WhatsApp: „Probleme bleiben“

Tipp (17) von unserem Wasserburger EDV-Experten InnNet GmbH

image_pdfimage_print

Seit einigen Tagen verschlüsselt WhatsApp die Nachrichten von Ende zu Ende. Dem Einen oder Anderen WhatsApp-Benutzer ist das bestimmt aufgefallen, da dies im Nachrichtenverlauf auch mitgeteilt wurde. Nach Recherchen verschiedener Fachjournalisten handelt es sich um ein technisch hochwertiges Verfahren, sodass selbst WhatsApp den Inhalt wohl nicht mehr lesen kann. Wichtige Infos hierzu geben die Experten der InnNet GmbH aus Wasserburg.

Unsere Experten>> Wer nun aber denkt, dass damit WhatsApp für sämtliche Informationen und Anlässe verwendet werden kann, liegt leider nicht ganz richtig! Die Nutzung von WhatsApp führt vor allem durch die AGBs und die Verflechtung im Facebook-Konzern zu Problemen und Risiken.

Auch wenn die Inhalte nur Absender und Empfänger lesen können, sind trotzdem die Verbindungsdaten für WhatsApp und auch Facebook sichtbar. Die Antwort auf die Frage: „Wer unterhält sich wann mit wem?“ ist meist viel mehr wert, als der Inhalt an sich.

Weiterhin ergeben sich, durch Akzeptieren der AGBs, Bedingungen, die schwer erfüllbar sind. Fachkundige Datenschutz-Experten gehen sogar davon aus, dass WhatsApp in der EU de facto nicht legal verwendet werden kann: WhatsApp ist nur für „personal use“ lizenziert. Sämtliche geschäftliche Kommunikation ist somit generell nicht von der Lizenz abgedeckt. Prinzipiell könnte WhatsApp jeden verklagen, der dagegen verstößt, und zwar am Gerichtsstand Kalifornien!
Mit der Nutzung von WhatsApp erlaubt der Benutzer, dass seine Kontakte an WhatsApp und auch Facebook weitergegeben werden. Dies ist ohne Zustimmung der betroffenen Personen nicht erlaubt. Es können somit Profile von dritten Personen erstellt werden, ohne dass diese überhaupt bei Facebook aktiv sind. Auch nicht öffentliche Kontakt-Informationen, die im Handy-Adressbuch gespeichert sind, sind somit für Facebook einsehbar. Und man sollte davon ausgehen, dass diese auch genutzt werden.
Nachdem das Datenschutz-Abkommen zwischen USA und EU gekippt wurde, gibt es keine rechtliche Grundlage für den Transport der Daten in die USA. Dies müsste WhatsApp mit jedem einzelnen Benutzer explizit vereinbaren.
Da man weiß, worauf sich das Geschäftsmodell von Facebook stützt, nämlich dem Handeln mit Benutzerprofilen z. B. für Werbezwecke, kann sich jeder ausmalen, was mit den vorhandenen Kontaktdaten gemacht wird. Die Informationen, mit wem wir kommunizieren, sind von immensem Wert, wenn man gezielte Werbung platzieren möchte! Da durch die fehlenden datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen hierfür praktisch keine Grenzen gesetzt sind, weiß niemand, wofür unsere Daten verwendet werden.

Zudem ergibt sich durch diese Grauzone ein enormes Potential für Abmahnungen und Klagewellen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein geeignetes „Geschäftsmodell“ daraus entwickelt wird.<<

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.