Wenn die Polizei vorlädt

Expertentipp der Wasserburger Stimme von Rechtsanwalt Bastian Wernthaler

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ra_wernthalerBernd F. war mal wieder zu schnell auf seiner Fahrt nach Hause unterwegs. Er fuhr auf seinen Vordermann auf, der dabei leider erheblich verletzt wurde. Auch wenn er ihm ins Krankenhaus Genesungswünsche schickte und sich entschuldigte, flatterte ihm bald darauf die Ladung der Polizei ins Haus. Bernd F. wurde aufgefordert, aufgrund eines Ermittlungsverfahrens gegen ihn auf die Polizeiwache zu kommen. Auch wenn bei Bernd F. der Drang groß ist, sich sofort rechtfertigen zu wollen, ist er gut beraten, wenn er folgende Hinweise von unserem Rechtsexperten Bastian Werntahler (Foto) beachtet … PR

1. Lassen Sie einen ANWALT prüfen, ob Sie überhaupt zu einer Vernehmung gehen müssen. Wenn die Polizei Sie als Beschuldigten zur Vernehmung lädt, müssen Sie nicht erscheinen und sollten dies auch nicht tun Lädt ein Gericht oder die Staatsanwaltschaft, müssen Sie erscheinen. Dann gilt: SCHWEIGEN SIE! Dies ist ein wichtigste Recht, das jeder Beschuldigte hat. Sie müssen nicht begründen, warum Sie schweigen. Das Schweigen darf Ihnen auch nicht negativ ausgelegt werden. Angaben müssen Sie nur zu Ihren Personalien machen.

2. EINSICHT IN DIE ERMITTLUNGSAKTE ist notwendig, um genauer zu erfahren, was Ihnen zur Last gelegt wird und welche Informationen vorliegen. Dies kann aber nur ein Ihnen beauftragter Anwalt erledigen. Erst nach Einsicht in die Akte kann entschieden werden, welche Einlassungen zweckmäßig sind. Sie sollten immer schweigen, bis Sie den Inhalt der Ermittlungsakte mit einem Anwalt besprochen haben.

3. Kommt zu Ihnen DIE POLIZEI NACH HAUSE, gilt das gleiche. Schweigen Sie zur Sache und informieren Sie einen Anwalt.

4. Will die Polizei Ihre WOHNUNG DURCHSUCHEN, darf sie das nur mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss oder bei Gefahr in Verzug. Lassen Sie die Polizei nur in die Wohnung, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind. Ein höfliches „Dürfen wir uns mal umsehen?“ sollten Sie ebenso höflich verneinen. Wenn eine Durchsuchung zulässig ist, rufen Sie einen Anwalt an und geben Sie das Telefon den Beamten. Bitten Sie, die Durchsuchung bis zum Eintreffen Ihres Anwalts zu unterbrechen.

„Nehmen Sie ein Ermittlungsverfahren immer ernst, schweigen sie gegenüber der Polizei und suchen Sie umgehend einen Anwalt auf. Nur so können Fehler, die sich hinterher nicht mehr korrigieren lassen, vermieden werden“, so der Wasserburger Anwalt Bastian Wernthaler.

 

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