Wohnen im Alter eine der größten Hürden

Ältere Generation stellt Bevölkerungs-Mehrheit

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Wasserburg – Prognosen zu den Folgen und Herausforderungen des demografischen Wandels sind längst bekannt, die Reaktionen darauf schwanken jedoch entweder zwischen Verharmlosung oder Panikmache. Eines ist klar: Kleinreden lassen sich die Probleme einer alternden Gesellschaft nicht. Denn eine Zunahme der älteren Bevölkerungsanteile hat erhebliche Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Insbesondere im Gesundheitswesen wird über einen zukünftigen Versorgungsengpass geklagt. Damit verbunden ist die Klärung der Frage, wie die ältere Generation zukünftig wohnen soll. Viele Ältere wollen nach eigenen Aussagen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Doch der Wunsch nach Selbstständigkeit und einem langen Leben im gewohnten Umfeld bleibt in den meisten Fällen aufgrund der altersbedingten Pflegebedürftigkeit unerfüllt. Spätestens wenn Ältere auf Hilfe angewiesen sind, ist es vorbei mit den gemütlichen Stunden in der heimischen Wohnstube, und Wasserburger Senioren beziehungswiese deren Angehörige beginnen sich mit Institutionen wie dem Caritas Altenheim St. Konrad oder Maria Stern auseinanderzusetzen. Wo man diesbezüglich fündig wird, verrät eine Übersicht für Wasserburg. Noch nicht aufgenommen ist in dieser Liste das neue Seniorenzentrum in Edling, das im Mai 2014 eröffnet wird und worüber wir schon ausführlich berichteten. (Siehe unsere entsprechenden Artikel (Suchfunktion Seniorenzentrum Edling eingeben!)

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Laut den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe gehört die Angst vor einem Verlust der eigenen Selbstständigkeit bei acht von zehn der Befragten zu den größten Sorgen der Deutschen. Zwar ist die Lebenserwartung der Deutschen in den letzten Jahren immer weiter angestiegen, doch wegen des Geburtenrückganges gibt es kaum noch junge Menschen, die sich um die Älteren kümmern können werden. Zudem gibt es noch nicht genügend Maßnahmen, welche den Beruf der Pflegekraft für potentiellen Nachwuchs attraktiver machen. Nach einer Befragung von Immonet unter 2.461 Usern nach den persönlichen Wohnwünschen im Alter favorisieren rund 44,5 Prozent das Zusammenleben mit der Familie.

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Da die Pflege von Angehörigen, die je nach Pflegestufe unterschiedlich pflegebedürftig sind, allerdings mit einem erheblichen Zeit- und Kraftaufwand und auch ökonomischen Nachteilen für die pflegenden Familienmitglieder verbunden ist, bleibt den meisten Älteren die Erfüllung dieses Wunsches verwehrt. Von den 2,5 Millionen offiziell Pflegebedürftigen in Deutschland werden aktuell knapp 1,2 Millionen Menschen von ihren Partnern, Kindern oder Eltern zu Hause versorgt. Der Anteil wird in der nächsten Zeit weiterhin sinken. Rund 27 Prozent der Befragten wünschen sich danach, möglichst lange alleine zu leben.

Durch die höhere Lebenserwartung wäre das durchaus möglich, bisher mangelt es bundesweit jedoch eklatant an altengerechten Immobilien. In dem Bereich „altergerechtes Wohnen“ besteht demnach ein großer Anpassungsbedarf des Wohnungsmarktes. Alternative Wohnformen wie betreutes Wohnen, generationsübergreifende Hausgemeinschaften oder Senioren-Wohngemeinschaften werden an Bedeutung dazugewinnen. Weil sich die alternativen Wohnungsangebote für ältere Menschen jenseits von Pflegeheimen aber noch nicht flächendeckend in Deutschland durchgesetzt haben, werden die klassischen Altersheime erst einmal noch eine wichtige Anlaufstelle bleiben.

 

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