Wieder Mahnfeuer gegen die B15 neu

Am Samstag erneut viele Proteste entlang der geplanten Trasse

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Mahnfeuer_1_k Schon zum dritten Mal ruft die Gemeinschaft der B15 neu-Gegner zur Teilnahme an einer Mahnfeueraktion auf. Wie bereits berichtet, sollen am Samstag, 26. September, ab 18 Uhr wieder die Feuer in den betroffenen Landkreisen, darunter der Altlandkreis Wasserburg, brennen. Die bisherigen Anmeldungen zeigen, dass sich viele Bürger entlang der geplanten 137 Kilometer langen Autobahntrasse auch diesmal wieder mit kleinen Feuern an der Aktion beteiligen werdern …


Schon zweimal haben Mahnfeuer entlang der Trasse gebrannt: Im Mai 2014 hatten über 5000 Bürger an 206 Mahnfeuerstellen flammenden Widerstand gezeigt. Und im Januar 2015 waren es bereits 400 Mahnfeuer in den Landkreisen Landshut, Erding, Mühldorf, Ebersberg und Rosenheim, die unter dem Motto „hier nicht und nicht anderswo“ von den Gegnern der Autobahn B15 neu entfacht worden waren.

Zuvor hatte die bayrische Staatsregierung wohl unbeabsichtigt aber kräftig eingeheizt, indem sie die Autobahn B15 neu immer wieder auf neue Trassen verschwenkte und so immer mehr Bürger gegen sich und die geplante Transitautobahn aufbrachte.

Der heiße Herbst der Entscheidungen

In den kommenden Wochen steht die Entscheidung in Berlin an, wie es mit der Autobahn B15 neu weitergehen soll. Der Verkehrsausschuss wird bald die Vorlage für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 vorgelegt bekommen. Dieser regelt u.a. die Autobahnplanungen und -ausbauten in den nächsten Jahren und soll bis 2030 gelten. Erstmalig wird vor dem Kabinettbeschluss, mit dem die BVWP-Projekte Gesetzeskraft erhalten, eine Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung zum Entwurf durchgeführt.
Ein guter Zeitpunkt, um nach Berlin ein flammendes Signal zu senden. Betroffene Landwirte, etablierte und eingesessene Unternehmer mit angestammtem Kundenkreis, Bewohner in Gemeinden und Höfen entlang der Trassen, Eltern und ihre Kinder in ihren Häusern in idyllischer Hügellandschaft, sie alle wollen zeigen, dass ihr Protest steht und dass sie die Zerstörung ihrer Heimat und die Vernachlässigung der vorhandenen Infrastruktur nicht einfach hinnehmen werden.

Nicht für ein Bauprojekt, welches der Region außer zusätzlichem Durchgangsverkehr, Lärm und Umweltbelastungen wenig bringt und dessen Kosten schon jetzt dramatisch aus dem Ruder laufen, wie man für die Strecke nördlich von Essenbach neulich aus den Medien erfahren konnte.
Weiter mit alten Konzepten?
Hunderte Hektar wertvollen Agrarlandes werden für die B15 neu versiegelt, für Autobahnauffahrten müssen zusätzliche Zufahrtswege gebaut oder ausgebaut werden. Für dringend benötigte Ortsumfahrungen fehlt das Geld, weil es für den Autobahnbau gebunden ist. Die Bodenpreise steigen schon jetzt. „Die B15 neu setzt auf alte Konzepte und verhindert hochwertige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze in unserer Region“, schreiben die Autobahngegner in ihrem Faltblatt zum heißen Herbst.

„Es gibt Alternativen. Um ihnen eine Chance zu geben, ist ein Stopp der B15 neu an der A 92 unerlässlich“, betont Gisela Floegel, Vorsitzende der Gemeinschaft der Autobahngegner und Sprecherin der angeschlossenen über 30 Bürgerinitiativen.

Die Vorbereitungen für den Samstag laufen auf Hochtouren, die Anmeldungen in die Behörden der Landkreise und den Gemeinden sind unterwegs. Wo ein Mahnfeuer angemeldet ist, zeigen die Gegner der B15 neu auf einer laufend aktualisierten, interaktiven Karte auf www.stop-b15-neu.de. Für den Samstagabend ist kühles, aber trockenes Herbstwetter angesagt. Perfekt zum Wärmen am offenen Feuer, zum Austausch mit Gleichgesinnten und zum Besprechen der nächsten Aktionen, so die Initiative.

 

 

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