„Wir haben keine andere Möglichkeit“

Taubenmarkt: Wasserburger Kleintierzüchter mit Situation sehr unzufrieden

image_pdfimage_print

27756515Er war einstmals der weltgrößte Kleintiermarkt und steht jetzt faktisch vor dem Aus: Der Wasserburger Taubenmarkt, der seit 1878 alljährlich rund um den Blasitag, den 3. Februar, stattfindet. Strenge Bundesgesetze und Auflagen des Veterinäramtes machen den Kleintierzüchtern zu schaffen, lassen den Markt mehr und mehr schrumpfen. Auf Kritik von Seiten auswärtiger Kleintierzüchter (wir berichteten) haben jetzt Rudi Schreyer, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins, und Bürgermeister Michael Kölbl Stellung bezogen. „Uns sind die Hände gebunden“, sagen beide einmütig.

„Die Gesetzeslage ist klar und heuer sogar nochmal verschärft. Denn zur Regelung, dass nur Geflügel aus der näheren Umgebung ausgestellt werden darf, kommt heuer noch eine Verordnung, die das Ausstellen und Transportieren von Wassergeflügel verbietet. Die Regelung gilt bis März. das trifft uns hart“, sagt Rudi Schreyer, dem man seine Wut über die Reglementierungsflut anmerkt.

Auch eine Unterschriftenaktion, an der sich 3000 Kleintierzüchter beteiligt hatten, brachte da keine Verbesserung. Die Zahlen sprechen für sich: 100 Kleintierzüchter hatten sich vergangenes Jahr angemeldet, heuer sind es nur mehr um die 30. Dennoch wolle man am Taubenmarkt festhalten, so Schreyer. „Vielleicht ändert sich ja mal wieder was zum Positiven.“

Auch Bürgermeister Michael Kölbl übt den Schulterschluss mit den Wasserburger Kleintierzüchtern. „Eine solche Traditionsveranstaltung darf man eigentlich nicht sterben lassen. Aber wir haben keine Möglichkeiten, uns über geltende Regelungen hinwegzusetzen. An der Stadt liegt das nicht.“ Man habe sogar versucht, zusammen mit dem stellvertretenden Landrat Josef Huber aus Babensham, der selbst Kleintierzüchter ist, Ausnahmeregelungen für Wasserburg zu erwirken. „Leider ohne Ergebnisse. Wenn’s nach mir ginge: Ich würde mir wünschen, dass der Markt wieder so groß und bunt wäre wie in vergangenen Zeiten.“

Der Wasserburger Taubenmarkt – oder das, was davon noch übrig ist – findet heuer am nächsten Sonntag, 1. Februar statt. HC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 Gedanken zu „„Wir haben keine andere Möglichkeit“

  1. Das sind Gesetze und Verordnungen die die damalige Landwirtschaftsministerin Aigner zu verantworten hatte. Politik für die Menschen und die Region sind halt was anderes als gscheit daherreden in den Bierzelten. Und die hat noch mehr verbockt.

    0

    0
    Antworten
  2. Hallo
    Das ist doch alles von denen gewollt, mit System dem kleinen Mann sein Hobby zerstören, wir sind mittlerweile schon schlimmer dran, wie damals die in der DDR – wen wunderts mit den Politikern an der vordersten Spitze.
    An die Großen trauen die sich nicht ran. Massentierhaltung – die, die die Auflagen machen, haben noch nie ein Tier gezüchtet, geschweige denn welche gehalten. Diese Nieten haben wir in allen Ebenen sitzen, alle studiert, aber doch blöder wie mancher, der den normalen Bildungsweg gegangen ist.

    0

    0
    Antworten
  3. Genau

    0

    0
    Antworten