„Wir hatten viel zu viel Vertrauen“

Funkmast in Koblberg: Bürgerinitiative nimmt Stellung - Morgen Entscheidung

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P1000389_k„Wir können es einfach nicht fassen. Wir haben alles versucht, auf ordentlichem Weg einen neuen Standort für den Funkmasten zu erreichen, der um 150 Meter weiter von unseren Häusern entfernt ist. Die Stadt Wasserburg, die Gemeinde Soyen, der zuständige Staatssekretär – alle waren auf unserer Seite. Und dann hat man doch mit dem Bau am ursprünglichen, ortsnahen Standort begonnen.“ Das sagte heute Hubert Schex, ein Sprecher der Koblberger und Kobler Bürger, in deren Nachbarschaft ein Mast für den Behördenfunk entstehen soll (wir berichteten). Schex hat eine Petition eingereicht, über die am morgigen Mittwoch entschieden wird.

„Anfangs lief alles toll. Wir haben uns in die Standortdiskussion eingebracht, alle waren auf unserer Seite. Deshalb haben wir auch darauf verzichtet, an die Öffentlichkeit zu gehen und für Wirbel zu sorgen. Das haben wir jetzt davon. Wir hatten viel zu viel Vertrauen.“ Hubert Schex ist stinksauer und enttäuscht.

Monatelang hatten alle verantwortlichen Behörden und Institutionen darauf hingearbeitet, einen neuen, nur 150 Meter weiter entfernten Standort für den Funkmasten zu finden und zu fixieren. Eigentlich kein Problem, denn der neue Standort wäre an keinen anderen Ort der Umgebung näher herangerückt und ebenso gut von der B15 aus zu erreichen gewesen – im gleichen Wald, der dem Bezirk Oberbayern gehört. Doch dann trauten die Koblberger mitten im Planungsverfahren ihren Augen nicht. Lkw rückten an, ein Fundament wurde gegossen – am alten Standort!

Schex stellt klar: „Wir Bürger sind nicht gegen die Errichtung des Funkmasten in unserer Nähe, sondern für die Verlegung an einen geeigneten Alternativstandort, der auf dem gleichen Grundstück liegt, wodurch der Abstand von Koblberg und Kobl zum Funkmast deutlich verträglicher sein würde.“ Der neue Standort liege in nicht so exponierter Lage wie der vom Staat geplante, Nämlich mitten in einem großen Waldgebiet mit altem, hohem Baumbestand. Der neue Standort sei dadurch für das Landschaftsbild deutlich verträglicher. „Und vor allem für uns Anwohner, die wir ein Leben lang mit dem Funkmast leben müssen.“

Schex weiter: „Wir Bürger von Koblberg und Kobl haben Verantwortung übernommen, nicht einfach Nein gesagt oder laut protestiert, uns sehr konstruktiv und kooperativ gezeigt und absolut realistische und umsetzbare Vorschläge eingebracht. Insgesamt ein wohl vorbildliches bürgerschaftliches und verantwortungsbewusstes Handeln, das aber nicht belohnt wurde.“

Nachdem sich der Bauausschuss der Stadt Wasserburg im Herbst 2013 nochmals gegen den vom Staat geplanten und für die Alternativen an der B 15 einstimmig ausgesprochen hatte, habe man sich tatsächlich am Ziel der Bemühungen gewähnt.

Schex fragt sich: „Warum fand ausgerechnet in unserer Sache eine – laut Ministerium – ansonsten übliche Anfrage bei den Kommunen zur Frage einer Kostenbeteiligung bei einem gewünschten Alternativstandort, trotz des mehrmaligen eindeutigen Votums der Gremien vor Ort, nicht statt? Wir Bürger sind enttäuscht, verärgert und wütend. Eine selten einfache Chance, den Willen der betroffenen Bürger, einstimmig unterstützt von den kommunalen Vertretern, mit den Interessen des Gemeinwohls zu vereinbaren, wurde zu unseren Lasten verschenkt.“

 

Morgen entscheidet der Petitionsausschuss des Landtages, wie es mit dem Funkmast weiter gehen soll. HC

 

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Ein Gedanke zu „„Wir hatten viel zu viel Vertrauen“

  1. Mei, Beamte halt…

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