Willi Ernst. Ein Wasserburger Künstler.

Ausstellung als Hommage an ein großes Lebenswerk - Eröffnung am Mittwoch

image_pdfimage_print

Plakat EndDer Taubenbrunnen auf dem Bahnhofsplatz in Wasserburg, aufgestellt 1950, ziert das schöne Plakat: Willi Ernst. Ein Wasserburger Künstler. So heißt eine Ausstellung ab dem kommenden Mittwoch, 22. Juli, bis zum 18. Oktober im Museum in Wasserburg. Auf einem Spaziergang durch die Innenstadt von Wasserburg wird man seinen Werken mehrfach begegnen. Jedoch bleiben sie dabei oft unbemerkt. Der Bildhauer Willi Ernst schuf Arbeiten die ihren Betrachter nicht überwältigen, sondern ihn zum Schauen und Verstehen anregen sollen. Die Sonderausstellung möchte das Werk eines Wasserburger Künstlers ins Gedächtnis rufen und thematisiert neben Ernsts bewegter Biographie auch seine Tätigkeit als Museumsleiter …

Die Ausstellung

Seien es die Brunnen an der Anton-Heilingbrunner-Realschule, am Bahnhofsplatz und am Krankenhaus oder die künstlerisch gestalteten Grabmäler auf dem Altstadtfriedhof: der Bildhauer Willi Ernst ist in der Innenstadt von Wasserburg präsent. Allerdings werden seine Werke oft nicht auf den ersten Blick wahrgenommen. Obwohl er fast überall in der Stadt gegenwärtig ist, scheint der Künstler in Vergessenheit geraten zu sein. Das Museum Wasserburg möchte ihn mit einer Sonderausstellung wieder ins Gedächtnis rufen.

Beginnend mit der Lehrzeit in der Werkstatt des Steinmetzes Anton Woger Senior führt ein Rundgang durch Ernsts Zeit als Künstler und zeichnet so die Entwicklung seines persönlichen Stils nach. Dabei werden auch die schwierigen Bedingungen seines Kunststudiums an der Akademie der Bildenden Künste während des Nationalsozialismus thematisiert. Ernst versuchte sich in seiner Studienzeit vom Diktat der völkisch-heroischen Motive zu distanzieren, indem er sich besonders mit der christlichen Kunst beschäftigte. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Wehrbetreuer in Russland und Norwegen, wobei er auch Zeuge der Schlacht um Narvik wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Ernst als Holzbildhauer in Oberammergau und wurde von den amerikanischen Besatzern auch zum Schnitzen von Holzprothesen für Kriegsversehrte angehalten. Nachdem er in seiner Heimatstadt unter anderem bereits die Zürnkanzel in der Kirche St. Jakob restauriert hatte, zog der Künstler im Jahr 1951 wieder nach Wasserburg. Es folgten Aufträge für die Städte Wasserburg und Kaufbeuren, für deren Ausführung der Bildhauer mit Holz und Stein arbeitete. Er wählte dabei keine abstrakten Formen, um jedem das Verständnis seiner Werke unmittelbar zu ermöglichen. Seine oft aus religiösen Begebenheiten entnommenen Figuren scheinen auch in Momenten der Angst oder Unsicherheit stets in sich zu ruhen. Die Ausstellung stellt Willi Ernsts Stil und Arbeitsweise anhand von Modellen, Skizzen und Originalskulpturen vor.

Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer war Willi Ernst auch als Museumsleiter in Wasserburg beschäftigt. Zudem kümmerte er sich um die Belange der im Museumsgebäude untergebrachten Bibliothek und das Stadtarchiv. Anhand der ausgestellten Archivalien aus seinem schriftlichen Nachlass wird der Arbeitsaufwand deutlich, den diese nebenamtliche Verpflichtung mit sich brachte. Dabei wird auf die Erfolge und Niederlagen, die der Museumsleiter während seiner langjährigen Dienstzeit erlebte, gleichermaßen eingegangen. Die Ausstellung sowie eine begleitend erscheinende Publikation haben das Ziel, Willi Ernst als Menschen zu zeigen und ihn als Museumsleiter und Künstler sichtbar zu machen.

Das Begleitprogramm

Während der Ausstellungsdauer findet ein Rahmenprogramm mit Führungen und museumspädagogischen Angeboten statt. Bei offenen Stadtführungen können Skulpturen und Brunnen von Willi Ernst in der Wasserburger Innenstadt entdeckt werden. An mehreren Sonntagen informieren offene Führungen durch die Ausstellung über den Künstler.

Grundschulkinder können während einer Führung religiöse Motive und Geschichten kennenlernen mit denen sich Willi Ernst künstlerisch auseinandergesetzt hat. In einem anschließenden Workshop werden die Kinder mit Knete selbst gestalterisch tätig. Schüler ab der 8. Klasse lernen bei einer Rallye die Künstlerbiographie Willi Ernsts kennen. Eine Führung für Schüler der Oberstufe thematisiert Entstehungsprozess, Rolle und Wirkung von Kunst im öffentlichen Raum anhand von Ernsts Arbeiten. Bei einem anschließenden Stadtrundgang besuchen die Schüler einige Werke des Bildhauers.

Termine

Ein Wasserburger Künstler. Offene Führung durch die Ausstellung

2. August, 20. September und 18. Oktober 2015 um 14 Uhr

im Museum Wasserbur.

Begegnen Sie dem Bildhauer, dem langjährigen Leiter des Museums Wasserburg und lernen Sie den Menschen Willi Ernstkennen. Die Führung verfolgt die Entwicklung des persönlichen Stils des Künstlers anhand von Modellen, Skizzen und Originalen. Dabei werden Stationen seiner bewegten Biografie und Ernsts Arbeit für das MuseumWasserburg thematisiert.

Ein Künstler wird sichtbar. Führung zu den Objekten im öffentlichen Raum

  1. August und 27. September 2015, um 14 Uhr, Treffpunkt Museum Wasserburg

Zahlreiche Objekte von Willi Ernst sind in der Innenstadtvon Wasserburg zu entdecken. Jedoch werden sie seltenauf den ersten Blick wahrgenommen. Die Arbeiten sollen den Betrachter bewusst nicht überwältigen, sondern ihn zum Schauen und Verstehen anregen. Die Führung zu den Brunnen und Skulpturen thematisiert deren spezifische Formensprache ebenso wie ihre Entstehungsgeschichte. Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Bei den Führungen durch die Ausstellung ist der Eintritt zu entrichten.

Führungen für Gruppen auch buchbar unter  08071/92 52 90

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.