte, ich höre nicht recht, wie plötzlich der Bundesrechnungshof Kritik an dem Projekt geübt hat. Da waren viele persönliche Gespräche nötig.“ Mittlerweile sei man wieder auf einem guten Weg. Als weiteres Ziel gab Janeczka aus, den MVV-Tarif bis Reitmehring zu bekommen. Ende Februar könnten dazu die Weichen gestellt werden.

Tourismus

Kölbl: „Wir sind alle heilfroh, wenn das zweite Hotel wieder kommt.“ Man freue sich sehr, dass die Betreiber-Familie mit großem Enthusiasmus an die Sache herangehe. „Die haben die Liebe zu Wasserburg schon im Blut“. Eine Lanze brach der Bürgermeister für den Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband. „Mit unserem Anschluss haben wir die Werbung für unsere Stadt auf eine professionellere Ebene gehoben.“ Die 4000 Euro an Jahresbeitrag bringe der Verband zigmal herein.

Viele der Punkte würden sich wie Selbstverständlichkeiten lesen, so Kölbl abschließend: „Die hohe Kunst ist es, dass sie Selbstverständlichkeiten bleiben“, philosophierte er. Und dann holte den Bürgermeister die Realpolitik doch wieder ein. Er blickte vor sich auf den Tisch und gleichzeitig in die Zukunft: „Vieles wird hoffentlich genauso passieren, wie wir es uns in unserem Programm vorstellen. Manches wird vermutlich anders laufen. Einiges werden wir wohl nicht erreichen. So ist das im Leben immer.“ HC

Für das komplette Programm hier klicken!

 

 

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