Wenig Gegenliebe für „Gelben Sack“

Bürgermeister Kölbl stellt bei erster Bürgerversammlung neue Projekte vor

image_pdfimage_print

buergerversammlungDie erste von vier Bürgerversammlungen nutzte Stadtoberhaupt Michael Kölbl, um eine vorläufige Bilanz für 2014 zu ziehen und einen Ausblick aufs neue Jahr zu geben. Vor rund 50 interessierten Zuhörern, darunter Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter, spannte Kölbl im Feuerwehrhaus der Altstadt den Bogen von Energie, Umwelt und der Abfallwirtschaft über Soziales, Bildung und Kultur sowie Baumaßnahmen und Infrastruktur bis hin zu den Finanzen. Beim Thema „Gelber Sack“ entzündeten sich kurz die Gemüter.

Denn im Zuge der Einführung der Blauen Tonne ab Januar 2016 (wir berichteten), soll auch der „Gelbe Sack“ zum Einsatz kommen, in dem die Bürger Verpackungsmüll entsorgen können. Hintergrund ist der teure Unterhalt der 18 Wertstoffinseln, die gereinigt und überwacht werden, damit niemand dort seinen Haushaltsmüll hinterlässt. „Aber wir bekommen dafür nur zwei Euro pro Einwohner und Jahr“, berichtete Kölbl. Der kostenlose „Gelbe Sack“, der über Lizenzentgelte finanziert werde, würde dazu beitragen, die Kosten zu reduzieren.

Weil der Plastiksack allerdings nur alle vier Wochen abgeholt wird, befürchteten besorgte Bürger eine Verschandelung des Altstadtbildes, Verunreinigung durch Randalierer, die die Säcke mutwillig aufreißen könnten oder Gestank besonders in der heißen Jahreszeit. „Ich bin auch kein großer Freund davon“, beschwichtigte Kölbl. Aber immerhin könnte damit jeder Haushalt pro Jahr um etwa zehn Euro entlastet werden.

Beim Thema „Energie“ wertete der Bürgermeister die Klimawoche und den Klimatag im Sommer als vollen Erfolg, ebenso wie die Arbeit der Mitglieder des Energiedialogs. Beim ambitionierten Ziel, bis zum Jahr 2020 40 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen als im Vergleichsjahr 1990, wolle man kommendes Jahr mit Messungen feststellen, wo die Stadt stehe, so Kölbl. Erfreuliches konnte der Rathauschef beim Strompreis berichten. Demnach soll der Preis 2015 um zwei Prozent sinken – das bedeute eine Ersparnis von bis zu 30 Euro pro Haushalt und Jahr.

Ebenfalls nächstes Jahr soll in den Räumen des ehemaligen Bahnhofes das „Soziale Bürgerbüro“ auf Initiative des Sozialforums gegründet werden. Als Anlaufstelle zur Erstberatung wird die Einrichtung Bedürftigen und Hilfesuchenden zur Seite stehen. Ein Ideenwettbewerb soll dem Büro einen passenden Namen geben.

Neben den vielfältigen Ausbaumaßnahmen hob Kölbl das Museumsdepot hervor, zu dem der Stadtrat in Kürze einen Beschluss fällen wird, so dass im günstigen Fall 2016 der erste Spatenstich erfolgen soll.

Beim Umbau der Mittelschule am Klosterweg konnte Kölbl Fortschritte nach Plan vermelden. „Wir rechnen allerdings mit einer Kostensteigerung von zehn Prozent“, betonte der Bürgermeister. Bislang werden die Kosten mit rund 16 Millionen Euro beziffert. Beim zweiten Großprojekt der Stadt, der Badria-Sanierung, rechnet Kölbl optimistisch mit einer Fertigstellung noch vor Weihnachten. Durch die Erneuerung des dortigen Blockheizkraftwerkes können künftig 50 Prozent Energie eingespart werden.

Beim Thema Infrastruktur stand die Zugverbindung nach München im Stundentakt ab dem 14. Dezember im Mittelpunkt. Acht Millionen Euro investierte die Stadt dafür, u. a. für die Ertüchtigung des Bahnhofs Reitmehring. Um unter den MVV-Tarif zu fallen, hat Kölbl kürzlich gemeinsam mit anderen Bürgermeistern der Region einen gemeinsamen Antrag eingereicht. Kölbl: „Das ist die günstigste Wirtschaftsförderung, die es gibt!“ Um einen schrankenlosen Bahnübergang in Reitmehring zu schaffen, soll Anfang 2015 das Planfeststellungsverfahren starten.

Zufrieden referierte das Stadtoberhaupt über die Finanzen. Demnach liegt der Gesamthaushalt für 2014 bei 48,5 Millionen Euro, wovon auf den Verwaltungshaushalt 32,8 Millionen und auf den Investitionshaushalt 15,7 Millionen entfallen. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von zwölf Millionen Euro für Baumaßnahmen, 8,7 Millionen für Sachaufwand, 6,6 Millionen für die Kreisumlage und 6 Millionen für Personalausgaben. Geld ins Stadtsäckel kommen durch die Gewerbesteuer (elf Millionen) und durch die Einkommenssteuer.

Die Bürgerversammlung macht weiter Station am heutigen Dienstag in der Burgau im Betreuungszentrum, BT-Raum 1 und 2, am Montag, 10. November, um 18.30 Uhr Reitmehring in der Aula der Grundschule und am Dienstag, 11. November, um 18.30 Uhr im Pfarrsaal St. Konrad im Burgerfeld im Pfarrsaal.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.