Wenn Farben Geschichten erzählen …

Tag des offenen Denkmals mit besonders schönem Thema - Viele Aktionen

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WasserburgDer 14. September, der Tag des offenen Denkmals, liegt in diesem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes „im Auge des Betrachters“. Es geht um das Thema Farbe. Diese waren und sind immer ein Ausdruck der gegenwärtigen Lebenseinstellung. Frühere Epochen waren nicht grau in grau. Ganz im Gegenteil, in der Antike, in der Renaissance und im Barock war knallig bunt normale Sehgewohnheit. Im Landkreis gibt es am Tag des offenen Denkmals eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Zeitgeschmäcker – und dazu zählen auch Farben – zu erforschen. Besondere Angebote für Groß und Klein gibt es auch in Wasserburg …

Unser Foto zeigt die Blaufärberwerkstatt im Museum Wasserburg.

Spannende Entdeckungsreisen zu den Bildern und Zeichen der Vergangenheit werden in Wasserburg angeboten. Um 10 Uhr öffnet das Stadtarchiv seine Tore. Stadtarchivar Matthias Haupt wird eine mittelalterliche Prunkhandschrift aus der Nähe präsentieren. Interessierte Besucher erfahren zudem, wie farbige Wappen beschrieben werden und warum mittelalterliche und frühneuzeitliche Siegel unterschiedliche Wachsfarben aufweisen. Anschließend findet ein Bücherflohmarkt statt und ab 14 Uhr können Kinder nach einer kurzen Archivführung selbst kreativ werden.

Im Rahmen einer Stadtführung stellt Ingrid Unger ab 11 Uhr markante historische und rekonstruierte Wasserburger Fassaden vor und erläutert die Bilder von Kernhaus, Rathaus und dem Brucktor. Um 13 Uhr führt Stadtführer Thomas Rothmaier in die Geheimnisse der Wasserburger „Lebensbaum-Darstellung“ an der Ostseite der St. Jakobskirche ein und um 14 Uhr wird Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan während einer Stadtführung bekannte und unbekannte Motive an den Häusern der Altstadt entschlüsseln. Treffpunkt zu den Stadtführungen ist jeweils vor dem Rathaus am Marienplatz 2.

Das Museum Wasserburg ist am Tag des offenen Denkmals bei freiem Eintritt von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Um 13:30 Uhr und 16:15 Uhr führt Museumsleiterin Sonja Fehler durch die Blaufärberwerkstatt des Hauses (unser Foto) und um 14 Uhr und 15 Uhr erläutert der Wasserburger Kunsthistoriker Dr. Gerald Dobler die Ergebnisse seiner in diesem Jahr zu den Gebäuden des Museums durchgeführten Bauforschung. Einige hundert Farbschichten geben hier den Blick in vergangene Jahrhunderte frei.

Unsere weiteren Tipps zum Tag des Denkmals am 14. September:

In der Michaelskirche in Litzldorf beginnt um 13 Uhr eine Drei-Kirchen-Fahrt mit dem Fahrrad, zu der Kreisheimatpfleger Hans Michael Stratbücker und der Kunstexperte der Erzdiözese München und Freising Dr. Hans Rohrmann einladen. Nachdem beide über die Baugeschichte und die Besonderheiten der Restaurierung berichtet haben, wird gemeinsam zur Laurentiuskirche in Wiechs geradelt. Sie wird als Zeugnis der soliden handwerklichen Tätigkeit der „Hausstätter“ angesehen und ist ein Beispiel für die große Zahl an Dorfkirchen, welche diese Baumeister in Oberbayern und in Tirol erbaut haben. Abschließendes Ziel ist die Pfarrkirche „Herz Jesu“ in Bad Feilnbach, die für eine neue Auffassung von Kirchenbau nach dem zweiten Weltkrieg steht.

In Nußdorf bietet die örtliche Heimatpflegerin Michaela Firmkäs eine Führung unter dem Motto: „Sommerfrisch und heimelig“ an. Vor rund 100 Jahren drängten die Städter aufs Land. Mit seiner bayerischen Lebensart lockte es zur kurzzeitigen „Landpartie“, zu länger andauernden „Sommerfrische“ oder gar zum endgültigen Ferienhaus. Viele Häuser, die von der Nußdorfer Baufirma Sebastian Moser in den 1920er Jahren errichtet wurden sind durch deren markante Handschrift, nämlich klare Fassadengliederung, liebevolle Putzgestaltung und farbige Ornamentierung im „alpenländischen Heimatstil“, bis heute erkennbar. Die Führung beginnt um 17 Uhr am Gemeindeamt in der Brannenburger Straße 10. Sie dauert etwa 90 Minuten und ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

Die Pfarrkirche in Lampferding, in der Gemeinde Tuntenhausen, war lange Zeit das Ziel zweier Wallfahrten zu Maria und zum Heiligen Leonhard. 1315 wurde die Kirche erstmals erwähnt und um 1500 neu errichtet. Am Tag des offenen Denkmals finden von 12 Uhr bis 17 Uhr Kirchenführungen statt. Thomas Stelzer wird unter anderem das Sterngewölbe im wuchtigen Sattelturm, das alte Gnadenbild im Hochaltar und das barocke Deckengemälde des Malers Carl Selb von 1803 präsentieren.

Im 12. Jahrhundert wurde Schloss Hohenaschau begründet. Rund 850 Jahre später werden am Tag des offenen Denkmals Führungen angeboten und zwar um 13:30 Uhr, 14:15 Uhr und 15 Uhr.

Mit dem Tag des offenen Denkmals soll eine breite Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege geweckt werden. Auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz tragen viele Institutionen zum Gelingen dieses Tages bei.

Dazu gehören Landkreise, Städte, Gemeinden, Vereine, private Denkmaleigentümer und Bürgerinitiativen sowie die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder, die Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie, das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, die Evangelische Kirche in Deutschland, die Deutsche Bischofskonferenz, der Bund Heimat und Umwelt und die Deutsche Burgenvereinigung.

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