Wasserburgerin gewinnt bei „Jugend forscht“

Aylin Dinekli, Schülerin der Beruflichen Oberschule Wasserburg - Unser Porträt

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OLYMPUS DIGITAL CAMERABereits seit 50 Jahren gibt es den bundesweiten Wettbewerb für die naturwissenschaftlich interessierten Nachwuchsforscher. Die erste Stufe ist der Regionalentscheid. 1949 Schüler haben heuer in Bayern am „Jugend forscht“-Wettbewerb teilgenommen. Aylin Dinekli, Schülerin der Beruflichen Oberschule Wasserburg hat es mit ihrem Projekt geschafft, den dritten Platz zu belegen. Die Wasserburger Stimme stellt die Gewinnerin vor – unser Porträt…

Die Berufliche Oberschule Wasserburg kann auf ihre Schülerin Aylin Dinekli aus der Klasse 13WS stolz sein. Sie hat heuer zum ersten Mal am „Jugend forscht“-Wettbewerb teilgenommen – und prompt den dritten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt belegt. Ein Grund zur Freude gab es bereits am Anfang, denn ihre psychologische Arbeit wurde, in dem eigentlich naturwissenschaftlich ausgerichteten Wettbewerb, angenommen.

Bereits vor und in den vergangenen Sommerferien setzte sich Aylin Dinekli in einer Seminararbeit mit der dissoziativen Identitätsstörung auseinander, einer Krankheit die für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen ist. Die Schülerin hat deshalb ein Gesellschaftsspiel entwickelt, mit dem die Krankheit erlebbar wird. „Die Betroffenen haben meist zwischen acht und dreizehn verschiedene Persönlichkeiten, zwischen denen sie von einer auf die andere Sekunde wechseln“, erklärt sie. Nicht immer falle es den Mitmenschen dabei leicht zu erkennen, mit welcher Persönlichkeit ihr Gegenüber gerade spricht. War man gerade noch mit einem schüchternen elfjährigen Mädchen im Gespräch, könne es kurz darauf schon ein 60-jähriger, aufbrausender Mann sein.

Bei ihrer Preisentscheidung hat die 22-köpfige Jury in Ottobrunn außer auf die technisch-experimentelle Umsetzung und die Präsentation der Forschungsarbeit hauptsächlich auf die Originalität und Kreativität der Projektidee geachtet. „Für unsere Nachwuchswissenschaftler ist „Jugend forscht“ eine geeignete Plattform“, betonte Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. „Ich freue mich über die jungen Talente, die ihre Begabung auf technischem und naturwissenschaftlichem Gebiet nutzen, neugierig sind, ihre Ideen mit Fleiß und Ausdauer verfolgen und heute dafür belohnt werden“, fügte er hinzu. Geld- und Sachpreise überreichte Christoph Hillenbrand zusammen mit Claus Hilgers.

Die Erstplatzierten aus den einzelnen Regionen wie Oberbayern-Ost dürfen sich vom 25. bis zum 27. März in Regensburg mit den Gewinnern aus anderen Regionen Bayerns messen. Wer es dann ein weiteres Mal unter die ersten Plätze schafft und mindestens 15 Jahre alt ist, darf Ende Mai am großen Bundesfinale teilnehmen. Auch wenn es für Aylin Dinekli nicht gereicht hat, mit dem dritten Platz ist sie mehr als zufrieden.

Wir sprachen mit der Gewinnerin Aylin Dinkeli:

Wie sind Sie denn auf dieses Thema gekommen?
Ich interessiere mich sehr für Psychologie und gerade auch für psychische Störungen. Als ich zum ersten Mal von der Dissoziativen Identitätsstörung gehört habe, war ich sehr fasziniert und konnte kaum glauben, dass es so etwas gibt. Daher habe ich mich näher mit dem komplexen Störungsbild befasst und mir überlegt, wie es möglich ist, das Ganze besser zu veranschaulichen. So entstand dann das Spiel.

Wie kamen Sie auf die Idee, sich mit Ihrem Thema bei Jugend forscht zu bewerben?
Meine Lehrerin hatte mich dazu ermutigt, mich dort anzumelden und obwohl es eigentlich ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb ist, wurde ich angenommen.

Gab es noch mehr Leute mit solch ausgefallenen Ideen?
Das ist schwer zu sagen. Es gab viele faszinierende Themen aber alle waren naturwissenschaftlich. Daher war mein Thema schon das ungewöhnlichste für die meisten. Eine sehr ausgefallene Arbeit war aber auch, dass eine Gruppe versucht hatte, mit Hilfe von Insektenlarven den Todeszeitpunkt eines Tieres unter dem Einfluss von Schwermetallen zu bestimmen.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Am meisten beeindruckt war ich davon, dass viele der Teilnehmer noch so jung waren. Einige waren erst elf Jahre alt.

Was wird ihr nächstes Thema sein?
Mein Abitur. Was danach kommt wird sich zeigen.

Werden Sie jetzt Wissenschaftlerin?   

Möglich wäre es. Ich habe auf jeden Fall vor, Psychologie und Chemie zu studieren.

 

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