Wasserschutz: Gemeinsam erfolgreich

Landwirte und Stadtwerke arbeiten zehn Jahre Hand in Hand

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wasserschutz_kAuf eine erfolgreiche zehnjährige Zusammenarbeit für den Schutz des Grundwassers können Landwirte und die Stadtwerke Wasserburg stolz zurückblicken. Bei einer Feldbegehung zu diesem Anlass sprach Bürgermeister Michael Kölbl seinen Dank für den Einsatz beider Seiten zum Trinkwasserschutz aus. „Maßnahmen zur Reinhaltung des Grundwassers, wie sie von den Landwirten und Stadtwerken durchgeführt werden, sind ein Garant für das Trinkwasser der Zukunft.“

Begonnen hatte alles mit den Plänen der Stadtwerke Wasserburg, das Wasserschutzgebiet Fuchsthal in seinen Schutzzonen neu zu definieren. Die Landwirte befürchteten massive Einschränkungen auf ihren Feldern und schlossen sich zu einer Interessengemeinschaft gegen die Schutzgebietserweiterung zusammen. Um den Landwirten entgegenzukommen, beschlossen die Stadtwerke im Frühjahr 2003, den Landwirten eine freiwillige Kooperation anzubieten und beauftragten dazu die Freisinger Wasserschutzfirma Ecozept.

„In der ersten Informationsversammlung zum Aufbau einer freiwilligen Kooperation waren die Landwirte noch skeptisch“, berichtet Michael Kölbl, „aber sie haben sich einen Ruck gegeben und mitgemacht“. Es wurde ein Arbeitskreis eingerichtet und ein freiwilliger Wasserschutzvertrag für alle Landwirte im Wassereinzugsgebiet erarbeitet. In dem Wasserschutzvertrag verpflichten sich die Landwirte zu verschiedenen grundwasserschonenden Bewirtschaftungsmaßnahmen und bekommen dafür festgelegte Ausgleichszahlungen.

„Es ist schön, dass sich eine so konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken und den Landwirten etabliert hat“, freut sich Werkleiter Gerhard Selig. So führen einige engagierte Landwirte schon von Anfang an zusammen mit den Wasserschutzberatern von Ecozept Demonstrationsversuche durch, auf denen grundwasserschonende Maßnahmen angelegt und ausprobiert werden.

„Da sind schon ungewöhnliche Maßnahmen dabei wie Untersaaten im Mais, die macht man in der normalen Landwirtschaft selten“, berichtet Landwirt Heinrich Maier aus Fuchsthal. Und sein Berufskollege Josef Sonnenholzner aus Hebertsham ergänzt: „Einige Maßnahmen wie der Erhalt eines dichten Grünlandbestandes machen aber auch durchaus für jeden Betrieb Sinn, da kann man immer etwas lernen.“ Die Demo-Flächen werden mit den Landwirten aus dem Wasserschutzgebiet auf Feldbegehungen besichtigt und über die Umsetzung im Gebiet, ihre Wirksamkeit und Praxistauglichkeit diskutiert.

„Mittlerweile nehmen 29 Landwirte mit über 80 % der landwirtschaftlichen Fläche im Wassereinzugsgebiet an den Wasserschutzverträgen teil“, berichtet Wasserschutzberater Werner Rauhögger von Ecozept und fügt hinzu: „Im besonders sensiblen Bereich Englstetten sind sogar über 90 % der Flächen unter Vertrag.“

Bei allem Stolz auf das Erreichte wissen doch alle Beteiligten, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt. „10 Jahre sind für den Trinkwasserschutz keine lange Zeit“, weiß Michael Kölbl. Und Gerhard Selig ergänzt: „Die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft ändern sich ständig und damit auch die Herausforderungen für den Grundwasserschutz. Da müssen wir ständig dran bleiben.“ Umso wichtiger ist es, dass es im Wassereinzugsgebiet Fuchsthal diese stabile Kooperation gibt. So können die Stadtwerke zuversichtlich in die Zukunft schauen und Michael Kölbl bringt es in seinem Schlusswort auf den Punkt: „Auf dass die nächsten 10 Jahre genauso erfolgreich werden!“

Auf dem Foto von links: Werkleiter Gerhard Selig, Wassermeister Johann Mayer, Bürgermeister Michael Kölbl, Ecozept-Berater Werner Rauhögger, umgeben von Wasserschutzlandwirten bei der Feldbegehung. 

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