„Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“

Außergewöhnliche Jahresversammlung der Wasserburger Feuerwehr

image_pdfimage_print

Am Ende war Rudi Göpfert, Vorsitzender der Wasserburger Feuerwehr (links), so gerührt, dass er fast kein Wort mehr herausbrachte. Tosenden, lang anhaltenden Applaus gab es für ihn und seinen Stellvertreter, Florian Pytlik, von den Kameraden im Saal des Feuerwehrhauses. Nachdem beide am Freitagabend bei der Hauptversammlung der Wehr eine überragende Bilanz zum vergangenen Jubiläumsjahr gezogen hatten, wurde ihr außergewöhnliches Engagement auf diese Weise gewürdigt. Ein weiterer Höhepunkt der zweieinhalbstündigen Hauptversammlung:

Rudi Göpfert und Florian Pytlik ernannten Bürgermeister Michael Kölbl zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Wasserburg. „Nur durch seine Unterstützung und die des gesamten Stadtrates wurde unser großes Jubiläum im vergangenen Jahr ein solcher Erfolg“, sagte Göpfert und überreichte Kölbl die entsprechende Urkunde. Der Bürgermeister ist selbst seit seinem 16. Lebensjahr bei der Feuerwehr. Kölbl: „Ich weiß, was ihr Tag und Nacht leistet. Man fordert viel von euch – menschlich wie psychisch. Da ist eine gute Gemeinschaft um so wichtiger. Und die gibt es bei der Wasserburger Feuerwehr vorbildlich.“

 

Wie wichtig die Feuerwehr für die Stadt ist, zeigte die Anwesenheit aller drei Bürgermeister bei der Hauptversammlung. Neben Kölbl waren auch Otto Zwiefelhofer und Werner Gartner gekommen, um mit den Floriansjüngern auf das vergangene Vereins- und Einsatzjahr zurückzublicken. Zu den Dreien gesellte sich auch Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl, der die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ausdrücklich lobte: „Das heute Abend ist für mich nicht nur ein dienstlicher Termin, sondern auch ein Treffen mit Freunden und Kameraden.“

Göpfert ließ dann das abgelaufene Vereinsjahr Revue passieren. Auch außerhalb des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen habe es mehr als 20 Vereins-Veranstaltungen gegeben. Für das Jubiläum selbst habe man dann alle Kräfte gebündelt und gezeigt, „dass wir eine verschworene Gemeinschaft sind“.

 

Mitglieder des Festausschusses und Verwaltungsrates der Feuerwehr standen beim Rückblick auf das Jubeljahr Rudi Göpfert zur Seite.

Von der Begleitschrift, über die tolle Zusammenarbeit mit dem städtischen Museum und dem Stadtarchiv, bis zur Restaurierung eines alten Feuerwehrfahrzeugs, dem Feuerwehrkalender 2017, der Organisation des Löschtages unter Mithilfe des Theaterkreises Wasserburg, der tollen Zusammenarbeit mit der Stadtgarde, bis zum beeindruckenden Ehrenabend – keine der zahlreichen Aktionen zum Jubiläum, keiner der Höhepunkte blieb unerwähnt.

Dafür traten unter anderem Thomas Rothmaier, Otmar Moser und Alex Meier ans Mikrofon. Einer der Höhepunkte dabei: Ein spektakulärer, fotografischer Blick aufs Jubiläum im Zeitraffer von Andi Ruf, der dafür viel Applaus erntete.

Einen besonders guten Kassenbericht konnte Robert Deml vorlegen. „Wir hatten schon Befürchtungen, dass das Jubiläum ein Loch in die Kasse reißen würde.“ Dem sei nicht so. Das sei den Sponsoren und der ganzen Wasserburger Bevölkerung zu verdanken. „Es ist unglaublich, wie viele Leute uns ohne Aufforderung etwas gespendet haben.“

Dass bei der Feuerwehr nicht nur gefeiert wird, zeigte der Rückblick von Kommandant Georg Schmaderer, der von insgesamt 155 Einsätzen im vergangenen Jahr zu berichten wusste.

„Es ging gleich richtig schlimm los, als wir am 2. Januar zu dem tödlichen Unfall auf die Umgehungsbrücke ausrücken mussten. Viele Kameraden kannten den Verunglückten persönlich. Das ist dann wirklich hart.“

Insgesamt habe das Jubiläumsjahr auf die Floriansjünger einsatztechnisch keine Rücksicht genommen. Über 100 Mal ging es zu technischen Hilfeleistungen, 19 Einsätze bei Bränden waren nötig. Die Floriansjünger hätten dabei insgesamt 2500 Stunden absolviert. Daneben habe man praktisch die gleiche Stundenzahl nochmals in Übungen investiert.

 

Die Vorstände und der Kommandant zeichneten anschließend zahlreiche Kameraden aus. Es gab auch mehrere Beförderungen, darunter die von Alex Meier und Stefan Gartner (rechts) zum Oberlöschmeister.

Jugendwart Erol Coskun zog nicht nur eine positive Bilanz zur Nachwuchsarbeit, sondern konnte ebenfalls zahlreiche junge Kameraden auszeichnen.

 

Ein besonders Lob gab’s bei der Versammlung auch für die Feuerwehr Attel-Reitmehring. „Unsere Kameraden haben uns das ganze Jahr über toll unterstützt. Zwischen unseren beiden Wehren ist wieder ein enges Band gewachsen“, so die Vorstände der Stadt-Feuerwehr.

Wie eng dieses Band ist, zeigten anschließend die Vorstände der Attel-Reitmehringer, Walter Blüml und Michael Löw, die den Kameraden aus der Stadt eine Glückssau vorbeibrachten – Symbol für ein Grillfest, das die beiden Wehren gemeinsam planen.

 

Ganz zum Schluss durfte natürlich auch ein Grußwort von Kreisbrandrat Richard Schrank (links) nicht fehlen, der zusammen mit Wasserburgs Kreisbrandmeister Stephan Hangl die Kreisfeuerwehr vertrat. Schrank versprach, dass man die derzeitige Art der Alarmierung überarbeite. „Wir können bei der Erstalarmierung oft nicht zwischen einem brennenden Mülleimer und einem Wohnhausbrand unterscheiden, rücken deshalb oft mit massiven Kräften aus. Das muss nicht sein.“

Schrank ließ sich von der tollen Stimmung und der guten Laune der Wasserburger Floriansjünger anstecken. Und ihm saß an diesem Abend – wie manch anderem auch – der Schalk im Nacken. Ganz zum Schluss bezog er sich auf einen Versprecher des Vorstands und wünschte der Wasserburger Feuerwehr: „Viele schöne, ökologische Gottesdienste im Jahr 2017!“ Ein wild beklatschter, launiger Abschluss zu einer perfekten Jahreshauptversammlung. HC

Fotos: WS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „„Wir sind eine verschworene Gemeinschaft“

  1. Ich möchte unseren Wasserburger Feuerwehrleuten herzlich danken für ihre große und stetige Einsatzbereitschaft für die Allgemeinheit.

    64

    1
    Antworten