Wasserburger mit ihrer Stadt zufrieden

Ergebnisse der Bürgerbefragung mehr als positiv - Bei Stadtratssitzung vorgestellt

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UnbenanntÜber zwei Jahre wurden in Wasserburg im Rahmen eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) Bürger befragt, Straßen und Winkel fotografiert und die soziale und wirtschaftliche Lage der Stadt geprüft. Bei der gestrigen Stadtratssitzung stellte Dr. Robert Leiner von der iq-Projektgesellschaft die Ergebnisse der Analyse vor. Das Resümee ist eindeutig: Die Bürger in Wasserburg sind mit ihrer Stadt mehr als zufrieden! 

Die iq-Projektgruppe, eine unabhängige Planungs- und Beratungsgesellschaft, stellte über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren Statistiken und Analysen hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Lage Wasserburgs auf. Als Stadt am Rande des „Speckringes“ der Metropolregion München wird sie zunehmend attraktiver – nicht nur als Einzugsgebiet für die Landeshauptstadt. Neben der direkten Bürgerbefragung wurden nun unter anderem auch die beliebtesten Einkaufsziele, die Markt- und Arbeitssituation sowie die Verkehrslage unter die Lupe genommen.

 

prognose

„Die Wasserburger werden älter“, zeigt Leiner anhand seiner Präsentation auf. Die Prognose stelle dar, dass die Bevölkerung der Stadt in den kommenden 20 Jahren um etwa 1100 Menschen wachsen wird. Jedoch ändere sich an der durchschnittlichen Größe der einzelnen Altersgruppen im Kindergarten-, Schul- und erwerbsfähigen Alter kaum etwas. Die Anzahl der Bürger, die 65 Jahre oder älter sind, steige jedoch um rund 60 Prozent, so Leiner.

Stadtrat Josef Baumann fragte dazu, ob diese Entwicklung etwas mit den heranwachsenden Wasserburger zu tun hätte, die beispielsweise zum Studium die Stadt verließen. Diese Tatsache sei, so Dr. Leiner, nicht ganz von der Hand zuweisen: „Man kann durchaus sagen, die Abwanderung von Wasserburgern in den kommenden Jahren ist teils auch durch eine Umverteilung auf den Arbeitsmarkt begründet. Es ist wahrscheinlicher, dass ein Student oder Azubi in der Nähe seiner Berufsschule oder Universität nach einer Stelle sucht, als an seinem ursprünglichem Wohnort“, so Leiner. Dennoch sei der Arbeitsmarkt in Wasserburg laut der Statistik sehr stabil, was sich beispielsweise durch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Auspendlern zeige.

Laut der Statistik zeigt sich Wasserburg in wirtschaftlicher Hinsicht im Vergleich mit umliegenden Städten außerordentlich stark. „Das langsame Aussterben des kleinen Einzelhandelsgewerbes durch Distanzhandel wie Online-Shopping und eine immer größer werdende Filialisierung betrifft sämtliche Städte und Kommunen im Umkreis – es verhagelt deshalb also kaum die Statistik“, erklärt Leiner.

Wasserburg sei obendrein ein sehr beliebtes Tages-Ausflugsziel – der Tourismus in der Kulturstadt blühe. Auch die Gastronomie und die gut aufgestellten Standorte von innenstadtrelevanten Sortimenten sowie Versorgungs- und Discounterketten in direkter Altstadtnähe würden laut der Ergebnisse dazu beitragen, dass sich der durchschnittliche Wasserburger Konsument und Verbraucher bestens umsorgt fühle.

Doch wie zufrieden die Bürger der Stadt tatsächlich sind und welche Verbesserungsvorschläge der Durchschnitt anzubieten hat, zeigte die spannende Präsentation der Bürgerbefragung. 1200 Personen in Wasserburg und dessen Ortsteilen nahmen daran teil. Sie gaben persönlich sowie durch das Ausfüllen von Fragebögen über ihre Wohnsituation, das jeweilige Einkaufsverhalten oder ihre Lebensqualität Auskünfte.

„Im Bezug auf die Wohnbedürfnisse sind zwei Drittel der Befragten vollkommen zufrieden. Auch perspektivisch sieht der Großteil der Bevölkerung in dieser Hinsicht keine Probleme auf sich zukommen“, erläutert Leiner die Präsentation. Die einzigen Bedenken der Wasserburger bezögen sich beispielsweise auf die jeweilige Wohnungsgröße, Barrierefreiheit, Parkplatzsituation oder den Mietpreis.

Auch bezüglich des Einzelhandels seien laut der Umfrage die Bürger der Stadt rundum glücklich: „Fast 90 Prozent der Befragten erwerben ihre Grundnahrungsmittel im direkten Umkreis der Stadt oder in der Altstadt selbst und zeigen sich auch hinsichtlich des Warenangebotes sehr zufrieden. Einzig Sportartikel, Unterhaltungselektronik oder größere Einrichtungsgegenstände werden entweder in größeren Ketten benachbarter Städte oder online erworben“, so Leiner.

Auffällig sei jedoch, dass bei der Befragung immer wieder das Stichwort „Biergarten“ als Manko in der Stadt genannt wurde – ein langjähriger Wunsch der Wasserburger!

zufriedenheit„Hinsichtlich der Lebensqualität ihrer Bürger darf sich die Stadt Wasserburg laut der Statistik in vollstem Maße stolz fühlen“, beendet Leiner seine Präsentation. Der Erhalt ihres Images sei für die Wasserburger der Aspekt, den man sich am meisten für die Stadt wünscht. Die Entwicklung der Wohn- und Lebensqualität in der Stadt in den letzten fünf bis zehn Jahren wurde von über 76 Prozent der Befragten als optimistisch bewertet – sowie in der Vergangenheit als auch in die Zukunft gesehen.

imageDas scherzhafte Resümee der Stadtratsmitglieder: „Wir brauchen also nichts weiter als einen Biergarten und einen Rollatorparkplatz – vielleicht noch einen Discounter dazu und etwas mehr Wohnraum, dann sind alle zufrieden.“

Nach der Präsentation zeigte sich Bürgermeister Michael Kölbl sichtlich stolz. Und Leiner gab ihm recht: „Noch nie haben wir in einer Städte-Analyse unter ähnlichen Rahmenbedingungen ein so positives Ergebnis erhalten.“ HF

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Ein Gedanke zu „Wasserburger mit ihrer Stadt zufrieden

  1. Ein Wasserburger

    Ja,das Umfrageergebnis ist durchaus mit Berechtigung insgesamt positiv. Aber es schönt massiv aktuell vorhandene negative Entwicklungen: Z.B. rasant steigende Mietpreise, kein vorhandenes Bauland mehr, Verlust von klassischen Geschäften (Innkaufhaus), Verkehrsbelastung, etc. Es gibt also noch sehr viel zu tun!

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