„Wichtige und beeindruckende Arbeit“

Fortbildung für Lehrkräfte der Berufsoberschule bei der DSAI - Spende der Sparkasse

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Foto DSAIWasserburg/Hochschatzen/Schnaitsee – In den Räumen der Bundeszentrale der DSAI (Deutsche Selbsthilfe angeborene Immundefekte) in Hochschatzen bei Schnaitsee trafen sich Lehrkräfte der Beruflichen Oberschule Wasserburg, um sich über angeborene Immundefekte zu informieren. Die Bundesvorsitzende, Gabriele Gründl, stellte anfänglich die DSAI und ihre Aufgaben vor. Die Patientenorganisation ist bundesweit mit zwölf Regionalgruppen vertreten, die sich als Hauptziel die frühe Diagnose und angemessene Therapie aller Betroffenen gesetzt haben. Wichtig seien unter anderem Aufklärung der Öffentlichkeit und Ärzteschaft über das Krankheitsbild …

… „Angeborener Immundefekt“, Gewährleistung einer flächendeckenden Versorgung, grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen für Betroffene durch entsprechende Therapie, was auch zu einer Kostensenkung im Gesundheitswesen durch Vermeidung teurer Fehltherapien führen könne.

Zielgruppen seien damit neben der allgemeinen Öffentlichkeit Ärzte, Patienten, Politiker, Spender, Krankenkassen sowie Medien als Mittler. Daher sieht die DSAI als Aufgabe neben dem ursprünglichen Zweck des Erfahrungsaustauschs außerhalb der medizinischen Betreuung heute die Organisation von Ärztefortbildungen, die weitere Vernetzung von Immundefektambulanzen, die Teilnahme an Gesprächsrunden mit Politikern sowie politischen Gremien und den intensiven Kontakt zu Krankenhäusern. Auch Informationstage an Schulen seien, so Frau Gründl, wichtig, da es notwendig sei, Schüler und Lehrer für dieses Thema zu sensibilisieren sowie die Probleme rund um das Krankheitsbild „Angeborener Immundefekt“ transparent zu machen.

Am Beispiel des langjährigen Leidenswegs eines Patienten wurde den anwesenden Lehrkräften die Problematik eindringlich vor Augen geführt. Nach einer kurzen Gesprächspause erfolgten im Anschluss durch Prof. em. Bernd Belohradsky, dem ehemaligen Leiter der Abteilung Infektiologie und Immunologie des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der LMU München, Informationen zum Aufbau des Immunsystems sowie den verschiedenen Möglichkeiten und Auswirkungen von Immundefekten.

Interessant dabei war, dass man vor 30 Jahren lediglich von etwa zehn verschiedenen Defekten wusste, mittlerweile seien es mehr als 260 Defekte und fast wöchentlich kämen neue hinzu. Wichtig sei, wie man als Lehrkraft auf Warnzeichen wie häufige infektiöse Erkrankungen, die auf einen Immundefekt hindeuten könnten, reagieren könne. Ein anfänglicher Immuncheck, die Einbeziehung von Schüler, Eltern und Hausarzt könnten hilfreich sein, so Prof. Belohradsky.

In einer anschließenden Gesprächsrunde wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass in Deutschland zu Zeit circa 4000 Patienten wegen eines angeborenen Immundefekts in Behandlung seien, nach Hochrechnungen aber bis zu 100.000 Menschen davon betroffen sein könnten. So macht es sich die DSAI weiter zur Aufgabe, die Fortbildung von niedergelassenen Ärzten, die Etablierung der professionellen Weiterbildung von Ärzten zu Immunologie-Experten und die Organisation von Schulungen für Multiplikatoren in Kindergärten und Schulen weiter auszubauen.

Als Dank für die umfangreiche Information überreichten die Lehrkräfte durch den Schulleiter OStD Johann Schaller einen Spendenscheck der Sparkasse Wasserburg, um die wichtige und beeindruckende Arbeit der DSAI zu unterstützen.

Josef Mödl

Unser Foto ganz oben: von links Prof. Bernd Belohradsky, Gabriele Gründl (Bundesvorsitzende der DSAI), OStD Johann Schaller (Schulleiter) sowie OStR Josef Mödl.

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Ein Gedanke zu „„Wichtige und beeindruckende Arbeit“

  1. Super, Danke Christian für die ausführliche Berichterstattung!

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