„Wir ahnten schon Schlimmes“

Unglück passierte bei Donnerstag-Tour des Wasserburger Alpenvereins

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BergDramatische Szenen bei der Donnerstag-Werktagestour der Wasserburger Sektion des Alpenvereins. „Wir stehen total unter Schock. Als zum Mittagessen oben nicht alle da waren, ahnten wir schon Schlimmes“, so ein Teilnehmer der Gruppe heute zur Wasserburger Stimme. Der 76-jährige schwer verunglückte Edlinger hatte sich morgens um 7 Uhr – wie fast jede Woche – mit 23 weiteren leidenschaftlichen Wanderern in einem Bus von Wasserburg aus auf den Weg in die Berge gemacht.

Die Stimmung wie immer sehr fröhlich. Der Mann aus Edling – er ist unglaublich fit für sein Alter, wie seine Mitwanderer anerkennend von ihm erzählen – ging mit 13 Leuten der Gruppe von der Padinger Alm aus los …

Rettung 1Sie wählten als Weg den so genannten „Steinernen Jäger“. Zehn Wanderer der Gruppe gingen einen anderen Weg. Plötzlich stürzte der 76-Jährige in rund 1.450 Metern vom Weg aus etwa 30 Meter tief ab und blieb an einem Felsvorsprung zwischen Latschen im Steilhang schwer verletzt liegen.

Einer Frau der Wasserburger Gruppe, die sich in der Nähe befand, war aufgefallen, dass der Mann plötzlich nicht mehr da war. Sie entdeckte den 76-Jährigen und kraxelte zu ihm hinab. Der Rest der Wandergruppe hatte vom Unfall nichts mitbekommen und war weiter aufgestiegen.

Glück im Unglück: Zufällig übte gerade in der Nähe der Hochgebirgsjägerzug eines Gebirgsjägerbataillons und der Frau gelang es, die Männer auf den Notfall aufmerksam zu machen. Die insgesamt sieben Soldaten handelten schnell, übernahmen die Erstversorgung, setzten gegen 11.40 Uhr bei der Leitstelle in Traunstein einen Notruf ab und brachten den zunächst bewusstlosen Mann aus Edling zum Steig hinauf. Die alarmierten Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger bereiteten wegen des dichten Nebels einen groß angelegten bodengebundenen Abtransport vor und stiegen von der Nordseite aus mit umfangreicher Ausrüstung in Richtung der Unfallstelle auf (siehe Bericht zur Rettung).

Die restlichen Wanderer aus Wasserburg erfuhren erst nach dem Abstieg am Nachmittag am Bus-Treffpunkt von dem Unglück. Die Polizei sei zum Bus gekommen und habe sich genau erkundigt über den Ablauf der Tour, sagt ein Mitglied der Gruppe. Noch heute würden alle Teilnehmer unter Schock stehen. Und sie haben alle den gleichen Wunsch: Möge es ihrem schwer verletzten Bergfreund aus Edling hoffentlich bald wieder besser gehen.    rd

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Fotos: BRK

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