Wenn se da Salsa mim Zillertaler vamischt

Begeisterung restlos: De CubaBoarischen der Hit im Rathaussaal

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CubaWasserburg – Hasta la vista, host mi – de CubaBoarischen waren am Wochenende im Rathaussaal in Wasserburg zu Gast. Und begeisterten restlos. Und zwar mit Verstärkung: Ihre Freunde von Nuevo Imagen, vier junge Musiker (zwei Frauen, zwei Männer) waren dabei, die dafür sorgten, dass die ohnehin bereits sehr temperamentvolle Musik zusätzlichen karibischen Drive erhielt. Landler mit Latin-Groove – eine geniale Benefizveranstaltung des Fördervereins Wasserburger Elternnetz.

Schnell hatte es sich rumgesprochen: Die CubaBoarischen spuin auf in da Stod – und entsprechend schnell waren die Karten vergriffen…

Denn wenn ehemalige Dorfmusikanten aus dem Mangfalltal ihrem bayerisch-lateinamerikanischen Instrumentendschungel einen so mitreißenden wie heimelig-gemütlichen cubaboarischen Sound entlocken – dann fliegt der Panamahut über die historisch-bayerische Bühne!

Die Vorsitzende des Vereins, Edith Stürmlinger betonte, dass der Abend im doppelten Sinne erfolgreich war. Zum einen bot er Unterhaltung auf höchstem Niveau, zum anderen kommt der Reinerlös des Abends der Arbeit der „Familienberaterin Wasserburg“ und Wasserburger Familien zugute.

Das karibische Feeling wurde untermalt durch Hintergrund-Projektionen von Städten, Landschaften und vor allem Menschen Kubas. Am Allerschönsten war es bei dieser Wasserburger Party mit 500 Gästen, wenn alle elf Musiker auf der Bühne standen und ihre Talente vereinten, dann übertrug sich ihre Dynamik und Lebensfreude auf den ganzen Saal. Schloss man die Augen, so konnte man am Gesang nicht unterscheiden, wer Kubaner und wer Bayer war, so tief sind die CubaBoarischen schon in die Musik ihres Lieblingslandes eingestiegen.

Es war nicht nur die temperamentvolle Musik, auch die Vielseitigkeit und perfekte Beherrschung der Instrumente seitens aller Musiker beeindruckte die Zuhörer.

Nach einem bayerischen-kubanischen „Rehragout  verließen 500 beschwingte Wasserburger gut gelaunt den Rathausaal.

Zur Geschichte der CubaBoarischen

Ganz harmlos fing alles an. Hubert Meixner und seine Dorfmusikanten wollten im Jahr 2000 eigentlich nur Urlaub machen; in Kuba ein bisschen Sonne, Meer und Drinks genießen. Doch schon in der ersten Nacht zettelten sie in der Hotelbar mit einheimischen Musikern einen zünftigen bayerisch-kubanischen Hoagascht an.

Angesteckt von der Lebensfreude, die aus den lateinamerikanischen Rhythmen klingt, kombinieren sie, zurück in der Heimat, Salsa mit Polka, Cha Cha Cha mit alpenländischen Hochzeitsmärschen und Chan Chan mit Zwiefachen! Beim Experimentieren wurde schnell klar: „Vacilion“ – auf bairisch „a Gaudi“, passt wunderbar zum Refrain „Cha Cha Cha“, die kubanische Lebensfreude versteht sich exzellent mit dem bayerischen Humor und die Liasion zwischen exotisch karibischen und den eher erdig alpenländischen Rhythmen mündet mitten ins „Corazon“ – ins Herz!

„Tanzen dad i gern“! Das gilt hier wie dort. Ganz geschmeidig verschmilzt bei den CubaBoarischen ein Zillertaler Hochzeitsmarsch mit dem Salsa eines unbekannten kubanischen Komponisten. Man sieht quasi die Zillertaler Hochzeitsgesellschaft durch Havanna spazieren. Wenn die Musiker zum Salsarhythmus jodeln oder einen Bolero auf Blasinstrumenten spielen, klingt das so, als ob es nie anders gewesen wäre. Unmerklich swingt auch der inzwischen vielleicht bekannteste Chan Chan des Buena Vista Social Club in einen holledauer-niederbayerisch-oberpfälzerischen Suserl-Zwiefachen.

War das nun spanisch oder bairisch? Egal, die Lebensfreude, die aus dieser alpen-südländischen Liaison sprudelt, reißt einfach mit. Schneebedeckte Berge verschmelzen mit schneeweißen Palmenstränden, bayerische Tanzböden mit verrauchten kubanischen Bars. Und die „Lagrimas negras“, die schwarzen Tränen, tropfen mutig im Bolero-Rhythmus durch den Maxglaner-Marsch und sind eine innige Verbindung eingegangen.

Musikalisch scheint das Mangfalltal also mitten in Kuba zu liegen! Rhythmen und Sprache wechseln die inzwischen sieben Musiker der CubaBoarischen so schnell wie ihre vielen Instrumente. Eben noch Tuba, Posaune, Trompete oder Saxophon an den Lippen, zupft die Band plötzlich spanische Gitarren und trommelt auf karibischen Congas und Bongos.

Inzwischen sind mehr als zehn Jahre vergangen, in denen sich die Dorfmusikanten um die Familie Meixner und ihre Musiker zu den CubaBoarischen entwickelt und sich eine stetig wachsende Fangemeinde erspielt haben, weit über die Grenzen Bayerns hinaus.

Die jährlichen Reisen in die zweite musikalische Heimat Kuba sind schon Tradition, manchmal auch mit einem Flieger voller Fans im Schlepptau.
Viele Kontakte auf hohem Niveau sind entstanden, zu namhaften Musikern wie Wirtschaftsfunktionären und Politikern. So spielten die CubaBoarischen schon mehrfach in Havanna, unter anderem in der Deutschen Botschaft.

Foto: Fritz Armbruster

Land, Menschen und Musik sind zu ihrer zweiten Heimat geworden und sie freuen sich, bei ihren Auftritten ein Stück Kuba-Lebensgefühl nach Bayern – oiso nach Wasserburg – zu bringen, so wie auch umgekehrt.

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Ein Gedanke zu „Wenn se da Salsa mim Zillertaler vamischt

  1. Vielen Dank CubaBoarische, vielen Dank an alle Besucher im Rathaus, vielen Dank an alle Helfer… es war Spitze! Als Familienberaterin in Wasserburg freue ich mich über diese gelungene Veranstaltung ganz besonders, weil eine finanzielle Basis für den Fortbestand meiner Tätigkeit enorm wichtig ist.! Gracias!

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