Wasserburg: Zwei neue Flüchtlingsunterkünfte

Bei Infoabend „Asyl“ sprechen Referenten über aktuelle Situation und Hilfe

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Diller Thaler EhrenamtAuf dem Krankenhausgelände und in Reitmehring sollen noch in diesem Jahr zwei neue Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen. Das erläuterte Dr. Manuel Diller (rechts) vom Landratsamt Rosenheim bei der Informationsveranstaltung zum Thema „Asyl“ am Dienstagabend in Gabersee. Außerdem sprach der Referent über aktuelle Flüchtlingszahlen und lobte die vielen ehrenamtlichen Helfer. Diller ist Leiter der Abteilung für soziale Angelegenheiten im Landratsamt, momentan kümmert er sich ausschließlich um alles, was mit dem Thema „Asyl“ zutun hat. Am Infoabend nahmen zirka 100 Interessenten teil.

Der Wohnungsmarkt sei zwar angespannt, der Landkreis wolle die Flüchtlinge aber trotzdem überwiegend in normalen Wohnungen unterbringen, stoße dabei aber langsam an seine Grenzen, erläutert Dr. Manuel Diller. „Langsam müssen wir auf andere Quartiere umsteigen, zum Beispiel auf Container, wie wir sie bereits in Wasserburg an der Krankenhausstraße haben.“ Diller weiter:Neben diesen bestehenden Containern, in denen derzeit unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind, sollen bis zum Ende des Jahres weitere Container entstehen. Außerdem ist für die Stadt Wasserburg eine zweite Flüchtlingsunterkunft in Reitmehring geplant, die der Landkreis ebenfalls noch in diesem Jahr realisieren möchte.“

Zunächst ging der leitende Mitarbeiter des Landratsamtes intensiv auf die momentane Situation im Landkreis und die aktuellen Zahlen ein. Er rechnet damit, dass bis zum Ende des Jahres mehr als 2500 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht werden müssen. „Das ist etwa ein Prozent der Einwohner im Landkreis Rosenheim. Es gibt Gemeinden in dieser Größenordnung, wenn man es genau nimmt, gewinnt der Landkreis also eine ganze Gemeinde hinzu“, so Diller.

Asyl Informationsveranstaltung Festsaal GaberseeZwei Themen, die immer wieder Fragen in der Bevölkerung aufwerfen, sprach der Referent ebenfalls an: Warum arbeiten die Flüchtlinge nicht? Das liege zum Großteil an den Arbeitgebern, die Asylbewerber wegen der viele Unwägbarkeiten einfach nicht einstellten.  „Die meisten Asylbewerber wollen eigentlich arbeiten  – schließlich ist es in den Unterkünften ja auch ziemlich langweilig. Ein-Euro-Jobs gehen da immer. Die können zum Beispiel von der Gemeinde, gemeinnützigen Vereinen oder auch von der Kirche vergeben werden. Asylbewerber dürfen außerdem ehrenamtlich tätig sein“, erklärt Dr. Diller.

Die zweite Frage, die immer wieder auftaucht: Wie viel Geld bekommen die Flüchtlinge und warum haben sie alle Handys? Der Referent: „Normalerweise bekommen die Asylbewerber 330 bis 340 Euro im Monat, das ist etwas unter dem Hartz IV-Regelsatz. Davon müssen sie ihr Essen, ihre Kleidung und Bustickets bezahlen. Das sind etwa zehn Euro am Tag. Man kommt damit vielleicht über die Runden, es ist aber relativ unbequem.“ Zum Thema Handys: „Nach Schuhen und einer Hose ist das Handy das Allerwichtigste für Flüchtlinge. Es ist der einzige Gegenstand, mit dem sie nach Hause kommunizieren können. Laptops, Fahrräder oder ähnliches, sind unseren Ehrenamtlichen zu verdanken.“

Bei Leistungen für Asylbewerber müsse man darauf achten, ihnen keine Dinge zu bezahlen, die zum Beispiel einem Hartz IV-Empfänger nicht bezahlt werden. „Irgendwann kippt sonst die Stimmung und dann heißt es: Warum bekommen die das und wir nicht? Dann hat die Bevölkerung irgendwann wirklich kein Verständnis mehr dafür“, so Dr. Diller.

Bei der Fragerunde ging es dann hauptsächlich um das Thema Ehrenamt. Lothar Thaler ist Ehrenamtskoordinator der Caritas und momentan für alle Ehrenamtlichen im ganzen Landkreis zuständig. „Wir schauen, dass die Ehrenamtlichen ihre Arbeit so machen können, dass es auch Spaß macht.“

Michael Kölbl ernst

Auch Bürgermeister Michael Kölbl sprach die ehrenamtlichen Helfer an diesem Abend direkt an: „Bei ihnen möchte ich mich besonders herzlich bedanken, für die enorme Arbeit, die sie leisten, um den Asylbewerbern ein gutes Willkommen in Wasserburg zu bieten.“ Der Wasserburger Stimme sagt Bürgermeister Kölbl im Anschluss der Veranstaltung noch, er sei sehr stolz darauf, dass die Wasserburger Bürger so aufgeschlossen sind.

Fini Martl

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2 Gedanken zu „Wasserburg: Zwei neue Flüchtlingsunterkünfte

  1. Wo soll ich dann mein Auto parken, wenn ich von Reitmehring aus mit dem Zug in die Arbeit fahren will?

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    1. Van Carlsen, Rio

      Natürlich auf dem Parkplatz am Bahnhof Du Freak.

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